{"id":5263,"date":"2026-09-27T20:09:43","date_gmt":"2026-09-27T18:09:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=5263"},"modified":"2026-09-27T20:09:43","modified_gmt":"2026-09-27T18:09:43","slug":"sitzen-und-schwitzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2026\/09\/27\/sitzen-und-schwitzen\/","title":{"rendered":"Sitzen und schwitzen"},"content":{"rendered":"<p>Selten lie\u00df sich ein Urlaubstag so treffend in nur drei Worten zusammenfassen. Gut, nebenbei war ich auch ein paar Kilometer spazieren, lief einem Gewitter davon, hab eine Kirche von innen gesehen und kombinierte das was in der \u00dcberschrift steht am Ende des Tages auch noch, als ich in der Sauna sa\u00df.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nachdem der Fokus bislang mehrheitlich auf der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albulabahn\">Albulabahn<\/a> gelegen hatte, war nun die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninabahn\">Berninabahn<\/a> dran. Die ist ja nicht nur f\u00fcr mich die spektakul\u00e4rste Bahnstrecke Europas und muss deswegen hoch und runter vorw\u00e4rts und r\u00fcckw\u00e4rts befahren werden. Bislang war ich in diesem Urlaub ja nur bis <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alp_Gr%C3%BCm\">Alp Gr\u00fcm<\/a> gefahren, nun war die volle Strecke bis hinunter nach Tirano angesagt, und zwar in der Holzklasse.<\/p>\n<p>Im Sommer wird, zumindest wenn die Wetterg\u00f6tter sch\u00f6nes Wetter vorhersagen, der Zug um zwei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninabahn#\/media\/Datei:Carrozza_panoramica_an_der_Station_Alp_Gr%C3%BCm.jpg\">offene ehemalige G\u00fcterwagen<\/a> erg\u00e4nzt, in die man Holzb\u00e4nke gebaut hat. Da kann man sich dann den Fahrtwind um die Nase wehen lassen und frei von irgendwelchen st\u00f6renden Scheiben die Natur fotografieren. Man braucht nicht mal eine spezielle Fahrkarte, man muss nur rechtzeitig vor Abfahrt da sein, da die Pl\u00e4tze begrenzt und begehrt sind. Bisher hatte ich diese Fahrten nur von au\u00dfen als Wanderer gesehen, war aber eben noch nie mitgefahren. Und da ich ohnehin nicht viel wandern wollte und abartig hohe Temperaturen angesagt waren, war eine so luftige Fahrt mit viel hei\u00dfer Zugluft genau das Richtige.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20260812\/s-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich st\u00e4rkte ich mich f\u00fcr diese Reise mit einem guten Fr\u00fchst\u00fcck, da war aber nix au\u00dfergew\u00f6hnliches dabei, ebenso wenig wie am anschlie\u00dfenden Marsch durch die <span style=\"text-decoration: line-through;\">Institutionen<\/span> Etagen, um etwas H\u00f6hentraining als Fr\u00fchsport einzulegen. Stiefel an, Treppen wieder runter, Schl\u00fcssel am Empfang abgeben und dann Richtung Bahnhof traben &#8211; das war ja nun so langsam schon allt\u00e4glich &#8211; der einzige Unterschied war heute, dass der Zug nicht 09:05 Uhr an Gleis 1 abfuhr, sondern 09:48 Uhr am anderen Ende des Bahnhofs, eben weil ich ja nicht Richtung Albulabahn links vom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Inn\">Inn<\/a>, sondern Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninapass\">Berninapass<\/a> rechts vom Inn fahren wollte. Dementsprechend begann der Tag etwas geruhsamer und ein paar Minuten sp\u00e4ter.<\/p>\n<p><strong>Fahrt nach Tirano (60.7 km, 2:41h, \u2197541m, \u21981782m)<\/strong><\/p>\n<p>Ich ergatterte jedenfalls grade noch einen guten Platz, die Nasen, die in St. Moritz erst kurz vor Abfahrt mit anderen Z\u00fcgen ankamen hatten das Nachsehen und standen dann etwas ziellos im Mittelgang herum &#8211; was in Ermangelung von Haltegriffen nicht ganz ungef\u00e4hrlich ist. Die Strecke gibt keine gewaltigen Tempi her, nur der Abschnitt zwischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pontresina\">Pontresina<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Morteratsch_GR\">Morteratsch<\/a> erlaubt Geschwindigkeiten jenseits der 50 km\/h, meistens kurvt der Zug mit 30-45 Sachen die Berge hoch und runter &#8211; f\u00fcr 60km Strecke braucht der Zug seine zwei Stunden und mehr. Blumenpfl\u00fccken w\u00e4hrend der Fahrt ist nicht explizit verboten, aber erstens gibt es auf der Passh\u00f6he eh keine Blumen und zweitens sollte man seine Arme und andere K\u00f6rperteile tunlichst innerhalb der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fahrzeugbegrenzungslinie\">Wagenbegrenzungslinien<\/a> halten, denn das n\u00e4chste Tunnelportal ist unnachgiebiger als die eigenen Knochen. Das Tempo reicht aber aus, um locker sitzende Kopfbedeckungen zu unkontrolliertem Eigenleben zu verleiten, daher blieb mein Hut im Rucksack und es wurde stattdessen Lichtschutzfaktor aufgetragen.<\/p>\n<p>Die wilde Fahrt f\u00fchrte also zun\u00e4chst mal \u00fcber den Inn, dann direkt in den ersten Tunnel und weiter in Richtung Pontresina. Hier wurde es nun noch voller, weil die Leute irgendwie nicht verstanden haben, dass es nicht sinnvoll ist, wenn schon alles im Gang steht sich noch dazuzustellen. Das ist ja keine Schlange an der Supermarktkasse, wo man sich einfach hinten anstellt. Au\u00dferdem haben die offenen Wagen keine T\u00fcr zum Ein\/Aussteigen, man muss dazu den Gang entlang in den n\u00e4chsten &#8222;richtigen&#8220; Wagen, der dann die entsprechenden T\u00fcren hat. Im Gang rumstehen blockiert also alles.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20260812\/s-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Bis zur Station Morteratsch wurde nun ein paar Minuten lang etwas schneller gefahren, mit Sonnenbrille gegen die Zugluft war das aber alles prima auszuhalten. In Morteratsch angekommen leerte es sich nun merklich, die meisten im Gang stehenden Leute wollten offensichtlich nicht wirklich da herumstehen, sondern lieber wandern gehen. Von hier an war der Gang nun leer und man konnte endlich in alle Richtungen fotografieren, ohne dass einem irgendwer im Bild stand. Das wurde nat\u00fcrlich an der <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:2022-08-05_Morteratsch_Berninabahn_CH.jpg\">Montebellokurve<\/a> &#8211; eine enge 180\u00b0 Kurve in steilster Steigung mit einem Bahn\u00fcbergang und Blick auf den Morteratschgletscher &#8211; direkt ausgiebig genutzt.<\/p>\n<p>Weniger hundert Meter sp\u00e4ter l\u00e4sst man die Baumgrenze hinter sich und hat links wie rechts noch mehrere Tausend Meter Berge um sich. Es geht an diversen Seilbahnstationen vorbei und so schl\u00e4ngelt sich die Strecke hinauf auf \u00fcber 2250m, vorbei an der kontinentalen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wasserscheide\">Wasserscheide<\/a> zwischen Inn\/Donau\/Schwarzem Meer und Po\/Mittelmeer. So viel Wasser war da aktuell aber nicht zu scheiden, da oben war es w\u00fcstenstaubm\u00e4\u00dfig trocken, im Stausee fehlten gut und gerne 5-10m.<\/p>\n<p>Nun ging es auch schon wieder auf der S\u00fcdseite den Berg hinunter, hier beginnt nun der spektakul\u00e4rste Abschnitt. Ab Alp Gr\u00fcm mit seiner Panoramakurve geht es in zahllosen Serpentinen steilstm\u00f6glich ins Tal. Von Alp Gr\u00fcm aus (2091m) kann man die n\u00e4chste Station <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cavaglia-Ebene\">Cavaglia<\/a> (1692m) sehen &#8211; Luftlinie sind das etwa 1.5km, und dann schweift der Blick weiter zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lago_di_Poschiavo\">Lago di Poschiavo<\/a> (12km Luftlinie). Aufgrund der engen Kehren quietscht es sich nun auch ganz formidabel, Stahl auf Stahl gibt da dann doch ordentlich Abrieb. Vor <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Poschiavo\">Poschiavo<\/a> mussten wir an einem Signal warten, da sah man beim Bremsen so richtig sch\u00f6n den Staub aufsteigen &#8211; ich werde sp\u00e4ter nochmal auf das Thema zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p>Je tiefer wir ins Tal kamen, umso hei\u00dfer wurde es naturgem\u00e4\u00df. Oben am Pass war es angenehm, selbst im kurzen Shirt und mit Fahrtwind, d.h. selbst da waren deutlich \u00fcber 20 Grad. Nun liegt das Ziel <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Tirano\">Tirano<\/a> nicht nur im sonnigen Italien, sondern auch 1800m tiefer &#8211; und wir waren in Poschiavo grade erst dabei vom vierstelligen Bereich zur\u00fcck in dreistellige H\u00f6hen zu fahren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20260812\/s-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Zwischen Poschiavo und Li Curt wird dann nochmal kurz etwas schneller gefahren, bevor dann der finale Abschnitt beginnt. Zun\u00e4chst mal f\u00e4hrt man als Stra\u00dfenbahn durch Le Prese, danach folgt das steilste St\u00fcck der ganzen Strecke: Der Zug kurvt in engen Kehren hinab nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brusio\">Brusio<\/a>, h\u00e4lt da kurz, kurvt weiter und kreiselt dann einmal um 360 Grad, um sich selbst zu unterfahren &#8211; der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kreisviadukt_von_Brusio\">Kreisviadukt von Brusio<\/a> ist in dieser Form weltweit ziemlich einmalig und wurde daher allein von mir auf dieser Fahrt in dutzenden Fotos verewigt.<\/p>\n<p>Die letzten Meter bis nach Tirano sind dann vergleichsweise unspektakul\u00e4r, man quert die Grenze nach Italien und f\u00e4hrt schlie\u00dflich als Stra\u00dfenbahn \u00fcber den Kreisverkehr vor der Wallfahrtskirche und in den Bahnhof ein.<\/p>\n<p><strong>Tirano (2.4 km, 1:11h, \u219732m, \u219857m)<\/strong><\/p>\n<p>Anmerkung: Die H\u00f6henunterschiede sind GPS-Gezitter, der Bahnhof hat sich ja nicht w\u00e4hrend meiner Zeit da 25m in den Boden gegraben. Und 32m H\u00f6henunterschied halte ich auch f\u00fcr 20m zu viel&#8230;<\/p>\n<p>Dort angekommen schaltete ich nun endlich mal das GPS ein, was ich vorher irgendwie verpeilt hatte &#8211; die Messungen hier sind nachtr\u00e4glich anhand des Fahrplans hingefaked, was so aber nat\u00fcrlich auch nur klappt, weil die Z\u00fcge in der Schweiz den Fahrplan nicht nur als Empfehlung ansehen.<\/p>\n<p>In Tirano waren Himmel und Menschen unterwegs, im \u00f6rtlichen Caf\u00e9 war alles besetzt. Das ist v\u00f6llig normal, bis zur Abfahrt des Bernina-Express dauerte es noch 20min, danach ist es erheblich einfacher einen Platz zu kriegen. Ich nutzte die Zeit f\u00fcr einen Spaziergang zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninabahn#\/media\/Datei:Berninabahn_tirano_1.jpg\">Kreisverkehr<\/a>, um da die Eisenbahn zu knipsen. Das klappte auch prima, und weil dann noch etwas Wartezeit bis zum Gegenzug war und das Thermometer an der dortigen Apotheke sportliche 34\u00b0C anzeigte, dachte ich mir so, man k\u00f6nnte ja <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Basilika_Madonna_di_Tirano\">die Kirche<\/a> auch mal von innen angucken, vielleicht ist es da etwas wohltemperierter.<\/p>\n<p>Und siehe da, ich kam problemlos in die Kirche rein und ging auch nicht beim \u00dcberschreiten der Schwelle in Flammen auf. Tats\u00e4chlich ist diese Kirche wirklich sehenswert, sehr eindrucksvolle Glasmalereien und eine beeindruckende Orgel gibt es da zu bestaunen. Glaubt man gar nicht was f\u00fcr eine Pracht da in diesem Kuhkaff in die Kirche gebaut wurde. Aber gut, ich habs mit dem Glauben ja ohnehin nicht so, ich find es regelm\u00e4\u00dfig am beeindruckendsten, dass die damaligen Statiker das alles so gut hingerechnet haben, dass das heute noch steht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20260812\/t-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Nach einer Kurzvisite der Kirche stand nun &#8222;Eisbecher&#8220; essen auf dem Programm. Dazu ging es nun zur\u00fcck zum Bahnhofsvorplatz &#8211; das Thermometer an der Apotheke zeigte inzwischen 37\u00b0C&#8230; Der Bernina-Express war zwischenzeitlich abgefahren, und so gab es nun auch Sitzpl\u00e4tze. Wie sich herausstellte, hatte die nette Italienerin, die ich von fr\u00fcheren Besuchen her kannte, den Laden inzwischen verkauft. Der wird nun von Asiaten betrieben, was aber nix am Angebot \u00e4nderte. Dementsprechend gab es einen sch\u00f6nen Eisbecher, und weil das noch nicht reichte, wurde mit einem Milchshake nachgesp\u00fclt. Lustig wurde es nur beim Bezahlen, denn an meinem Tisch sa\u00dfen au\u00dfer mir noch zwei \u00e4ltere Herren aus einer Reisegruppe, deren Bier ich nat\u00fcrlich nicht zahlen wollte. Der Bedienung am Tresen das begreiflich zu machen war etwas komplizierter, denn die sprachen nur sehr wenig Englisch.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckfahrt (60.7 km, 2:34h, \u21971911m, \u2198812m)<\/strong><\/p>\n<p>Anmerkungen: Die unterschiedlichen H\u00f6hen bei Hin- und R\u00fcckfahrt liegen am GPS &#8211; die Hinfahrt hab ich nicht getrackt und hinterher anhand der Streckendaten von Wikipedia gefaked, die R\u00fcckfahrt enth\u00e4lt alle GPS-Messwerte aus dem fahrenden Zug, wo es naturgem\u00e4\u00df durch die Abschirmung auch mal Ausrei\u00dfer gibt.<\/p>\n<p>Nachdem das dann auch erfolgreich abgehakt war konnte die R\u00fcckfahrt beginnen. Da gab es nun keinen offenen Wagen, so dass ich eben im normalen erstklassigen Abteil Platz nahm. Die Scheiben lassen sich da auch \u00f6ffnen, und etwas Polster unterm Hintern ist auf Dauer dann doch auch ganz nett.<\/p>\n<p>Das Wetter kippte nun allerdings w\u00e4hrend der Fahrt \u00fcberraschend schnell. In Tirano war noch immer br\u00fctende Hitze mit ein paar einzelnen Gewitterwolken, die da am Entstehen waren. Noch vor Brusio allerdings fing es bereits an zu regnen. Kein Wolkenbruch, nur ein paar einzelne Tropfen, aber immerhin. Die Station Alp Gr\u00fcm war zwischenzeitlich auch von Wolken verdeckt, und links wie rechts ballten sich ziemlich d\u00fcster aussehende Gewitterzellen.<\/p>\n<p>Damit war nun zum Gl\u00fcck wenigstens die Sonne mal daran gehindert, alles noch weiter aufzuheizen. Abgesehen von den paar Tropfen da bei Brusio blieb es trocken, und auch die guten Aussichten wurden nur teilweise von den Wolken eingerahmt. In St. Moritz angekommen hatte ich nun noch geplant, statt direkt ins Hotel zu laufen noch eine Runde um den See zu marschieren, damit wenigstens ein paar weniger Kilometer ebener Spaziergang gemacht wurden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20260812\/t-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p><strong>Spaziergang (4.4 km, 0:45h, \u2197220m, \u2198131m)<\/strong><\/p>\n<p>Anmerkung: Nix bergab hier, es ging einmal um den St. Moritzersee, und der ist topfeben. Achtzig Meter nach oben in Richtung Hotel kann aber schon stimmen.<\/p>\n<p>Der Plan wurde auch umgesetzt, allerdings im beschleunigten Schweinsgalopp. In Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Malojapass\">Malojapass<\/a> dr\u00e4uten sich dunkelste Wolken (sowas wollte ich schon immer mal schreiben), und der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Donnergott\">Donnergott<\/a> der Religion der Wahl machte sich ebenfalls lautstark bemerkbar. Also wurde der Seerundgang in Gangart FF (flotten Fu\u00dfes) absolviert, zumal ich dann auch mal dringend auf den Lokus musste. Das klappte auch alles ganz hervorragend, der gro\u00dfe Regen erwischte mich nicht.<\/p>\n<p><strong>Abendprogramm<\/strong><\/p>\n<p>Zwischenzeitlich war mir aufgefallen, dass meine Arme seltsam dunkelbraunr\u00f6tlich aussahen, was sie am Vortage noch nicht taten. Meine erste Vermutung war Sonnenbrand, aber da fehlten die anderen Symptome wie trockenes Hautgef\u00fchl und Schmerzen beim Anfassen. Tats\u00e4chlich war es auch kein Sonnenbrand, sondern gesammelter Flugrost von der Bahnfahrt im offenen Wagen. Der hatte sich auf den Unterarmen und im Nacken breitgemacht, also \u00fcberall wo er am schwitzenden K\u00f6rper klebengeblieben war. Ich sah stellenweise aus, als h\u00e4tte ich mich mit Br\u00e4unungscreme eingeschmiert gehabt, und als ich unter die Dusche stieg sah das Wasser unten aus, als sei der gesamte Rost aus der Leitung rausgesp\u00fclt worden. Ich hatte offensichtlich auch noch nicht alle Stellen erwischt, denn der Kragen vom Bademantel sah anschlie\u00dfend auch dunkelbraun statt wei\u00df aus&#8230;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20260812\/t-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Bis zum Abendessen war nun trotzdem noch Zeit, und weil es nach wie vor bzw. schon wieder in den Waden zwickte ging es wieder in die Sauna. Da kann man auch lustig Feldstudien \u00fcber das Verhalten betreiben. Deutsche sind da in aller Regel v\u00f6llig unverkrampft, w\u00e4hrend Leute aus anderen L\u00e4ndern sich da in drei Lagen Handt\u00fccher einwickeln. W\u00e4hrend ich da also nach der Sauna noch eine Weile mit einem Zitronenwasser auf der Liege lag und durch die gro\u00dfe Scheibe nach drau\u00dfen guckte stellte ich also fest, dass der gro\u00dfe Regen nun doch auch in St. Moritz angekommen war. Es war aber wirklich nur Regen, von Blitzdonnerwetter hab ich nix mitbekommen. Der ganze Spa\u00df dauerte auch nicht lange, als ich eine reichliche halbe Stunde sp\u00e4ter die paar Meter zum Italiener lief war der Regen schon vorbei.<\/p>\n<p>Beim Italiener gab es wieder lecker Pizza und ebenso lecker Bier, und damit war der Tag dann auch irgendwie rum. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass das gro\u00dfe Gewitter f\u00fcnf Kilometer weiter f\u00fcr ordentlich Verw\u00fcstung gesorgt hatte. Aber das wird dann Thema f\u00fcr den n\u00e4chsten Beitrag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selten lie\u00df sich ein Urlaubstag so treffend in nur drei Worten zusammenfassen. 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