{"id":691,"date":"2009-11-01T11:49:18","date_gmt":"2009-11-01T10:49:18","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.ws\/?p=691"},"modified":"2009-11-01T11:49:18","modified_gmt":"2009-11-01T10:49:18","slug":"urlaubsruckblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2009\/11\/01\/urlaubsruckblick\/","title":{"rendered":"Urlaubsr\u00fcckblick"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich nun inzwischen wohlbehalten und einigerma\u00dfen erholt zur\u00fcck in der Zivilisation war, gibts auch noch den f\u00e4lligen R\u00fcckblick zum Urlaub. Kurzfassung: 2 Wochen Malta, wechselhaftes Wetter, viel gesehen, Gesamtfazit: gut, aber nicht optimal. Langfassung: <!--more--><\/p>\n<p>Anfang September wurde mein Urlaub genehmigt, da war dann die Devise &#8222;Irgendwohin, wo ich nicht erreichbar bin und meine Ruhe hab, nach M\u00f6glichkeit irgendwo im S\u00fcden weil wegen is&#8216; w\u00e4rmer dort.&#8220; Im Reiseb\u00fcro wurde dann festgestellt, dass es so kurzfristig fast nix mehr zu machen ist, und so blieb dann eben Malta \u00fcbrig. Also gebucht und gut, Hauptsache \u00fcberhaupt irgendwohin, wo ich nicht von Arbeit aus angerufen werden kann.<\/p>\n<p><strong>Sightseeing<\/strong><\/p>\n<p>Das Hotel lag vor den Toren der Hauptstadt Valletta, mithin so zentral wie es nur geht, und das war gut so, da konnte man wenigstens per Bus oder Boot die gesamte Insel erkunden. Ich verbrachte also mehrere Tage damit, Valletta zu Fu\u00df abzulaufen, was nicht weiter schwierig ist, denn die Stadt ist nur 1.5 km lang und nicht ganz so breit. Daf\u00fcr gibts jede Menge steinaltes Zeug zu sehen.<\/p>\n<p>Nachdem ich festgestellt hatte, dass spazierengehen au\u00dferhalb von Valletta ziemlich selbstm\u00f6rderisch ist (die Malteser fahren wie die Henker, Fu\u00dfwege wurden noch nicht erfunden), erkundete ich die restliche Insel dann lieber per Bus. Es gibt diverse Sightseeing-Busse, die s\u00e4mtliche Sehensw\u00fcrdigkeiten der Insel abklappern (das sind die Orte, wo man nicht von Eingeborenen, sondern von Touristen umgerannt wird). Da gibts dann noch mehr steinaltes Zeug zu sehen, zwischendrin Boote, noch mehr alte Steine, jede Menge Befestigungsanlagen und nat\u00fcrlich Kirchen ohne Ende. Dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p><strong>Stra\u00dfenverkehr<\/strong><\/p>\n<p>Auf Malta herrscht Linksverkehr, Verkehrsregeln gibts auch, interessieren aber nur am Rande als Empfehlung. Gefahren wird so schnell es gerade geht, entsprechend sehen die meisten Autos auch aus. Andererseits sind die meisten Autos auch uralt, so viele Skodas und Ladas hab ich zuletzt vor 20 Jahren gesehen. Sprit gibts in drei Varianten (Diesel, Benzin, unverbleit), und Feinstaub hei\u00dft Feinstaub, weil er mit mit blo\u00dfem Auge fein sichtbar ist. Mit Umweltschutz wirds also nicht so genau genommen, was man auch am Fehlen jeglicher Pfandverordnungen sieht.<\/p>\n<p>Rund um die beiden H\u00e4fen bei Valletta ist der Verkehr gro\u00dfst\u00e4dtisch, d.h. Stau allerorten und wildes Gehupe, dazwischen ein paar Polizisten, die wild gestikulierend so tun, als wenn sie das Chaos in geordnete Bahnen lenken k\u00f6nnten. In den sonstigen Ecken Maltas ist zwar weniger Verkehr, daf\u00fcr sind die Stra\u00dfen in einem Zustand, der jeder Beschreibung spottet. Der Sightseeing-Bus bockte jedenfalls wie ein zickiges Wildpferd&#8230; Sollte man mal mitgemacht haben.<\/p>\n<p><strong>\u00d6PNV<\/strong><\/p>\n<p>Neben den Sightseeing-Bussen gibt es noch die ganz normalen Busse. Normal wie in &#8222;normal wahnsinnig&#8220;. Das Alter der Busse reicht von alt bis altert\u00fcmlich, es gibt zahllose Busse, die knapp doppelt so alt sind wie ich. Daf\u00fcr kostet die einfache Fahrt \u00fcber die halbe Insel nur 47ct, man wird also prima seine ganzen kleinen M\u00fcnzen los. Den klapprigen Zustand des Busses machen die Kreuze und Rosenkr\u00e4nze am R\u00fcckspiegel wett, ein Madonnenbild \u00fcberm Fahrer ist ebenfalls hilfreich. Fahrpl\u00e4ne gibts nur in Form von Empfehlungen, einen Linienplan gar nicht. Die Busse haben vorne eine Liniennummer dran, man muss aber selber wissen, ob die Linie 62 dahin f\u00e4hrt wo man hin will, oder ob man doch lieber auf die Linie 64 wartet. An Haltestellen gibts auch nur in seltenen Ausnahmef\u00e4llen eine Angabe, welche Buslinien hier \u00fcberhaupt halten.<\/p>\n<p>A propos Haltestelle: Ein- und Aussteigen erfolgt w\u00e4hrend der Fahrt durch die sowieso offene (wenn \u00fcberhaupt vorhandene) T\u00fcre, an der Haltestelle winkt man den Bus heran wie ein Taxi. In den alten Bussen gibts auch keine Haltewunschtaster, stattdessen verl\u00e4uft ein Kabel an der Decke oder \u00fcber den Fenstern. Da zieht man dran, dann schl\u00e4gt beim Fahrer ein kleiner Hammer gegen einen Gong, das reicht als Haltewunschmeldung. Das Busfahren ist also ziemlich abenteuerlich.<\/p>\n<p>Neben den Bussen verkehren noch F\u00e4hren, eine im Hafen zwischen Valletta und Sliema (allerdings nur bei gutem Wetter), und eine gr\u00f6\u00dfere zur Nachbarinsel Gozo. Ich bin nur mit ersterer mitgefahren, kostet 93ct, man hat so also wieder sch\u00f6n Wechselgeld f\u00fcr den Bus.<\/p>\n<p><strong>Auf hoher See<\/strong><\/p>\n<p>Es werden eine Reihe von Bootstouren angeboten, angefangen bei der Hafenrundfahrt (hochinteressant) \u00fcber Ganztagestouren rund um Malta (wurde zur Tour um halb Malta, weil die Wellen zu hoch waren) bis hin zu Fahrten mit dem Glasbodenboot, wo man wunderbar 40cm gro\u00dfe Quallen angucken kann. Diese Touren sollte man als Tourist mitnehmen, viele Ecken von Malta wie die blaue Lagune oder die blaue Grotte sieht man nur vom Wasser aus.<\/p>\n<p><strong>Museen und Sehensw\u00fcrdigkeiten<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Milit\u00e4rfreaks, Historiker und Katholiken ist die Insel eine Offenbarung. Die Geschichte reicht bis ins 3. vorchristliche Jahrtausend zur\u00fcck, es gibt also zahllose Tempel, Museen und sonstiges zu sehen. Die neuere Geschichte ist eng mit dem Ritterorden der Malteser verbunden, der zwischen 1530 und 1798 die Insel in eine quasi uneinnehmbare Festung ausbaute. Aus dieser Zeit stammen die zahllosen Befestigungsanlagen, die \u00fcberall auf der Insel zu finden sind. Leider war der Gro\u00dfmeisterpalast in Valletta wegen Bauarbeiten nicht zug\u00e4nglich, dort h\u00e4tte man sehr viele historische Dinge aus dieser Zeit besichtigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach 1800 waren die Briten an der Macht, die haben dann insbesondere marinem\u00e4\u00dfig ihre Spuren hinterlassen haben &#8211; zu besichtigen im Marinemuseum. Daneben gibts zahllose Museen zur Geschichte Maltas im Zweiten Weltkrieg sowie F\u00fchrungen zum Thema alte Kanonen und sonstiger Milit\u00e4rkrempel. Kann man sich mal angeschaut haben, und das Abfeuern einer solchen Kanone ist schon recht spektakul\u00e4r.<\/p>\n<p>Und dann gibts da noch Kirchen. Viele Kirchen. Allein in Valletta mehr als ein Dutzend, auf ganz Malta mehr als 360. Darunter einige wirklich beeindruckende Bauten, wie die Rotunde in Mosta, die eine der gr\u00f6\u00dften Kuppeln der Welt hat. Am beeindruckendsten soll die St John&#8217;s-Co-Cathedral in Valletta sein, die als sch\u00f6nste Kirche im Mittelmeerraum gilt. Nachdem ich erstmal eine Viertelstunde s\u00e4mtliche Hinweise studiert hatte, was man vor dem Eintritt in die Kirche zu beachten hat (nix essen, nicht rauchen, nicht telefonieren, keine St\u00f6ckelschuhe, nicht schulterfrei, &#8230;) und dann noch einen Eintritt von sechs Euro l\u00f6hnen sollte, lie\u00df ich es bleiben, mir das Geb\u00e4ude von innen anzuschauen.<\/p>\n<p><strong>Baden<\/strong><\/p>\n<p>Planschen geht auf Malta gar nicht, es gibt so gut wie keinen Strand, und auf dem bissl Strand den es gibt, stapeln sich die Touristen. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der K\u00fcste ist entweder steil aufragender Fels, oder Kalkstein, gegen den die Brandung schl\u00e4gt. Trotzdem gibts zahllose Hotels, die aber in der Regel ihre eigenen Swimmingpools mitbringen.<\/p>\n<p><strong>Sonstiges<\/strong><\/p>\n<p>Die widerw\u00e4rtigsten Touristen sind Briten und Amerikaner, erstere leichenblass und klatschenfett, ausger\u00fcstet mit kurzen Hosen und viel zu engen Hawaii-Hemden, letztere \u00e4hnlich, aber mit anderen Macken behaftet, wie z.B. das Ehepaar mit dem Kinderwagen f\u00fcr ihren Hund. Und britisches Fr\u00fchst\u00fcck ist ja das Allerletzte, so viel Fett vertr\u00e4gt doch kein Mensch auf n\u00fcchternen Magen. Malteser sind im \u00dcbrigen ganz schlecht in Buchf\u00fchrung, beim Bezahlen wirds auch nicht so genau genommen, und im Cafe bleibt man gerne auch mal stundenlang auf dem Trockenen sitzen.<\/p>\n<p><strong>Gesamtfazit<\/strong><\/p>\n<p>Man kann Malta mal gesehen haben, insgesamt ist es aber doch recht monoton und wenig abwechslungsreich, beim n\u00e4chsten Mal gehts daher woanders hin. Fotos gibts <a href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/fotografiert\/events\/20091014malta\/index.php\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich nun inzwischen wohlbehalten und einigerma\u00dfen erholt zur\u00fcck in der Zivilisation war, gibts auch noch den f\u00e4lligen R\u00fcckblick zum Urlaub. Kurzfassung: 2 Wochen Malta, wechselhaftes Wetter, viel gesehen, Gesamtfazit: gut, aber nicht optimal. 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