{"id":4989,"date":"2025-09-03T22:12:34","date_gmt":"2025-09-03T20:12:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4989"},"modified":"2025-09-06T09:47:00","modified_gmt":"2025-09-06T07:47:00","slug":"extreme-buergenstocking","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2025\/09\/03\/extreme-buergenstocking\/","title":{"rendered":"Extreme B\u00fcrgenstocking"},"content":{"rendered":"<p>Die erste Wanderung des Urlaubs f\u00fchrte auf den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrgenstock\">B\u00fcrgenstock<\/a>. Das ist ein H\u00f6henzug am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vierwaldst%C3%A4ttersee\">Vierwaldst\u00e4ttersee<\/a>, etwa 8 km s\u00fcdlich von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luzern\">Luzern<\/a>. An der h\u00f6chsten Stelle ist man da bei etwa 1130m, also gem\u00fctlich im Mittelgebirge unterwegs. Aber der Reihe nach&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Schlafen ist anstrengend<\/strong><\/p>\n<p>Die Nacht war ausgesprochen kurz, denn irgendwo ganz in der N\u00e4he meines Hotelzimmers war Disko angesagt. Das \u00e4u\u00dferte sich dann dahingehend, dass der Bass die W\u00e4nde erzittern lie\u00df und an Schlaf nicht zu denken war. Leicht verkatert (und das ganz ohne Alkohol) und reichlich ger\u00e4dert fiel ich gegen sieben Uhr aus dem Bett, wusch einem reichlich zerknautscht aussehenden Typen das Gesicht und begab mich anschlie\u00dfend zur hei\u00dfen Schlacht am kalten Fr\u00fchst\u00fccksbuffet.<\/p>\n<p>Dazu musste ich vom f\u00fcnften Stock in den ersten Stock tapsen, was dank Schwerkraft kein Problem war. Ich st\u00e4rkte mich also mit Br\u00f6tchen, R\u00fchrei und Orangensaft und sinnierte \u00fcber die philosophische Frage, ob es der\/die\/das Nutella hei\u00dft und ob man nun Butter unter der\/die\/das Nutella macht oder nicht. Der gro\u00dfe Philosoph <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bud_Spencer\">Bud Spencer<\/a> sagte dazu einmal &#8222;Butter ist Fett, und Fett verklebt die Klumpozytien&#8220;. Der Abwechslung halber gab es also Nutella, Marmelade und Wurst aufs Br\u00f6tchen. Und im \u00fcbrigen ist es <em>das<\/em> Nutella(br\u00f6tchen). Runtergesp\u00fclt wurde das Ganze abschlie\u00dfend mit einer Tasse Kaffee.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20250823\/s-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p><small>Hinweis zum Diagramm: Der See im letzten Abschnitt war und ist topfeben, das sind alles Ungenauigkeiten beim Empfang.<\/small><\/p>\n<p>Da Koffein eine abf\u00fchrende Wirkung entfaltet ging es nun flotten Fu\u00dfes die Treppe wieder hoch, was dank Schwerkraft etwas anstrengender war. Nachdem das auch erledigt war hie\u00df es nun Wandersocken anziehen, in die Wanderstiefel einsteigen, Rucksack schultern und ab zum Bahnhof. Das Extreme Birkenstocking \u00fcberlasse ich den Comedians der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RTL_Samstag_Nacht\">RTL Samstag Nacht<\/a> Show &#8211; das waren noch Zeiten&#8230; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/RTL_Samstag_Nacht#Karl_Ranseier\">Karl Ranseier<\/a>, der wohl erfolgloseste Wettermoderator \u00fcberhaupt, verstarb beim Versuch die Wetterkarten neu zu mischen. Und au\u00dferdem war ja erst Samstag morgen und nicht Samstag nacht.<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfer Bahnhof am verqueren Bahnsteig (11.42km, 0:16h, \u219713m, \u219813m)<\/strong><\/p>\n<p>Im Bahnhof war trotz der morgendlichen Stunde ordentlich was los, in erster Linie weil sich Touristengruppen einfanden, die irgendwie alle zu den Schmalspurgleisen ganz am \u00f6stlichen Ende des Bahnhofs liefen. Dort fahren die schmalspurigen Z\u00fcge Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Br%C3%BCnigbahn\">Interlaken<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luzern-Stans-Engelberg-Bahn\">Engelberg<\/a> ab. Ich guckte mir das rege Treiben in aller Ruhe an, in meine S-Bahn wollte sowieso keiner von denen. Da stand dann also schon ein Zug nach Interlaken (Abfahrt 8:55 Uhr), direkt daneben auf der anderen Seite vom Bahnsteig ein Panorama-Zug nach Interlaken mit Abfahrt 9:06 Uhr). Und beide waren verdammt gut besucht. Noch ein Gleis weiter wurde der Zug nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Engelberg\">Engelberg<\/a> bereitgestellt, ebenfalls gut gef\u00fcllt. Neben asiatischen Reisegruppen gab es dann auch noch den ein oder anderen einheimischen Wanderer, der den Samstag zum Wandern nutzen wollte. Vom Rest der Welt weitgehend unbemerkt wurde dann irgendwann auch mein Bummelzug in der hintersten Ecke des Bahnhofs bereitgestellt, ich suchte mir also einen bequemen Platz recht weit vorne und machte es mir gem\u00fctlich.<\/p>\n<p>An Ausschlafen bei der Fahrt war sowieso nicht zu denken, die Fahrt dauerte keine 20 Minuten, da waren wir auch schon in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stansstad\">Stansstad<\/a> (sprich Stanzstaaaahd) angekommen. Da um die Ecke ist ein Flugplatz, dort wurde anno knips mal eine Szene aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/James_Bond_007_%E2%80%93_Goldfinger\">Goldfinger<\/a> (der gro\u00dfe James Bond Klassiker) gedreht. Das war mir aber egal, ich musste jetzt das Verkehrsmittel wechseln.<\/p>\n<p><strong>Mond\u00e4ne Bergfahrt (8.4km, 0:18h, \u2197436m, \u219858m)<\/strong><\/p>\n<p>Der Bahnhof Stansstad liegt quasi auf Seeh\u00f6he bei rund 436m H\u00f6he, das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrgenstock_Resort\">B\u00fcrgenstock Resort<\/a> als Ausgangspunkt der Wanderung liegt auf \u00fcber 800m. Da dort nur die Reichen und noch Reicheren residieren (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Audrey_Hepburn\">Audrey Hepburn<\/a> wohnte dort jahrelang, auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sean_Connery\">Connery<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Barack_Obama\">Obama<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konrad_Adenauer\">Adenauer<\/a> waren zu Gast &#8211; ein Zimmer kostet eine mittlere vierstellige Summe pro Nacht, da w\u00fcrde ich kein Auge zukriegen) musste ich also auch standesgem\u00e4\u00df dort vorfahren. Popelig den Berg hochmarschieren und dann durchgeschwitzt japsend da rumtreten geht ja nicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20250823\/s-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p><small>Hinweis zum Diagramm: Der Bus im zweiten Abschnitt fuhr keine 90, da hatte das GPS wohl mal Empfangsprobleme, so dass das Tempo nicht passt. Gleiches gilt f\u00fcr die Schiffstour am Ende, das waren eher 25-30 km\/h als Dauergeschwindigkeit, nicht diese wilden Zacken.<\/small><\/p>\n<p>Also lautete der Beschluss, dass ich mich dort hochchauffieren lassen sollte, um dann oben frisch, nicht ganz fromm, aber fr\u00f6hlich und frei ans Wanderwerk zu gehen. Der Chauffeur erwartete mich dann auch direkt am Bahnhofsvorplatz und machte grad noch Pause. Ich stieg also &#8211; ganz standesgem\u00e4\u00df &#8211; hinten ein und lie\u00df mich dann gem\u00fctlich in rund 20 Minuten \u00fcber steile Serpentinenstra\u00dfen den Berg hinauffahren. Gut, das war jetzt nicht das exklusivste Vergn\u00fcgen, aber einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rolls-Royce_Motor_Cars\">Rolls<\/a> wollte ich mir nicht leisten, der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Postauto\">Postomnikraftfahrdingsbus<\/a> tuts ja auch.<\/p>\n<p><strong>B\u00fcrgenstock Cliff Path (14.6km, 5:16h, \u2197451m, \u2198877m)*<\/strong><\/p>\n<p><small>*Die Zahlen beziehen sich auf die gesamte Wanderung.<\/small><\/p>\n<p>So stand ich nun kurz nach halb neun Uhr morgens bei bew\u00f6lktem Himmel vor der reichlich verschlafen wirkenden Hotelanlage. Die Reichen und noch Reicheren waren da vermutlich noch mit der Frage besch\u00e4ftigt, ob das Fr\u00fchst\u00fccksei viereinhalb oder f\u00fcnf Minuten gekocht sein sollte. Ich machte ein paar Fotos von einigen sehr abenteuerlichen Aussichtsterrassen (teilweise mit Glasboden, gar nix f\u00fcr mich mit meiner H\u00f6henangst). Damit die Besucher der Hotelanlage standesgem\u00e4\u00df anreisen k\u00f6nnen wurde schon vor \u00fcber 100 Jahren eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCrgenstock-Bahn\">Standseilbahn<\/a> gebaut, die unten am Seeufer direkt am Schiffsanleger endet. So reisten die Leute dann mit Schiff und Seilbahn an.<\/p>\n<p>Ich hingegen begann nun meine eigentliche Wanderung. Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein Felsenweg eingerichtet, der superleicht zu begehen sein soll, um die reiche und vielleicht etwas fu\u00dflahme Kundschaft nicht abzuschrecken. Der Weg f\u00fchrt knapp f\u00fcnf Kilometer mit einer leichten Steigung zu einem &#8211; man glaubt es kaum &#8211; <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hammetschwand-Lift\">Fahrstuhl<\/a>. Der Weg ist breit und ohne Stolperfallen, da kommt man sogar mit nem Kinderwagen oder Rollator durch.<\/p>\n<p>Der Fahrstuhl selbst ist auch so eine denkmalgesch\u00fctzte Geschichte aus der belle epoque. Man kann der zahlungskr\u00e4ftigen Kundschaft ja nicht zumuten, da nochmal 150 H\u00f6henmeter zu Fu\u00df zu gehen. Ich hingegen hatte keinen Bock auf Fahrstuhl, zumal der nat\u00fcrlich ordentlich Geld kostet. Also marschierte ich am Eingang des Lifts vorbei und weiter den Felsenweg entlang, der teilweise als Stollen in den Fels geschlagen ist und irre Ausblicke in Richtung Luzern und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rigi\">Rigi<\/a> erm\u00f6glicht. Mittlerweile riss auch die Bew\u00f6lkung auf, so dass ich nun auch die Jacke auszog und in den Rucksack stopfte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20250823\/s-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Kurz vor 11 Uhr war ich dann am Aussichtspunkt K\u00e4nzeli angekommen. Von da hat man nun auch Ausblick nach S\u00fcden, wobei das auch nur eine weitere Ecke des Vierwaldst\u00e4ttersees betrifft. Nun h\u00e4tte ich den gleichen Weg wieder zur\u00fcck laufen k\u00f6nnen, aber ich wollte ja bis ganz nach oben zum Gipfelkreuz.<\/p>\n<p>Hier wurde der Weg nun deutlich steiler. Ich versuchte gar nicht erst, die Treppenstufen zu z\u00e4hlen, und kam dann auch recht schnell aus der Puste. Mit kurzen Pausen und langsamer gehen hatte ich das dann aber auch gut im Griff. Kurz vor halb zw\u00f6lf war ich dann ganz oben angekommen, nicht ohne vorher noch einem Schweizer Rindvieh zu begegnen, was sich vierbeinig mitten auf den Wanderweg gestellt hatte.\u00a0Am Gipfelkreuz waren noch ein paar Fotos f\u00e4llig, ebenso gibt es da eine Imbissbude, und dort ist dann auch das obere Ende des Fahrstuhls.<\/p>\n<p><strong>Ein langer Abstieg<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man ganz oben ist, kann es naturgem\u00e4\u00df nur noch abw\u00e4rts gehen. Ich musste ja mindestens bis zum Hotel zur\u00fcck, von da k\u00f6nnte ich mich dann wieder ganz mond\u00e4n mit dem Bus nach unten chauffieren lassen, vielleicht w\u00fcrde sich aber auch noch was anderes ergeben.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst mal ging es nun also auf der anderen Seite des Berges nach unten, also ohne gro\u00dfartige Aussicht auf den See, sondern einfach stur durch den Wald. Das war umst\u00e4ndlicher als notwendig, weil ich an einer Stelle vor einer verschlossenen T\u00fcre stand, was mich zu einem Umweg von \u00fcber 1 km zwang. Gut, ich h\u00e4tte auch einfach der Beschilderung folgen k\u00f6nnen, dann w\u00e4re ich am Ende genau an der gleichen Stelle herausgekommen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20250823\/t-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Der erste Teil des Abstiegs dauerte keine 45 Minuten, schon gegen 12:25 Uhr stand ich wieder vorm Hotelkomplex. Und irgendwie hatte ich jetzt keine Lust auf Busfahrt. Stattdessen hatte ich mir einen Wanderweg in Richtung Seeufer rausgesucht, der nun in Angriff genommen wurde. Dazu ging es zuallererst aber mal nach oben statt nach unten.<\/p>\n<p>So folgte ich also den Spuren oller Franzosen: Die Truppen von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Napoleon_Bonaparte\">Napoleon<\/a> waren ja \u00fcberall am Start, und so gab es um 1798 auch Scharm\u00fctzel am B\u00fcrgenstock. Und entsprechend gab es da nun an mehreren Stellen Hinweistafeln \u00fcber den Weg, den die Truppen damals nahmen. W\u00e4hrend die also damals den Berg hinauf marschierten, marschierte ich in der Gegenrichtung &#8211; wobei marschieren das falsche Wort ist, es war eher ein Stolpern und Fluchen. Man musste ziemlich Aufpassen, der Boden war von vorhergehenden Regenf\u00e4llen noch recht nass, und dementsprechend t\u00fcckisch rutschig.<\/p>\n<p>Kurz vor 13 Uhr hatte ich den h\u00f6chsten Punkt des Abstiegs erreicht, nun ging es in engen Kehren steil hinunter. Ein paar Mal hatte ich m\u00e4chtig M\u00fche, mich auf den Beinen zu halten, man kam da wie gesagt trotz vern\u00fcnftigen Schuhwerks schnell ins Rutschen. Und das k\u00f6nnte da auch ganz schnell zu gr\u00f6\u00dferen Problemen f\u00fchren. Wie der gro\u00dfe Philosoph Bud Spencer dazu mal sagte: &#8222;Junge, wenn du hier abschmierst kommt aber kein Postbote mehr.&#8220; &#8211; an einigen Stellen w\u00fcrde ein Wegrutschen ungef\u00e4hr 300m tiefer im See enden, mit entsprechenden Konsequenzen f\u00fcr die Gesundheit. Andererseits m\u00fcsste man sich dann aber auch keine Gedanken mehr \u00fcber verdrehte Knie machen.<\/p>\n<p>A propos, nach meinem letzten Schweizurlaub hatte ich ja einige Probleme mit den Knien, was aber in erster Linie an \u00fcberstrapazierten und zu wenig gedehnten Muskeln lag. F\u00fcr die war das auch ein wenig nette Tortur, steile Treppenstufen runter, immer auf der Hut vor unsicherem Untergrund und \u00fcberhaupt. So entschied ich mich schlussendlich dazu, den Abstieg noch etwas zu verl\u00e4ngern in der Hoffnung dass der l\u00e4ngere Weg dann weniger steil ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20250823\/t-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p><small>Hinweis zum Diagramm: Die Geschwindigkeit von Bus und Schiff war wesentlich weniger zackig und deutlich niedriger. Aber man erkennt hier sehr sch\u00f6n wie langsam es beim Abstieg ab 12:30 bis kurz etwa 14 Uhr zuging, und wie flott ich im Vergleich die letzten paar Kilometer am Seeufer zur\u00fccklegte.<\/small><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich kam ich dann kurz nach 13:30 Uhr oberhalb eines Steinbruchs raus und machte erstmal Pause, das sieht man auch sch\u00f6n im Diagramm. Nun hatte ich zwei M\u00f6glichkeiten: rechts rum und dann steil runter nach Kehrsiten in Richtung Schiffsanleger, oder links rum und der Zufahrtsstra\u00dfe vom Steinbruch anch unten folgen und danach noch ein paar Kilometer auf H\u00f6he des Seeufers nach Kehrsiten marschieren. Ich entschied mich f\u00fcr letzteres, was aber nicht hei\u00dfen soll, dass es sich gut laufen lie\u00df &#8211; die Zufahrtsstra\u00dfe war so steil, wie man es f\u00fcr eine Stra\u00dfe grade noch hinkriegt. Aber immerhin kam man dort nicht mehr ins Rutschen und konnte sich in einer Tippeltappeltour mit ganz kleinen Schritten nach unten bewegen. Im Diagramm ist der Abschnitt denn auch der steilste, weil ich da in k\u00fcrzester Zeit rund 300 H\u00f6henmeter \u00fcberwand.<\/p>\n<p>Gegen 14 Uhr war ich dann am Seeufer angekommen. Nun musste ich nur noch der Stra\u00dfe nach Kehrsiten folgen. Die war nun quasi topfeben, so dass ich ein ordentliches Tempo vorlegen konnte, was wiederum die Muskeln freute, lockeres auslaufen quasi. Und so kam ich dann auch p\u00fcnktlich eine runde Viertelstunde vor der Abfahrt des Schiffes am Anleger an.<\/p>\n<p>Dort fand sich auch eine Gruppe von Schweizer Wanderfreunden ein, die ich am Morgen schon am Aussichtspunkt K\u00e4nzeli und sp\u00e4ter oben am Gipfel getroffen hatte. Die Truppe hatte einheitliche gelbe Shirts an und blaue M\u00fctzen auf &#8211; waren aber tats\u00e4chlich Schweizer und keine Schweden oder Ukrainer. Die hatten ihre Wanderung ebenfalls geschafft und waren wohl auf einem anderen Weg den B\u00fcrgenstock runtergelaufen. Und wie das bei solchen Wandergruppen so ist, die haben das Motto &#8222;WuT &#8211; Wandern und Trinken&#8220;. Gewandert waren sie, nun wurde Schnaps ausgeteilt &#8211; wir kommen nochmal drauf zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Eine Seefahrt die ist lustig (8,1km, 0:33h, \u219750m, \u219850m)*<\/strong><\/p>\n<p><small>*Der See ist wie gesagt topfeben, die 50m sind also akkumulierte Rundungsfehler vom GPS. Das zeigt wieder nur, dass man sich nicht auf die Technik verlassen kann.<\/small><\/p>\n<p>P\u00fcnktlich kurz vor 15 Uhr kam dann auch das Schiff in Richtung Luzern, eine runde halbe Stunde <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schifffahrtsgesellschaft_des_Vierwaldst%C3%A4ttersees\">Schiffstour<\/a> stand als Ausklang des Tages an. Als erstklassiger Passagier darf man dann auch oben auf dem Oberdeck Platz nehmen, was einem einen sch\u00f6nen Blick in die Gegend bringt. Nachdem die Wolkendecke ja schon am Vormittag aufgerissen war, war es inzwischen ein richtig sch\u00f6n sonniger Tag geworden, da war die Schiffstour genau das richtige &#8211; eine luftige Brise zum Trocknen der verschwitzten Klamotten, toller Ausblicke auf die Berge ringsherum, und \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Aufreger der kurzen Reise gab es dann am Anleger Verkehrshaus, der einzigen Zwischenstation der Tour. Da ging die Wandergruppe von Bord, und dann muss man dort noch 30m auf einem Betonsteg Richtung Land marschieren. Die Truppe schien inzwischen gut getankt zu haben, und so trug es sich zu, dass einer der Damen ihre sch\u00f6ne blaue Kopfbedeckung ins Wasser fiel: &#8222;M\u00fctze \u00fcber Bord!&#8220;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20250823\/t-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Nach einer Schrecksekunde schritten zwei Wanderkollegen zur Tat: An dem Anleger war ein Haken mit langer Stange abgelegt, der wohl sonst f\u00fcr den Fall des Notfalls dazu gedacht ist, einen Rettungsring samt zu rettender Person an Land zu ziehen. Die M\u00fctze machte keine Anstalten untergehen zu wollen, also wurde sie nun aus dem Wasser gefischt. Das klappte nat\u00fcrlich nicht beim ersten Mal, unterdessen legte das Schiff schon wieder ab, w\u00e4hrend alle Passagiere und diverse Schaulustige am Anleger das Spektakel ansahen und lautstark anfeuerten. Im zweiten Anlauf hatten die Jungs den Dreh raus und die M\u00fctze wurde aus dem Wasser gehoben &#8211; nur um einen Meter neben dem Steg wieder ins Wasser zu fallen. Die Ger\u00e4uschkulisse entsprach einem Fu\u00dfballstadion beim verschossenen Elfer. Im dritten Anlauf klappte es dann tats\u00e4chlich, die M\u00fctze war gerettet und das Publikum feierte die Helden. Und genau aus diesem Grund hab ich f\u00fcr mein Handy eine Plastikh\u00fclle mit Schnur dran, die ich mir ums Handgelenk wickeln kann &#8211; das Handy schwimmt n\u00e4mlich nicht und wartet drauf, gerettet zu werden.<\/p>\n<p><strong>Eine Frage h\u00e4tte ich da noch<\/strong><\/p>\n<p>Auf jeden Fall legte das Schiff p\u00fcnktlich gegen 15:30 Uhr wieder in Luzern an. Ich enterte den Supermarkt zwecks Getr\u00e4nkeversorgung f\u00fcr den Sonntag und schlich zur\u00fcck ins Hotel. Dort fuhr ich dann tats\u00e4chlich Fahrstuhl, weil ich keine Lust hatte bis in den f\u00fcnften Stock zu klettern. Eine Dusche sp\u00e4ter holte ich zun\u00e4chst den fehlenden Nachtschlaf nach, schrieb Reisetagebuch und \u00fcbte Fremdsprachen, indem ich den Schweizer Wetterbericht schaute.<\/p>\n<p>Und danach war dann die gro\u00dfe Frage, was ich mit dem angebrochenen Abend nun anstellen sollte. Auf Essengehen hatte ich irgendwie keine richtige Lust, und pl\u00f6tzlich ergab sich die L\u00f6sung des Falles ganz von alleine: Auf irgendeinem Sender, den ich sonst nie einschalten w\u00fcrde, lief eine Doppelfolge <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Columbo\">Columbo<\/a>. Das musste ich mir dann schon noch geben, immerhin gab es in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Columbo:_Der_alte_Mann_und_der_Tod\">einen Folge<\/a> einen ungew\u00f6hnlichen Doppelmord, bei dem tats\u00e4chlich gar nicht klar war, wer es denn nun eigentlich gewesen war &#8211; eine eher schwache Folge, trotz Robert Vaughn als einer der Gegenspieler. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Columbo:_Mord_im_Bistro\">zweite Folge<\/a> war besser, William Shatner (bekannt aus Film, Funk und Fernsehen als Cpt. Kirk vom Raumschiff Enterprise) gab einen \u00fcberheblichen Schauspieler als M\u00f6rder.<\/p>\n<p>Das war nun gekl\u00e4rt, die finale Frage des Abends lautete nun: Was mache ich denn morgen? Eigentlich hatte ich vor, nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Z%C3%BCrich\">Z\u00fcrich<\/a> zu fahren. Der Wetterbericht hatte aber f\u00fcr die zweite H\u00e4lfte der Woche einen Wetterumschwung angek\u00fcndigt, so dass ich kurzerhand den Plan \u00e4nderte und den geplanten Ausflug zur Rigi auf den kommenden Tag vorverlegte. Wie das ausging, ist dann aber etwas f\u00fcr den n\u00e4chsten Eintrag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste Wanderung des Urlaubs f\u00fchrte auf den B\u00fcrgenstock. 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