In JGR's Patch Pack ist es möglich, eigene Signalvarianten einzubinden. Damit ist gemeint, dass man nicht nur wie in OpenTTD Signale mit neuen Grafiken benutzen kann, sondern dass die Signale auch spezifische Eigenschaften haben, die von den üblichen Signaltypen abweichen.
Die Signale lassen sich ganz normal über das Signalbaumenü auswählen. Wenn ein passendes Signalset geladen ist, erscheint unten ein zusätzliches Drop-down Menü, aus dem man die zusätzlichen Signale auswählen kann. Die Auswahl in diesem Menü aktualisiert die Ansichten im Signalbaumenü und zeigt dann die über das Drop-down Menü gewählten Signale. Je nachdem, zu welchem Signaltyp des Spiels (Blocksignal, Vorsignal, Pfadsignal) dieses Signal gehört, wird es an der passenden Stelle im Signalbaumenü angezeigt. Nicht verfügbare Varianten werden ausgegraut.
Die Baumöglichkeiten der Signale richten sich danach, ob es ein Block- oder Pfadsignal ist und ob sonstige Einschränkungen existieren, die das Bauen von Signalen betreffen. So sind bei realistischem Bremsen keine Vorsignale baubar, ebenso können keine zweiseitigen Signale aufgestellt werden. Diese Beschränkungen gelten ebenfalls für die neuen Signaltypen.
Aus welchen Richtungen ein Zug an dem Signal vorbeifahren kann richtet sich ebenso danach, ob es ein Block- oder Pfadsignal ist. Ist das Signal ein Blocksignal, kann der Zug nur von der Vorderseite her an dem Signal vorbeifahren, Pfadsignale können wie üblich von der Rückseite her passiert werden.
Standard
Das sind einfach Pfadsignale, die es wie üblich als normale Version (kann von der Rückseite her durchfahren werden) und als einseitige Version gibt. Sie sind etwas größer als die normalen Pfadsignale im Spiel und haben mehrere Lampen.
Das interessante an diesen Signalen ist die Optik, wenn man das realistische Bremsen aktiviert hat: Je nachdem, wie man das Signalset konfiguriert hat, zeigen diese Signale nämlich nicht nur "Halt!" oder "Freie Fahrt!", sondern bis zu zwei weitere Werte, die sinngemäß für "Weiterfahrt mit Beschränkung, Halt voraus" stehen. Da gibt es dann zusätzlich noch eine Anzeige mit einer oder zwei gelben Lampen. Das hat aber nur optische Auswirkungen.
Wenn man jetzt noch zusätzlich die Option aktiviert "realistic train braking is aspect limited", richtet sich der Zug mit seiner Höchstgeschwindigkeit nach diesen Signalzuständen. Sinngemäß weiß der Lokführer, wie viele freie Signale er noch vor sich hat und wie viel freien Bremsweg er dementsprechend zur Verfügung hat. Das kann dazu führen, dass Züge bei ungünstig aufgestellten Signalen nicht ihr maximales Tempo erreichen - die im Spiel übliche sehr dichte Signalsetzung ist dann kontraproduktiv, zumindest für schnelle Züge, die entsprechend lange Bremswege benötigen.
Rangiersignal
Wörtlich übersetzt sind das Rangiersignale. Tatsächlich entsprechen sie in ihrem Aussehen jedoch dem, was man im deutschsprachigen Raum als Zwergsignal bezeichnet, die ihrerseits durchaus für die Regelung des Rangierbetriebs verwendet werden können.
Wie auch immer man den Begriff nun ansieht, das hier verwendete Signal stellt ein auf Gleishöhe aufgestelltes Signal dar. Es gibt dieses Signal nur als Pfadsignal und als Sperrsignal. Das Sperrsignal ist dabei nur eine optische Anpassung gegenüber dem normalen Sperrsignal, statt einem Schild zeigt es nun ein auf rot geschaltetes Zwergsignal.
Wie man sieht (oder auch nicht) ist dieses Signal ziemlich klein... Es zeigt "Halt!" mittels zweier roter Lampen, "Freie Fahrt!" wird über weiße Lampen signalisiert. Diese sind aber auch nur durch sehr genaues Hinsehen erkennbar. Das Signal eignet sich daher in erster Linie um möglichst realistische Signalisierung darzustellen, vom spielerischen Aspekt her ist es aufgrund der schlechten Erkennbarkeit eher ungünstig.
Das Signal hat von normalen Pfadsignalen abweichende Eigenschaften: Es zeigt die gleichen zwei Werte an, "Halt!" bzw. "Fahrt frei!". Aber es beeinflusst auch die Wegsuche und Pfadreservierung. Die gleichen Effekte kann man durch das Programmieren einer eingeschränkten Wegfindung erreichen, dieses Signal hat ein solches Programm quasi fest eingebaut.
Ein relevanter Unterschied zum normalen Pfadsignal tritt nur auf wenn man realistisches Bremsen benutzt und außerdem aktiviert hat, dass der Bremsweg von der Signalsichtbarkeit abhängen soll ("Realistic train braking is aspect limited"). Von einem solchen Zwergsignal kann der Zug nur einen Pfad bis zum nächsten Signal reservieren, was gleichzeitig der maximal mögliche Bremsweg ist. Somit wird der Zug hier langsamer bis sehr langsam fahren, um garantiert bis zum nächsten Signal zum Stehen zu kommen. Bei normalen Pfadsignalen kann der Zug über mehrere Signalblöcke hinweg einen längeren Pfad reservieren, um auch bei Höchstgeschwindigkeit noch genug freien Bremsweg zu haben. Damit ist auch klar, dass dieses Signal nur an Bahnhöfen, für Abstellgleise oder ähnliches verwendet werden sollte und auf keinen Fall an normalen Bahnstrecken.
Shunt (opposite side)
Dieses Signal entspricht dem vorherigen, nur dass es auf der gegenüberliegenden Seite des Gleises dargestellt wird. Damit ist es hauptsächlich für Gleisverbindungen relevant, auf denen Züge wenden sollen.
Vorsignal
Dieses Signal ist das, was Eisenbahner im deutschsprachigen Raum am ehesten als Vorsignal bezeichnen würden (und das ist nicht das gleiche, was im Kontext des Spiels als Vorsignal bezeichnet wird!). Das Signal zeigt genau den Wert an, den das folgende Signal gerade hat. Es kündigt damit dem herannahenden Zug an, dass er am nächsten Signal halten muss oder eben freie Fahrt hat. An diesem Signal selbst fährt der Zug immer vorbei, es ist nur die Ankündigung des kommenden Signals. Der Begriff "Wiederholer" ist daher irreführend, man muss schon aus Sicht des Signals in Richtung Zug schauen, um dann zu sagen dass es den aktuellen Signalzustand weiter vorn nochmal wiederholt.
Im Signalset von JGR sind diese Signale durch weiße Tafeln mit schwarzem Querstreifen dargestellt, wobei der Streifen entweder waagerecht oder schräg steht, je nachdem ob das nächste Signal "Halt!" oder "Freie Fahrt!" zeigt. Das entspricht dem "banner repeater" Signal im britischen Signalsystem.
Das Verhalten des Signals ist im Signalset nachgebildet: Es hat die Reservierungseinstellung "Reserviere hindurch", das heißt wenn ein Zug einen Pfad reserviert und die Reservierung zu diesem Signal kommt, wird sie bis automatisch zum nächsten Signal fortgeführt. Diesen Effekt kann man auch durch das Programmieren einer eingeschränkten Wegfindung erreichen, dieses Signal hat ein solches Programm quasi fest eingebaut. Ein Zug kann somit niemals an diesem Signal anhalten, er hat immer einen Pfad bis zum nächsten Signal.
Die Verwendung des Signals ergibt sich somit aus dem Namen: Man stellt es auf, um den Zug auf das folgende Signal aufmerksam zu machen. Dementsprechend steht es auf der freien Strecke und nicht vor Abzweigungen oder ähnlichem. Im britischen System wird dieses Signal (soweit ich der Erklärung aus Wikipedia folgen kann) nur aufgestellt, wenn das relevante Signal nicht rechtzeitig erkannt werden kann, zum Beispiel weil es hinter einer Kurve liegt. In Deutschland war das schon immer anders geregelt, da ist seit jeher für jedes Hauptsignal ein Vorsignal aufgestellt. Wie man es nun im Spiel macht, ist dem Spieler überlassen.
Kombiniertes Pfad/Rangiersignal
Dieses Signal vereint das normale Pfadsignal mit dem Shunt-Signal auf einem Feld. Am Verhalten ändert sich dadurch nichts gegenüber dem normalen Pfadsignal. Mit den entsprechenden Spieleinstellungen (siehe oben) zeigen auch diese Signale mehr als nur "Halt" und "Freie Fahrt!" an. Ob die Weiterfahrt am Pfadsignal oben oder am Shunt-Signal unten angezeigt wird, hängt von der Situation ab:
Wenn das Signal den Pfad in ein Depot signalisiert oder danach die Strecke zu Ende ist, wird das Shunt-Signal unten genutzt. Das gleiche gilt, wenn das nächste Signal auf dem Pfad ein Shunt-Signal ist. Wenn der Pfad zu einem Streckenende führt, und in Gegenrichtung ein Shunt-Signal steht, wird ebenso das Shunt-Signal aktiviert. In allen anderen Fällen wird das Pfadsignal oben benutzt. Man kann auch in der Eingeschränkten Wegsuche programmieren, ob das Pfadsignal oder das Shunt-Signal genutzt werden sollen.
Hier zeigen die ersten Signale ganz normal oben im Pfadsignal die freie bzw. eingeschränkte freie Fahrt an, das letzte Signal zeigt die Weiterfahrt am Shunt-Signal an, denn rechts vom Bild führt die Strecke in ein Depot.
Dieses Signal kann man also im Sinne einer realistischen Spielweise überall da verwenden, wo es unterschiedliche Pfade gibt, die je nach Richtung zu einem Depot oder in einen Rangierbahnhof führen können. Dort wird dann je nach reserviertem Pfad der korrekte Teil des Signals benutzt. Auf freier Strecke macht es hingegen keinen Sinn, da würde das Shunt-Signal nicht verwendet werden.