Ich war heute beim Arzt. So weit, so unspektakulär – einen Weg zur Apotheke später war ich dann auch schnell wieder daheim, und eine Idee für das Mixtape der Woche hatte ich dadurch auch.
Ärzte können ja nicht nur gesund machen und krankschreiben, sondern auch singen – zumindest drei Ärzte aus Berlin (aus Berlin!). Und weil der aktuelle Zustand der Welt einen ja mehr oder weniger zwangsläufig krank machen muss, graben wir uns eben durch einige mehr oder minder bekannte Songs aus dem ziemlich großen Katalog der Truppe, die sich immer wieder auch politisch geäußert hat.
Den Song kennt quasi jeder, der in den 90ern Jugendlicher war. Erschienen ist die Nummer auf dem „Comeback“-Album „Eine Bestie in Menschengestalt“ von 1993 – dem ersten Album seit 1988 und die erste Veröffentlichung mit Rodrigo Gonzalez am Bass. Einigen Lehrern war das zwar suspekt, wenn auf Klassenfahrt der ganze Bus „Arschloch!“ brüllte, aber der Song ist eine klare Ansage, unkaputtbar und wurde dieser Tage erst von den Toten Hosen feat. Farin Urlaub live in Berlin dargeboten. Campino beißt sich bestimmt manchmal in den Hintern, dass er nicht die Idee zu diesem Text hatte, aber mit Sascha… ein aufrechter Deutscher hatten sie ja zeitlich ihren eigenen Song am Start. Interessanterweise war Schrei nach Liebe nach einer Aktion in Social Media 2015 Platz eins in Deutschland und Österreich und stand erstmals überhaupt in den Schweizer Charts.
Dieser Song erschien in dieser speziellen Version auf der „Das Beste von Kurz nach Früher bis Jetze“-Kompilation von 1994. Im Original aus dem Vorjahr (enthalten auf „Die Bestie in Menschengestalt“) ging es um weibliche Labertaschen, die einen nicht zu Wort kommen lassen, diese Version hingegen ist politisch und bis heute zeitlos aktuell – leider.
Ein wahrhaft beknackter Text, der aber trotzdem zum Nachdenken anregt. Erschienen 1995 auf der Single „Ein Song names Schunder“ und 2006 dann auf der „Bäst Of“ vertreten.
Der Song versteckte sich 1998 auf der Single „1/2 Lovesong“ und wurde 2006 auf der schon erwähnten „Bäst Of“ einem größeren Publikum zugänglich gemacht. Die Ärzte hatten ja in den 80ern ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Zensur gemacht (Claudia durfte damals eben keinen Schäferhund haben und geschwisterliche Liebe war auch ein Problem).
B-Seiten zum Dritten – im Jahr 2000 erschienen auf der Single „Manchmal haben Frauen“ (auch ein Song, der textlich genauer angeschaut werden darf). Ja, auch auf der „Bäst Of“ vertreten.
So, genug B-Seiten, jetzt mal richtige Singles – die Nummer war 2004 Single und in den deutschen Top 20 (was jetzt nicht sonderlich spektakulär ist für eine Band mit diversen Nummer 1-Hits). Ausgekoppelt wurde die Single aus dem im Vorjahr erschienenen Album „Geräusch“.
Die Instrumente des Orchesters
Zum Abschluss noch was leichtes und unpolitisches. Ich wollte jetzt nicht unbedingt einen Song übers Saufen reinnehmen, aber die Ärzte haben genug schräge Sachen aufgenommen. Dieser Song findet sich auf der Single „Wie es geht“ aus dem Jahr 2000 und landete 2006 auf der „Bäst Of“. Gitarristen haben eben schon irgendwo ein übergroßes Ego 😉
Und irgendwie sind jetzt immer noch gefühlt vierhundertdrölfzig verschreibungsfreie Songs übrig, die ich auf diverse Mixtapes packen kann.

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