Diese Woche wird es numerologisch. Denn nicht nur ich hatte Geburtstag, sondern auch Größen wie Rob Halford und Gene Simmons.
Das wäre aber zu naheliegend gewesen, außerdem starben am gleichen Tag auch noch Dolly Parton und Tim Curry. Nun habe ich mit ersterer nie wirklich was am Hut gehabt, Tim Curry hatte aber einige sehr prägende Filmrollen. Und weil beide 80 Jahre alt wurden, schauen wir mal wer sonst noch so 80 Jahre alt ist oder geworden wäre.
Aus dem Musical von 1973 stammt natürlich der weltbekannte Song. Tim Curry spielte 1975 den durchgeknallten Dr. Frank’n’furter und machte daraus eine absolute Kultfigur. Der Time Warp selbst ist eine Parodie auf Tanzsongs, der Text beschreibt einfach nur wie man dazu tanzen soll („It’s just a jump to the left“). Im Musical kann man damit eine Zeitreise initiieren, ich persönlich bevorzuge da dann doch lieber wahlweise rostfreie Autos bei 88 Meilen oder blaue Telefonzellen, die von innen größer sind als von außen.
Bassist John Paul Jones feierte im Januar seinen 80. Geburtstag. Die Hits der Band aufzuzählen erübrigt sich, von der bluesigen Frühphase bis hin zu den Stilexperimenten wie Kashmir war ja quasi alles dabei, was man sich vorstellen kann. Vom letzten Studioalbum „In Through The Out Door“ von 1979 stammt dieser Song. Jenes Album geht gegenüber den früheren Klassikern meist unter, aber gemessen an den Umständen (Jimmy Page war mehr mit Drogenkonsum beschäftigt, Robert Plant trauert um seinen 1977 verstorbenen Sohn und John Bonham ertränkte seine Leber im Alkohol) kam dabei noch immer inspirierte Musik heraus.
Pink Floyd – Set The Controls For The Heart Of The Sun
Gitarrist David Gilmour wurde im März 80 Jahre alt. Die großen Songs der 70er habe ich alle schon abgefrühstückt, gehen wir also zu einem Frühwerk aus dem 68er Album „A Saucerful Of Secrets“, dem ersten Album mit Gilmour, aber auch noch mit Syd Barrett. Die fröhlichen Popsongs aus der Feder des letzteren waren bereits Vergangenheit, ausgedehntere Instrumentalnummern hielten Einzug, wenn auch noch nicht so poliert und ausgefuchst wie es wenige Jahre später der Fall sein würde.
Ralf Hütter feierte erst letzte Woche seinen 80. Geburtstag. Zusammen mit Florian Schneider gründete er 1970 Kraftwerk, die sich zum Gesamtkunstwerk aus Musik und Design entwickeln sollte. Das 1981er Album „Computerwelt“ ist wie quasi alles von Kraftwerk musikalisch zeitlos, aber insbesondere der Text des Titelstücks ist prophetisch: „Interpol und Deutsche Bank, FBI und Scotland Yard, Flensburg und das BKA haben unsere Daten da“.
Status Quo – Whatever You Want
Die Briten spielten in den 70ern zunächst harten Bluesrock, ab 1976 werkelte aber auch Keyboarder Andy Bown (im März 80 geworden) mit. Der war schon in den 60ern mit Peter Framptom bei The Herd und spielte später auch auf seinen Solowerken, und unterstützte später Pink Floyd live bei der Tour zu „The Wall“. Bei Status Quo schrieb er einige große Hits, so eben auch für Whatever You Want.
Schlagzeuger Keith Moon weilt ja nun schon seit 1978 im Jenseits, wäre aber vor einigen Tagen 80 Jahre alt geworden. Dieser Song wurde 1970 nur als Single ohne Album drumherum veröffentlicht.
Motörhead – Just ‚cos You Got The Power
Gott aka Lemmy wäre Ende letzten Jahres auch 80 geworden. Motörhead gehen sowieso immer, und selten war Lemmy so scharfzüngig wie bei diesem für Motörhead-Verhältnisse überlangen Song (siebeneinhalb Minuten). Der endete als B-Seite der 12″ Single Eat The Rich von 1987 und war auf keinem regulären Studioalbum enthalten. Neuere Auflagen des Albums „Rock’n’Roll“ enthalten das Stück als Bonussong. Dafür wurde die Nummer live immer wieder gern ausgepackt.

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