{"id":5168,"date":"2026-07-30T19:52:02","date_gmt":"2026-07-30T17:52:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=5168"},"modified":"2026-07-30T20:01:33","modified_gmt":"2026-07-30T18:01:33","slug":"mixtape-der-woche-82","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2026\/07\/30\/mixtape-der-woche-82\/","title":{"rendered":"Mixtape der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Hitze! Feuer! Brennen! Gut, wir steigen diese Woche direkt in den innersten Kreis der H\u00f6lle ein, und zumindest rein temperaturtechnisch ist Sachsen-Anhalt auch die H\u00f6lle (heute 39.7 Grad in Bernburg und damit Spitzenreiter in Deutschland). Im S\u00fcden der Republik beginnen morgen bei ungef\u00e4hr 30 Grad die Sommerferien, w\u00e4hrend im hohen Norden die Fraktion der Schwarzshirttr\u00e4ger \u00fcber \u00c4cker latscht, im Matsch versackt (dieses Jahr eher weniger) und sich dann vor den Trib\u00fcnen einfindet, um den zarten Kl\u00e4ngen verzerrter Gitarren zu lauschen: Wacken steht wieder mal an.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mir ist das ja a) alles zu gro\u00df und b) eh zu weit weg und c) gibt es livestreaming. Da g\u00f6nne ich mir nachher Savatage und trinke dazu eisgek\u00fchlte Getr\u00e4nke. Soviel zum Plan, und in diesem Zusammenhang sind wir dann auch beim Mixtape der Woche. Thema diesmal: Live on Stage, denn da gibt es so einige Sachen, die im Studio eher so &#8222;och naja, nicht ganz schlecht&#8220; und live &#8222;geht ab wie Schmidt&#8217;s Katze&#8220; einsortiert werden. Andere Songs waren im Studio schon der Knaller, wurden aber live dann auf die eine oder andere Art noch weiter aufgewertet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/2tv2oDLPa92DRMk7RhLRfW?si=ed5ec048cd2f4468\">Led Zeppelin &#8211; Whole Lotta Love<\/a><\/p>\n<p>Die Zeppeline waren live in den fr\u00fchen 70er Jahren eine Macht. Da wurde gegroovt und gejammt und der klassische Blues in seiner elektrifizierten Form gelebt. Der spacige Mittelteil des Songs wurde live mit einem Medley von Blues-Standards verziert, so dass daraus mal eben eine Jam-Session von 20 Minuten entstand. Nachzuh\u00f6ren auf dem 2003 erschienenen &#8222;How The West Was Won&#8220; mit Liveaufnahmen von 1972.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/09LPNmjJbr4OxBfrJEdOcv?si=b234d5ba68e9412f\">Rainbow &#8211; Catch The Rainbow<\/a><\/p>\n<p>Der Song aus dem Deb\u00fctalbum von Rainbow von 1975 war eine eher schlafm\u00fctzige Angelegenheit. Ein Jahr sp\u00e4ter trat die Band um Ritchie Blackmore und Ronnie James Dio mit runderneuertem Lineup an, so dass gerade Cozy Powell am Schlagzeug und Jimmy Bain am Bass f\u00fcr ungeheuer viel Druck sorgten. Dar\u00fcber hinaus improvisierte Ritchie nach Lust und Laune. Das wurde auf dem Livealbum &#8222;On Stage&#8220; festgehalten, welches aber r\u00fcckblickend betrachtet gar nicht mal so gut ist, denn es wurde gr\u00f6\u00dftenteils in Japan aufgenommen, wo das Publikum vergleichsweise verhalten reagierte. Die wahre Magie fand in Europa statt, und erst Jahrzehnte sp\u00e4ter &#8211; n\u00e4mlich 2006 &#8211; wurden einige dieser Konzerte offiziell ver\u00f6ffentlicht (Live in D\u00fcsseldorf, Live in K\u00f6ln &#8211; die Version ist hier verlinkt, Live in N\u00fcrnberg). Aus den reichlich sechs Minuten der Studiofassung wurden hier mehr als das doppelte, und die Art und Weise wie die Band nach dem ruhigen Mittelteil voll einsteigt ist einfach nur majest\u00e4tisch.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/7BNnwuJj2w023oJKjM82P9?si=35d4106bd3864d87\">Lynyrd Skynyrd &#8211; Freebird<\/a><\/p>\n<p>&#8222;What song is it you wanna hear?&#8220; &#8222;Freebird!&#8220; Die Livefassung des Songs stammt vom 76&#8217;er Album &#8222;One More For The Road&#8220; und ist das einzige Livedokument der Band, welches vor dem tragischen Flugzeugabsturz 1977 ver\u00f6ffentlicht wurde. Noch heute wird auf Konzerten in Amerika nach Freebird gerufen, egal wer da grade auf der B\u00fchne steht. Die Art und Weise, wie der Song nach den ersten paar Minuten mit drei Gitarren Fahrt aufnimmt ist aber auch unwiderstehlich. Zum Vergleich gibt es noch das <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=s_fHzTO4cH0\">Video aus dem Oakland Coliseum<\/a> von 1977 &#8211; da sieht man dann das Publikum auch entsprechend abgehen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/3f0fdE9LeF5L9edzXDgwgp?si=e3af018c57174b14\">Blind Guardian &#8211; The Bard&#8217;s Song<\/a><\/p>\n<p>Der Song war 1992 auf &#8222;Somewhere Far Beyond&#8220; irgendwo als L\u00fcckenf\u00fcller zwischen ein paar h\u00e4rteren Nummern dazwischengerutscht und entwickelte danach ein Eigenleben. Live gibt es da nur akustische Gitarre, Hansi braucht auch nicht singen, das \u00fcbernimmt das Publikum, und \u00fcberhaupt ist das dann ein ziemlich magischer Moment. Jaja, das Album war schon Album der Woche (Live von 2003), deswegen passend zum Thema noch ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=i-IcX_bccFc\">Video aus Wacken<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/7zhgKYpIXsjYfNytAjEa1I?si=491af48e1b0148ac\">Die \u00c4rzte &#8211; \u2640 <i id=\"mwkg\">(Feminin)<\/i><\/a><\/p>\n<p>Die drei Doktoren aus Berlin (aus Berlin!) machen live totales Chaos mit vielen dummen Spr\u00fcchen, bei denen die Musik gelegentlich zur Nebensache wird. Bl\u00f6dsinnige Ansagen, ver\u00e4nderte Texte, und manchmal wird auch einfach der ganze Song durch den Wolf gedreht. Hauptsache Spa\u00df. Ein sch\u00f6nes Beispiel ist diese Version aus dem Album &#8222;Nach uns die Sintflut&#8220; von 1988 mit ungef\u00e4hr 2 Minuten Song, 7 Minuten Ansage an die kreischenden M\u00e4dels und die w\u00fctenden Jungs (warum musste Deutschland auch in der EM so doof spielen?) und dem abschlie\u00dfenden &#8222;fruchtbaren Dialog&#8220;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/7ajPDMxJkj2UCCGE2tnC9u?si=9a2d8f0607924f64\">Pink Floyd &#8211; Comfortably Numb<\/a><\/p>\n<p>Das Livealbum &#8222;P.U.L.S.E&#8220; von 1995, aufgenommen im Vorjahr, gilt bis heute als wegweisender Meilenstein, insbesondere in der audiovisuellen Variante. Die Lightshow setzte Ma\u00dfst\u00e4be und ist noch heute unerreicht, man spielte &#8222;Dark Side Of The Moon&#8220; am St\u00fcck und haute dann im Zugabenblock nochmal alles rein. David Gilmour steht da mit Jeans und T-Shirt auf der B\u00fchne und spielt ein Solo, welches viele als das beste Gitarrensolo aller Zeiten ansehen. Das muss man sich <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7kWl-ZGMwkQ\">als Video reinziehen<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/2FUJZ1HMAvXgGkEiqd9qa5?si=90fcf1f786d8407a\">Iron Maiden &#8211; Fear Of The Dark<\/a><\/p>\n<p>Die Albumversion des Songs aus dem gleichnamigen Album von 1992 war eher unspektakul\u00e4r, wie auch das ganze Album eher mittelm\u00e4\u00dfig war. Bruce hatte Probleme mit der Stimme, der Mix war auch nicht mehr das, was er unter Martin Birch mal war, und so richtig spektakul\u00e4r wurde der Song eigentlich erst live nach der Jahrtausendwende, so wie hier aus dem 2001 erschienenen &#8222;Rock In Rio&#8220; &#8211; welches schon mal Album der Woche war, aber was solls. Das muss man sich eigentlich auch <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6PDMtqejNfs\">als Video<\/a> (aus dem Album &#8222;En Vivo!&#8220; von 2012) reinziehen.<\/p>\n<p>Bonus:<\/p>\n<p>Das m\u00f6glicherweise beste Beispiel daf\u00fcr, worum es bei einem Livekonzert geht, brachten <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dDYzUqUpbQU\">Queen 1985 bei ihrem Live-Aid<\/a> Auftritt auf den Punkt. 20 Minuten Zeit, sechs Welthits und Freddie dirigiert ein proppevolles Wembley-Stadion.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hitze! Feuer! Brennen! Gut, wir steigen diese Woche direkt in den innersten Kreis der H\u00f6lle ein, und zumindest rein temperaturtechnisch ist Sachsen-Anhalt auch die H\u00f6lle (heute 39.7 Grad in Bernburg und damit Spitzenreiter in Deutschland). 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