{"id":4891,"date":"2025-01-16T21:23:51","date_gmt":"2025-01-16T20:23:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4891"},"modified":"2025-01-16T21:23:51","modified_gmt":"2025-01-16T20:23:51","slug":"mixtape-der-woche-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2025\/01\/16\/mixtape-der-woche-2\/","title":{"rendered":"Mixtape der Woche"},"content":{"rendered":"<p>V\u00f6llig \u00fcberraschend ist schon wieder eine Woche rum, es ist also an der Zeit mir einen Eintrag aus dem \u00c4rmel zu sch\u00fctteln. Und da ist es nur recht und billig (und vor allem sch\u00f6n einfach), sich mit einer Band zu besch\u00e4ftigen, deren Fehlen bei der &#8222;Album der Woche&#8220; Reihe schon diskutiert wurde, zumal besagte Band seit hundertdr\u00f6lfzig Jahren aktiv ist, endlos viele Platten verkauft hat und \u00fcberhaupt die Rockmusik nachhaltig beeinflusst hat.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich rede nat\u00fcrlich von Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und ihre diversen Sidekicks, besser bekannt als Rolling Stones. Die begannen Anfang der 60er Jahre als Rhythm-&amp;Bluesband, wobei Brian Jones der eigentliche Impulsgeber war, w\u00e4hrend Charlie Watts erst sp\u00e4ter hinzustie\u00df. Sie kopierten zun\u00e4chst den Blues der nordamerikanischen Vorbilder wie Chuck Berry und waren damit musikalisch v\u00f6llig anders gelagert als die Beatles. Witzigerweise wurden letztere als die braven Schwiegers\u00f6hne vermarktet und die Stones als B\u00fcrgerschreck, dabei kamen Jagger und Richards aus gutem Hause und gingen aufs College bevor sie sich ganz der Musik zuwanden. Der einzige B\u00fcrgerschreck war Brian Jones, der schon als Teenager mehrere uneheliche Kinder zeugte und sp\u00e4ter wegen drogenbedingter Unzuverl\u00e4ssigkeit aus der Band flog, bevor er 1969 den Rockstartod starb.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen bin ich der Meinung, dass die Stones nach 1969 quasi nix wirklich relevantes mehr auf die Kette gekriegt haben, zumindest im Vergleich zu den Werken, die von 1965-69 entstanden, auch wenn jetzt alle Stones-Fans laut aufschreien werden.<\/p>\n<p>Aber nach so viel Vorrede sollten wir nun endlich mal zum relevanten Teil kommen, n\u00e4mlich zur Musik.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/2PzU4IB8Dr6mxV3lHuaG34?si=4ad3a5fc68184238\">(I Can&#8217;t Get No) Satisfaction<\/a><\/p>\n<p>Diese Nummer von 1965 ist nat\u00fcrlich <em>der<\/em> Signaturesong der Band. Entstanden auf einer US-Tour nach einem n\u00e4chtlichen Geistesblitz von Keith Richards, der mit dem markanten Riff ankam, und einem heute wie damals brandaktuellen Text von Mick Jagger. Die bei\u00dfende Kritik am Kommerz (&#8222;When I&#8217;m watchin&#8216; my TV and a man comes on and tells me how white my shirts can be&#8220;) ist ja zeitlos.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/63T7DJ1AFDD6Bn8VzG6JE8?si=e268256b0ca1455e\">Paint It Black<\/a><\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter sah man schwarz. Besser hat man Depressionen selten in Worte gefasst (&#8222;Maybe then I&#8217;ll fade away and not have to face the facts, it&#8217;s not easy facing up when your whole world is black&#8220;). Musikalisch ist es im Kontrast dazu recht flott, akustische Tupfer sind nat\u00fcrlich das Intro auf der Sitar und der orientalische Schlagzeugrhythmus.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/1QLr0zOu6fv5hLEHOwdr21?si=efa92aea80e341dc\">Let&#8217;s Spend The Night Together<\/a><\/p>\n<p>Irgendwie muss man seinem Ruf als B\u00fcrgerschreck ja gerecht werden, da kommt ein Song mit eindeutig sexueller Konnotation nat\u00fcrlich bestens an &#8211; also bei der Zielgruppe, weniger bei deren Eltern. Bei den Amis gab es nat\u00fcrlich einen Skandal, obwohl man dort im TV extra den Text in &#8222;let&#8217;s spend some time together&#8220; ab\u00e4nderte. Erschienen ist der Song Anfang 1967, kurz darauf hatte Mick Jagger eine Anklage wegen Drogenbesitzes am Hals, Brian Jones hatte ebenfalls wegen des gleichen Deliktes \u00c4rger mit der Justiz. Das war der Anfang vom Ende f\u00fcr Brian Jones.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/1uBsu3PbD2909UBIfEMLvK?si=422c63ba579f477b\">Jumpin&#8216; Jack Flash<\/a><\/p>\n<p>Ohne diesen Song w\u00e4re die Karriere der Band wohl ganz anders verlaufen. Nachdem die Band 1967 dem Zeitgeist entsprechend recht psychedelische Musik gemacht hatte (siehe <em>2000 Light Years From Home<\/em> und <em>She&#8217;s A Rainbow<\/em>), die jedoch beim Publikum nicht so gut ankam. Der letzte Hit war das bereits erw\u00e4hnte Let&#8217;s Spend The Night Together, und das war \u00fcber ein Jahr her &#8211; im Musikgesch\u00e4ft eine Ewigkeit. Hier gab es nun also keine Schn\u00f6rkel mehr, keine Ausfl\u00fcge in wilde Instrumentierungen, sondern ein Riff, und nichts als ein Riff. Und mehr brauchts ja auch nicht f\u00fcr einen Hit, den selbst Mot\u00f6rhead coverten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/75zMKn5euxQdlkZgu4P42J?si=3326ce9756a247c1\">Sympathy For The Devil<\/a><\/p>\n<p>Dieser Song ist die Ausnahme in diesem Mixtape, denn er war keine Single. Daf\u00fcr ist er mit \u00fcber sechs Minuten Spielzeit schlicht zu lang. Die Zeit braucht es aber auch, denn nur so entfaltet sich die einzigartige Magie des Songs mit seinem unwiderstehlichen Sambarhythmus &#8211; wer da nicht wild mit dem Fu\u00df anf\u00e4ngt zu zappeln und am Ende &#8222;woohoo&#8220; schreiend durch die Wohnung tanzt, der hat die Nummer einfach nicht begriffen. Keith Richards haut einige originelle Gitarrent\u00f6ne raus, und Mick Jagger besingt den Teufel in einem echt tiefgr\u00fcndigen Text anhand diverser Ereignisse, sei es historisch wie der Hundertj\u00e4hrige Krieg oder die damals brandaktuelle Ermordung von Robert Kennedy. Ganz gro\u00dfes Kino.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/3fnPv1LRMxENr63afVhaz1?si=2febffa61ed141c4\">Honky Tonk Women<\/a><\/p>\n<p>Ende 1968 schrieben Jagger und Richards diesen Song, die Aufnahmen verz\u00f6gerten sich jedoch bis zum Sommer 1969. Im Juni trennte man sich endg\u00fcltig von Brian Jones, f\u00fcr ihn kam Mick Taylor in die Band. Seine erste Duftmarke war dieser Song, der schlie\u00dflich Anfang Juli 1969 ver\u00f6ffentlicht wurde &#8211; einen Tag nach dem \u00fcberraschenden Tod von Brian Jones.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/intl-de\/track\/6H3kDe7CGoWYBabAeVWGiD?si=e38c2d09680a4acb\">Gimme Shelter<\/a><\/p>\n<p>Den Abschluss des Tapes bildet dieser Song von 1969, der vielen als der beste gilt, den die Band je aufs Band bannte (ich habs aber auch mit den Alliterationen hier heute). Textlich geht es um den Krieg &#8211; und damit war damals ganz klar der Vietnamkrieg gemeint. Jagger schreckte auch nicht davor, die Worte rape und murder zu verwenden und die Dinge damit auf den Punkt zu bringen. Die komplett von Keith Richards gespielten Gitarren sind ein einziges Highlight.<\/p>\n<p>Und damit sind wir auch schon am Ende &#8211; nat\u00fcrlich hatten die Stones auch danach noch hier und da Hits (z.B. Angie 1973 oder Start Me Up 1981), aber die ganz gro\u00dfe popkulturelle Bedeutung hatten sie danach nie wieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>V\u00f6llig \u00fcberraschend ist schon wieder eine Woche rum, es ist also an der Zeit mir einen Eintrag aus dem \u00c4rmel zu sch\u00fctteln. 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