Diese Woche wirds dunkelschwarz. Warum? Weil Winter wird (Alliteration auf w, yay!)
Blödsinn, natürlich nicht weil Winter wird, sondern weil vor wenigen Tagen Conrad Thomas Lant, besser bekannt unter seinem Künsternamen Cronos, verstorben ist. Er war Bassist und Sänger von Venom und hat da Musikgeschichte geschrieben und in erster Linie den Black Metal erfunden.
Das erste Lebenszeichen von Venom war 1981 diese Single, die noch vor dem Debütalbum „Welcome To Hell“ veröffentlicht wurde. Musikalisch orientierte man sich in erster Linie an Punk und der damals aktuellen New Wave Of British Heavy Metal, Motörhead sind als Einflüsse ebenfalls nicht zu überhören. Neu war nur das satanistische Textkonzept, was aber ähnlich wie bei Alice Cooper und Kiss nur zur Unterhaltung wegen der Schockwirkung benutzt wird – mit dem zwiefach Gehörnten hatten die Bandmitglieder nie was am Hut.
In die gleiche Kerbe schlugen kurz darauf Mercyful Fate mit einem gewissen King Diamond am Mikro, der aber den Satanismus wesentlich ernster nahm und seither in schöner Regelmäßigkeit böse Geschichten erzählt. Außerdem tritt er (wie schon Kiss vor ihm und alle norwegischen Pandabären nach ihm) mit schwarzweiß bemaltem Gesicht auf.
Noch etwas eher am Start waren Diamond Head, deren Debütalbum 1980 erschien. Die wichtigste Rolle spielte es indes beim Aufstieg von Metallica, die in ihren Anfangstagen quasi das komplette Album coverten. Mit Black Metal nach heutigem Verständnis hat das alles nix zu tun, aber textlich passt es grade gut hier rein.
Noch viel böser waren 1985 Slayer, die sich auf die Fahnen geschrieben hatten, noch extremer und schneller zu spielen als alle anderen. Inhaltlich spielt Satan nur eine Nebenrolle, Slayer beschrieben meistens ganz anderen rein menschlichen Horror wie zum Beispiel Massenmörder.
Auch in Deutschland war man satanistisch unterwegs (oder tat wenigstens so). Tatsächlich hatten die Mannen um Rock’n’Rolf nix mit Satan am Hut, einer der damaligen Mitstreiter wurde später gar Pfarrer, und Rock’n’Rolf schulte um auf Freibeuter. Nichtsdestotrotz gab es auf dem Debütalbum anno 1984 teuflische Texte. S.O.S steht hier nämlich für Son Of Satan.
Destruction eiferten den großen Vorbildern aus England (Venom) und den USA (Slayer) nach und stiegen selbst zu einer internationalen Größe im Thrash Metal auf. Vor 40 Jahren waren die Genres aber noch nicht so definiert wie heute, weswegen sie damals auch als Black Metal galten.
Damit wäre der grobe Überblick soweit durch – heute gilt das als die sogenannte erste Welle des Black Metal. Dann kamen Bathory, die völlig neue rohe Klänge als Stilmittel einführten und textlich irgendwann von plakativem Satanismus auf nordische Mythen (Valhalla und so) umschwenkten. Hellhammer bzw. Celtic Frost nahmen den Satanismus ebenfalls ernst, und aus dieser Gemengelage wurde in Skandinavien dann die zweite Welle aus der Taufe gehoben. Diese wurde in den frühen 90ern allerdings eher durch kriminelle Umtriebe bis hin zu Mord bekannt. Weder musikalisch noch inhaltlich kann ich mit dieser Musikrichtung irgendwas anfangen, für mich sind das alles norwegische Pandabären.
The Devil’s Blood – In The Loving Arms Of Lunacy’s Secret Demons
Der Black Metal der zweiten Welle hat einen langen Schatten, wie sich an dieser „Band“ zeigte. Selim Lemouchi und seine Schwester Farida als Sängerin waren musikalisch im Psychedelic Rock der 70er verwurzelt, textlich spielte aber der nihilistische Aspekt des Black Metal eine große Rolle, und er selbst sagte sein größter Einfluss beim Texten sei Satan höchstpersönlich. Ob das nun große Kunst oder eine wirre Psyche war wird man nie herausfinden, im Frühjahr 2014, ein Jahr nach der Veröffentlichung dieses Werkes, beging er Selbstmord.

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