{"id":5028,"date":"2025-09-15T20:35:12","date_gmt":"2025-09-15T18:35:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=5028"},"modified":"2025-09-17T20:06:29","modified_gmt":"2025-09-17T18:06:29","slug":"regen-zuege-noch-mehr-regen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2025\/09\/15\/regen-zuege-noch-mehr-regen\/","title":{"rendered":"Regen, Z\u00fcge, noch mehr Regen"},"content":{"rendered":"<p>Der letzte Urlaubstag vor der Heimreise war v\u00f6llig verregnet. Die Wettervorhersage hatte es lang und breit Tage vorher angek\u00fcndigt, und ich hatte mir schon vorher einen Schlechtwetterplan ausgeknobelt, denn nur dusslig im Hotelzimmer rumsitzen ist ja keine Option, dusslig in Zimmern rumsitzen kann ich auch daheim. Also ging es auf eine schienengebundene Kreuzfahrt durch die Ostschweiz.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das ganze Palaver zum Thema Aufstehen und Fr\u00fchst\u00fccken lasse ich mal weg, durch konstante Wiederholung der Tatsachen, dass ich Br\u00f6tchen mit Marmelade und Br\u00f6tchen mit Nutella gegessen und dazu Orangensaft und Kaffee getrunken habe wird der Eintrag ja auch nicht lesenswerter&#8230; \ud83d\ude09 Auf jeden Fall ging es danach wenig \u00fcberraschend zum Bahnhof, was dank unterirdischen Zugangs sogar ziemlich trockenen Fu\u00dfes gelang.<\/p>\n<p><strong>Abfahrt Richtung Norden<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Zug des Tages fuhr in Richtung Z\u00fcrich. Er kurvte also <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Zug%E2%80%93Luzern\">\u00fcber Rotkreuz und Zug<\/a> in nordwestlicher Richtung, knickte dann <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Thalwil%E2%80%93Zug\">nach Norden ab<\/a>, durchquerte zwei Tunnel und kam dann oberhalb des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Z%C3%BCrichsee\">Z\u00fcrichsees<\/a> wieder raus. Nun ging es noch ein paar H\u00f6henmeter abw\u00e4rts in nordwestlicher Richtung bis zum Bahnhof <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Thalwil\">Thalwil<\/a>, wo man <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Linksufrige_Z%C3%BCrichseebahn\">die Strecke<\/a> trifft, die dann am S\u00fcdufer des Z\u00fcrichsees in den Fernen Osten (der Schweiz) f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Erstaunlicherweise hatten wir auf dieser Fahrt satte vier Minuten Versp\u00e4tung angesammelt, so dass es mit dem ersten Umstieg des Tages sogar \u00fcberraschend knapp wurde. Also raus ausm Zug, beim Treppesteigen elegant den Regentropfen ausweichen, am anderen Bahnsteig die Treppe wieder runterstolpern, und da fuhr auch schon der Zug ein, mit dem es weitergehen sollte.<\/p>\n<p>Eine F\u00fchrerstandsmitfahrt bei besserem Wetter ist auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WzEBxjg4e7I\">youtube<\/a> verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p><strong>Seen gesehen<\/strong><\/p>\n<p>Im Zug Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chur\">Chur<\/a> war dummerweise kein Platz mehr auf der in Fahrtrichtung linken Seite frei, von wo aus man allerbeste Sicht auf die Seen gehabt h\u00e4tte, an denen die Strecke entlangf\u00fchrt. Nun gut, lerne ich eben auch endlich mal die Aussicht auf der anderen Seite kennen &#8211; nicht dass es vor lauter Wolken nennenswert etwas zu sehen gegeben h\u00e4tte. Die Berge waren allenfalls zu erahnen, die ganze Szenerie f\u00fchlte sich also reichlich gespenstisch an, w\u00e4hrend die Fahrtger\u00e4usche nur vom Trommeln des Regens aufgelockert wurden.<\/p>\n<p>Der Zug rollte nun in flottem Tempo in Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walensee\">Walensee<\/a>, da sah man dann auch tats\u00e4chlich die ersten Berge, einfach weil der Einschnitt dort schmal genug ist, durch den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Sargans%E2%80%93Ziegelbr%C3%BCcke\">die Bahnstrecke<\/a> f\u00fchrt. Die Wolken hielten sich hartn\u00e4ckig in den Bergflanken, die Spitzen der Berge waren weiterhin in undurchdringliches grau geh\u00fcllt. Und der Walensee selbst sah auch nicht sch\u00f6n t\u00fcrkisblau, sondern deprimiert graublau aus. Trotzdem spektakul\u00e4r.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Chur%E2%80%93Rorschach\">weitere Strecke<\/a> bis nach Chur f\u00fchrt am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alpenrhein\">Alpenrhein<\/a> entlang und ist dann weniger spektakul\u00e4r, auf der parallel verlaufenden Autobahn war jedenfalls auch nicht allzu viel los. Und damit war dann auch sch\u00f6n der \u00f6stlichste Punkt der Rundreise erreicht, in Chur war Umsteigen auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rh%C3%A4tische_Bahn\">schmale Spur<\/a> angesagt, und dann sollte es in wests\u00fcdwestlicher Richtung weitergehen.<\/p>\n<p>Eine F\u00fchrerstandsmitfahrt bei bestem Wetter gibt es bei <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7VKKEoOWSUI\">youtube<\/a>, Thalwil ab Minute 5:22.<\/p>\n<p><strong>Multiple Rheinquerungen<\/strong><\/p>\n<p>Das Umsteigen in Chur war \u00fcberhaupt kein Problem, der Zug war quasi leer, ich hatte also die freie Sitzplatzwahl. Die Fahrt f\u00fchrte nun <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Landquart%E2%80%93Thusis\">aus Chur hinaus<\/a> am Rhein entlang und am Zusammenfluss von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorderrhein\">Vorder<\/a>&#8211; und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hinterrhein\">Hinterrhein<\/a> \u00fcber beide dr\u00fcber und anschlie\u00dfend in gem\u00fctlichem Tempo in die ber\u00fchmte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ruinaulta\">Rheinschlucht<\/a>. Die habe ich ja 2019 schon durchwandert, von daher war mir die Strecke gut bekannt. Im Schmuddelwetter des Tages waren die Eindr\u00fccke aber eben doch nochmal ganz andere. Die ganze Gegend war quasi menschenleer, keine verr\u00fcckten Wanderer oder Wildwasserkanuten, nur viele steile Felsw\u00e4nde links und rechts, und mittendrin der Rhein und die Bahnstrecke, die diesen mehrfach kreuzt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Reichenau-Tamins%E2%80%93Disentis\/Must%C3%A9r\">Die Strecke<\/a> steigt dabei kontinuierlich an, f\u00fchrt schlie\u00dflich aus der Schlucht hinaus Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ilanz\/Glion\">Ilanz<\/a> (der ersten Stadt am Rhein) und kurvt dann weiter am n\u00f6rdlichen Hang entlang hinauf nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Disentis\/Must%C3%A9r\">Disentis\/Must\u00e9r<\/a>. Der Ort wird ja vom gro\u00dfen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kloster_Disentis\">Kloster<\/a> dominiert, und gleichzeitig markiert er das Ende der Welt &#8211; also der Welt der rh\u00e4tischen Bahn. Hier am Bahnhof wechselt man auf die Gleise der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Matterhorn-Gotthard-Bahn\">Matterhorn-Gotthard-Bahn<\/a>, die zwar die gleiche Spurweite haben, aber steiler trassiert sind und daher Loks mit Zahnradunterst\u00fctzung ben\u00f6tigen. W\u00e4hrend man im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Glacier_Express\">Glacier Express<\/a> hier also einen kurzen Aufenthalt f\u00fcr den Lokwechsel hat, endet der Regionalzug hier, das selbstverladende St\u00fcckgut wird gebeten auszusteigen.<\/p>\n<p>Das war auf dem Papier der knappste Umstieg des Tages, drei Minuten nur. Allerdings muss man nur aus dem Zug raus, einmal quer \u00fcber den Bahnsteig laufen (gesch\u00e4tzte 7 Meter) und auf der anderen Seite wieder in den bereitstehenden Zug einsteigen. In der vorhandenen Zeit h\u00e4tte ich auch noch am Snackautomaten am Bahnsteig was erstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die passende F\u00fchrerstandsmitfahrt bei wolkenlosem Sonnenschein, damit man die Landschaft auch wirklich sieht, gibt es auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=REIlUfIerac\">youtube<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Berg hoch und Berg runter<\/strong><\/p>\n<p>Direkt hinter dem Bahnhof Disentis beginnt auch gleich der erste Zahnstangenabschnitt, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Furka-Oberalp-Bahn\">die Strecke<\/a> f\u00fchrt nun steil bergauf auf \u00fcber 2000 Meter in Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oberalppass\">Oberalppass<\/a>. Da in der Ecke entspringt auch der Rhein, von der ganzen unwirtlichen Natur war aber nur sehr wenig zu sehen, denn gr\u00f6\u00dftenteils fuhr der Zug durch dichte tiefh\u00e4ngende Regenwolken, die nur hier und da mal einen Blick auf nasse Wiesen freigaben.<\/p>\n<p>Direkt vor dem Oberalppass geht es dann ohnehin ewig lange durch Tunnel und Lawinengalerien, bevor man oben an der Passh\u00f6he rauskommt. Dort war witzigerweise bessere Sicht, denn die erste Wolkenschicht hatte man nun schon unter sich gelassen. Regnen tat es trotzdem nach wie vor, der Trend geht offensichtlich auch da zu mehrlagigen Wolkenschichten. 2017 hatte ich ja am Oberalppass mal bei \u00e4hnlich nassem Wetter eine Wanderung gemacht, diesmal war ich ganz froh, ohne Rutschgefahr den Berg runter fahren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Abstieg in Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andermatt\">Andermatt<\/a> erfolgt in wilden Serpentinen, da hat man zwischendrin einen fantastischen Blick auf den Ort, der sich da vor einem wie eine Modellbahn pr\u00e4sentiert. Viel zu erkennen war dank des Wetters nicht, aber seit meinem letzten Besuch hatte sich einiges ver\u00e4ndert &#8211; mehr Seilbahnen, mehr Skilifte und ein riesiger Hotelkomplex am n\u00f6rdlichen Ortsrand. Ob das nun so wahnsinnig gut ist&#8230; Nunja.<\/p>\n<p>Wenige Minuten sp\u00e4ter, inzwischen war fr\u00fcher Nachmittag, war der Zug auch schon am Bahnhof angekommen und ich hatte tats\u00e4chlich eine halbe Stunde Luft.<\/p>\n<p>Die passende F\u00fchrerstandsmitfahrt gibt es nat\u00fcrlich auch auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8_2US66SRRU\">youtube<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Andermatt\">Der Bahnhof<\/a> war seit meinem letzten Umsteigen dort 2017 auch umgebaut worden, komplett neuer Durchgang mit viel Platz f\u00fcr Touristenmassen, gro\u00dfz\u00fcgig angelegte Klos, eine Shoppingmall(!) f\u00fcr edle Klamotten und mehr, was eigentlich keiner braucht. Immerhin gabs noch das Bahnhofsbistro, so eine ganz klassische Bahnhofskneipe mit etwa 10 Tischen, einem Bierzapfhahn und freundlichem Personal &#8211; und der Laden war gut gef\u00fcllt. Ich hatte mich ja eigentlich nur kurz dahin verzogen, damit ich nicht am Bahnsteig nassgeregnet werde, aber wenn man schon mal da ist kann man auch noch fix &#8217;nen Kaffee bestellen.\u00a0Damit lie\u00dfen sich dann auch 30 Minuten Wartezeit prima \u00fcberbr\u00fccken.<\/p>\n<p><strong>Schluchtentour<\/strong><\/p>\n<p>Nun fuhr der Anschlusszug <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sch%C3%B6llenenbahn\">Richtung G\u00f6schenen<\/a> ein, und wie ich da einsteigen wollte gabs nen doofen Kommentar einer Zugbegleiterin von wegen Leute aussteigen lassen &#8211; ja nur, welche Leute? Da stieg niemand aus, und wenn sie nicht ausm Quark kommt und sich erst vom Sitz erhebt und gen T\u00fcr watschelt wenn der Zug schon angehalten hat, braucht sie sich nicht wundern, dass sie von Leuten umgerannt wird, die vom nassen Bahnsteig in den trockenen Zug einsteigen wollen&#8230;<\/p>\n<p>Egal, die Fahrt durch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sch%C3%B6llenen\">Sch\u00f6llenenschlucht<\/a> ist ja dann so kurz wie spektakul\u00e4r &#8211; habe ich schon mehrfach gemacht, ist immer wieder ein Erlebnis. Man quietscht halt f\u00fcnf Minuten lang den Berg runter, vorbei an den Teufelsbr\u00fccken und dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Suworow-Denkmal\">Suworow-Denkmal<\/a>, neben bzw. unter einem rauscht die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reuss_(Fluss)\">Reuss<\/a> zu Tal, die Autos schrauben sich in Serpentinen den Berg hoch bzw. runter, und kaum hat man das alles mitbekommen h\u00e4lt der Zug auch schon in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%B6schenen\">G\u00f6schenen<\/a> an.<\/p>\n<p>Und weil diese Strecke so wahnsinnig spektakul\u00e4r ist, gibt es leider keine passende Mitfahrt auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8RX_FicSpmw\">youtube<\/a>, daf\u00fcr aber mehrere Mitfahrten in der Gegenrichtung&#8230;<\/p>\n<p><strong>Wassen von oben, von der Mitte und von unten<\/strong><\/p>\n<p>Der Bahnhof <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_G%C3%B6schenen\">G\u00f6schenen<\/a> liegt bekannterma\u00dfen (also mir ists bekannt, den Schweizern sicher auch, den Rest der Welt wird es eher nicht interessieren) am Nordportal des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gotthardtunnel\">Gotthardtunnels<\/a> (das Original von 1882, nicht der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gotthard-Strassentunnel\">Stra\u00dfentunnel<\/a> von 1980). Man sieht das Tunnelportal direkt vom Bahnsteig aus. Und aus diesem dunkeln Loch sollte kurz nach meiner Ankunft am Bahnsteig auch schon der Zug kommen. Ich orientierte mich noch am Bahnsteig, weil ich f\u00fcr die erste Klasse am falschen Ende stand, und kaum hatte ich den richtigen Abschnitt erreicht hatte der Zug auch schon neben mir gehalten.<\/p>\n<p>Erfreulicherweise war auch dieser Zug recht leer, so dass ich die Fahrt den Gotthard runter von der idealen Seite aus genie\u00dfen konnte. Hochgefahren war ich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gotthardbahn\">die Strecke<\/a> schon mehrfach, 2013 und 2017 n\u00e4mlich, runtergewandert war ich 2017 auch, nur runtergefahren noch nie. Macht aber nix, das Hauptproblem der Strecke ist ja, dass die Fahrt viel zu schnell und damit viel zu kurz ist. H\u00e4tten die die Strecke damals mit engeren Kurvenradien trassiert w\u00e4re das nicht passiert, aber wer wei\u00df wie sich dann die Schweizer Verkehrsgeschichte entwickelt h\u00e4tte&#8230;<\/p>\n<p>Auf jeden Fall kurvte der Zug nun von G\u00f6schenen aus in Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wassen\">Wassen<\/a>, durch tiefh\u00e4ngende Wolken und konstanten Regen. Bei Wassen folgt ja dann eine doppelte 180-Grad-Kehre, so dass man dreimal an der markant frei \u00fcber dem Ort stehenden <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kirche_Wassen\">Kirche von Wassen<\/a> vorbeikommt, die erst rechts unten, dann links auf quasi gleicher H\u00f6he und kurz darauf noch mal links oben zu sehen ist. Danach folgen weitere Highlights wie der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pfaffensprung#Infrastruktur\">Pfaffensprung-Kehrtunnel<\/a>, diverse Br\u00fccken und Galerien und bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Intschireussbr%C3%BCcke\">Intschi<\/a> quert die Strecke schlie\u00dflich das Tal, so dass ich mir folgerichtig den Sitzplatz auf der anderen Zugseite suchte, denn nun war der Berg nicht mehr links vom Zug, sondern rechts, w\u00e4hrend die sch\u00f6ne Aussicht ins Tal von rechts nach links wechselte (und nach wie vor mehr Regen und Wolken bot, als mir lieb gewesen w\u00e4ren).<\/p>\n<p>Damit hatte der Zug aber im Prinzip auch schon Amsteg-Silenen erreicht, von da aus geht es eigentlich nur noch gradeaus nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Erstfeld\">Erstfeld<\/a> hinunter. Ich wei\u00df noch wie kaputt ich damals bei der Wanderung war, weil mich der Wanderweg da noch mehrfach bl\u00f6d den Berg hinaufgejagt hatte, zumal an dem Tag 30 Grad waren. Das Problem hatte ich heute nicht, daf\u00fcr war die Fahrt die Rampe runter aber viel zu schnell vorbei. Rund 20 Minuten hatte es gedauert&#8230;<\/p>\n<p>Allerdings war ja Erstfeld noch nicht das Ziel der Fahrt, nun ging es ja noch weiter \u00fcber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Fl%C3%BCelen\">Fl\u00fcelen<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Brunnen\">Brunnen<\/a> bis nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Arth-Goldau\">Arth-Goldau<\/a>. Wer die Aufzeichnungen des Urlaubs verfolgt hat wird merken, dass ich wenige Tage vorher in der Ecke wandern gewesen war, nun konnte ich die Gegend nochmal vom Zug aus angucken. Viel zu sehen gabs da allerdings nicht, die Bahnstrecke f\u00fchrt da in erster Linie durch Tunnel. Da m\u00fcsste man mal gro\u00dfe Displays an der Tunnelwand anbringen, die einem das Seepanorama vom Wanderweg her n\u00e4herbringen.<\/p>\n<p>N\u00f6rdlich von Brunnen wurde das Wetter nun etwas trockener, will sagen der Regen hatte so gut wie aufgeh\u00f6rt. Die allgemeine Weitsicht reichte trotzdem nur bis zu den n\u00e4chstgelegenen Bergh\u00e4ngen, wo sich noch immer Wolken in den B\u00e4umen sammelten. Der spektakul\u00e4re Teil der Tour war nun ohnehin durch, die Strecke hatte ich erst wenige Tage vorher in der Gegenrichtung befahren, insofern gibt es da jetzt nicht mehr viel zu berichten.\u00a0Der Zug erreichte jedenfalls Arth-Goldau und da hie\u00df es letztmals an diesem Tag aus- und umsteigen.<\/p>\n<p>Die passende F\u00fchrerstandsmitfahrt gibt es auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=FKKTsIh7_DQ\">youtube<\/a>, G\u00f6schenen ab 1:12h.<\/p>\n<p><strong>Zur\u00fcck nach Luzern<\/strong><\/p>\n<p>Der Bahnhof Arth-Goldau ist ja ein Keilbahnhof, da trennt sich die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Zug%E2%80%93Arth-Goldau\">Strecke Richtung Z\u00fcrich \u00fcber Zug<\/a> (\u00f6stliches Ufer des Zugersees) von der Strecke Richtung Luzern via Immensee und weiter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Luzern%E2%80%93Immensee\">\u00fcber K\u00fcssnacht<\/a> oder <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Zug%E2%80%93Luzern\">Rotkreuz<\/a> (westliches Ufer des Zugersees). F\u00fcr den Umsteiger hei\u00dft das aber auch nur, dass er quer \u00fcber den Bahnsteig laufen muss und der Umsteigeweg vom hinteren Zugteil zum hinteren Zugteil des anderen Zuges (bei Fahrtrichtung Norden) k\u00fcrzer ist, als der Umsteigeweg vom vorderen Zugteil zum vorderen Zugteil. Verwirrt? Egal, man hat genug Zeit die richtige Stelle am Bahnsteig zu finden, wo dann der Zug zum Stehen kommen wird.<\/p>\n<p>Der IC Richtung Luzern war gut besucht, Platz war trotzdem einfach zu finden, und nun ging es \u00fcber den schon mehrfach befahrenen Streckenabschnitt \u00fcber Immensee nach Rotkreuz, und ab dort dann \u00fcber die gleiche Strecke wie am fr\u00fchen Morgen. Nach rund sieben Stunden und sechs Mal Umsteigen war ich dann gegen 16 Uhr wieder in Luzern angekommen. Und da regnete es auch nicht mehr!<\/p>\n<p><strong>Letzte Mahlzeit<\/strong><\/p>\n<p>Eine Verschnaufpause sp\u00e4ter hatte ich nun doch Bock auf Abendessen. Nachdem die Lasagne am Vortag eher mal so meh gewesen war, das Angebot im Rathauskeller aber nicht so recht meinen Geschmack traf landete ich schlu\u00dfendlich dann doch wieder beim Italiener und bestellte diesmal Pizza. Anfangs sa\u00df ich da noch drau\u00dfen an einem arg wackligen Tisch, nachdem dann das P\u00e4rchen am Nachbartisch gegangen war (und nicht mal ausgetrunken hatte..) wurde das Essen kurzerhand geschoben (n\u00e4mlich auf den freigewordenen Tisch), denn Pizza auf einer wackeligen Unterlage schneiden und daneben ein volles Bier zu stehen haben war eher ein Nervenkitzel der unn\u00f6tigen Sorte.<\/p>\n<p>Die Pizza war super, das Bier auch, und damit hatte der Tag Struktur. Nach einem finalen Einkauf zwecks Export von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rivella\">Nationalgetr\u00e4nken<\/a>, die man in Deutschland nicht k\u00e4uflich erwerben kann, war der Tag dann auch ziemlich rum. N\u00e4chstes Ziel am folgenden Morgen: Ausschlafen zwecks sp\u00e4tem Checkout.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der letzte Urlaubstag vor der Heimreise war v\u00f6llig verregnet. Die Wettervorhersage hatte es lang und breit Tage vorher angek\u00fcndigt, und ich hatte mir schon vorher einen Schlechtwetterplan ausgeknobelt, denn nur dusslig im Hotelzimmer rumsitzen ist ja keine Option, dusslig in Zimmern rumsitzen kann ich auch daheim. 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