{"id":4869,"date":"2024-12-19T10:49:59","date_gmt":"2024-12-19T09:49:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4869"},"modified":"2024-12-19T10:49:59","modified_gmt":"2024-12-19T09:49:59","slug":"album-der-woche-254","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/12\/19\/album-der-woche-254\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Es geht auf Weihnachten zu, und da besch\u00e4ftigen sich einige Leute tats\u00e4chlich mit Geistern. Den Geistern von gestern, heute und morgen, oder so \u00e4hnlich &#8211; keine Ahnung, ich hab Charles Dickens nicht gelesen, und an der Verfilmung mit dem murmeltierhassenden Geisterj\u00e4ger bin ich bislang auch vorbeigeschrammt. Aber immerhin bietet es sich als um drei Ecken gedachte Einleitung an, denn beim Album der Woche geht es irgendwie auch um Geister.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Oder vielleicht auch nicht, spielt auch eigentlich keine Rolle, auf jeden Fall hei\u00dft die Scheibe &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ghosts_(Rage_album)\">Ghosts<\/a>&#8222;, ist 25 Jahre alt und kommt von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rage_(Band)\">Rage<\/a>. Die waren damals stilistisch auf einem echt interessanten Kurs und kreuzten typischen Power Metal mit Orchester, um mehr Tiefe, Dramatik und Epik reinzubringen. Allerdings zerbrach das Lineup w\u00e4hrend der Aufnahmen, so dass sich Bandchef Peavy Wagner gezwungen sah, mit komplett umgekrempelter Aufstellung auf Tour zu gehen. Bei Rage war in der Hinsicht ja schon immer ein B\u00e4umchen-wechsel-dich angesagt, eben mit Ausnahme von Peavy, der den Karren grob auf Kurs h\u00e4lt und mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg neue Platten rausbringt.<\/p>\n<p>Auf dem Album finden sich nun 11 (bzw. 12 bei der Limited Edition) Songs im Spannungsfeld zwischen kn\u00fcppeligem Power Metal mit gro\u00dfen Melodien und dramatischem Orchestereinsatz, mal eher getragen und schwerm\u00fctig, mal flott und treibend &#8211; Qualit\u00e4tsstahl aus dem Ruhrpott halt, wie man es schon auf den Vorg\u00e4ngern kannte. Insofern gab es wenig \u00dcberraschungen, das Album punktet vor allem mit der Konsistenz, die Songs sind einfach eine runde Sache, es gibt quasi keine Ausf\u00e4lle, und die Orchesteruntermalung passt auch allerbestens dazu, klaut aber den Gitarren nicht den Biss &#8211; was auf sp\u00e4teren Alben irgendwie etwas verloren ging, als es immer pomp\u00f6ser wurde.<\/p>\n<p>Den Auftakt macht <em>Beginning Of The End<\/em>, passend betitelt f\u00fcr den ersten Song. Die Nummer f\u00e4llt eher in die schwerm\u00fctige Ecke mit getragenem Refrain und passender Orchesteruntermalung. Wem das zu d\u00fcster ist, der ist beim folgenden flotten <em>Back In Time<\/em> genau richtig &#8211; hier bleibt das Orchester im Hintergrund, daf\u00fcr fr\u00e4st sich der Refrain durch den Geh\u00f6rgang direkt ins Hirn (&#8222;Journey far beyond my memory<br aria-hidden=\"true\" \/>driven back in time&#8230;&#8220;). Hat f\u00fcr mich gewisse Anleihen bei <em>Wasted Years<\/em> von Iron Maiden.<\/p>\n<p>Das Titelst\u00fcck bleibt erstaunlich unauff\u00e4llig, das danach platzierte <em>Wash My Sins Away<\/em> haut dann wieder in die gleiche Kerbe wie <em>Back In Time<\/em>, also vorw\u00e4rts riffende Strophen mit fettem Refrain zum Mitgr\u00f6len. Das Kontrastprogramm liefert danach <em>Fear<\/em>, was dem Titel entsprechend d\u00fcster mit klimperndem Piano und orchestralen Soundeffekten beginnt, die auch in entsprechende Horrorfilme passen w\u00fcrden. Auch danach bleibt es eher schleppend und omin\u00f6s duster, w\u00e4hrend im Hintergrund das Piano Akzente setzt. Nach so viel D\u00fcsternis folgt das kurze <em>Love And Fear Unite<\/em>, was irgendwo zwischen den flotten St\u00fccken und den eher d\u00fcsteren Sachen landet und auch wieder einen griffigen Refrain anbietet. Anschlie\u00dfend tritt man ziemlich fest auf die Bremse, <em>Vanished In Haze<\/em> schleppt sich in Zeitlupe \u00fcber fast f\u00fcnf Minuten, allerdings nicht wirklich traurig und negativ, auch wenn der Songtitel es vermuten lassen w\u00fcrde. Danach schl\u00e4gt die Stimmung wieder ins Gegenteil um, also ein flotter Power-Metal-Banger in Form von <em>Spiritual Awakening<\/em>.<\/p>\n<p>Am Ende des Albums folgen dann noch zwei Highlights. Das erste ist <em>Love After Death<\/em>, eine traurige und sehr ergreifende Halbballade mit entsprechend getragenen Strophen und einem dazu in gro\u00dfem Kontrast stehenden Refrain, bei dem das Orchester einen Lichtschein an den Horizont malt. Danach folgt noch <em>More Than A Lifetime Away<\/em>, was zwischen den anderen Highlights etwas untergeht &#8211; der Refrain ist auch hier der Killer. Den gro\u00dfen Abschluss bildet danach <em>Tomorrow&#8217;s Yesterday<\/em>, wo in knapp sieben Minuten nochmal alles aufgeboten wird &#8211; fettes Orchester, gro\u00dfe Melodien, abwechslungsreiches Songwriting, Tempowechsel und pr\u00e4gnante Gitarrensoli.<\/p>\n<p>Fazit: Das Album ist ein Meisterbeispiel daf\u00fcr, wie man Heavy Metal und Orchester miteinander verbinden kann und enth\u00e4lt wie gesagt keine Ausf\u00e4lle. Die treibenden flotteren St\u00fccke sind trotzdem meine Favoriten, auf Albuml\u00e4nge nutzt sich das Konzept f\u00fcr mich dann doch etwas ab, aber das ist meine unma\u00dfgebliche Einzelmeinung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es geht auf Weihnachten zu, und da besch\u00e4ftigen sich einige Leute tats\u00e4chlich mit Geistern. 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