{"id":4865,"date":"2024-12-13T19:36:22","date_gmt":"2024-12-13T18:36:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4865"},"modified":"2024-12-13T19:36:22","modified_gmt":"2024-12-13T18:36:22","slug":"album-der-woche-253","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/12\/13\/album-der-woche-253\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich den Eintrag ja schon gestern schreiben, weil Donnerstag eigentlich immer ein guter Tag f\u00fcr einen Eintrag ist, und weil au\u00dferdem gestern der Tag des idealen Datums war &#8211; 12.12.2024 vs. 12\/12\/2024, das funktioniert tats\u00e4chlich mal, auch wenn die Amis einfach zu doof sind vern\u00fcnftige Formate zu verwenden. Aber wer Entfernungen in Meilen angibt, die sich in 1760 Tripelf\u00fc\u00dfe aufteilen (die man aber aus unerfindlichen Gr\u00fcnden yards nennt), die wiederum drei F\u00fc\u00dfe umfassen, w\u00e4hrend ein Fu\u00df wiederum aus 12 Inches besteht (au\u00dfer es geht um Bildschirme, dann hei\u00dfen die Inches pl\u00f6tzlich Zoll). Also kurz gesagt, deren System ist f\u00fcr die F\u00fc\u00dfe. Aber ich schweife ab.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Sowohl im metrischen als auch im imperialen System ist heute trotzdem Freitag der 13., das Wochenende naht, Grund genug jetzt nun doch mal was zum Album der Woche zu schreiben. Und da gibt es diese Mal, man glaubt es kaum, eine Band, die noch nicht dran war. Diese Band existierte unter verschiedensten Namen bereits seit 1989 wie ich gerade gelesen habe, \u00e4hnelte aber viele Jahre lang eher einem Karussell wo bei jeder Umdrehung Bandmitglieder aufsprangen und runterfielen und keine Ver\u00f6ffentlichung bei rumkam. Die erste Single erschien 1994, das erste Album gar erst 1998. Und seit 2014 ist auch nix Neues mehr erschienen.<\/p>\n<p>Das Album der Woche stammt aus dem Jahr 2009 und h\u00f6rt auf den Namen &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Vast_Oceans_Lachrymose\">Vast Oceans Lachrymose<\/a>&#8220; (wie auch immer man das richtig ausspricht). Achso, und die Band hei\u00dft <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/While_Heaven_Wept\">While Heaven Wept<\/a> (Der Artikel ist echt arg ausf\u00fchrlich und eigentlich viel zu detailliert&#8230;). Das klingt schon schwerm\u00fctig und todtraurig, und passend dazu gibt es epischen Doom-Metal mit progressivem Einschlag, also viel Candlemass gekreuzt mit den komplexeren Songs von Iron Maiden, so ganz grob und unzul\u00e4ssig vereinfachend zusammengefasst.<\/p>\n<p>Kommen wir zum Album. Erster Blickfang ist das Cover, eine \u00c4hnlichkeit zu den Verpackungen von Candlemass ist sicher nicht zuf\u00e4llig, und eine sturmgepeitschte See dr\u00fcckt zumindest mal eine gewisse Macht und naturgewaltige Erhabenheit aus. Hinter der Verpackung verbergen sich dann sechs Songs inklusive gleich zweier instrumentaler Outros.<\/p>\n<p>Er\u00f6ffnet wird die ganze Sache gleich mal eben mit dem knapp 16 Minuten langen <em>The Furthest Shore<\/em>. Da wei\u00df man gleich mal wo der Hammer h\u00e4ngt, die ersten knapp 10 Minuten geht es da schwer powermetallisch vorw\u00e4rts (neuere Iron Maiden w\u00e4ren neidisch), dabei aber mit recht majest\u00e4tisch klingenden und epischen Gitarrenl\u00e4ufen. Der eigentliche Hammer folgt dann aber im letzten Drittel mit einer Drosselung des Tempos, ein paar erhabenen Gitarrensoli und einer maximal epischen und getragenen Steigerung, dass einem die Tr\u00e4nen der Ergriffenheit in die Augen schie\u00dfen (also falls man zu derlei Regung f\u00e4hig ist, aber es soll ja auch Leute geben die bei Sympathy For The Devil kein Zucken im Tanzbein kriegen).<\/p>\n<p>Deutlich schneller, wesentlich kompakter und nicht ganz so \u00fcberirdisch erhaben kommt <em>To Wander The Void<\/em> daher, da geht es eher auf die Zw\u00f6lf im Sinne von progressivem Power Metal. Die k\u00fcrzeste Nummer <em>Living Sepulchre<\/em> mit ziemlich genau vier Minuten bildet die Mitte des Albums und geht gegen\u00fcber den anderen Gro\u00dftaten ein wenig unter. Denn die n\u00e4chste Gro\u00dftat folgt sogleich: Nach einem semi-akustischen Intro von rund einer Minute folgt die n\u00e4chste epische Vollbedienung in Form von Vessel. Der Refrain fr\u00e4st sich tief in die Ohren und bis ins Herz. Wer bei den Textzeilen &#8222;Tonight, will you sail away with open arms and eyes ablaze? Believe in me&#8220; keinen Klo\u00df im Hals hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Diese Nummer steht den gr\u00f6\u00dften Werken von Candlemass und Co in nix nach, und auch die reichlich christliche Symbolik passt da irgendwie ins Bild.<\/p>\n<p>Das erste instrumentale Outro ist gleichzeitig das Titelst\u00fcck des Albums, und das ist allein schon deswegen au\u00dfergew\u00f6hnlich &#8211; wer bitte sch\u00f6n benennt ein Album nach einem Instrumentalst\u00fcck, noch dazu einem Quasi-Outro? Die Nummer nimmt die \u00dcber-Epik des ersten Songs auf und walzt sie nochmal auf f\u00fcnf Minuten aus. Je nach Gef\u00fchlslage ist das dann die feierliche Heldenmusik beim Einmarsch nach Valhalla oder auch einfach nur das Outro am Ende des Konzerts, auf jeden Fall epic as fuck, majest\u00e4tisch und erhaben.<\/p>\n<p>Das eigentliche Outro ist dann ein Dreimin\u00fcter mit Meeresrauschen, um nach so viel epischem Overkill mal wieder runterzukommen.<\/p>\n<p>Fazit: Zwei Songs mit dem ganz gro\u00dfen epischen Drama, ein \u00fcberirdisches Instrumentalst\u00fcck und dazwischen etwas relativ standardkonformer Heavy Metal, kann man also vollumf\u00e4nglich gelten lassen. Ist sicher nicht f\u00fcr jeden geeignet, man sollte auch in der passenden Stimmung sein, aber wenn es passt, dann geht es einem durch und durch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich den Eintrag ja schon gestern schreiben, weil Donnerstag eigentlich immer ein guter Tag f\u00fcr einen Eintrag ist, und weil au\u00dferdem gestern der Tag des idealen Datums war &#8211; 12.12.2024 vs. 12\/12\/2024, das funktioniert tats\u00e4chlich mal, auch wenn die Amis einfach zu doof sind vern\u00fcnftige Formate zu verwenden. 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