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Mixtape der Woche

9. Juli 2026, 19:32 Uhr von Uwe

Eigentlich wollte ich ein ganz anderes Mixtape basteln, aber manchmal muss man eben auch kurzfristig umplanen.

Eigentlich hätte das Thema des Mixtapes der 80. Geburtstag von Bon Scott sein sollen. Aber erstens feiert er den sowieso mit einem Zechgelage zusammen mit Lemmy und John Bonham und anderen Größen, und zweitens wüsste ich nicht, was ich auf das Mixtape hätte mitnehmen sollen, weil die ganzen frühen AC/DC schon Album der Woche waren. Als dann heute die Meldung herauskam, dass Bonnie Tyler – vor vier Wochen 75 geworden – nun auch nicht mehr von dieser Welt ist, nehmen wir eben diesen traurigen Anlass für eine Werkschau her.

Lost In France

Im Herbst 1976, also vor fast 50 Jahren, war dieser Song – ihre zweite Single überhaupt – ein vergleichsweise großer Hit, nämlich Top 10 in England. Das öffnete ihr diverse Türen bei Plattenfirmen, aber die ganz großen Dinge sollten noch kommen.

It’s A Heartache

Diese Single erschien 1977 und war Teil ihres zweiten Albums. Der Song war einer der ersten, den sie nach einer Stimmbandoperation aufnahm, nach der sie sich eigentlich hätte schonen sollen. Das Ergebnis war eine besonders rauhe Stimme, die zu ihrem Markenzeichen wurde und die andere nur mit viel Zigaretten und Whisky hinbekommen. Der Song führte die Charts in Europa, Nordamerika und Australien an und verkaufte sich in sechsstelliger Höhe.

Total Ecipse Of The Heart

Dieser Song wurde 1983 der größte Hit in Tylers Karriere und war eine der erfolgreichsten Singles des Jahres. Geschrieben wurde die Nummer von einem gewissen Jim Steinman, der für Meat Loaf schon „Bat Out Of Hell“ komponiert hatte. Auf dem Album ist der Song entsprechend ausladende sieben Minuten lang, die Single wurde dann auf viereinhalb Minuten zurechtgestutzt, während das Musikvideo dann doch wieder eine Minute länger ist.

Holding Out For A Hero

Den Song hab ich erstmals in den frühen 90ern bewusst wahrgenommen, da wurde irgendeine Werbekampagne für Männerduft damit unterlegt. Tatsächlich erschien der Song bereits 1984 als Teil des Soundtracks zum Film Footloose und war 1986 auf einem regulären Studioalbum enthalten. Der Song ist dabei so typisch 80er mit Synths und überdrehtem Exzess, dass er nur haarscharf an der Grenze zum Kitsch vorbeischrammt. Komponiert wurde der Song erneut von Jim Steinman, und erneut wurde der Song von original über sechs Minuten für die Single auf knapp viereinhalb zerschnippelt.

Loving You Is A Dirty Job But Somebody’s Gotta Do It

Aller guten Dinge sind drei, also nehmen wir noch einen dritten Song von Jim Steinman dazu. Der erschien 1985 und war ein Duett mit Todd Rundgren. Der hatte damals die Gitarre auf „Bat Out Of Hell“ gespielt, die verdächtig nach Harley-Davidson klingt. Der Song war allerdings kein besonderer Erfolg.

Save Up All Your Tears

Ganz anderer externe Songwriter, nämlich Desmond Child und Diane Warren, sind für diesen Song verantwortlich. Die haben einige der bekanntesten Pophits der Geschichte verfasst und mit allem gearbeitet was irgendwie Rang und Namen hat (I Was Made For Lovin‘ You von Kiss, Poison von Alice Cooper, Livin‘ On A Prayer von Bon Jovi, Nothing’s Gonna Stop Us Now von Starship, If I Could Turn Back Time von Cher sowie diverse Songs von Aerosmith und darüber hinaus zahllose andere Acts bis hin zu Milli Vanilli und Taylor Swift). Man könnte behaupten die wissen wie man Hits schreibt. Ein richtiger Hit wurde es für Bonnie Tyler dann 1988 doch nicht, der Song wurde aber schon 1989 von einer gewissen Robin Beck gecovert (die kennt man für den Werbesong First Time) und 1991 nahm Cher den Song auf erreichte damit auch nochmal mittelprächtige Chartpositionen.

Against The Wind

Die Karriere von Bonnie Tyler hatte hingegen einen gewissen Knick und absteigende Tendenz vorzuweisen. 1991 erschien dann dieser Song vom Album „Bitterblue“. Der Song war relativ erfolgreich mit einstelligen Chartnotierungen und wurde grade in Deutschland bekannt durch die Verwendung in einem Schimanski-Tatort. Ansonsten kann man aber auch nur festhalten, dass das Ende des Abendlandes gekommen ist, wenn ich einen Song auf ein Mixtape schiebe, der von Dieter Bohlen geschrieben und produziert wurde…

Soviel zu diesem kurzen Streifzug in die Geschichte der Frau mit der markanten Stimme, möge sie in Frieden ruhen.

 

 

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