{"id":5016,"date":"2025-09-10T19:10:37","date_gmt":"2025-09-10T17:10:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=5016"},"modified":"2025-09-10T19:10:37","modified_gmt":"2025-09-10T17:10:37","slug":"sightseeing-in-luzern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2025\/09\/10\/sightseeing-in-luzern\/","title":{"rendered":"Sightseeing in Luzern"},"content":{"rendered":"<p>Nach drei Tagen mit Wandern war mal ein Tag dran, bei dem ich es ruhiger angehen lassen konnte. Das fiel wetterm\u00e4\u00dfig mit einem Hochsommertag zusammen, bei dem Wandern sowieso keinen Spa\u00df gemacht h\u00e4tte. Stattdessen also Sightseeing und Museumsbesuch.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Morgen begann mit einem p\u00fcnktlichen Fr\u00fchst\u00fcck, denn ohne Mampf kein Kampf, vor allem wenn man sp\u00e4ter mit Touristenhorden um gute Fotospots k\u00e4mpfen muss. Das war zumindest die urspr\u00fcngliche Idee. Nachdem ich nach dem Kaffee dann auch mal klar gradeaus denken konnte und feststellte, dass das Museum erst um 10 Uhr \u00f6ffnet wurde der Plan spontan umgestellt und die Sightseeingtour vor den Museumsbesuch gezogen.<\/p>\n<p><strong>Der fr\u00fche Tourist macht die besseren Fotos<\/strong><\/p>\n<p>Also begann ich meine Tour kurz nach acht Uhr morgens und begab mich zun\u00e4chst mal zur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kapellbr%C3%BCcke\">Kapellbr\u00fccke<\/a>. Das ist so ziemlich das bekannteste Wahrzeichen von Luzern, eine \u00fcberdachte Holzbr\u00fccke f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger, die ewig alt ist und 1993 teilweise abgebrannt war. Auf der Br\u00fccke gibt es einen Haufen alte Schilder mit Gem\u00e4lden und Spr\u00fcchen zur Schweizer Geschichte, da fehlen aber eben seit dem Brand einige, die damals den Flammen zum Opfer fielen.<\/p>\n<p>Zu dieser fr\u00fchen Stunde waren au\u00dfer Deppen wir mir nur noch Leute unterwegs, die zur Arbeit marschierten, daher hatte ich die Br\u00fccke quasi f\u00fcr mich alleine und konnte in aller Ruhe Fotos machen, die Morgensonne genie\u00dfen und die Inschriften auf den Schildern versuchen zu entziffern &#8211; mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg&#8230;<\/p>\n<p>Weiter ging es am Ufer der Reuss in Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spreuerbr%C3%BCcke\">Spreuerbr\u00fccke<\/a>, das ist dann die zweite Br\u00fccke, sehr \u00e4hnlich zur Kapellbr\u00fccke, nur ohne Gem\u00e4lde und Brandhistorie und au\u00dferdem k\u00fcrzer. Da waren auch gerade Bauarbeiten, die Br\u00fccke war komplett einger\u00fcstet und daher wenig fotogen. In den umliegenden Stra\u00dfen und Gassen wurde grad der Wochenmarkt aufgebaut, wenn ich also Interesse an frischen Kartoffeln oder einem Bund Petersilie gehabt h\u00e4tte, w\u00e4re ich da f\u00fcndig geworden.<\/p>\n<p><strong>Auf der Mauer auf der Lauer stehen die Touristen<\/strong><\/p>\n<p>Weiter ging es nun mit der Stadtmauer, auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Museggmauer\">Museggmauer<\/a> genannt. Die existiert in Luzern tats\u00e4chlich noch zu einem gar nicht mal kleinen Teil, inklusive mehrerer T\u00fcrme. Der Weg dahin f\u00fchrt auf der n\u00f6rdlichen Seite ein paar Treppen hinauf an einer Wiese vorbei, und auf der Wiese standen tats\u00e4chlich behornte Viehbeiner, will sagen, Rindviecher. Muss man sich mal vorstellen, mitten in der Stadt&#8230; Auf jeden Fall steht man dann direkt vor der imposanten Stadtmauer, und durch einen Durchgang kommt man dann an einem Turm auf die andere &#8211; n\u00e4mlich die stadtinnere &#8211; Seite. Die T\u00fcrme und der Wehrgang sind tags\u00fcber begehbar, was ich entsprechend auch direkt machte.<\/p>\n<p>Im ersten Turm war nicht viel zu sehen au\u00dfer steilen Holztreppen und einer niedrigen T\u00fcre, an der ich mir prompt die R\u00fcbe anstie\u00df &#8211; fr\u00fcher waren die Leute offensichtlich kleiner bzw. hatten die Turmbesatzungen wohl auch blechbehelmte K\u00f6pfe. Die Treppenstufen entsprachen auch keiner DIN\/ISO Norm, da musste man schon sehr genau hingucken, wo man hin tritt. Daf\u00fcr hatte man dann von oben eine gar nicht mal so schlechte Aussicht auf die D\u00e4cher der Altstadt, \u00fcber denen die Sonne in die H\u00f6he stieg. Das Wetter war bereits hochsommerlich, blauer Himmel, keinerlei Wolken und schnell steigende Temperatur.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Turm, dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zytturm_(Luzern)\">Zytturm<\/a>, befinden sich dann &#8211; der Name l\u00e4sst es vermuten &#8211; jede Menge tickende Uhrwerke in allen Formen und Gr\u00f6\u00dfen. Das ist dann schon sehr interessant anzusehen, wie da die ganzen Zahnr\u00e4der ineinandergreifen, damit dann die gro\u00dfe Turmuhr \u00fcber Hebel und Gest\u00e4nge die Zeit anzeigen kann.<\/p>\n<p><strong>Touristen dem L\u00f6wen zum Fra\u00df vorwerfen<\/strong><\/p>\n<p>Damit war die Besichtigung der Wehranlagen auch schon beendet, weiter ging es nun mit dem n\u00e4chsten markanten Ziel, dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/L%C3%B6wendenkmal_Luzern\">L\u00f6wendenkmal<\/a>. Dazu musste ich ein paar Hundert Meter weiter laufen und ein paar Stra\u00dfen \u00fcberqueren, bevor man in einer kleinen Parkanlage vor einem Teich steht, links Touristengruppen, rechts Touristengruppen, hinter einem Touristentinnefshops und vor einem ein in Stein gehauener L\u00f6we.<\/p>\n<p>Besagtes Denkmal erinnert an die Schweizer Garde &#8211; nein, nicht die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/P%C3%A4pstliche_Schweizergarde\">Schweizer Garde<\/a> vom Vatikan, sondern an eine Schweizer Garde von K\u00f6nig <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ludwig_XVI.\">Ludwig XVI.<\/a> von Frankreich. Diese Schweizer Garde wurde im Verlauf der franz\u00f6sischen Revolution 1792 m\u00e4chtig dezimiert, woraufhin nur wenige Jahre sp\u00e4ter begann um 1818 die Planung dieses Denkmals, welches dann 1821 enth\u00fcllt wurde. Und seitdem pilgern da nun die Touristen hin.<\/p>\n<p>Ich machte also das, was alle anderen Touristen da auch machen, n\u00e4mlich ein bis mehrere Fotos, und zog von dannen. Inzwischen war es nach halb zehn Uhr morgens, Zeit in Richtung Museum zu marschieren, denn das liegt eine Ecke weg \u00f6stlich der Altstadt. Da folgte ich dann also der schicken Uferpromenade, genoss die Aussicht Richtung Rigi und Pilatus, stiefelte (also eigentlich nicht, ich hatte Sneakers an) an den Fr\u00fchst\u00fccksterrassen edler Hotels vorbei und war dann ziemlich p\u00fcnktlich kurz nach 10 Uhr am Museum angekommen.<\/p>\n<p><strong>Im Verkehrshaus der Schweiz<\/strong><\/p>\n<p>Besagtes Museum tr\u00e4gt den sch\u00f6nen Namen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verkehrshaus_der_Schweiz\">Verkehrshaus<\/a> &#8211; b\u00f6se Zungen w\u00fcrden behaupten dass sei ein guter Name f\u00fcr ein Bordell &#8211; und ist ein Museum f\u00fcr Verkehrstechnik. Also nicht f\u00fcr sexuellen Verkehr, aber f\u00fcr Schienen-, Stra\u00dfen-, Flug- und Schiffsverkehr. Der Fokus liegt dabei nat\u00fcrlich auf Schweizer Exponaten, so gibt es dort Flugzeuge von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pilatus_Aircraft\">Pilatus<\/a>, Autos von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Automobile_Monteverdi\">Monteverdi<\/a>, Lokomotiven der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweizerische_Lokomotiv-_und_Maschinenfabrik\">SLM Winterthur<\/a> und so weiter und so weiter.<\/p>\n<p>Vor dem Eintritt ins Museum muss man aber nat\u00fcrlich Eintritt l\u00f6hnen, und dazu wiederum musste ich bl\u00f6derweise erst einmal f\u00fcnf Minuten Schlange stehen. Parallel dazu wurde das Museum von mehreren Schulklassen geentert, die da irgendwie Schulausflug machten, entsprechend war dann auch die Ger\u00e4uschkulisse. Nachdem ich dann meine Eintrittskarte erstanden hatte wollte ich meinen Rucksack noch wegschlie\u00dfen &#8211; das war dann aber ein Schlag ins Wasser bzw. ein Schuss in den Ofen. In der ganzen sch\u00f6nen Schweiz kann man \u00fcberall problemlos mit Karte bezahlen, nur der depperte Schrank wollte ein CHF 2-St\u00fcck als Pfand haben. Ich hatte aber leider kein Kleinkies mehr dabei. Also blieb der Rucksack auf den Schultern, was solls.<\/p>\n<p>Die folgenden Stunden trat ich nun in aller Gem\u00fctlichkeit im Museum herum, denn da gibt es einen ganzen Haufen spannendes Zeug zu sehen. Da h\u00e4ngt zum Beispiel die komische Kapsel herum, aus der dieser deppate \u00d6sterreicher 2012 oder wann das war aus \u00fcber 30km H\u00f6hen den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Red_Bull_Stratos\">freien Fall zur Erde<\/a> gemacht hatte. Im Museumsteil f\u00fcr Stra\u00dfenverkehr, standesgem\u00e4\u00df eingekleidet in zahllose Stra\u00dfenschilder, findet man diverse Autos, Rennwagen und sonstiges Alteisen. Der f\u00fcr mich spannendste Teil war nat\u00fcrlich die Eisenbahnhalle, da stehen sich diverse mehr oder weniger alte Loks die R\u00e4der eckig &#8211; erstaunlicherweise fehlte aber die mit Abstand bekannteste Lok der Schweizer Eisenbahngeschichte, n\u00e4mlich das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/SBB_Ce_6\/8_II\">Schweizer Krokodil<\/a>. Dazu kommt eine Modellbahnanlage, die die Nordrampe der Gotthardstrecke zeigt, diverse Ausstellungsst\u00fccke zu den zahlreichen Zahnradbahnen, ein Loksimulator und so weiter und so weiter.<\/p>\n<p>\u00dcberraschend spannend ist dann noch die Abteilung zum Thema Schiffsverkehr, da findet man neben maritimen Binnenschiffsexponaten wie Dampfmaschinen auch noch Seilbahngondeln und \u00e4hnliches aus dem alpinen Tourismus. Au\u00dferdem habe ich dort gelernt, dass die Schweiz eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweizer_Hochseeschifffahrt\">Hochseeflotte<\/a> besitzt&#8230; Macht ja auch Sinn, so ohne direkten Zugang zum Meer. In der hintersten Ecke gabs dann noch ein paar Spielzeuge, z.B. Metallbauk\u00e4sten und auch Lego mit einer schicken Ecke der Schande.<\/p>\n<p>Das einzige, was es im ganzen Museum nirgendwo gab, war eine funktionierende Klimaanlage, was insbesondere in der Eisenbahnhalle zu ziemlich dicker Luft f\u00fchrte. Inzwischen war es deutlich nach 13 Uhr geworden, die Temperaturen n\u00e4herten sich der 30\u00b0C-Marke, und ich hatte so langsam irgendwie auch alles gesehen, was es da so zu sehen gab. Also auf zum n\u00e4chsten Punkt der Tagesordnung, die Altstadt unsicher machen.<\/p>\n<p><strong>Touristenmassen in der Altstadt<\/strong><\/p>\n<p>Da ich ausgesprochen viel Zeit hatte ging es nun in sehr gem\u00e4chlichem Tempo wieder \u00fcber die Uferpromenade zur\u00fcck in Richtung Kapellbr\u00fccke. Da war nun zu dieser nachmitt\u00e4glichen Uhrzeit alles unterwegs was Beine hat, aufgrund des hochsommerlichen Wetters war auch am dortigen Seebad Luzern ein m\u00e4chtiger Andrang.<\/p>\n<p>Ich lie\u00df mir Zeit, parkte zwischendrin auch mal auf einer beschatteten Bank, genoss das sch\u00f6ne Wetter und landete am Ende wieder am Rand der Altstadt vorm Zugang zur Kapellbr\u00fccke. Da war immer noch Markt, viel wichtiger f\u00fcr mich war aber die Tatsache, dass dort ein Restaurant neben dem anderen liegt. Die waren zu dem Zeitpunkt auch gut besucht mit Leuten, die irgendwie Kaffee trinken und Eis schnabulierten. Ich guckte da also ein wenig ziellos herum, welche Speisekarte mich am ehesten anlachen w\u00fcrde &#8211; immerhin hatte ich ja noch das Geburtstagsdinner vom Vortag auf dem Programm stehen.<\/p>\n<p>F\u00fcrs Abendessen war es aber noch zu zeitig, ich hatte nun lediglich eine Grundlage als Basis der Entscheidungsfindung. Weiter ging es nun mit einem etwas ziellosen Streifzug durch die Altstadt, in der es diverse bunt bemalte H\u00e4userfassaden, weitere Restaurants und jede Menge Touristen zu entdecken gab. Das war mir jetzt auch ob der hohen Temperaturen dann irgendwann auch zu bl\u00f6de, weswegen ich mich dann gegen 15 Uhr in Richtung Bahnhof verzog. Da war zumindest Schatten, au\u00dferdem konnte ich im Supermarkt weitere Getr\u00e4nke erstehen.<\/p>\n<p>Danach ging es zun\u00e4chst zur\u00fcck ins Hotel, so als Pause zum Durchatmen.<\/p>\n<p><strong>Brath\u00e4hnchen Schweizer Art<\/strong><\/p>\n<p>Gegen 17 Uhr marschierte ich nun in Richtung Abendessen. Selbiges plante ich im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rathaus_(Luzern)\">Rathauskeller<\/a> zu mir zu nehmen, bzw. im Sitzbereich au\u00dfen vor eben jenem Rathauskeller. Die sch\u00f6ne <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%B6sti\">R\u00f6stipfanne<\/a>, die ich da 2011 mal gegessen hatte, gibt es leider nicht mehr, daf\u00fcr aber diverse andere lecker klingende Gerichte f\u00fcr allerdings weniger lecker klingende Preise. Daf\u00fcr gibt es aber selbstgebrautes Bier.\u00a0Ich entschied mich dann f\u00fcr einen edlen Goldbroiler mit Kartoffelecken (ja, das hie\u00df da irgendwie anders und komplizierter), der quasi eine Minute nach meiner Bestellung auch schon vor mir auf dem Tisch stand &#8211; v\u00f6llig irre. Lecker wars auch, und somit war der Tag dann auch ein voller Erfolg.<\/p>\n<p>Damit verzog ich mich nun mit vollem Magen und m\u00fcden Beinen wieder ins Hotel, denn am n\u00e4chsten Tag war die n\u00e4chste Wanderung angesetzt, auf den Spuren von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sherlock_Holmes\">Sherlock Holmes<\/a> n\u00e4mlich. Aber das ist dann Inhalt des n\u00e4chsten Beitrages.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach drei Tagen mit Wandern war mal ein Tag dran, bei dem ich es ruhiger angehen lassen konnte. Das fiel wetterm\u00e4\u00dfig mit einem Hochsommertag zusammen, bei dem Wandern sowieso keinen Spa\u00df gemacht h\u00e4tte. 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