{"id":4976,"date":"2025-08-27T16:17:46","date_gmt":"2025-08-27T14:17:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4976"},"modified":"2025-08-20T21:03:22","modified_gmt":"2025-08-20T19:03:22","slug":"mixtape-der-woche-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2025\/08\/27\/mixtape-der-woche-34\/","title":{"rendered":"Mixtape der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Weil ich gerade im Urlaub verweile, wenn dieser Eintrag ver\u00f6ffentlicht wird, gibts heute Tonkonserven auf die Ohren. Besagte Konserven bedingen, dass man die Kl\u00e4nge k\u00fcnstlich erzeugt, und diesbez\u00fcglich gibt es jetzt eine umst\u00e4ndliche Einleitung, damit man drei Ecken und vier Querverweise sp\u00e4ter zum Thema des Mixtapes vordringen kann&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Russe Lew Termen h\u00e4tte heute Geburtstag. Geboren ist er 1896, gestorben knapp 100 Jahre sp\u00e4ter. Dieser Physiker und Erfinder, auch bekannt als Leon Theremin, entwickelte das gleichnamige Musikinstrument, welches ber\u00fchrungslos gespielt wird, und Kl\u00e4nge quasi aus dem Nichts erzeugt. Damit war er kurz nach dem ersten Weltkrieg ein Wegbereiter der modernen Klangerzeugung, die sp\u00e4ter von Leuten wie Robert Moog aufgegriffen wurde und zu den ersten Synthesizern f\u00fchrte. Und damit sind wir beim Thema &#8211; elektronisch erzeugte Popul\u00e4rmusik.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/45aoC0yE3RZGWz5QPb41M1?si=9107fe46e80c4337\">Hot Butter &#8211; Popcorn<\/a><\/p>\n<p>Dieses St\u00fcck war 1972 einer der ersten Synthesizer-Hits der Welt. Eingespielt wurde das ganze auf Moog-Synthesizern. Ein simples Pattern, welches sich konstant wiederholt (der Rockmusiker w\u00fcrde Riff dazu sagen, der Klassiker Ostinato), gibt die Marschrichtung vor, und dar\u00fcber wird dann diverses anderes Geklimper gelegt. Simpel, eing\u00e4ngig, und eben elektronisch.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/3VkPfiwwaYme0mbNEciJXN?si=13247116537c4a90\">Space &#8211; Magic Fly<\/a><\/p>\n<p>Die Franzosen waren ja dank Jean-Michel Jarre schon fr\u00fch auf dem Synth-Trip, so erschien 1977 dieses St\u00fcck als Single. Das zugeh\u00f6rige Album erreichte ebenfalls vordere Chartpositionen, w\u00e4hrend gleichzeitig alle Welt im Diskofieber war.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/2QTAl6K1dEwzOoPdkpZORX?si=c7dc388a372a4adc\">Alan Parsons Project &#8211; Lucifer<\/a><\/p>\n<p>Alan Parsons wurde erstmals als Tontechniker f\u00fcr Pink Floyd bekannt, er werkelte unter anderem an Dark Side Of The Moon mit und fabrizierte da zahlreiche Toneffekte. Sp\u00e4ter gr\u00fcndete er seine eigene Band, die bestens produzierten proggigen Pop spielte. Aus dem Album &#8222;Eve&#8220; von 1979 stammt diese Nummer, die auch im Fernsehen verwendet wurde, z.B. f\u00fcr die Sendung &#8222;Monitor&#8220;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/6GxhckZeqoWNF9n9XS91HS?si=4f47168749e441e0\">Vangelis &#8211; Chariots Of Fire<\/a><\/p>\n<p>Den Film (ein historisches Sportdrama von 1981) kennt eigentlich niemand, das Titelst\u00fcck hingegen ist ein gro\u00dfer Klassiker der elektronischen Musik. Vangelis vertonte ja auch andere Filme wie z.B. Blade Runner, Einer seiner bekanntesten St\u00fccke ist eben dieses hier (gut, in Deutschland kennt man ihn wohl eher noch wegen Conquest Of Paradise, was auch zuerst Soundtrack war und sp\u00e4ter von Henry Maske zur Einmarschmusik umfunktioniert worden war).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/2kgqupahrJpYB4r1poTXEY?si=c754516da4224636\">Harold Faltermeyer &#8211; Axel F<\/a><\/p>\n<p>Noch ein Beispiel f\u00fcr Filmmusik&#8230; das instrumentale Titelst\u00fcck zur Actionkom\u00f6die Beverly Hills Cop von 1984. Eingespielt wurde die ganze Sache auf diversen Synthesizern von Roland, Yamaha und eben einem Moog.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/3TnJ7M6in8Pb5EyGBUK02Y?si=b352de39ef304e17\">Jan Hammer &#8211; Crockett&#8217;s Theme<\/a><\/p>\n<p>Miami Vice war in den 80ern wahnsinnig aufregend und wegweisend f\u00fcr die Popkultur. Da tauchte nicht nur die aktuelle Popmusik auf (Phil Collins zum Beispiel), sondern da wurden Trends gesetzt. So eben auch beim Soundtrack, der 1986 erstmals erh\u00e4ltlich war.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/01BaOczvalXvzoTjp6xSnd?si=18f95282b6ec4dee\">Jean-Michel Jarre &#8211; Arpegiateur<\/a><\/p>\n<p>Ohne den Gro\u00dfmeister kommt diese Liste nat\u00fcrlich nicht aus &#8211; nach den ersten beiden Alben &#8222;Oxyg\u00e8ne&#8220; und &#8222;Equinoxe&#8220; folgten andere, weniger konsistent komponierte Alben, und dieses St\u00fcck von 1982 landete meines Wissens nach nur auf irgendeiner obskuren Best Of Werkschau. Au\u00dferdem wurde es im Film &#8222;9 1\/2 Wochen&#8220; verwendet, war aber kein Teil des offiziellen Soundtracks.<\/p>\n<p>Bonus: <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/0C3Aog249KzJpyWygg7fmd?si=eb618fbc9473487c\">Jean-Michel Jarre &#8211; Magnetic Fields II<\/a><\/p>\n<p>Die ganze Musikerzeugung des Theremins basiert ja auf der Variation des Abstands zum Instrument, was wiederum durch einen kapazitativen Sensor, mithin also einen Kondensator realisiert ist. Mit anderen Worten: Nix als angewandte Physik. In \u00e4hnlicher Form k\u00f6nnte man auch Magnetfelder induzieren, im Endeffekt basieren elektrische Gitarren ja auf einem \u00e4hnlichen Prinzip &#8211; die Schwingung(n) der Saite(n) induzieren einen Strom, und dann gibt&#8217;s Krach. Von daher passt der Titel Magnetic Fields hier super, das war ein Album von 1981, und Part 2 war als Single ausgekoppelt worden.<\/p>\n<p>Tja, und das Theremin? Das geriet weitgehend in Vergessenheit, bevor es nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion neu entdeckt wurde. Neben einigen anderen benutzt es zum Beispiel die deutsche Band Wucan heutzutage f\u00fcr ihre ganz eigene Mischung aus Prog und Krautrock.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weil ich gerade im Urlaub verweile, wenn dieser Eintrag ver\u00f6ffentlicht wird, gibts heute Tonkonserven auf die Ohren. 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