Ich hatte in dieser Woche einen kompletten Internetausfall – Router tot, kein Zugriff auf nix, alles doof. Also mehr Analog Kid (Rush) als 21st Century Digital Boy (Bad Religion). Und damit wären wir beim Mixtape der Woche.
Bad Religion fanden hier bislang noch nicht statt, also wirds langsam Zeit, immerhin haben sie in den 80ern und 90ern einige wegweisende Alben veröffentlicht. Das Mixtape ist dabei alles andere als repräsentativ, weil ich selbst nur einen Bruchteil der Diskographie kenne, aber sei’s drum.
Dieser Song wurde von der Band gleich zweimal veröffentlicht, einmal 1990 auf „Against The Grain“ und dann 1994 in einer neu aufgenommenen Version auf „Stranger Than Fiction“. Im Januar 1995 wurde die Neuaufnahme dann auch als Single veröffentlicht und schrammte knapp an den Top 10 der Alternative Charts vorbei.
Im Jahr 2000 erschien das gleichnamige Album, welches rückblickend nicht unbedingt als Klassiker im Katalog der Band gilt. Textlich greifen sie das Problem auf, dass der moderne Lebensstil einfach nicht auf Dauer zu halten ist – ein Thema, welches im großen und ganzen bis heute komplett ignoriert wird, wenn überhaupt, ist es eher noch schlimmer geworden.
Dieser Song gilt als größter Erfolg der Band in Europa. Erschienen ist die Nummer als Teil des Albums „The Gray Race“ 1996. Und auch wenn es im Refrain heißt, es sei nur ein Punkrock-Song, geht es im Text (natürlich) um sehr viel mehr – soziale Gegensätze, arm gegen reich, jung gegen alt, Politik gegen Realität und überhaupt und sowieso.
Aus dem berühmten dritten Album „Suffer“ von 1988 stammt dieser Song. Der Vereinigten Staaten verstehen sich ja als Land des Wettbewerbs, wo jeder vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann – auch wenns einfacher ist, als Milliardär zu starten und Teller waschen zu lassen. Wirklich alles muss zum Wettbewerb gemacht werden, man muss immer und überall Nummer 1 sein, sonst ist man niemand. Ob einen das glücklich macht? Wen juckts, man muss Nummer 1 sein, egal in welcher Rubrik.
Anfang 2002 erschien das Album „The Process Of Belief“, und um Glauben geht es auch in diesem Song. Es ist eine Art Gebet an den heiligen Wolkenschieber mit der zentralen Frage „Was hab ich getan, dass hier alles so scheiße ist?“ und wie einfach die Lösung sein könnte, nach dem Motto „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“.
Das Titelstück des 94’er Albums „Stranger Than Fiction“ enthält die schöne Zeile „Sometimes truth is stranger than fiction“. Und die letzte Strophe fasst es alles nochmal zusammen: „Das Leben ist das mieseste Buch was ich je gelesen habe, kein Autor würde sich solche Charaktere ausdenken.“ Das Schlimme daran: Das war 30 Jahre vor Donald Trump…
Die US-Amerikaner sehen sich ja gern als das auserwählteste Volk überhaupt, und deswegen wird das Wort Gottes auch mit Maschinengewehren auf der ganzen Welt verbreitet, insbesondere in Gegenden wo es Öl gibt. Und genau das wird in diesem Song aufs Korn genommen, erschienen 1993 als erste Single aus dem Album „Recipe For Hate“. Konkret ging es dabei um eine Aussage von George Bush, dem Präsidenten zu Zeiten des Irakkriegs von 1991 (man muss ja echt aufpassen, weil es 2003 nochmal einen Irakkrieg unter einem Präsidenten Bush gab…). Jener berief sich damals auf den Willen Gottes, der dabei helfen wird dass die Amis diesen Krieg gewinnen.
Bonus: I Love My Computer
Auf dem Album „The New America“ findet man diese lustige kleine Nummer, die einen Computer als idealen Lebenspartner anpreist. Ist ja auch logisch, wenn mir nicht passt was die Dreckskiste macht, wird sie neu gebootet. Versucht das mal mit einem Menschen…

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