{"id":84,"date":"2005-06-07T00:00:24","date_gmt":"2005-06-06T23:00:24","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.ws\/blog\/2005\/06\/07\/bekifft-in-wien\/"},"modified":"2020-02-11T18:46:04","modified_gmt":"2020-02-11T17:46:04","slug":"bekifft-in-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2005\/06\/07\/bekifft-in-wien\/","title":{"rendered":"(Be)KIF(ft) in Wien"},"content":{"rendered":"<p>Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. In erster Linie n\u00e4mlich sein blaues Wunder&#8230; Und gewundert habe ich mich w\u00e4hrend dieser Reise des \u00f6fteren, \u00fcber das europ\u00e4ische Eisenbahnwesen, Informatiker im allgemeinen und besonderen, \u00fcber das was die Wiener als Sprache bezeichnen und was nur entfernt was mit Deutsch zu tun hat, und nicht zuletzt auch \u00fcber mich&#8230; Aber der Reihe nach.<br \/>\n<!--more--> Am 2. Mai wurde w\u00e4hrend einer der \u00fcblichen Sitzungen des FSR Informatik auch das Thema KIF angeschnitten. Das hat nix mit bekifft sein zu tun, sondern steht f\u00fcr &#8222;Konferenz der Informatik-Fachschaften&#8220;. Das ist ein mehrt\u00e4giges Treffen von Informatik-Studenten zahlreicher deutschsprachiger Unis. Das findet alle sechs Monate an wechselnden Orten statt, im letzten Winter zum Beispiel in Jena (da wollte ich zwar hin, hatte dann aber einen Pr\u00fcfungstermin). Dieses Mal ging es um die 33,0te KIF (das ,0 ist wichtig!), und der Termin daf\u00fcr war Ende Mai. Auf der Sitzung wu\u00dfte keiner so recht was dazu zu sagen, und so stand schlu\u00dfendlich im Protokoll auch nur, da\u00df ich mich mal k\u00fcmmere und informiere.<br \/>\nDas tat ich dann auch, und einen Tag sp\u00e4ter waren die wichtigsten organisatorischen Fragen gekl\u00e4rt, ebenso hatte sich mit Kai auch ein zweiter Mitfahrer gefunden. Jetzt brauchte ich nur noch ein Meinungsbild der restlichen Verantwortlichen, ob da irgendwer irgendwas dagegen h\u00e4tte. F\u00fcr dieses Meinungsbild war vom Dienstag, den. 3.5., bis zum Sonntag, den 8.5., Zeit. In dieser Zeit schafften es immerhin zwei Leute, ihren Senf dazuzugeben. Au\u00dferdem fand sich mit <a href=\"http:\/\/www-user.tu-chemnitz.de\/%7Eanschu\/\">Antje<\/a> noch eine dritte abenteuerlustige Person, die mitfahren wollte. Da also offensichtlich niemand was dagegen hatte, machte ich dann N\u00e4gel mit K\u00f6pfen und wagte mich an das Abenteuer Fahrkartenkauf.<\/p>\n<p><strong>Reiseplanung<\/strong><br \/>\nIch hatte mir zwar verschiedene Varianten ausgeknobelt, die f\u00fcr drei Mann hin und zur\u00fcck g\u00fcnstigenfalls bei etwa 230 EUR lagen. Also stand ich am Dienstag, den 10.05., gegen 16:15 Uhr am Fahrkartenschalter und \u00e4u\u00dferte meine W\u00fcnsche. Wie nicht anders zu erwarten, trat nat\u00fcrlich das ein, was ich bef\u00fcrchtet hatte: Die Sparpreise auf meiner Wunschverbindung waren weg, ebenso auf den Alternativrouten. Gro\u00dfartig flexibel konnten wir bei der Reisezeit auch nicht sein, also endete es in einem Suchmarathon nach einer Verbindung mit Sparpreisen.<br \/>\nEine halbe Stunde (in Worten: 30 Minuten) sp\u00e4ter und einige Nerven \u00e4rmer war es dann soweit: Eine passende Verbindung war gefunden. Das einzige, was mir noch nicht pa\u00dfte, war ein knapper Umstieg in Dresden, aber das lie\u00df sich dann auch regeln. Nun noch Sitzpl\u00e4tze reservieren und bezahlen. Damit war ich 270 EUR \u00e4rmer und um die Erfahrung reicher, da\u00df man Fahrkarten f\u00fcr Langstrecken besser vorgestern gekauft h\u00e4tte. Nun gut, die Fahrtkosten werden ja erstattet, insofern ist das auch nicht das Problem. Achso, gefahren wurde schlie\u00dflich \u00fcber Dresden und Prag.<br \/>\nW\u00e4hrend der folgenden Tage informierte ich mich dann genauer \u00fcber die Reisedetails, sprich, was f\u00fcr Loks dort unterwegs sind, welche Waggons eingesetzt werden und so weiter und so fort. Dabei entdeckt man die tollsten Sachen (d.h. sofern man sich f\u00fcr derartige Dinge begeistern kann). Zuallererst ist es nat\u00fcrlich toll, auch mal andere Loks und Waggons zu sehen, das Einheitsrot in Deutschland geht einem ja irgendwann aufn Keks. Dar\u00fcber hinaus gibt es auch spannende technische Unterschiede, zum Beispiel der verwendete Strom in der Oberleitung. F\u00fcr Ottonormalbahnfahrer ist das ja recht egal, Hauptsache die Lok f\u00e4hrt. Tja, aber damit der Zug von Dresden nach Prag und weiter nach Wien f\u00e4hrt, braucht es vier Loks, weil halt jeder sein eigenes S\u00fcppchen kocht (Vorsicht, langer Einschub von technischem Blahfasel, wer am Reisebericht interessiert ist, \u00fcberspringe die n\u00e4chsten vier Abs\u00e4tze):<br \/>\nIn Deutschland ist alles sch\u00f6n einheitlich, da wurde zum Beginn der Entwicklung des elektrischen Betriebes mal festgelegt, da\u00df die Kabel mit <a href=\"http:\/\/www.bueker.net\/trainspotting\/voltage_sixteentwothirds.php\">15kV, 16 2\/3 Hz Wechselstrom<\/a> gespeist werden. Das wurde auch von der Schweiz und von \u00d6sterreich \u00fcbernommen. Im Gebiet der heutigen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschechien\">Tschechischen Republik<\/a> begann man mit Gleichstrom, bevor man Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts zum System Steckdose wechselte (25 KV, 50 Hz Wechselstrom). Somit hat man dort bis heute <a href=\"http:\/\/www.bueker.net\/trainspotting\/voltage_czechia.php\">beide System im Einsatz<\/a> und ben\u00f6tigt daf\u00fcr nat\u00fcrlich Lokomotiven, die mit beiden Systemen klarkommen. F\u00fcr den Verkehr nach Deutschland und \u00d6sterreich braucht es au\u00dferdem noch Typen, die mit dem deutschen System und dem in der jeweiligen tschechischen Gegend genutzten System klarkommen. Verwirrend, oder? Nuja, vielleicht hilft eine <a href=\"http:\/\/www.bueker.net\/trainspotting\/voltage_map_europe.php#1\">Karte<\/a> ein wenig weiter&#8230;<br \/>\nSo, also nochmal ganz langsam. Von Dresden bis Prag zieht eine tschechische Lok der Baureihe 371. Die verkraftet sowohl die 15 kV 16 2\/3 Hz in Deutschland als auch die 3 kV Gleichstrom auf der Strecke bis Prag. In Prag wird die Lok gewechselt. Da die tschechische Eisenbahn noch keine brauchbare Schnellzuglok hat, die mit den beiden tschechischen Stromsystemen klarkommt, werden slowakische Loks vom Typ 350 eingesetzt (fr\u00fcher war das alles mal die Tschechoslowakei, da geh\u00f6rten die alle zur gleichen Bahngesellschaft). Die laufen sowohl mit den 3kV Gleichstrom als auch mit den 25 kV 50 Hz Wechselstrom, wie er im S\u00fcdosten Tschechiens und im gr\u00f6\u00dften Teil der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Slowakei\">Slowakei<\/a> genutzt wird. In Breclav, kurz vor der Grenze zu \u00d6sterreich, mu\u00df dann wieder gewechselt werden, da in \u00d6sterreich ja wieder das deutsche System genutzt wird. Nach Wien wird der Zug dann also von einer \u00f6sterreichischen Lok der Baureihe 1116 oder 1014 gezogen. Damit sollten nun alle Klarheiten beseitigt sein.<br \/>\nNachdem das also gekl\u00e4rt war, wollte ich noch wissen, was f\u00fcr Waggons in den Z\u00fcgen zum Einsatz kommen. Man sitzt ja doch ziemlich lange in dem Zug, da m\u00f6chte man vielleicht doch nicht auf eine Klimaanlage oder einen Speisewagen verzichten. F\u00fcr die Z\u00fcge, die zumindest teilweise in Deutschland verkehren, gibt es daf\u00fcr eine sehr sch\u00f6ne Seite mit vielen Informationen zu den Z\u00fcgen, u.a. eine Anzeige der Wagenreihung, sprich welche Waggons in welcher Reihenfolge in dem Zug eingereiht sind. Da wir zumindest bei der Hinfahrt aber auch einen Zug dabei hatten, der dort nicht verzeichnet ist, suchte ich also noch ein wenig weiter und wurde auf einer tschechischen Seite f\u00fcndig. Dort sind dann auch die Z\u00fcge dargestellt, die Deutschland nicht erreichen. Somit kannte ich dann auch die <a href=\"http:\/\/www.zelpage.cz\/razeni.php?dotaz=75&amp;sekce=EC\">Wagenreihung des Zuges von Prag nach Wien<\/a>.<br \/>\nAus Spa\u00df an der Freude suchte ich dann noch ein wenig weiter und erfreute mich an den Informationen, die die tschechische Fahrplanauskunft bereith\u00e4lt. So werden dort auch die Streckenkilometer mit angegeben. Damit kann man dann zum Beispiel ausrechnen, da\u00df die Fahrt knapp 700 Kilometer lang war. Ebenfalls nicht ganz uninteressant sind Informationen zu den eingesetzten Speisewagen. So ist der tschechische Speisewagen ja doch um einiges preiswerter als der deutsche &#8211; aber dazu sp\u00e4ter mehr. So, beenden wir mal den technisch-organisatorischen Einschub und kommen zu den Reisefakten:<br \/>\nSo, beenden wir mal den technisch-organisatorischen Einschub und kommen zu den Reisefakten:<\/p>\n<ol>\n<li>mit Bus\/Stra\u00dfenbahn zum Chemnitzer Hauptbahnhof<\/li>\n<li>mit IRE 17043 von Chemnitz Hbf nach Dresden Hbf, dort umsteigen in<\/li>\n<li>NZ 379 <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kopernikus\">&#8222;Kopernikus&#8220;<\/a> nach Praha hl.n. (hl.n. steht f\u00fcr hlavn\u00ed n\u00e1dra\u017e\u00ed und hei\u00dft einfach nur Hauptbahnhof)<\/li>\n<li>EC 75 <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alois_Negrelli_von_Moldelbe\">&#8222;Alois Negrelli&#8220;<\/a> Praha hl.n. &#8211; Wien S\u00fcdbahnhof Bstg. 1-9,<\/li>\n<li>Fu\u00dfmarsch zum Unigeb\u00e4ude<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Reisekram war also gekl\u00e4rt, Schlafsack und Rucksack standen bereit, somit konnte es dann (endlich) losgehen. Ich danke dem Leser bis hierhin schonmal f\u00fcrs Durchhalten, noch ist ja gar nix passiert, und schon ein Drittel der Seite rum&#8230;<\/p>\n<p><strong>Mittwoch, 25.05.<\/strong><br \/>\n<a title=\"Anzeige im IRE nach Dresden\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/01.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Anzeige im IRE nach Dresden\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/01.jpg\" alt=\"Anzeige im IRE nach Dresden\" width=\"150\" height=\"113\" \/><\/a>Und so ging es dann auch mitten in der Nacht los. Mitten in der Nacht hei\u00dft in diesem Fall kurz nach f\u00fcnf mit der Fahrt Richtung Bahnhof. So richtig Nacht wars eigentlich auch nicht, da der Morgen schon graute (oder graute dem Morgen, als er uns sah?). Jedenfalls trafen wir uns p\u00fcnktlich 5:40 Uhr im Chemnitzer Bahnhof und sa\u00dfen 10 Minuten sp\u00e4ter im Zug nach Dresden. Dieser bestand aus den \u00fcblichen verd\u00e4chtigen, BR 143 und Doppeldecker. Die Fahrt verlief \u00e4u\u00dferst ereignislos, das Highlight war eine fehlfunktionierende Anzeige im Waggoninneren. Wir standen somit also p\u00fcnktlich in Dresden und hatten nun etwas \u00fcber eine Stunde Zeit. Wir h\u00e4tten also auch sp\u00e4ter in Chemnitz losfahren k\u00f6nnen, aber bei den Umsteigezeiten und der ber\u00fchmten P\u00fcnktlichkeit der Deutschen Bahn&#8230; naja, lieber eine Stunde dumm rumgestanden, als 10 Sekunden lang die R\u00fccklichter des Anschlu\u00dfzuges angestarrt&#8230;<br \/>\nDa der Dresdner Hauptbahnhof eher einer Gro\u00dfbaustelle \u00e4hnelt, verzogen wir uns nach drau\u00dfen auf die Prager Stra\u00dfe und setzten uns dort neben einen Brunnen. Zu dieser Uhrzeit war dort nat\u00fcrlich noch nix los, au\u00dfer einem Imbi\u00df hatten noch keine Gesch\u00e4fte auf, aber immerhin konnte sich Antje dort mit einem Kaffee versorgen. Kurz vor der Abfahrt des Zuges ging es dann zur\u00fcck zum Bahnsteig. Der Zug war gut besetzt, aber nicht \u00fcbervoll. Wir hatten ja drei Abteilpl\u00e4tze reserviert, es sa\u00df dann au\u00dfer uns noch ein \u00e4lterer Herr drin. Allerdings waren keine Reservierungszettel gesteckt, was bei einem volleren Zug zu lustigen Diskussionen h\u00e4tte f\u00fchren k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Fahrt war dann wieder recht ereignislos, aber immerhin war die Landschaft sehr nett anzusehen, immer sch\u00f6n am Ufer der Elbe entlang durchs Elbsandsteingebirge. Eine Grenze, eine Pa\u00dfkontrollen und doppelt so viele Zwischenhalte sp\u00e4ter war <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%9Ast%C3%AD_nad_Labem\">\u00dast\u00ed nad labem<\/a> erreicht. Ab da hatten wir das Sechserabteil f\u00fcr uns alleine, aber der Zug wurde insgesamt sp\u00fcrbar voller, offenbar hat er eine recht wichtige Rolle als Zubringer nach Prag. Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof viel mir eine sehr gepflegte blaue Dampflok auf, die dort rumstand, leider konnte ich die Kamera nicht so schnell aus dem Rucksack zaubern als da\u00df da ein Foto bei h\u00e4tte rausspringen k\u00f6nnen. Ich kenne mich bei den tschechischen Baureihen leider auch nicht so gut aus, als da\u00df ich mit Sicherheit auf einen bestimmten Typ tippen k\u00f6nnte. So langsam machte sich dann aber auch das fr\u00fche Aufstehen bemerkbar, also kramte ich den geliehenen Discman meines Bruders raus und versuchte mich so von den Fahrger\u00e4uschen abzulenken und ein wenig zu schlafen. Allerdings klappte das nicht unbedingt so, wie ich es gern gehabt h\u00e4tte.<br \/>\n<a title=\"Warten in Prag\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/02.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Warten in Prag\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/02.jpg\" alt=\"Warten in Prag\" width=\"150\" height=\"113\" \/><\/a>Wie auch immer, gegen 10:45 Uhr kamen wir mit etwa 7 Minuten Versp\u00e4tung, also reichlich p\u00fcnktlich, in <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prag\">Prag<\/a> an. Der Anschlu\u00df fuhr erst Punkt 12, also hatten wir jetzt etwas Luft. Angesichts der Tatsache, da\u00df uns die recht aufdringlichen Versuche der Zimmervermietung ebenso wie das inzwischen doch verdammt hei\u00dfe Wetter ganz sch\u00f6n auf den Keks gingen, belie\u00dfen wir es beim einfachen Herumsitzen auf einer Parkbank neben dem Bahnhof, zumal wir ja auch reichlich Gep\u00e4ck dabeihatten. Das einzige, was wir also von Prag gesehen hatten, war ein h\u00e4\u00dflicher Bahnhof, und das wenige, was man halt so vom Zug aus sehen kann.<br \/>\nEine Stunde sp\u00e4ter ging es dann mit weiter nach <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wien\">Wien<\/a>. Der Zug bestand im Wesentlichen aus unklimatisierten Abteilwagen (was laut EC-Spezifikation nicht sein d\u00fcrfte, aber egal). Eigentlich hatte ich noch fix ein Foto der Zuglok schie\u00dfen wollen, allerdings stellte sich heraus, da\u00df wir erstmal unsere reservierten Pl\u00e4tze kriegen mu\u00dften, da hatte sich n\u00e4mlich eine russische Reisegruppe breitgemacht. Mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen konnten wir das dann verst\u00e4ndlich machen und hatten unsere Pl\u00e4tze. Neben uns sa\u00dfen dann also noch drei Leute dieser Reisegruppe im Abteil, und auch sonst war der Zug proppevoll. Aus diesem Grund verzichtete ich dann auch gleich auf den eigentlich geplanten Besuch im Speisewagen, zumal ein Bier bei der Hitze sowieso kontraproduktiv gewesen w\u00e4re. Stattdessen h\u00f6rte ich weiter Musik und verzehrte weitere Teile des Proviants, namentlich \u00c4pfel und Apfelsaft (ja, die Auswahl war insgesamt schon noch etwas gr\u00f6\u00dfer).<br \/>\nBis Wien sind es rund viereinhalb Stunden Fahrtzeit, diese zogen sich dann jedoch ganz sch\u00f6n in die L\u00e4nge, was in erster Linie auf die Temperaturen zur\u00fcckzuf\u00fchren war. &#8222;Im eigenen Saft ged\u00fcnstet&#8220; oder so \u00e4hnlich w\u00e4re wohl die passende Beschreibung. Das einzig spannende Element war die wechselnde Landschaft und die Einhaltung des Fahrplans. Bis <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pardubice\">Pardubice<\/a> war beides recht unspektakul\u00e4r, Flachland mit Feld und Wiesen halt. Fahrplantechnisch wurde es spannender, denn wir kamen zwar vier Minuten zu fr\u00fch an, standen dann aber ohne ersichtlichen Grund eine gute Viertelstunde herum und konnten somit erst mit zw\u00f6lf Minuten Versp\u00e4tung weiterfahren. Die Landschaft wurde ein wenig h\u00fcgeliger, um dann zwischen Cesk\u00e1 Trebov\u00e1 (11 Minuten Versp\u00e4tung) und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brno\">Brno<\/a> (Br\u00fcnn, 15 Minuten) zu einem netten Gebirge zu werden (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%B6hmisch-M%C3%A4hrische_H%C3%B6he\">B\u00f6hmisch-M\u00e4hrische H\u00f6he<\/a>). Man sieht, Reisen bildet, insbesondere in Geographie und Geschichte&#8230;<br \/>\nRichtung <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%96sterreich\">\u00d6sterreich<\/a> wurde es dann wieder flach und langweilig. Inzwischen waren die Zuginsassen ziemlich gar bzw. gut ged\u00fcnstet. Au\u00dferdem war es nicht gerade bequem in dem vollen Abteil, zumal Kai und ich eher zur Fraktion der Langbeiner geh\u00f6ren. In <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Breclav\">Breclav<\/a>, dem Grenzbahnhof, wurde erneut die Lok gewechselt, die Versp\u00e4tung betrug zu dabei etwa 13 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Kai schon drauf eingerichtet, beim langsamen Einfahren in einen Bahnhof das Abteilfenster aufzurei\u00dfen, um etwas Frischluft reinzulassen. Leider war das Fenster ein informatikerkompatibles Bin\u00e4rfenster (d.h. ganz auf oder gar nicht). Ergo mu\u00dfte das Fenster jedesmal beim Weiterfahren wieder geschlossen werden, denn die Zugluft bei 150 Sachen w\u00e4re dann doch etwas extrem gewesen. Na jedenfalls kamen danach die Tschechen an, kontrollierten flei\u00dfig die Reisep\u00e4sse unserer russischen Mitreisenden, beguckten kurz unsere Personalausweise, und verschwanden wieder. F\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter ging das gleiche Spiel von vorne los, diesmal mit den \u00d6sterreichern. Eine runde Stunde sp\u00e4ter waren wir schlie\u00dflich ersch\u00f6pft, durchgeschwitzt und acht Minuten hinterm Fahrplan am <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wien_S%C3%BCdbahnhof\">Wiener S\u00fcdbahnhof (Ost)<\/a> angekommen.<br \/>\nDieser ist ja ein Konglomerat aus dem S\u00fcdbahnhof (Beginn der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%96sterreichische_S%C3%BCdbahn\">S\u00fcdbahn<\/a> Richtung <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steiermark\">Steiermark<\/a>&#8211;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%A4rnten\">K\u00e4rnten<\/a>&#8211;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Italien\">Italien<\/a>) und dem Ostbahnhof (Beginn der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%96sterreichische_Ostbahn\">Ostbahn<\/a> Richtung <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bratislava\">Bratislava<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gy%C3%B6r\">Gyor<\/a>). Inzwischen halten dort auch die Z\u00fcge der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%96sterreichische_Nordbahn\">Nordbahn<\/a> (urspr\u00fcnglich Richtung <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%A4hren\">M\u00e4hren<\/a> bzw. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krakau\">Krakau<\/a>), so wie unser Zug aus Prag. Ist halt alles etwas kompliziert mit der Eisenbahngeschichte &#8211; 170 Jahre, diverse Kaiserreiche, Weltkriege und sonstige Umst\u00fcrze zeigen halt ihre Auswirkungen (und ich schweife vom Thema ab&#8230;).<br \/>\nWir entschieden uns dann kurzerhand, den Weg zur Uni per pedes zur\u00fcckzulegen, war ja sch\u00f6nes Wetter *schwitz* und au\u00dferdem h\u00e4tten wir uns daf\u00fcr erst noch Fahrkarten kaufen m\u00fcssen. Und so standen wir dann gegen 17 Uhr vor dem Geb\u00e4ude der TU Wien, in dem die Tagesveranstaltungen stattfinden sollten, folgten den lustigen Wegweisern und fanden uns schlie\u00dflich im KIF-Cafe wieder. Nach einer gewissen Akklimationsphase konnte dann die Anmeldung erfolgreich abgeschlossen werden, man f\u00fchrte erste Gespr\u00e4che mit anderen Teilnehmern und besorgte sich etwas zu trinken.<br \/>\nAm Abend wurde im Wesentlichen das Anfangsplenum abgehalten, sprich organisatorische Fragen gekl\u00e4rt, also solche Sachen wie das Angebot an <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arbeitskreis\">Arbeitskreisen<\/a> und \u00e4hnliches. Gegen 0:30 Uhr war endlich Schicht im Schacht, die meisten waren inzwischen hundem\u00fcde (kein Wunder bei der Anreise), also nur noch ab Richtung Schlafplatz. Der hierf\u00fcr notwendige Nachtbus fuhr an der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wiener_Staatsoper\">Oper<\/a> ab, also zw\u00e4ngten sich ungef\u00e4hr viel zu viele Kiffels (aka Teilnehmer der KIF) mit viel zu viel Gep\u00e4ck in einen viel zu kleinen Bus. Irgendwie ging es mittels Stapelverarbeitung dann doch noch und wir setzten uns Richtung Grinzing in Bewegung. Dort war das Nachtquartier in Form einer Schulturnhalle.<br \/>\nDas tollste Erlebnis der Nacht war dann die Fahrkartenkontrolle, wohlgemerkt nachts nach 1 bei unserer ersten Fahrt mit dem Wiener \u00d6PNV. Der Busfahrer hielt pl\u00f6tzlich mal 10 Meter vor der Haltestelle, vor jeder T\u00fcr postierte sich ein streng guckender Typ, und dann ging der Kontrolleur durch. Die Polizei stand ebenfalls gleich dabei, das war also alles durchorganisiert. Bei uns war allerdings nix zu holen, wir hatten ja Fahrkarten erhalten&#8230; Somit war dies also auch \u00fcberstanden, und kurz darauf konnte man es sich dann (nach einer kurzen Dusche) im Schlafsack bequem machen.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 26.05.<\/strong><br \/>\n<a title=\"Nach dem Aufstehen\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/03.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Nach dem Aufstehen\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/03.jpg\" alt=\"Nach dem Aufstehen\" width=\"150\" height=\"113\" \/><\/a>Gegen acht Uhr drei\u00dfig, also nach immerhin sieben Stunden Schlaf, begann das allgemeine Morgenritual f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage. Dieses bestand aus einem Sprint unter die (kalte) Dusche, dem Anstehen vorm Klo, dem Wegr\u00e4umen der Taschen in einen Heizungsraum und dem anschlie\u00dfenden Fahren mit Stra\u00dfen- und U-Bahn zur Uni. Dort wurde erstmal das Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcffet gepl\u00fcndert und die Massenproduktion von Kaffee eingef\u00fchrt. Gegen zehn Uhr waren dann alle so langsam auf Betriebstemperatur und begannen mit den verschiedenen Arbeitskreisen.<br \/>\n<a title=\"Auf dem Weg Richtung Hundertwasserhaus\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/04.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Auf dem Weg Richtung Hundertwasserhaus\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/04.jpg\" alt=\"Auf dem Weg Richtung Hundertwasserhaus\" width=\"113\" height=\"150\" \/><\/a>Unsereins, d.h. Antje, Kai und ich, waren vom Angebot der dort anstehenden Arbeitskreise nicht so sonderlich angetan, ergo wurde die Zeit zum Sightseeing benutzt. Zun\u00e4chst jedoch ging die Fahrt zu einem kleinen Supermarkt, um Getr\u00e4nke zu organisieren. Dazu mu\u00df gesagt werden, da\u00df der Tag Feiertag war, die L\u00e4den also im Normalfall geschlossen waren. Antje hatte sich jedoch einen Tip geben lassen, wo man einen ge\u00f6ffneten Laden finden k\u00f6nne, und so machten wir uns zu dritt auf die Suche. <a title=\"ohne Worte\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/05.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"ohne Worte\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/05.jpg\" alt=\"ohne Worte\" width=\"150\" height=\"113\" \/><\/a>Nachdem dies erledigt war, ging es dann in Richtung Hundertwasserhaus. Der von den Organisatoren bereitgestellte Stadtplan f\u00fcr die Hosentasche erwies sich als \u00fcberaus praktisch, und so fuhren wir kurz darauf mit dem richtigen Bus in die richtige Richtung. Ich nutzte die Zeit, um besonders Antje mit meinem Gesp\u00fcr f\u00fcr Geographie auf den Keks zu gehen (lies: sie folgte lieber den Wegweisern, ich dem Stadtplan und den Stra\u00dfennamen, mit dem Ergebnis, da\u00df ich f\u00fcnf Minuten eher am <a title=\"Hundertwasserhaus\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/06.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Hundertwasserhaus\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/06.jpg\" alt=\"Hundertwasserhaus\" width=\"150\" height=\"113\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hundertwasserhaus\">Hundertwasserhaus<\/a> war, weil die Hinweisschilder einen Umweg anzeigten&#8230; und ja, ich wei\u00df, da\u00df das keine gute Charaktereigenschaft ist, jemanden so auf den Keks zu gehen) [Anmerkung: Wer sich die wahre Geschichte erz\u00e4hlen lassen will, wende sich vertrauensvoll an Antje.] Egal, ich genehmigte mir dort ein Eis, machte ein paar Fotos, und irgendwann ging es dann via <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stephansdom\">Stephansdom<\/a> zur\u00fcck zur Uni, wo dann Arbeitskreise anstanden.<br \/>\n<a title=\"Hundertwasserhaus\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/07.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Hundertwasserhaus\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/07.jpg\" alt=\"Hundertwasserhaus\" width=\"113\" height=\"150\" \/><\/a>Dort wurde mehr oder weniger sinnlos durcheinander diskutiert, es war recht interessant zu h\u00f6ren, was andere Unis und Studenten so f\u00fcr Sachen machen und welche Probleme es da so gibt. Es fand also ein reger Meinungsaustausch statt, der gegen 18 Uhr von der Aussicht auf Abendessen langsam beendet wurde. Dieses gab es dann wieder im KIF-Cafe, und danach war allgemeines Herumsitzen, Kartenspielen und Labern angesagt. Da am n\u00e4chsten Morgen bereits gegen 6 Uhr aufstehen angesagt war, bem\u00fchten wir uns bereits gegen 23 Uhr in Richtung Schlafplatz, diesmal aber ohne Kontrolle.<\/p>\n<p><strong>Freitag, 27.05.<\/strong><br \/>\n<a title=\"Fiaker\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/08.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Fiaker\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/08.jpg\" alt=\"Fiaker\" width=\"150\" height=\"113\" \/><\/a>Ich wachte recht p\u00fcnktlich auf und konnte somit den Teil des Wartens auf ein freies Klo aus dem Morgenritual streichen. Andere waren nicht so leicht zu wecken, die Orgas mu\u00dften dann erstmal einen kombinierten Tanz- und Singekurs einschieben, um auch die letzten aus ihren Tr\u00e4umen zu rei\u00dfen. Wir waren dann jedenfalls so gegen 7:30 Uhr in der Uni und hingen dann alle noch etwas verpeilt herum. Irgendwie wu\u00dfte ich noch nicht so genau, womit ich den Vormittag so f\u00fcllen k\u00f6nnte, da der f\u00fcr mich interessante Arbeitskreis erst am Nachmittag losgehen sollte, ich aber auch irgendwie noch nicht munter genug war, mich f\u00fcr irgendwas zu entscheiden.<br \/>\n<a title=\"Stephansdom\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/10.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Stephansdom\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/10.jpg\" alt=\"Stephansdom\" width=\"113\" height=\"150\" \/><\/a>Gegen 9 Uhr lautete dann der Entschlu\u00df, da\u00df der Mensch was machen mu\u00df, in diesem Fall erneut Sightseeing. Da sich mir keiner weiter anschlie\u00dfen wollte, fuhr ich halt alleine zum Technischen Museum. Die Temperaturen waren schon wieder im dunkelroten Bereich, es war also klar, da\u00df der Stadtbummel schwei\u00dftreibend werden w\u00fcrde. Das Museum selbst war irgendwie nicht so sehr der Hit, vielleicht bin ich da aber auch nur vom Deutschen Museum verw\u00f6hnt. Immerhin standen sehr viele lustige Apparaturen zum Ausprobieren herum<a title=\"Anzeige in der U-Bahn\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/13.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Anzeige in der U-Bahn\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/13.jpg\" alt=\"Anzeige in der U-Bahn\" width=\"150\" height=\"113\" \/><\/a>, allerdings rannten da jede Menge Kinder durch die Kante und machten eher einen &#8222;hurra, heute mal keine Schule&#8220;-Eindruck. Immerhin gab es ein Funktionsmodell einer Addiermaschine mit Staffelwalze zu sehen. Kurz vor Mittag war ich dann aber mit dem Museum durch und begab mich zum benachbarten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schloss_Sch%C3%B6nbrunn\">Schlo\u00df Sch\u00f6nbrunn<\/a>. Dieses Schlo\u00df ist ja ein Touristenmagnet sondergleichen, d.h. davor stapeln sich die Reisebusse und im Hof stapeln sich die Reisegruppen. Den Hof hatte ich w\u00e4hrend einer Klassenfahrt vor sechs oder sieben Jahren schon mal gesehen, mich interessierte dann eher der riesige dahinterliegende Park.<br \/>\n<a title=\"Karlskirche\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/14.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Karlskirche\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/14.jpg\" alt=\"Karlskirche\" width=\"150\" height=\"113\" \/><\/a><a title=\"Rechenmaschine mit Staffelwalze\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/18.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Rechenmaschine mit Staffelwalze\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/18.jpg\" alt=\"Rechenmaschine mit Staffelwalze\" width=\"150\" height=\"113\" \/><\/a>Und genau diesen begann ich nun flinken Fu\u00dfes zu erkunden, und meiner Meinung nach sieht der Park wesentlich imposanter aus als das Schlo\u00df da am Eingang. Im Park gibt es dann auch noch solche Dinge wie einen Irrgarten, spezielle botanische G\u00e4rten, einen Tierpark und so weiter, aber das lie\u00df ich alles bleiben, erstens wegen der Hitze, zweitens wegen des Extraeintritts. Mitten im Park steht dann noch die Gloriette auf einem H\u00fcgel, den man erstmal erklimmen mu\u00df, was bei der Hitze schon recht anstrengend war. Von dort oben hat man dann zumindest einen recht netten Ausblick, ich machte also die obligatorischen Fotos und begann anschlie\u00dfend den R\u00fcckmarsch gen Uni, da ich erstens durchgeschwitzt war und nix mehr zu trinken dabei hatte, und zweitens dann auch so langsam der Arbeitskreis am Nachmittag beginnen sollte.<br \/>\n<a title=\"Schlo\u00df Sch\u00f6nbrunn\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/19.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Schlo\u00df Sch\u00f6nbrunn\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/19.jpg\" alt=\"Schlo\u00df Sch\u00f6nbrunn\" width=\"150\" height=\"113\" \/><\/a><a title=\"Schlo\u00dfpark Sch\u00f6nbrunn\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/20.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Schlo\u00dfpark Sch\u00f6nbrunn\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/20.jpg\" alt=\"Schlo\u00dfpark Sch\u00f6nbrunn\" width=\"150\" height=\"113\" \/><\/a>Im Arbeitskreis diskutierten wir dann wieder lustig, diesmal nicht durcheinander, sondern dank \u00fcberragender Gespr\u00e4chsmoderation der Reihe nach. Das Thema gab jedenfalls eine ganze Menge her und wurde bis in den Abend hinein diskutiert, mit anschlie\u00dfender Fortsetzung f\u00fcr den n\u00e4chsten Morgen. Den Rest des Abends verbrachten wir dann wieder im Cafe bei Labern, Lesen und Handarbeiten, bevor es dann gegen 23 Uhr in Richtung Schlafsack ging. Dabei fiel mir noch die sch\u00f6ne Beleuchtung der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Votivkirche_Wien\">Votivkirche<\/a> auf, die nachts sch\u00f6n angestrahlt wird. Also wurde das f\u00fcr ein Foto vorgemerkt, was ich am n\u00e4chsten Abend schie\u00dfen wollte.<\/p>\n<p><strong>Samstag, 28.05.<\/strong><br \/>\n<a title=\"im KIF-Cafe\" href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/24.jpg\" rel=\"lightbox[20050607]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"im KIF-Cafe\" src=\"http:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20050607\/thumb\/24.jpg\" alt=\"im KIF-Cafe\" width=\"150\" height=\"113\" \/><\/a>Wer gedacht hatte, da\u00df man samstags ausschlafen kann, hatte sich geirrt, es ging wieder nach sechs aus den Federn bzw. aus dem Schlafsack. So langsam machte sich eine etwas weitergehende Ersch\u00f6pfung breit, die sich in meinem Fall mit Kopfschmerzen \u00e4u\u00dferte. In weiser Voraussicht hatte ich ein paar Kopfschmerztabletten mitgenommen, und nachdem im Cafe noch ein Sofaplatz frei war, pennte ich dort erstmal bis 10 Uhr weiter. Dann weckte mich Kai mit dem Hinweis, da\u00df mein Arbeitskreis loslegen wollte. Die n\u00e4chsten acht Stunden diskutierten wir also weiter und bastelten an einer Resolution f\u00fcrs Abschlu\u00dfplenum.<br \/>\nGegen 18 Uhr waren wir fix und fertig, setzten uns ins Cafe, holten ein paar Bier und warteten aufs Abschlu\u00dfplenum. Dieses begann mit etwas Versp\u00e4tung und zwei Knalleffekten. Aufgrund der extremen Hitze gen\u00fcgte schon die geringste Bewegung, um eine Bierflasche in eine Handgranate zu verwandeln. Zum Gl\u00fcck ist au\u00dfer verspritztem Bier nicht mehr passiert. Das Abschlu\u00dfplenum selbst war im ersten Teil recht vorhersehbar, es wurde halt berichtet, was die einzelnen Arbeitskreise so gemacht hatten. Lustig (oder je nach Sichtweise auch mistig) wurde es dann bei den Resolutionen. Das Thema der Resolution konnte dummerweise mit dem gro\u00dfen Ha\u00dfthema Bachelor\/Master verwechselt werden. Somit wurde dann eine ganze Weile v\u00f6llig sinnlos und \u00fcberaus heftig und emotional am Thema vorbeigeredet, zumal auch die Moderation nicht so recht klappen wollte. Am Ende wurden Meinungsbilder erfragt, ob und wie man Abstimmen sollte, und schlu\u00dfendlich war man nach drei recht kuriosen Abstimmungen soweit, den Resolutionsvorschlag abzulehnen. Affiger als die Ablehnung fand ich halt nur die Art und Weise, wie das alles zustandekam. Der zweite Resolutionsvorschlag verlief hingegen v\u00f6llig unproblematisch und wurde ohne Gegenstimmen angenommen.<br \/>\nNun war es bereits nach 1 Uhr nachts und so langsam wollten dann doch alle ins Bett, die KIF war mit diesem Abschlu\u00dfplenum jedenfalls offiziell beendet, und so ging es dann m\u00fcde und kaputt zum Schlafplatz. Das einen Tag vorher geplante Foto der Votivkirche habe ich dann auch weggelassen, das war mir zu doof, wegen dem Foto nochmal eine halbe Stunde auf den n\u00e4chsten Bus warten zu m\u00fcssen (zumal die Kirche so fr\u00fch am Morgen wohl auch gar nicht mehr beleuchtet wurde, jedenfalls war alles zappenduster).<\/p>\n<p><strong>Sonntag, 29.05.<\/strong><br \/>\nAusschlafen! Das hei\u00dft, mehr Schlaf als die vorherigen Tage war es auch nicht, aber etwas verschoben, so da\u00df ich mich erst gegen 8:30 Uhr aus dem Schlafsack sch\u00e4lte. Gegen 9 ging es dann wieder Richtung Uni, diesmal mit etwas mehr Gep\u00e4ck. Im Cafe wurde nur noch fix gefr\u00fchst\u00fcckt, dann ging es direkt zum Bahnhof, von wo aus uns unser Zug nach Dresden bringen sollte. Achso, der Vollst\u00e4ndigkeit halber der Reiseplan:<\/p>\n<ol>\n<li>U-Bahn zum S\u00fcdbahnhof<\/li>\n<li>EC 172 <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vindobona\">&#8222;Vindobona&#8220;<\/a> Wien S\u00fcdbahnhof (Ost) &#8211; Dresden Hbf \u00fcber Praha hole\u0161ovice<\/li>\n<li>\n<ol>\n<li>RE 17330 Dresden Hbf &#8211; Chemnitz S\u00fcdbahnhof<\/li>\n<li>IRE 17054 Dresden Hbf &#8211; Chemnitz Hbf<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>\n<ol>\n<li>zu Fu\u00df zur\u00fcck zum Wohnheim<\/li>\n<li>mit Stra\u00dfenbahn und\/oder Bus zur\u00fcck zum Wohnheim<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie man sieht, hatten wir bzw. ich einen Plan B ausgeknobelt, aber das war nicht wirklich kompliziert und eigentlich auch relativ egal, aber letzten Endes brauchten wir den Alternativplan halt doch, aber dazu sp\u00e4ter mehr. Zuallererst mu\u00dften wir am Bahnhof erstmal mit konkreteren Schwierigkeiten fertigwerden. So mu\u00dfte erstmal der richtige Zug gefunden werden, was gar nicht so einfach ist, wenn am Aushangfahrplan zwar die Abfahrtszeiten, aber keine Bahnsteige angegeben sind&#8230; Immerhin hatten die Waggons eine Klimaanlage, die auch wunderbar funktionierte, es war also angenehm k\u00fchl. Das Sechserabteil, in dem wir drei Pl\u00e4tze reserviert hatten, war auch leer, laut Reservierungszettel mindestens bis Br\u00fcnn. Insofern hatten wir auch kein gro\u00dfes Problem mit der Tatsache, da\u00df sich die Abfahrt um 10 Minuten verz\u00f6gerte, weil wir erst noch auf einen Zug aus <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Villach\">Villach<\/a> warten mu\u00dften. Kurz darauf kamen auch schon die freundlichen Beamten, die unseren Personalausweis sehen wollten, gefolgt von dem anderen, der die Fahrkarte inspizierte.<br \/>\nIn Breclav hatte sich die Versp\u00e4tung nicht nennenswert ver\u00e4ndert, der Lokwechsel lief etwas flotter ab, so da\u00df hier nochmal eine Minute gespart werden konnte. In Br\u00fcnn stiegen zwar zahlreiche Leute zu, aber in unser Abteil wollte (traute?) sich keiner, so da\u00df wir weiterhin unter uns waren. Weiter ging es durch die B\u00f6misch-M\u00e4hrische H\u00f6he, immer sch\u00f6n entlang der Svitava (Zwittau), die sich in Br\u00fcnn mit der Svratka (Schwarzau) vereinigt. Allerdings ging es nicht so schnell wie im Fahrplan vorgesehen, so da\u00df wir in Cesk\u00e1 Trebov\u00e1 schon 16 Minuten, in Pardubice schlie\u00dflich 22 Minuten Versp\u00e4tung hatten.<br \/>\nSp\u00e4testens da konnten wir nicht nur den Anschlu\u00df in Dresden, sondern auch das Funktionieren der Klimaanlage vergessen. Wie sich sp\u00e4ter bei einer Nachfrage beim Personal herausstellte, war wohl der Strom weg. Ich w\u00fcrde ja auf einen Zusammenhang mit der Speisung der Oberleitung tippen, denn vor Pardubice und hinter der deutschen Grenze funktionierte alles, nur in dem Teil der tscheschichen Republik, in dem wir mit Gleichstrom aus der Oberleitung fuhren, war nix mit Klimaanlage. Na egal, in Praha hole\u0161ovice war es dann eine knappe halbe Stunde Versp\u00e4tung, und sp\u00e4testens dort waren wir dann wieder wie auf der Hinfahrt durchgeschwitzt, zumal man im Waggon kaum Fenster \u00f6ffnen konnte (wozu auch, gibt ja &#8217;ne Klimaanlage&#8230;).<br \/>\nAb da waren wir im Abteil nicht mehr allein, denn es stieg noch eine dreik\u00f6pfige Familie zu. Von Prag ging es nun mit anderer Lok bespannt gen Dresden. Um es kurz zu machen: Die Versp\u00e4tung wurde gehalten und hinter <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bad_Schandau\">Bad Schandau<\/a> um drei Minuten verringert. In <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Decin\">Dec\u00edn<\/a> stiegen wieder die Grenzkontrollen zu, das nun schon bekannte Spiel mit Ausweis vorzeigen gab es nat\u00fcrlich auch wieder, allerdings nur einmal, weil die tschechischen und deutschen Beamten gleichzeitig draufguckten. In Bad Schandau gab es zudem noch eine Loksichtung der besonderen Art, dort stand n\u00e4mlich <a href=\"http:\/\/www.railfaneurope.net\/pix\/de\/electric\/historic\/E42\/142001cs.jpg\">142 001<\/a> in wundersch\u00f6nem Zustand herum. Zu schade, da\u00df wir so fix dran vorbeifuhren und ich aus dem geschlossenen Fenster nicht fotografieren konnte&#8230;<br \/>\nNa jedenfalls kamen wir dann mit 23 Minuten Versp\u00e4tung in Dresden an, der Anschlu\u00df zum eigentlich geplanten Regionalexpress war weg, aber das interessierte uns nicht wirklich, fuhr doch eine Stunde sp\u00e4ter schon der n\u00e4chste IRE. Die Wartezeit verbrachten wir wie bei der Hinfahrt auf der Prager Stra\u00dfe, diesmal genehmigten sich Antje und Kai je einen D\u00f6ner, den sie allerdings gegen die zahlreichen Spatzen verteidigen mu\u00dften, die gierig jeden \u00fcbriggebliebenen Brocken verspeisten. Nachdem die D\u00f6ner verspeist waren, ging es zur\u00fcck zum Bahnhof. Die Fahrt im IRE nach Chemnitz verlief mit Ausnahme eines leicht desorientierten Mannes recht ereignisfrei. Jener Typ laberte andere Mitreisende mit reichlich wirrem Zeug voll, bevor er in Freiberg ausstieg. Wir wurden nicht angequatscht und erreichten dann auch recht p\u00fcnktlich gegen 20:15 Uhr den Chemnitzer Hauptbahnhof.<br \/>\nKai verabschiedete sich gleich in Richtung seiner Wohnung, Antje und ich mu\u00dften nun noch irgendwie zur\u00fcck zum Campus fahren. Nach dem \u00d6PNV in Wien war dies nat\u00fcrlich eine extreme Umstellung, da ja hierzulande bereits am fr\u00fchen Abend die Bordsteige hochgeklappt werden. Somit fuhren wir mit der Stra\u00dfenbahn bis zur Br\u00fcckenstra\u00dfe, liefen weiter bis zur Zentralhaltestelle und fuhren von dort mit dem Bus weiter bis zum Campus. Gegen 20:45 erreichten wir dann auch wohlbehalten, wenn auch durchgeschwitzt, \u00fcberm\u00fcdet und v\u00f6llig groggy die jeweilige heimatliche Bude &#8211; d.h. ich erreichte sie, Antje fuhr am selben Abend noch weiter nach Thalheim. Der Abend wurde dann auch nicht mehr sehr lang, nach einer ausgiebigen Dusche ging ich sehr fr\u00fch ins Bett &#8211; die Erk\u00e4ltung, die ich mir als Reisesouvenir mitgebracht hatte, machte sich bereits bemerkbar&#8230;<br \/>\nFazit: Eine absolut geile halbe Woche, die sehr viel Spa\u00df gemacht hat und auch eine Reihe neuer Erkenntnisse bez\u00fcglich des Informatikstudiums an anderen Hochschulen brachte. Es war definitiv eine gelungene Reise, ich denke also schon, da\u00df ich bei der n\u00e4chsten KIF wieder dabei sein werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. 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