{"id":4948,"date":"2025-06-13T19:01:29","date_gmt":"2025-06-13T17:01:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4948"},"modified":"2025-06-19T09:41:21","modified_gmt":"2025-06-19T07:41:21","slug":"mixtape-der-woche-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2025\/06\/13\/mixtape-der-woche-23\/","title":{"rendered":"Mixtape der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt nur wenige Genies in der Popmusik &#8211; K\u00fcnstler die pr\u00e4genden Einfluss auf die Musikgeschichte hatten, sei es durch unkonventionelle Ideen, Wandelbarkeit (David Bowie zum Beispiel), das Sprengen von Grenzen (die Beatles zwischen Rubber Soul und Sgt. Pepper) oder schlicht durch ihren Erfolg (Michael Jackson). Zu diesen Genies z\u00e4hlte auch Brian Wilson, der kreative Kopf hinter den Beach Boys. Gestern ist er verstorben, und deswegen gibt es nun eine kurze R\u00fcckschau auf einige seiner Songs (die gr\u00f6\u00dften Hits hatte ich ja Anfang des Jahres schon mal verwurstet, das offensichtliche Good Vibrations fehlt hier dementsprechend).<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/1jcL5wqNkR5uT9kSbUD55l?si=38c486dc2f764684\">Surfer Girl<\/a><\/p>\n<p>Dieses St\u00fcck von 1963 gilt als erstes von Brian Wilson selbst produzierter Song. Vorher hatte die Plattenfirma auf ihrem eigenen erfahrenen Produzenten bestanden, Brian Wilson, damals grade 20 Jahre alt, hatte aber andere Vorstellungen und konnte sich nach den ersten Erfolgen der Band schlie\u00dflich durchsetzen. Der Song selbst ist freilich recht unspektakul\u00e4r und setzt die typischen Vokalharmonien der Band in Szene. Thematisch geht es hier wie auf den ersten Alben der Band ausschlie\u00dflich ums Surfen und alles was damit zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/69bCYoIEp1mZatfkS87Fv3?si=6f90744fba244341\">In My Room<\/a><\/p>\n<p>Diese Ballade von 1963 ist ein fr\u00fches Beispiel f\u00fcr Songs, bei denen es mal nicht ums Surfen geht. Man k\u00f6nnte den Inhalt kurz mit &#8222;my home is my castle&#8220; zusammenfassen, ausgeschm\u00fcckt mit dichten Vokalarrangements, d\u00fcster und sentimental.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/4T5SR1krNuVLOnxSjYb8nW?si=35e33bfc8a4e453d\">Fun, Fun, Fun<\/a><\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter ging es hier ganz klar um den Spa\u00df an der Freude &#8211; am Autofahren, nicht am Surfen. Sowas war damals noch gang und g\u00e4be, heute w\u00fcrde man von der Moralpolizei sowas von auseinandergenommen&#8230; Aber immerhin wars damals schon die Frau am Steuer, die die M\u00e4nner abblitzen l\u00e4sst &#8211; nachdem sie sich die Autoschl\u00fcssel f\u00fcr Papis Thunderbird ohne dessen Einverst\u00e4ndnis ausgeborgt hat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/0mwr3py9MZIOdvOrI31h6r?si=f0697bd8b64c4311\">California Girls<\/a><\/p>\n<p>Vor 60 Jahren ging es irgendwie nach wie vor und immer noch um die sch\u00f6nen Seiten des Lebens in Kalifornien &#8211; Sonne, Strand, Bikini Babes (oder so). David Lee Roth (S\u00e4nger von Van Halen) coverte die Nummer folgerichtig in den 80ern, da passte es ja auch mit der hedonistischen Lebenseinstellung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/5ztl21y9jNd6fYZTdXxVN5?si=7ea6c0bc47c342da\">Help Me, Rhonda<\/a><\/p>\n<p>Die Kompositionen von Brian Wilson wurden komplexer, verloren aber nichts von ihrem Hitpotential. Bestes Beispiel ist diese Nummer von 1965, die an der Spitze der Charts landete und die Beatles vom Thron stie\u00df. Thematisch geht es zwar immer noch recht seicht um die Liebe, aber musikalisch gibt es hier so einiges zu entdecken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/1Umw3vhysHBodpBFpFsVgK?si=bd56bf54656741ee\">God Only Knows<\/a><\/p>\n<p>Auf dem bahnbrechenden und wegweisenden Album &#8222;Pet Sounds&#8220; von 1966 findet sich neben <em>Good Vibrations<\/em> auch diese Nummer, die die Popmusik mal eben neu definierte. F\u00fcr viele gilt der Song als beste Komposition Wilsons. Die Beatles d\u00fcrften ihn hier schwer beeinflusst haben, die waren ja ihrerseits grade dabei die Grenzen der Popmusik zu sprengen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/7BO7ZbaEmgCSSp3znPMxN4?si=9a0b132d0a814b48\">Heroes And Villains<\/a><\/p>\n<p>Mit dem Projekt &#8222;Smile&#8220; legte Wilson eine Bruchlandung hin &#8211; Drogen und mentale Probleme machten das Arbeiten unm\u00f6glich, das Projekt wurde abgebrochen und erst nach der Jahrtausendwende in ge\u00e4nderter Form ver\u00f6ffentlicht. Einige der Songs aus diesen Sessions waren mehr oder minder fertig und wurden auf weiteren Alben ver\u00f6ffentlicht. Diese Nummer ist mit Abstand die komplexeste im Katalog der Band, was den Mix und die Struktur angeht. Zahllose Aufnahmesessions wurden gemacht, der Song durchlief unz\u00e4hlige Metamorphosen, weil Brian Sektionen verschob oder austauschte. Er hatte einfach so viele Ideen, dass er den Song auch auf eine komplette LP-Seite h\u00e4tte ausdehnen k\u00f6nnen, viele Fragmente des Songs wurden dann aber doch zu eigenst\u00e4ndigen Nummern &#8211; Progressive Rock ist ein Schei\u00df dagegen. Lassen wir es also als H\u00f6hepunkt seines kreativen Schaffens stehen, von da an ging es tief abw\u00e4rts.<\/p>\n<p>Damit w\u00e4re das Mixtape ziemlich voll, und prinzipiell g\u00e4be es genug Material f\u00fcr noch ein Mixtape &#8211; belassen wir es mal bei honorable mentions f\u00fcr <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/4BcAcEbp6j6luowfAliUfW?si=9bb6418cffcb49ae\">Darlin&#8216;<\/a>, <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/5Phhw1cIA41fyoXABRBaZs?si=1104a5a3e6694ea1\">Wild Honey<\/a>, <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/6VojZJpMyuKClbwyilWlQj?si=6073dc0e3c7e4e70\">Wouldn&#8217;t It Be Nice<\/a> und <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/2ulPFs59dOCrd6JLkvNIJR?si=02d57f1be2da45c7\">When I Grow Up (To Be A Man)<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt nur wenige Genies in der Popmusik &#8211; K\u00fcnstler die pr\u00e4genden Einfluss auf die Musikgeschichte hatten, sei es durch unkonventionelle Ideen, Wandelbarkeit (David Bowie zum Beispiel), das Sprengen von Grenzen (die Beatles zwischen Rubber Soul und Sgt. 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