Ich hab auf der Suche nach einem Thema für das Mixtape der Woche eine Suche nach diversen Begriffen über meine Playlist gemacht und bin dann irgendwie bei einer Band hängengeblieben, die wie hier noch nicht so wirklich hatten… Was in erster Linie daran liegt, dass sie ihre besten Zeiten schon vor 60 Jahren hatte.
Die Rede ist von den Kinks. Die Band um die Brüder Ray und Dave Davies war neben den Beatles, Stones und The Who eine der größten britischen Bands der damaligen Zeit und gehören mit You Really Got Me zur Ursuppe der härteren Rockmusik.
Wer kennt es nicht? Man hat sich verabredet, und dann steht man da wie bestellt und nicht abgeholt, weil der/die andere eine Pünktlichkeit an den Tag legt wie die Deutsche Bahn. Die Nummer erschien 1965 als Single, und offensichtlich traf es den Nerv der Zeit, denn der Song erklomm die Spitze der Charts.
Im Sommer 1966 erschien diese Single, die einen der besten Texte von Ray Davies überhaupt enthält. Darin berichtet er von einem reichen Mann, der sich darüber beschwert dass ihm die Regierung mittels Steuern seine ganze Kohle aus der Tasche zieht, er sich keinen zweiten Rolls mehr leisten kann und nun an einem sonnigen Nachmittag beim Faulenzen nur Bier statt Schampus schlürfen kann. Oder um es mit Udo Lindenberg zu sagen: „Man hätt‘ vielleicht Probleme, ey…“ Die Briten verstanden den Spaß und beförderten den Song an die Chartspitze.
Direkt nach Sunny Afternoon erschien im Oktober 1966 dieser Song als Single in Deutschland (und war Nummer 1), während er in England nicht als Single herauskam. Vielleicht liefen in London auch einfach zu viele Dandys herum, die sich von dem Song auf die falsche Art und Weise hätten angesprochen fühlen können, wer weiß das schon.
Im Frühsommer 1967 setzte die Band der Waterloo Station in London ein Denkmal in einer der schönsten Balladen der 60er Jahre. Musikalisch ist der Song auch deutlich komplexer als die früheren Werke, man merkt auch hier, dass die Beach Boys „Pet Sounds“ veröffentlicht hatten und die Beatles gerade an der Revolution der Popmusik mittels „Sgt. Pepper“ schraubten.
Death Of A Clown (Dave Davies feat. Kinks)
Im Sommer 1967 kam dieser Song heraus, der als Soloveröffentlichung von Sänger Dave Davies galt, aber von Dave und Ray gemeinsam geschrieben und mit den Kinks eingespielt worden war. Thematisch geht es darum, dass sich Dave bzw. die Band wie Zirkusclowns in der Manege fühlten, wenn sie von Auftritt zu Auftritt hasten.
Einer der größten Hits der Kinks war diese 1970 erschienene Single über einen Transvestiten. Das war aber nicht mal der Grund für einen dicken Skandal bei der BBC, sondern die Tatsache, dass in der ersten Strophe die Firma Coca-Cola erwähnt wurde. Das musste unbedingt umgeändert werden, so dass Ray Davies mitten in der laufenden Amerika-Tour nach London fliegen musste, um Coca-Cola durch Cherry-Cola zu ersetzen (und danach wieder nach Amerika zu fliegen). Die haben schon echt irgendwo ein Rad ab. Dem Erfolg tat es keinen Abbruch, Top 5 der Charts waren weltweit drin. Verlinkt ist eine Version mit Coca-Cola, wie es der Künstler ursprünglich geplant hatte.
Im Sommer 1972 erschien diese Ballade, die von der Band selbst und von vielen Fans als einer der besten Songs der Band gilt. Nur ein Hit wars keiner, aber grade in Amerika erhielt der Song trotzdem jahrelang einen Stammplatz in vielen Radiostationen. Gegenüber den nur reichlich zweiminütigen Eruptionen der Anfangsjahre nimmt man sich hier über sechs Minuten Zeit.
Und damit sind wir mit dem Mixtape auch schon wieder durch, obwohl da noch so einige Songs in Frage gekommen wären.

Kommentare