{"id":5282,"date":"2026-10-09T19:26:09","date_gmt":"2026-10-09T17:26:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=5282"},"modified":"2026-10-09T19:26:09","modified_gmt":"2026-10-09T17:26:09","slug":"mixtape-der-woche-92","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2026\/10\/09\/mixtape-der-woche-92\/","title":{"rendered":"Mixtape der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche wirds dunkelschwarz. Warum? Weil Winter wird (Alliteration auf w, yay!)<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bl\u00f6dsinn, nat\u00fcrlich nicht weil Winter wird, sondern weil vor wenigen Tagen Conrad Thomas Lant, besser bekannt unter seinem K\u00fcnsternamen Cronos, verstorben ist. Er war Bassist und S\u00e4nger von Venom und hat da Musikgeschichte geschrieben und in erster Linie den Black Metal erfunden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/3y0fywMSE5OD4I59jey93S?si=7a73255417e04a55\">Venom &#8211; In League With Satan<\/a><\/p>\n<p>Das erste Lebenszeichen von Venom war 1981 diese Single, die noch vor dem Deb\u00fctalbum &#8222;Welcome To Hell&#8220; ver\u00f6ffentlicht wurde. Musikalisch orientierte man sich in erster Linie an Punk und der damals aktuellen New Wave Of British Heavy Metal, Mot\u00f6rhead sind als Einfl\u00fcsse ebenfalls nicht zu \u00fcberh\u00f6ren. Neu war nur das satanistische Textkonzept, was aber \u00e4hnlich wie bei Alice Cooper und Kiss nur zur Unterhaltung wegen der Schockwirkung benutzt wird &#8211; mit dem zwiefach Geh\u00f6rnten hatten die Bandmitglieder nie was am Hut.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/70ZLLbWcyjEVBn2ADc79fI?si=b35521d76b4248e0\">Mercyful Fate &#8211; Lucifer<\/a><\/p>\n<p>In die gleiche Kerbe schlugen kurz darauf Mercyful Fate mit einem gewissen King Diamond am Mikro, der aber den Satanismus wesentlich ernster nahm und seither in sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit b\u00f6se Geschichten erz\u00e4hlt. Au\u00dferdem tritt er (wie schon Kiss vor ihm und alle norwegischen Pandab\u00e4ren nach ihm) mit schwarzwei\u00df bemaltem Gesicht auf.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/55HmWFBCXVjQdx7p1iySET?si=1ce46e1b31f54867\">Diamond Head &#8211; Am I Evil?<\/a><\/p>\n<p>Noch etwas eher am Start waren Diamond Head, deren Deb\u00fctalbum 1980 erschien. Die wichtigste Rolle spielte es indes beim Aufstieg von Metallica, die in ihren Anfangstagen quasi das komplette Album coverten. Mit Black Metal nach heutigem Verst\u00e4ndnis hat das alles nix zu tun, aber textlich passt es grade gut hier rein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/3UKGPk85EhjqJSqePrSYeR?si=de7da10a3a224ddc\">Slayer &#8211; Hell Awaits<\/a><\/p>\n<p>Noch viel b\u00f6ser waren 1985 Slayer, die sich auf die Fahnen geschrieben hatten, noch extremer und schneller zu spielen als alle anderen. Inhaltlich spielt Satan nur eine Nebenrolle, Slayer beschrieben meistens ganz anderen rein menschlichen Horror wie zum Beispiel Massenm\u00f6rder.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/2UOvEia9pYr6p8d823xKyb?si=ae7b5ab438c64e3c\">Running Wild &#8211; Adrian S.O.S.<\/a><\/p>\n<p>Auch in Deutschland war man satanistisch unterwegs (oder tat wenigstens so). Tats\u00e4chlich hatten die Mannen um Rock&#8217;n&#8217;Rolf nix mit Satan am Hut, einer der damaligen Mitstreiter wurde sp\u00e4ter gar Pfarrer, und Rock&#8217;n&#8217;Rolf schulte um auf Freibeuter. Nichtsdestotrotz gab es auf dem Deb\u00fctalbum anno 1984 teuflische Texte. S.O.S steht hier n\u00e4mlich f\u00fcr Son Of Satan.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/7j7lpCSNjfowea90LLa9mD?si=25fb794587b84c32\">Destruction &#8211; Curse The Gods<\/a><\/p>\n<p>Destruction eiferten den gro\u00dfen Vorbildern aus England (Venom) und den USA (Slayer) nach und stiegen selbst zu einer internationalen Gr\u00f6\u00dfe im Thrash Metal auf. Vor 40 Jahren waren die Genres aber noch nicht so definiert wie heute, weswegen sie damals auch als Black Metal galten.<\/p>\n<p>Damit w\u00e4re der grobe \u00dcberblick soweit durch &#8211; heute gilt das als die sogenannte erste Welle des Black Metal. Dann kamen Bathory, die v\u00f6llig neue rohe Kl\u00e4nge als Stilmittel einf\u00fchrten und textlich irgendwann von plakativem Satanismus auf nordische Mythen (Valhalla und so) umschwenkten. Hellhammer bzw. Celtic Frost nahmen den Satanismus ebenfalls ernst, und aus dieser Gemengelage wurde in Skandinavien dann die zweite Welle aus der Taufe gehoben. Diese wurde in den fr\u00fchen 90ern allerdings eher durch kriminelle Umtriebe bis hin zu Mord bekannt. Weder musikalisch noch inhaltlich kann ich mit dieser Musikrichtung irgendwas anfangen, f\u00fcr mich sind das alles norwegische Pandab\u00e4ren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/2wBzJEDqf8MkB7yXbi33FR?si=973f65df71654c71\">The Devil&#8217;s Blood &#8211; In The Loving Arms Of Lunacy&#8217;s Secret Demons<\/a><\/p>\n<p>Der Black Metal der zweiten Welle hat einen langen Schatten, wie sich an dieser &#8222;Band&#8220; zeigte. Selim Lemouchi und seine Schwester Farida als S\u00e4ngerin waren musikalisch im Psychedelic Rock der 70er verwurzelt, textlich spielte aber der nihilistische Aspekt des Black Metal eine gro\u00dfe Rolle, und er selbst sagte sein gr\u00f6\u00dfter Einfluss beim Texten sei Satan h\u00f6chstpers\u00f6nlich. Ob das nun gro\u00dfe Kunst oder eine wirre Psyche war wird man nie herausfinden, im Fr\u00fchjahr 2014, ein Jahr nach der Ver\u00f6ffentlichung dieses Werkes, beging er Selbstmord.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche wirds dunkelschwarz. Warum? 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