Es ist irgendwie arg heiß in Deutschland. Das soll mich aber nicht aufhalten ein Mixtape zusammenzufummeln. Eine wirklich Idee hatte ich nicht, also scrollte ich random durch meine Playlisten und landete bei einer Band mit komischem Namen.
Wie Steven Wilson auf die Idee kam, seine Band Porcupine Tree zu nennen weiß ich nicht, spielt auch keine Rolle – er machte mit seinen Mitstreitern in den 90ern und frühen 2000ern aber viel relevante Musik, die als Neuinterpretation früher atmosphärischer Pink Floyd begann und sich dann in eine ganz eigene Variante von Progrock entwickelte.
Die Bandgeschichte begann in den frühen 90ern mit selbstproduzierten Kassetten (die Jugend von heute kennt sowas ja gar nicht mehr), bevor 1992 die erste Schallplatte (die Hipster von heute kennen das dann doch) namens „On The Sunday Of Life“ erschien. Darauf enthalten ist dieses Stück, welches eins der bekanntesten aus der Frühphase der Band ist. Schlappe 10 Minuten psychedelischer Rock, wie man ihn seit den frühen Pink Floyd nicht mehr gehört hatte. Hat damals nur niemanden interessiert, weil alle die nächsten Nirvana werden wollten.
Auf dem zweiten Album von 1993 sollte eigentlich ein halbstündiger Longtrack landen, der dann aber doch als zwei Singles(!) veröffentlicht wurde. Thematisch ging es um die Vertonung eines LSD-Trips, entsprechend abgespaced und chillig klingt die ganze Sache auch, aber nach gut acht Minuten folgt ein ausgesprochen schwereloses Gitarrensolo, welches einfach nur gute Laune macht.
Das gleichnamige Album von 1995 war schon mal Album der Woche – nie klangen Porcupine Tree mehr nach klassischen Pink Floyd. 2004 erschien eine Neuauflage mit neu aufgenommenen Versionen, diesmal mit Schlagzeuger Gavin Harrison. Die ursprünglichen zwei Teile des Titelstücks (Parallelen zu Shine On You Crazy Diamond bzw „Wish You Were Here“ sind auffällig) landeten als zusammenhänger Bonustrack drauf, der einen schönen halbstündigen Trip bietet.
Damit war dann die experimentelle Frühphase auch vorbei, die Band entwickelte ihren eigenen Stil und die Songs wurden handlicher, wenn auch nicht simpler.
Gut, das mit dem „kürzer“ ist auch so eine Sache. Dieser Song vom Album „Stupid Dream“ von 1999 war ursprünglich schlappe 17 Minuten lang, bevor Steven meinte, die ersten 7 Minuten tuns ja irgendwie auch. Das Gesamtstück erschien Jahre später auf einer Compilation und ist hier verlinkt.
Das 2002er Album „In Absentia“ enthält gleich zwei meiner Lieblingsstücke der Band. Das erste ist dieses hier, ein Lied mit Ohrwurmmelodien, vertracktem Schlagzeug und einem melancholischen Text über die Bedeutung der Musik.
Collapse The Light Into The Earth
Stück Nummer zwei von „In Absentia“ ist die abschließende Ballade, bei der man so richtig schön hemmungslos heulen kann wenn einem danach ist.
Arriving Somewhere But Not Here
Im Jahr 2005 erschien schließlich „Deadwing“, und das enthält diesen Zwölfminüter – irgendwie gefallen mir die ausschweifenden Longtracks dann doch immer noch am besten.

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