{"id":5221,"date":"2026-09-09T21:13:35","date_gmt":"2026-09-09T19:13:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=5221"},"modified":"2026-09-09T21:13:35","modified_gmt":"2026-09-09T19:13:35","slug":"von-hier-nach-da","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2026\/09\/09\/von-hier-nach-da\/","title":{"rendered":"Von hier nach da"},"content":{"rendered":"<p>Der erste Abschnitt des Urlaubs neigte sich dem Ende zu, und nach der anstrengenden Wanderung oberhalb von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wengen_BE\">Wengen<\/a> war ein Tag ohne gro\u00dfe Wanderung genau das richtige Kontrastprogramm. Stattdessen war viel Bahn fahren angesagt, was ja in der Schweiz in den allermeisten F\u00e4llen problemlos funktioniert.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der f\u00fcr mich relevante Zug fuhr erst halb elf ab, daher war ausnahmsweise ein sp\u00e4tes und umso ausf\u00fchrlicheres Fr\u00fchst\u00fcck angesagt. Danach hie\u00df es nun Schl\u00fcssel abgeben und aus dem Hotel auschecken. Dort gab es &#8211; f\u00fcr die angesagten hochsommerlichen Temperaturen unpassend &#8211; Schokolade und &#8211; f\u00fcr die angesagten hochsommerlichen Temperaturen passend &#8211; Getr\u00e4nke mit auf den Weg. Zus\u00e4tzlich kaufte ich mir gleich noch ein weiteres Sixpack <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rivella\">Zuckerwasser<\/a>, auch wenn ich es heute in den klimatisierten Z\u00fcgen wohl kaum brauchen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Etappe 1 &#8211; Interlaken Ost nach Bern<\/strong><\/p>\n<p>Der Zug wurde 10 Minuten vor Abfahrt bereitgestellt und ich suchte mir ein h\u00fcbsches Pl\u00e4tzchen im Oberdeck in Fahrtrichtung rechts, denn wenn man schon bei sommerlich wolkenlosem Wetter durch die Gegend f\u00e4hrt, will man ja auch den guten Ausblick auf den See haben. In diesem Fall auf den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thunersee\">Thunersee<\/a> auf der Fahrt Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spiez\">Spiez<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thun\">Thun<\/a>. Ansonsten gibt es zur Fahrt eigentlich nicht viel zu sagen, der Zug war zu dieser Uhrzeit ziemlich leer, und sobald man Thun erreicht hat wird die Fahrt auch eher langweilig. Die Berge liegen hinter einem, und erst kurz vor Bern wird es mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lorraineviadukt\">Lorraineviadukt<\/a> nochmal spannend.<\/p>\n<p>In Bern war dann wieder z\u00fcgig Umsteigen angesagt, das war diesmal auch alles \u00fcberhaupt kein Problem, in zehn Minuten einmal die Treppe hoch und nebenan wieder runter kriegt man dank Rolltreppe auch mit Koffer hin. Und dann ging die sch\u00f6ne Fahrt auch schon weiter in Richtung Z\u00fcrich.<\/p>\n<p><strong>Etappe 2 &#8211; Bern nach Z\u00fcrich<\/strong><\/p>\n<p>Dar\u00fcber viel zu erz\u00e4hlen ist eigentlich noch langweiliger &#8211; die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neubaustrecke_Mattstetten%E2%80%93Rothrist\">Bahn 2000-Strecke<\/a> f\u00fchrt parallel zur Autobahn und teilweise in einem Einschnitt quer durch eher flache Landschaft und hat damit viel \u00c4hnlichkeit mit den Schnellfahrstrecken in Deutschland, wo man immer dann, wenn es eigentlich mal was zu sehen g\u00e4be in einen Tunnel reinf\u00e4hrt. Der sehenswerteste Teil der Strecke ist eben kurz nach der Abfahrt aus Bern der Lorraineviadukt mit Blick auf die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berner_Altstadt\">Altstadt<\/a>. Danach biegt man in Bern Wankdorf nun eben links ab statt rechts in Richtung Thun und dann geht es quasi immer gerade aus.<\/p>\n<p>Der wichtigste Knotenpunkt der Schweiz &#8211; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Olten\">Olten<\/a> &#8211; wurde ohne Halt durchfahren und einige Tunnel sp\u00e4ter ist der Zug dann schon hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aarau\">Aarau<\/a> und man schl\u00e4ngelt sich durch die umfangreichen Gleisanlagen im Westen von Z\u00fcrich. Der Zug selbst war auch nur m\u00e4\u00dfig besucht, und so verging die Fahrt ziemlich ereignislos. Die Umsteigezeit in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Z%C3%BCrich_Hauptbahnhof\">Z\u00fcrich<\/a> passte diesmal zum Gl\u00fcck, denn ich musste vom Untergeschoss in die Haupthalle hoch. Zum Gl\u00fcck hab ich das ja schon mehrfach hinter mir und wei\u00df dementsprechend ungef\u00e4hr, wo es langgeht.<\/p>\n<p><strong>Etappe 3 &#8211; Z\u00fcrich nach Chur<\/strong><\/p>\n<p>Der IC nach Chur war vergleichsweise gut besucht, ich fand aber noch einen schicken Sitz in Fahrtrichtung auf der linken Seite &#8211; was auf dieser Strecke ja sehr wichtig ist. Die weiteren Fahrg\u00e4ste im Waggon sprachen Englisch und geh\u00f6rten offensichtlich zu mindestens zwei Reisegruppen. Und somit ergaben sich in der folgenden Stunde nun sehr spannende kulturelle Einblicke &#8211; neben den Ausblicken aus dem Fenster auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Z%C3%BCrichsee\">Z\u00fcrichsee<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walensee\">Walensee<\/a> nat\u00fcrlich. Und weil es so sch\u00f6n ist, gibt es eine <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7VKKEoOWSUI\">F\u00fchrerstandsmitfahrt bei youtube<\/a>.<\/p>\n<p>Die eine Reisegruppe waren Amis. Die unterhielten sich in einer Lautst\u00e4rke, dass der ganze Wagen jedes Wort mitbekam, und au\u00dferdem war die Aussicht auf den See &#8222;bloody awesome&#8220; und &#8222;absolutely fantastic&#8220;. Nebenbei erfuhr ich dann auch gleich die weiteren Reisepl\u00e4ne der Gruppe, n\u00e4mlich Fahrt nach St. Moritz und einige Tage sp\u00e4ter Fahrt mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Glacier_Express\">Glacier Express<\/a> nach Zermatt. Kann man schon machen, aber eben leise.<\/p>\n<p>Der komplette Gegensatz dazu waren die zwei P\u00e4rchen schr\u00e4g gegen\u00fcber im Viererabteil. Die sprachen auch Englisch, aber kaum h\u00f6rbar. Au\u00dferdem dr\u00fcckten sie sich deutlich gew\u00e4hlter aus, so in der Art &#8222;yes, these views are rather lovely, don&#8217;t you think?&#8220; Richtig, das waren Briten, wie kommt man nur darauf?<\/p>\n<p>Die Fahrt selbst war davon abgesehen nat\u00fcrlich ganz wundervoll. Nach der Ausfahrt aus Z\u00fcrich gondelt man ja zun\u00e4chst durch einen l\u00e4nglichen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zimmerberg-Basistunnel\">Tunnel<\/a> bis <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Thalwil\">Thalwil<\/a>, aber ab dort dann immer am Seeufer entlang. Da war allerhand Betrieb mit Booten, die Freib\u00e4der waren bei inzwischen \u00fcber 30\u00b0C auch gut besucht. Nach dem Z\u00fcrichsee h\u00e4lt man ja anschlie\u00dfend noch auf den Walensee zu, der ist zwar viel kleiner, aber die Aussicht noch viel spektakul\u00e4rer mit den hohen Bergen im Hintergrund. Da verzweifelten die Amis dann allerdings, denn immer wenn sie ein Foto machen wollten fuhr der Zug in einen Tunnel ein.<\/p>\n<p>Der letzte Abschnitt von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sargans\">Sargans<\/a> nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chur\">Chur<\/a> ist dann ja vergleichsweise langweilig, einfach entlang der Autobahn mit Bergen im Hintergrund. Die Reisegruppen machten dann schon Hektik von wegen Umsteigen und so wenig Zeit und bla und laber. Im Endeffekt musste man es dann ja trotzdem nur unfallfrei quer \u00fcber den Bahnsteig laufen.<\/p>\n<p><strong>Etappe 4 &#8211; Chur nach St. Moritz<\/strong><\/p>\n<p>Der sch\u00f6nste Abschnitt der Fahrt war &#8211; ganz im Sinne der perfekten Reisedramaturgie &#8211; der letzte. Nat\u00fcrlich bin ich die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albulabahn\">Albulastrecke<\/a> seit 2011 schon mehrfach hoch und runter gefahren, aber sie ist ja eben nicht grundlos UNESCO Welterbe. Und bei allersch\u00f6nstem Sonnenschein konnte man die Fahrt auch entsprechend genie\u00dfen. Diverse Fahrg\u00e4ste machten quasi pausenlos Fotos, insbesondere nat\u00fcrlich von der \u00dcberfahrt des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landwasserviadukt\">Landwasserviaduktes<\/a>. Ich konnte mir das verkneifen, das stand ja f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage noch auf dem Programm. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=tnUxvl7gZOw\">F\u00fchrerstandsmitfahrten<\/a> kann man sich aber geben.<\/p>\n<p>Hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Filisur\">Filisur<\/a> geht es ja dann in spektakul\u00e4rster Art und Weise noch 600 H\u00f6henmeter nach oben, insbesondere zwischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berg%C3%BCn\/Bravuogn\">Berg\u00fcn<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Preda\">Preda<\/a> f\u00e4hrt der Zug ja quasi Karussell. Der Bahnhof Preda hatte sich seit meinem letzten Besuch ziemlich ver\u00e4ndert &#8211; der neue <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albulatunnel\">Albulatunnel<\/a> ist ja inzwischen fertig. Ich genoss einfach die Fahrt, f\u00fcr die kommenden Tage war auch hier noch eine Wanderung angesagt.<\/p>\n<p>Und so erreichte ich kurz vor 16 Uhr schlie\u00dflich St. Moritz, den einzigen mir bekannten Ort, wo man in der Bahnhofstiefgarage an einem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rolls-Royce_Motor_Cars\">Rolls-Royce<\/a> vorbeilaufen kann. Danach folgen drei Rolltreppen oder alternativ 188 bis 192 Treppenstufen (ich z\u00e4hlte in den Folgetagen mehrfach nach, hab mich aber immer verhaspelt&#8230;). Die letzten Meter zum Hotel waren dann die anstrengendsten des Tages, immerhin ging es da nochmal steil bergauf.<\/p>\n<p>Das Hotel der Wahl liegt sehr zentral mit kurzen Wegen in alle Richtungen, da verschmerzt man das gerne &#8211; au\u00dferdem h\u00e4tte ich mir ja den Chauffeurservice buchen und mich vom Bahnhof abholen lassen k\u00f6nnen. So dekadent bin ich dann aber doch noch nicht, zumal sie mich nur mit einem einfachen Kleinbus abgeholt h\u00e4tten und nicht mit dem Rolls-Royce, wie er nebenan vorm <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kulm_Hotel_St._Moritz\">Nobelhotel<\/a> geparkt steht.<\/p>\n<p>Den Rest des Nachmittags verbrachte ich gem\u00fctlich im Hotelzimmer heruml\u00fcmmelnd. Hier schaltete ich auch zum ersten Mal in diesem Urlaub (und das erste Mal seit Monaten \u00fcberhaupt) das Farbglotzofon an. Drei Stunden Zapping durch 60 Kan\u00e4le sp\u00e4ter war ich zu der \u00dcberzeugung gelangt, dass ich nichts verpasst hatte, so dass der Abend mit der Kika <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bernd_das_Brot#Nachtschleife\">Nachtschleife<\/a> und Bernd dem Astrobrot beendet wurde: &#8222;Mist!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der erste Abschnitt des Urlaubs neigte sich dem Ende zu, und nach der anstrengenden Wanderung oberhalb von Wengen war ein Tag ohne gro\u00dfe Wanderung genau das richtige Kontrastprogramm. 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