Die Woche war ganz großer Mist – unnötiger Stress auf Arbeit, noch unnötigere Gesundheitsthemen in der Familie – deswegen war ich drauf und dran eine ordentlich lärmendes Mixtape zu basteln, so nach dem Motto „alles kaputtschlah’n“. Das ist aber alles Kokolores, denn wenn man alles kaputtschlägt muss man hinterher die Scherben wegräumen, und da fehlt mir die Motivation. Also gibts fluffige Gute-Laune-Musik, die die Mundwinkel nach oben zieht.
Und weil es letzte Woche poppig-simpel war, wirds diese Woche eher komplex. Man nehme Satzgesänge, mixe das ganze mit poppigen Melodien und kombiniere es mit instrumentaler Virtuosität und grenzensprengender Kreativität und heraus kommen Spock’s Beard. Vor mittlerweile auch schon wieder knapp 30 Jahren waren sie die Speerspitze des damaligen Progrock.
Es werde Licht. Das war 1995, und diese Viertelstunde eröffnete das gleichnamige Debütalbum. Diese Sorte Musik passte damals wie heute nicht zum Zeitgeist, macht aber grade deswegen gute Laune und versprüht einfach nur positive Vibes, wie es so schön heißt. Warum man aber Milch mit Tabasco trinkt hat sich mir bis heute nicht erschlossen.
Auch das Nachfolgealbum bringt Licht in dunkle Ecken. Aggressive Instrumentalpassagen wechseln sich ab mit zerbrechlichen Akustikteilen, und die Melodien schmeicheln sich in die Gehörgänge ein. Die Nummer stammt übrigens von George Harrison – eine Vorliebe für die Beatles ist bei den Bärten schon immer dabei gewesen. Warum die Nummer nicht bei spotify zu finden ist erschließt sich mir aber nicht.
Vom gleichen Album stammt dieser Elfminüter, hier gibts weniger Aggressivität und dafür mehr Harmoniegesänge. Viel mehr gibt es da nicht zu sagen, muss man sowieso anhören, kann man nicht beschreiben.
Musikalischer Bombast ist gar nicht notwendig, ein guter Song funktioniert auch mit reduzierter Instrumentierung. Hier gibt es nur eine Gitarre, viel Gesang und eine Ohrwurmmelodie. Der Song findet sich auf dem ’97 Album „The Kindness Of Strangers“.
1999 erschien das Album „Day For Night“, welches das inzwischen etablierte Rezept nur um Nuancen verfeinerte. Der Bass hüpft durch die Gegend, das Schlagzeug macht alles außer einen graden Takt spielen und auf diesem Fundament zieht der Rest der Band an Keyboard und Gitarre alle Register.
Im schönen Jahr 2000 erschien ein schlicht „V“ betiteltes Album. Da findet man diese reichliche Viertelstunde Musik. Eine Beschreibung erübrigt sich, ich mag keine Wiederholungen 😉
Die Band kann es auch auf Kurzstrecke, in knapp vier Minuten werden hier mal eben alle Register gezogen. Aus Gründen ist auch diese Nummer nicht bei spotify zu finden – muss man nicht verstehen.
Und damit wäre das Mixtape auch schon wieder durch und meine Laune nicht mehr ganz so unterirdisch.

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