{"id":4929,"date":"2025-04-24T20:48:07","date_gmt":"2025-04-24T18:48:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4929"},"modified":"2025-04-24T20:48:07","modified_gmt":"2025-04-24T18:48:07","slug":"mixtape-der-woche-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2025\/04\/24\/mixtape-der-woche-16\/","title":{"rendered":"Mixtape der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Zu Ostern kam Western, und das auf quasi allen Kan\u00e4len. Und damit sind wir auch schon beim Thema, denn es gibt so einiges an Musik, die im Spannungsfeld aus Ost und West entstanden ist bzw. von Musikern stammt, die in diesem Feld unterwegs waren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/2GsdNfuxE4tHS1Hj5hfVVf?si=cd92287a75374657\">Nina Hagen &#8211; Du hast den Farbfilm vergessen<\/a><\/p>\n<p>Nina Hagen war als Tochter der bekannten Schauspielerin Eva Maria Hagen (die mit Wolf Biermann zusammen war und daher dem Politb\u00fcro suspekt war) von klein auf mit diversen K\u00fcnstlerkreisen in Ber\u00fchrung und hatte mit diesem Titel in den 70ern einen ersten Erfolg in der DDR. Nach der Ausb\u00fcrgerung Biermanns verlie\u00df sie die DDR Ende 1976 und wurde zur Godmother of German Punk. Ob da nun in ihrem Kopf immer alles richtig war sei dahingestellt, angeeckt ist sie auch im Westen mehr als einmal.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/1mc47KkAvrrrzD12kIRcM1?si=43612f6f98224912\">Neumis Rock Circus &#8211; Der Clown<\/a><\/p>\n<p>Die Gruppe war relativ kurzlebig (1979-83) und war von einem fr\u00fcheren Mitglied von Karat begr\u00fcndet worden &#8211; Hans-Joachim &#8222;Neumi&#8220; Neumann. Ihr bekanntestes Lied ist eben genau jenes aus dem Jahr 1980. Drei Jahre sp\u00e4ter verlie\u00df Neumann die DDR, womit die Band Geschichte war.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/0sfoRvWgQobk8H3Xfeo2BL?si=c00c2e52209a475b\">Veronika Fischer\u00a0 &#8211; Blues von der letzten Gelegenheit<\/a><\/p>\n<p>Veronika Fischer war die erfolgreichste S\u00e4ngerin der DDR der 70er Jahre &#8211; sie sang unter anderem mit Panta Rhei, aus denen sp\u00e4ter Karat hervorgingen. Ihre Platten verkauften sich wie geschnitten Brot, auch wenn es diverse Besetzungswechsel gab. Sie arbeitete dabei mit quasi allen zusammen, die irgendwie Rang und Namen hatten. Ihr Hauptkomponist Franz Bartzsch blieb nach einem Auftritt in West-Berlin gleich dort, was auch f\u00fcr Fischers Karriere das Ende bedeutete. 1981 ging sie ebenfalls in den Westen, konnte dort aber nicht an ihre Erfolge ankn\u00fcpfen. Aus der Feder von Bartzsch stammt auch dieses St\u00fcck von 1974.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/4MyaC0tcOVbuUpd38RT9YD?si=85d88c6ab24141cd\">Manfred Krug &#8211; Es steht ein Haus in New Orleans<\/a><\/p>\n<p>Den meisten d\u00fcrfte Manfred Krug als Schauspieler ein Begriff sein &#8211; sowohl im Kino des Ostens als auch im Fernsehen des Westens (u.a. als Fernfahrer Franz Meersdonk &#8222;Auf Achse&#8220; oder als Tatortkommissar). Nebenbei war er aber auch anerkannter Jazz-S\u00e4nger. 1976 unterzeichnete er mit vielen anderen K\u00fcnstlern eine Protestnote gegen die Ausb\u00fcrgerung von Wolf Biermann. In der Folge erhielt er keine Engagements mehr und war faktisch mit einem Berufsverbot belegt. Im Sommer 1977 verlie\u00df er die DDR und hatte dabei viel f\u00fcr sich heraushandeln k\u00f6nnen. Im Westen ging seine Karriere nahtlos weiter.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/5kuI5D6Ppi0u45GZEiGYlp?si=8b70a5dacfd74391\">Klosterbr\u00fcder \/ Magdeburg &#8211; Kalt und hei\u00df<\/a><\/p>\n<p>Diese Band eckte wie kaum eine andere Band bei der Staatsf\u00fchrung an: Sie begann unter dem Namen Klosterbr\u00fcder in den sp\u00e4ten 60er Jahren und spielte vergleichsweise heftigen Rock. Mitte der 70er benannte man sich auf politischen Druck hin in Magdeburg um und musste diverse Umbesetzungen \u00fcberstehen. Erfolg stellte sich trotzdem ein, 1980 erschien schlie\u00dflich die erste Langspielplatte. Im gleichen Jahr folgte jedoch auch der Eklat: Ein Fernsehfritze verlangte vor einem Auftritt vom S\u00e4nger, dass er sich die Haare schneiden sollte &#8211; dieser weigerte sich, die Band wurde nach Hause geschickt. 1981 stellten schlie\u00dflich alle Bandmitglieder geschlossen einen Ausreiseantrag &#8211; eine unerh\u00f6rte Provokation und in dieser Form in der DDR einmalig. Es folgte die komplette H\u00e4rte des Staatsapparates: Zwei Bandmitglieder landeten im Stasi-Knast und wurden durch die Bundesrepublik freigekauft, andere zogen die Antr\u00e4ge zur\u00fcck.<\/p>\n<p>In der Band spielten einige bekannte Namen, u.a. Dietrich Kessler, der 1978 die DDR verlie\u00df und sp\u00e4ter mit Gr\u00f6nemeyer spielte. Gisbert Piatkowski und Richie Barton spielten sp\u00e4ter bei City, und Hans Wintoch spielte bei Lift und macht heute noch solo als Hans die Geige Musik.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/44RR3Ow6MFxx3Uxye8FuCm?si=d7301b5f527e4ea3\">Klaus Renft Combo &#8211; Zwischen Liebe und Zorn<\/a><\/p>\n<p>Die Aufstellung kann nicht komplett sein ohne die Klaus Renft Combo. Hervorgegangen aus der Beatband Butlers, die schon 1965 verboten worden war (und die wiederum Nachfolger der ersten Klaus Renft Combo von 1958 war), durfte die Band um Klaus &#8222;Renft&#8220; Jentzsch ab 1967 wieder auftreten. Ab 1969 gewannen sie Gerulf Pannach als Texter, und nach der zwischenzeitlichen Lockerung der Kulturpolitik Anfang der 70er Jahre entstanden zwei Schallplatten, die sie zu einer der bekanntesten Bands der DDR machten. Die Probleme mit der Staatsmacht blieben aber nat\u00fcrlich bestehen, die Texte waren recht offen systemkritisch, wie bei dieser Nummer von 1972.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/0mkS7BtDMoVmRlraW6F6e0?si=af09089c3ab043c0\">Renft &#8211;\u00a0 Rockballade vom kleinen Otto<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr das zweite Album wurde der Bandname zu Renft verk\u00fcrzt. F\u00fcr das dritte geplante Album waren 1974 Texte von Pannach geschrieben worden &#8211; diese wurden von der Staatsf\u00fchrung abgelehnt. Pannach erhielt Anfang 1975 ein Auftrittsverbot, ein Auftrittsverbot f\u00fcr Renft folgte im Sommer. Schlie\u00dflich wurde die Band von der Staatsf\u00fchrung als &#8222;nicht mehr existent angesehen&#8220;, wie es auf einem Mitschnitt des Gespr\u00e4chs mit dem zust\u00e4ndigen Kulturfunktion\u00e4r ausgedr\u00fcckt wurde.<\/p>\n<p>Nachdem sie gegen die Ausb\u00fcrgerung Wolf Biermanns protestiert hatten, wurden Christian Kunert und Gerulf Pannach 1976 verhaftet und im Sommer 1977 in die Bundesrepublik ausgeb\u00fcrgert. Klaus Renft konnte im Mai 1976 ausreisen, seine DDR-Staatsb\u00fcrgerschaft wurde ihm 1981 aberkannt.<\/p>\n<p>Einige St\u00fccke zum nie erschienenen dritten Album waren in Eigenregie aufgenommen worden und wurden schlie\u00dflich nach der Wende auf diversen Compilations ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Ostern kam Western, und das auf quasi allen Kan\u00e4len. 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