{"id":5269,"date":"2026-09-30T18:30:18","date_gmt":"2026-09-30T16:30:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=5269"},"modified":"2026-09-30T18:30:18","modified_gmt":"2026-09-30T16:30:18","slug":"es-geht-bergab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2026\/09\/30\/es-geht-bergab\/","title":{"rendered":"Es geht bergab"},"content":{"rendered":"<p>Die Wanderungen des letzten Urlaubstages standen unter diesem sch\u00f6nen Motto. Immerhin hatte ich mir die Knie bis dato noch nicht v\u00f6llig ruiniert, es war also quasi die letzte Gelegenheit \ud83d\ude09<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Tag begann wie \u00fcblich mit einem guten Fr\u00fchst\u00fcck. Das hei\u00dft, eigentlich begann er mit einem Blick aufs smarte Phone, weil ich einen Platz beim Italiener f\u00fcr den Abend reservieren wollte. Da war aber nix zu reservieren, weil ausgebucht. Somit wurde kurzerhand ein Platz im anderen Restaurant reserviert, womit man sich anstatt auf Pizza eben auf ein St\u00fcck Fleisch mit Pommes freuen konnte. Danach ging es aber tats\u00e4chlich zum Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Fahrt nach Alp Gr\u00fcm (27.2 km, 1:01h, \u2197536m, \u2198220m)<\/strong><\/p>\n<p>Gut gest\u00e4rkt und mit Hut, Sonnenbrille, Lichtschutzfaktor und Getr\u00e4nken ausgestattet begann nun der gro\u00dfe Wandertag. Dazu wurde wie schon an den Vortagen die Fahrt Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninapass\">Berninapass<\/a> aufgenommen. Da war ich zwar in den Vortagen schon mehrfach langgekommen, aber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albulabahn\">Albulastrecke<\/a> war nach dem Unwetter vom Vortag &#8211; welches in St. Moritz nur als entferntes Donnergrollen und dreieinhalb Regentropfen erkennbar war &#8211; tats\u00e4chlich unterbrochen. Das Unwetter hatte n\u00e4mlich im Val Bever, also zwischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bever_GR\">Bever<\/a> und dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albulatunnel\">Albulatunnel<\/a>, keine f\u00fcnf Kilometer von St. Moritz entfernt, einen Erdrutsch verursacht, der da die Strecke untersp\u00fclt hatte.\u00a0Au\u00dferdem ist die Landschaft am Berninapass immer eine Reise wert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20260813\/s-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Cabriowagen mit luftiger Aussicht gab es heute keine, war aber auch nicht notwendig, hatte ich ja erst am Vortag gehabt. Die gro\u00dfartige Aussicht konnte man trotzdem genie\u00dfen, die \u00fcblichen Highlights (Montebellokurve, Morteratschgletscher, Stausee an der Passh\u00f6he) gehen ja sowieso immer. Nach rund einer Stunde Bahnfahrt stand ich dann also am Aussichtspunkt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alp_Gr%C3%BCm\">Alp Gr\u00fcm<\/a> und konnte gem\u00e4chlichen Schrittes mit der Wanderung beginnen.<\/p>\n<p><strong>Wanderung (3.8 km, 2:11h, \u219747m, \u2198444m)<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst mal mussten da aber viele Fotos gemacht werden, weil wegen da is ja Aussicht, so in die Ferne und Tiefe, Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cavaglia-Ebene\">Cavaglia<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Poschiavo\">Poschiavo<\/a>. Damit war zumindest mal das Ziel der Wanderung direkt in Sicht, liegen ja auch nur 400 H\u00f6henmeter und rund 1.5km Luftlinie dazwischen.<\/p>\n<p>Vorher musste aber der neu angelegte Kr\u00e4utergarten angeschaut werden &#8211; ich hab von sowas ja keine Ahnung, aber auf einer Seite vom Weg war gelbes Kraut und auf der anderen Seite Schafgarbe. Nachdem dieser Bildungsauftrag also abgearbeitet war ging es nun gem\u00fctlich den Berg hinunter, mit kurzer Pause am Bahn\u00fcbergang, denn da musste ich selbstverfreilich noch ein Foto vom entgegenkommenden Zug machen.<\/p>\n<p>Das erste Zwischenziel war der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lago_Pal%C3%BC\">Lago Pal\u00fc<\/a> unterhalb des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pal%C3%BCgletscher\">Pal\u00fcgletschers<\/a>. Der See ist, wie eigentlich quasi jeder See in der Gegend, eher ein R\u00fcckhaltebecken, von dem aus unz\u00e4hlige unterirdische Leitungen zu diversen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kraftwerk_Pal%C3%BC\">Wasserkraftwerken<\/a> f\u00fchren. So auch hier, und da gab es noch einige entsprechende Schautafeln dazu. Der See war recht schnell erreicht, der Weg dahin nicht allzu schwierig und der H\u00f6henunterschied auch \u00fcberschaubar. Au\u00dferdem hat man da noch das Panorama mit dem Pal\u00fcgletscher im Hintergrund. Allerdings war es wie schon an den vorherigen Tagen gut warm geworden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20260813\/s-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Der anstrengende Teil der Wanderung folgte nun, denn jetzt ging es \u00fcber Stock und vor allem Stein &#8211; gro\u00dfe Steine, die eine nicht DIN-genormte steile Treppe formen, die es hinabzusteigen galt. Immerhin konnte man da nebendran gleich mehrere Wasserf\u00e4lle entdecken. Zwischendrin ging das dann allerdings m\u00e4chtig auf die Beinmuskulatur und die Knie. Der steile Abstieg war dann aber bald geschafft und es folgte noch ein l\u00e4nglicher quasi ebener Abschnitt, bei dem man sich sch\u00f6n lockern konnte.<\/p>\n<p>Am Bahnhof Cavaglia angekommen war nun allerdings noch viel Wartezeit bis zum n\u00e4chsten Zug angesagt. Man h\u00e4tte da jetzt auch noch weiter zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gletschergarten_von_Cavaglia\">Gletschergarten<\/a> wandern k\u00f6nnen, aber irgendwie hielt sich die Motivation schwer in Grenzen. Am Bahnhof selbst war ordentlich Betrieb, diverse Wanderer und eine Mountainbike-Gruppe warteten da am Bahnsteig. Allerdings nur bis sie von der Bahnhofsvorsteherin zusammengestaucht worden waren (ich spreche kein Italienisch, aber es klang schon gewaltig nach Zeter und Mordio) &#8211; da war ein schmaler Bahnsteig zwischen den Gleisen und dort darf man sich wohl nicht aufhalten wegen &#8222;is gef\u00e4hrlich&#8220; oder so. Allein die Tatsache, dass es da an diesem Bahnhof mitten im Nirgendwo \u00fcberhaupt Personal gibt&#8230;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20260813\/s-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Wie auch immer, der Zug in Richtung Berninapass kam p\u00fcnktlich (warum erw\u00e4hne ich das \u00fcberhaupt?) und somit ging es dann zum letzten Mal in diesem Urlaub \u00fcber den Pass.<\/p>\n<p><strong>Nochmal \u00fcbern Berg (17.5 km, 0:36h, \u2197545m, \u2198219m)<\/strong><\/p>\n<p>Der Plan war, bis zur Station Bernina Suot zu fahren, das ist eine von mehreren Stationen zwischen Morteratsch und der Passh\u00f6he, von denen aus man jeweils Umsteigem\u00f6glichkeiten zu Bergbahnen hat (Bernina Suot, Bernina Diavolezza und Bernina Lagalb n\u00e4mlich). Auf Seilbahn hatte ich es allerdings nicht abgesehen, sondern ich wollte nochmal schauen, ob ich in Richtung der Wasserf\u00e4lle oberhalb von Morteratsch laufen und dann noch einen finalen Abstecher Richtung Montebellokurve machen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Kurz hinter der Passh\u00f6he kam dann ein italienisches P\u00e4rchen an und der Kerl (ein typischer Klischee-Italiener um die 55 Jahre, sonnengebr\u00e4unt, mit Blingbling-Kettchen und Gel im Haar) war dann tats\u00e4chlich der Meinung meinen Sitzplatz am Fenster beanspruchen zu m\u00fcssen. Ich war mir ziemlich sicher, dass der Typ keine Platzreservierung hatte, er sprach aber auch kein Englisch oder Deutsch, sondern wedelte nur mit seinem Ticket. Da ich aber ohnehin f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter aussteigen wollte war mir das nun grad egal, setzte ich mich eben auf der anderen Seite an den Gang eines quasi leeren Viererabteils, w\u00e4hrend der Knilch anschlie\u00dfend nur damit besch\u00e4ftigt war, seine Freundin &#8211; eine typische Klischee-Italienerin, abzuknutschen. Man fragt sich, warum er daf\u00fcr nun einen Fensterplatz wollte, wenn er eh nur Augen f\u00fcr seine Tussi hatte.<\/p>\n<p>Egal, ich stieg dann in Bernina Suot aus und begann die letzte Wanderung des Urlaubs.<\/p>\n<p><strong>Weiter wandern (3.0 km, 0:54h, \u2197129m, \u2198275m)<\/strong><\/p>\n<p>Die Strecke kannte ich schon, die war ich 2023 schon mal gelaufen, damals war es allerdings an der Passh\u00f6he losgegangen und die Wanderung endete schlussendlich in Pontresina. Ganz so weit wollte ich heute definitiv nicht mehr wandern. Bis zu den Wasserf\u00e4llen geht es da mehr oder weniger gradeaus, und zwischendrin w\u00e4hnt man sich ob der Aussichten schon mal in der kanadischen Wildnis.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20260813\/t-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>An den Wasserf\u00e4llen wird es dann nat\u00fcrlich gem\u00e4\u00df steiler, und irgendwie lockte mich dann die Aussicht auf den Anstieg in Richtung Montebellokurve nicht mehr so richtig &#8211; bei deutlich \u00fcber 30\u00b0C die 50m hoch, dann da in der Sonne rumstehen und auf den n\u00e4chsten Zug als Fotomotiv warten, dann wieder den gleichen steilen Weg runter nach Morteratsch &#8211; dann lieber direkt nach Morteratsch und direkt in den n\u00e4chsten Zug, zumal der in K\u00fcrze ohnehin abfahren w\u00fcrde. Die gesparte Zeit lie\u00dfe sich mit einem Eisbecher in St. Moritz viel besser verbringen.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckfahrt (12.1 km, 0:36h, \u21970m, \u2198133m)<\/strong><\/p>\n<p>Und so lie\u00df ich die Montebellokurve also auch diesmal wieder rechts liegen und marschierte direkt zur Bahnstation. Da war auch ordentlich Betrieb, ebenso im Zug, aber f\u00fcr die paar Meter zur\u00fcck nach St. Moritz war das nun auch egal. Und so war ich dann bereits kurz nach 14 Uhr zur\u00fcck in St. Moritz, bei br\u00fctender Hitze und mit schmerzenden Beinen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20260813\/t-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p><strong>Spachteln und Schnabulieren (1.5 km, 1:06h, \u219790m, \u219834m)<\/strong><\/p>\n<p>Nun ging es also nochmal durch das Parkhaus in Richtung Rolltreppen &#8211; da war irgendwie auch massiv Betrieb und ich nutzte die Gelegenheit einen dort parkenden <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rolls-Royce_Silver_Spirit\">Rolls-Royce<\/a> (so einen klassischen aus den 1980er Jahren) zu fotografieren. Oben angekommen machte ich dann noch ein Vergleichsfoto vom vor dem Kulm-Hotel geparkten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rolls-Royce_Phantom_VII\">Nobelhobel<\/a>. Das klassische Model entschied den Vergleich klar f\u00fcr sich und ich stapfte nun mit schweren Beinen in Richtung Eiscaf\u00e9.<\/p>\n<p>Dort war auch tats\u00e4chlich ein Tisch frei, und ich hatte nun Zeit f\u00fcr ausf\u00fchrliche Studien. Da waren die drei depperten deutschen Touristen am Nachbartisch, die sich \u00fcber alles und jeden aufregten, insbesondere aber \u00fcber die Tatsache dass quasi jeder vorbeilaufende andere Tourist am Brunnen neben dem Caf\u00e9 seine Trinkflasche auff\u00fcllte, obwohl da ein Schild &#8222;kein Trinkwasser&#8220; dranhing. Ob ich mich nun damit vergifte oder mit einer Mischung aus Gin Tonic,Wein und K\u00e4sekuchen (wie diese depperten Touristen am Nebentisch) kommt ja am Ende aufs Gleiche raus, au\u00dferdem kann es einem doch v\u00f6llig furzegal sein was andere machen, tun, trinken oder essen. Werd ich nie verstehen&#8230;<\/p>\n<p>Ich orderte jedenfalls einen Eisbecher (den gleichen wie schon einige Tage vorher) und weil der gef\u00fchlt auf dem Weg in den Magen schon verdunstete wurde noch ein Milchshake hinterhergesp\u00fclt. Damit war ich nun f\u00fcr die letzten 150m Weg ins Hotel gest\u00e4rkt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20260813\/t-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Wie schon an den Vortagen wurde nun vor dem Abendessen noch ein Abstecher in die Sauna gemacht, diesmal war da aber ordentlich Betrieb. Das eine Ehepaar, was schon an den vorherigen beiden Tagen da war, war auch wieder da, dazu aber auch noch ein paar mehr Leute, so dass alle Liegen besetzt waren. Ich machte es mir also in der Weichei-Sauna (60 Grad) gem\u00fctlich, weil die andere gut besucht war. Da hatte ich meine Ruhe, und die Temperatur lie\u00df sich auch besser aushalten. Bl\u00f6d war nur, dass die Sanduhr nicht ordentlich rieselte und aus der Viertelstunde dann irgendwie 20 Minuten wurden &#8211; egal, Hauptsache warm und gut f\u00fcr die Muskulatur.<\/p>\n<p>Das letzte Abendmahl des Urlaubs wurde dann im morgens reservierten Hotelrestaurant eingenommen. Da gab es dann zur Feier des Tages ein lecker Steak mit Kr\u00e4uterbutter, Pommes und gebratenem Gem\u00fcse &#8211; das erleichtert das Konto mal eben um 50 Franken, und dazu muss man ja auch noch was trinken. Aber daf\u00fcr ist es Urlaub, da muss man sich auch mal was g\u00f6nnen, und das Steak war auch ausgezeichnet, wahrscheinlich aus lokalem Anbau von gl\u00fccklichen lila K\u00fchen, die nur gl\u00fcckliches Gras gefressen haben oder so.<\/p>\n<p>Und damit war dann der letzte Urlaubstag irgendwie auch geschafft &#8211; am n\u00e4chsten Morgen hie\u00df es dann R\u00fcckfahrt antreten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wanderungen des letzten Urlaubstages standen unter diesem sch\u00f6nen Motto. 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