{"id":4981,"date":"2025-09-01T23:22:19","date_gmt":"2025-09-01T21:22:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4981"},"modified":"2025-09-01T23:24:32","modified_gmt":"2025-09-01T21:24:32","slug":"vier-staedte-am-wald-gesehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2025\/09\/01\/vier-staedte-am-wald-gesehen\/","title":{"rendered":"Vier St\u00e4dte am Wald gesehen"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte zwei Wochen Urlaub, wobei die erste Woche daf\u00fcr draufging, genug aufzur\u00e4umen, dass Platz war f\u00fcr die Inhalte, die man f\u00fcr einen Urlaub so alle in den Koffer packen muss: Klamotten, Wanderkarte, Fahrkarte, Lichtschutzfaktor, Pflaster, Stiefel, Hut &#8211; was man eben so braucht.<\/p>\n<p><strong>Etappe 0 &#8211; Auf dem Weg zum Bahnhof<\/strong><\/p>\n<p>Der Wecker sollte mich Punkt 7 aus dem Bett klingeln. Das ging schon mal gr\u00fcndlich schief, denn ich stand 6:55 Uhr bereits im Bad vorm Spiegel und r\u00e4tselte, wer der Typ ist, dem ich da grad die Z\u00e4hne putze. Drei\u00dfig Minuten sp\u00e4ter hatte ich alles eingepackt, wieder ausgepackt, umgestochen, gepr\u00fcft ob ich nix vergessen hatte, und dann hatte ich immer noch Zeit, noch dreimal nerv\u00f6s zu \u00fcberlegen, ob ich nicht doch irgendwas vergessen hatte.<\/p>\n<p>Wie sich sp\u00e4ter herausstellen sollte hatte ich tats\u00e4chlich nix vergessen, sondern mich nur bei der Anzahl der Hemden verz\u00e4hlt. Aber irgendwas ist ja immer. Auf jeden Fall stand ich also p\u00fcnktlich an der Bushaltestelle und harrte der Busse, die da kommen mochten.<\/p>\n<p><strong>Etappe 1 und 2 &#8211; Von Erlangen nach M\u00fcnchen<\/strong><\/p>\n<p>Am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Erlangen\">Bahnhof<\/a> angekommen wanderte ich also gem\u00fctlich zum Bahnsteig und guckte doof in der Gegend herum, bis dann mal der schnelle Bummelzug nach N\u00fcrnberg angefahren kam. Die erste Klasse ist zwar von der Bequemlichkeit her ein Witz, daf\u00fcr ist aber immerhin Platz. Und weil manchmal tats\u00e4chlich auch bei der Bahn was funktioniert, klappte dann auch das Umsteigen in den ICE nach M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Der ICE war &#8211; man glaubt es ja kaum &#8211; auch p\u00fcnktlich in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%BCnchen_Hauptbahnhof\">M\u00fcnchen<\/a>. Da war ordentlich Betrieb, und ich hatte eine knappe Stunde Zeit, mir am Rande der Au\u00dfenbahnsteige die Beine in den Bauch zu stehen. Viel interessantes gab es da aber nicht zu sehen &#8211; viele Leute mit noch mehr Koffern halt.<\/p>\n<p><strong>Etappe 3 &#8211; Von M\u00fcnchen nach Z\u00fcrich<\/strong><\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alstom_ETR_610\">ECE<\/a> (auch so eine komische Erfindung als Zugkategorie) war ausgesprochen gut besucht, soll er doch als ebenerdiger Flug M\u00fcnchen und Z\u00fcrich verbinden. Entsprechend waren so einige Amis im Publikum, die wohl von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flughafen_Z%C3%BCrich\">Z\u00fcrich<\/a> aus \u00fcber den gro\u00dfen Teich zu fliegen wollten. Das ganz gro\u00dfe Flugtempo erreicht der Zug auf der Strecke allerdings nicht, daf\u00fcr gibt es zu viele Kurven und zu viele eingleisige Abschnitte, die immer wieder f\u00fcr Verz\u00f6gerungen sorgen.<\/p>\n<p>Trotz allem war der Zug ziemlich p\u00fcnktlich am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bodensee\">Bodensee<\/a> und dann auch in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bregenz\">Bregenz<\/a>. Ich hatte also durchaus berechtigte Hoffnung, ohne Zwischenf\u00e4lle p\u00fcnktlich in Z\u00fcrich anzukommen. Irgendwie hatte der Zug hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St._Margrethen\">St. Margrethen<\/a> dann aber doch 12 Minuten Versp\u00e4tung angeh\u00e4uft. Und so kam dann kurz vor Winterthur die sch\u00f6ne Durchsage, dass der Halt am Flughafen Z\u00fcrich ersatzlos gestrichen wird. Reisende dahin k\u00f6nnen ja Umsteigen und mit der S-Bahn fahren. Durch das Weglassen der Schleife \u00fcber den Flughafen hatten wir in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Z%C3%BCrich_Hauptbahnhof\">Z\u00fcrich HB<\/a> dann nur noch vier oder f\u00fcnf Minuten Versp\u00e4tung.<\/p>\n<p>Das bedeutete f\u00fcr mich, dass ich flinken Fu\u00dfes aus dem Zug raush\u00fcpfen musste, wie ein ge\u00f6lter Blitz die Rolltreppe hoch, zum richtigen Aufgang in die Haupthalle eilen und die andere Rolltreppe hochrennen musste, um dann mit einem gezielten Sprung durch die sich schlie\u00dfende T\u00fcr in den Anschlusszug zu hechten. Im Actionfilm klappt sowas ja auch.\u00a0Ich kam bis in die Mitte der ersten Rolltreppe&#8230; Dann stand eine sehr breit gebaut afroamerikanische Touristin auf der linken Seite der Rolltreppe und lie\u00df sich weder durch gute Worte noch w\u00fctende Gesten dazu \u00fcberreden, zur Seite zu gehen. Vermutlich h\u00e4tte es ohnehin nichts gebracht, ihr Nilpferdarsch blockierte beide Spuren der Rolltreppe. Ich war allerdings weniger w\u00fctend als die drei Schweizer vor mir. Immerhin hatte ich ja Urlaub, und in 30 Minuten w\u00fcrde schon der n\u00e4chste Zug fahren, der sogar schneller fahren w\u00fcrde als der, den ich grade verpasst hatte. Somit w\u00fcrde die Versp\u00e4tung am Ende nur 20 Minuten betragen.<\/p>\n<p><strong>Etappe 4 &#8211; Von Z\u00fcrich nach Luzern<\/strong><\/p>\n<p>Ich suchte mir also einen sch\u00f6nen Stehplatz in der Haupthalle des Z\u00fcrcher Hauptbahnhofs und guckte dem Treiben zu. Neben drei gut aufgelegten Mitarbeitern, die Reisenden erkl\u00e4rten, wo sie den Zug, die Wechselstube oder was auch immer finden konnte gabs noch ein paar Werbeleute, die Dosenlimonade verteilten (bei sommerlichen Temperaturen nicht ganz falsch) und das \u00fcbliche Gewusel, was man eben an einem Bahnhof so hat. In Z\u00fcrich ist ja alle halbe Stunde Rush Hour und dazwischen eher tote Hose.<\/p>\n<p>Wie auch immer, ich wartete also auf den n\u00e4chsten interregionalen Zug nach Luzern. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Thalwil%E2%80%93Zug\">Strecke<\/a> kannte ich bereits aus eigener Befahrung sowie aus <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=LQJpgfMYHNE\">F\u00fchrerstandsmitfahrten<\/a> von youtube. Und so wusste ich dementsprechend auch, dass ich in Fahrtrichtung links ein Blick auf den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Z%C3%BCrichsee\">Z\u00fcrichsee<\/a> m\u00f6glich ist, wenn man erstmal aus dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zimmerberg-Basistunnel\">Zimmerbergtunnel<\/a> raus ist. Danach geht es dann rechts weg den Berg hoch, durch zwei Tunnel, zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Zug\">Bahnhof Zug<\/a> im Kanton Zug (also im Zug sitzend am Bahnhof Zug der Stadt Zug im Kanton Zug stehend&#8230;). Danach nochmal rechts rum, damit man nicht im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zugersee\">Zugersee<\/a> landet, weiter \u00fcber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Rotkreuz\">Rotkreuz<\/a> (da gibts nur gar kein rotes Kreuz, sondern nur &#8217;ne Schweizer Flagge), vorbei an der Station &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Root_D4_railway_station\">Root D4<\/a>&#8220; (die haben echt komische Namen in der Schweiz&#8230;) und schlussendlich in einer eleganten 270-Grad Drehung \u00fcber Backbord in die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Luzern\">Bahnhofshalle Luzern<\/a>.\u00a0Das Schreiben dieser <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Zug%E2%80%93Luzern\">Streckenbeschreibung<\/a> hat beinah fast so lang gedauert wie die Fahrt selbst.<\/p>\n<p><strong>Etappe 5 &#8211; Ortsbegehung Luzern<\/strong><\/p>\n<p>Auf jeden Fall war ich also 15:50 Uhr in Luzern angekommen. Der weitere Weg f\u00fchrte mich nun zur \u00f6rtlichen Frittenbude mit dem g\u00fcldenen M, denn direkt daneben befindet sich der Eingang zum Hotel. Dort bekam ich eine kleine feine Schl\u00fcsselkarte f\u00fcr eine kleine feine Besenkammer und konnte mich nun guter Dinge auf einen ersten Stadtspaziergang begeben.<\/p>\n<p>Wichtigstes Ziel der \u00dcbung war das Erkunden notwendiger Lokalit\u00e4ten zum Erwerb von Speis und Trank, von einer mitgef\u00fchrten Flasche nasser Minerale und ein paar T\u00fcten N\u00fcssen kann man ja nicht auf Dauer leben. Der \u00f6rtliche Supermarkt residiert erfreulicherweise direkt im Bahnhof. Danach guckte ich noch schnell an der weltbekannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kapellbr%C3%BCcke\">Kapellbr\u00fccke<\/a> vorbei und schaute mal, was es da ringsherum noch so zu sehen gab.<\/p>\n<p>Danach ging es zur\u00fcck ins Hotel, wo eine zeitige Nachtruhe geplant war, denn am n\u00e4chsten Morgen war die erste Wanderung des Urlaubs angesagt. Das ist dann aber etwas f\u00fcr den n\u00e4chsten Eintrag.<\/p>\n<p>Achso, die \u00dcberschrift des Artikels bezieht sich auch nur darauf, dass Luzern am Ufer eines <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vierwaldst%C3%A4ttersee\">komisch geformten Sees<\/a> liegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte zwei Wochen Urlaub, wobei die erste Woche daf\u00fcr draufging, genug aufzur\u00e4umen, dass Platz war f\u00fcr die Inhalte, die man f\u00fcr einen Urlaub so alle in den Koffer packen muss: Klamotten, Wanderkarte, Fahrkarte, Lichtschutzfaktor, Pflaster, Stiefel, Hut &#8211; was man eben so braucht. 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