{"id":4840,"date":"2024-10-26T10:14:22","date_gmt":"2024-10-26T08:14:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4840"},"modified":"2024-10-26T10:14:22","modified_gmt":"2024-10-26T08:14:22","slug":"album-der-woche-246","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/10\/26\/album-der-woche-246\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Die Woche ist fast schon rum, und vermutlich hat sich h\u00f6chstens eine Nase gefragt, ob ich hier noch was vergessen hab&#8230; N\u00f6, bin nur noch nicht dazu gekommen. Zum Ausgleich gibts diese Woche ein Album, bei dem ich noch wei\u00df, wann und wo ich es gekauft habe, weil ich zumindest manchmal Weltmeister im Merken unwichtiger Details bin.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Besagtes Album erstand ich in einer Mittagspause, als ich mit meinem Kollegen in einem \u00fcbermotorisierten Testauto aus Zuffenhausen die \u00f6rtlicher Burgerbraterei unsicher machte. Das machten wir damals quasi t\u00e4glich, weil die Kantine den Namen nicht wert war. Damals ist \u00fcbrigens so um 2008-2009, da war ich noch im Schwarzwald unterwegs. Auf jeden Fall musste mein Kollege bei der Gelegenheit noch im Baumarkt vorbei, und neben dem Baumarkt war noch ein Mediamarkt, den ich dann kurzentschlossen aufsuchte. Da guckten mich in der damals noch real existierenden CD-Abteilung zwei Scheiben ein, die umgehend einget\u00fctet wurden. Die eine war &#8222;In Through The Out Door&#8220; von Led Zeppelin (die schon in einer braunen Papph\u00fclle einget\u00fctet war), und das andere war &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/March_of_the_Saint\">March Of The Saint<\/a>&#8220; von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Armored_Saint\">Armored Saint<\/a>. Letzteres ist nun das Album der Woche.<\/p>\n<p>Die Scheibe erschien 1984 und war das Deb\u00fct der Band. Die hatte ja leider nicht den Erfolg den sie verdient gehabt h\u00e4tten, denn kaum eine Truppe schmiedete derartigen Edelstahl der allerh\u00e4rtesten Qualit\u00e4tsklasse. Metallica buhlten damals vergeblich um S\u00e4nger John Bush (der in den 90ern bei Anthrax am Mikro stand), w\u00e4hrend Bassist Joey Vera 1986 nach dem Tod von Cliff Burton ebenfalls bei Metallica im Gespr\u00e4ch war und sp\u00e4ter quasi \u00fcberall anzutreffen war, wo man bei komplizierten Songs einen Tieft\u00f6ner braucht (u.a. Fates Warning oder auch als Tourbassist bei King Diamond).<\/p>\n<p>Das Album enth\u00e4lt zehn Songs der Sorte &#8222;Edelstahl, klassisch&#8220;, Einfl\u00fcsse von europ\u00e4ischen Bands wie Accept und Iron Maiden sind kaum zu \u00fcberh\u00f6ren, und John Bush bringt dazu nicht die hohen Schreie der Sorte Rob Halford, sondern Power ohne Ende (Ronnie James Dio geh\u00f6rte auch in diese Kategorie). Die Band war mit dem Ergebnis der Aufnahmen wohl eher nicht zufrieden, weil es ihnen zu kommerziell und glattgeb\u00fcgelt war, ich bin der Meinung dass es den Songs wenig Abbruch tut. Allerdings soll es laut Wikipedia abnorme $300.000 gekostet haben, was f\u00fcr ein Deb\u00fctalbum v\u00f6llig irre ist &#8211; solche Summen sind heute v\u00f6llig illusorisch und waren selbst damals die Ausnahme und etablierten Bands wie eben Iron Maiden oder Popgiganten der Gr\u00f6\u00dfenordnung von Prince oder Michael Jackson vorbehalten (zum Vergleich: Van Halen drehten etwa zeitgleich f\u00fcr eine vierstellige Summe das Video zu Jump).<\/p>\n<p>Den Auftakt macht das Titelst\u00fcck, eine Hymne vor dem Herrn (welcher auch immer das sein mag, Lemmy ist in der Hinsicht nicht die schlechteste Wahl). Das folgt ein majest\u00e4tisches Intro von knapp einer Minute, das an den Einmarsch der Gladiatoren (oder der auf dem Cover abgebildeten Ritter) in die Arena &#8211; oder eben der Band auf die B\u00fchne &#8211; erinnert, bevor es direkt mit durchgetretenem Gaspedal in die vollen geht. Der Refrain wird direkt zum Ohrwurm und eignet sich wunderbar zum Mitgr\u00f6len &#8211; kurzum, direkt ein Klassiker<\/p>\n<p>Das folgende <em>Can U Deliver<\/em> soll auf MTV gelaufen sein, das war aber weit vor meiner Zeit. Die Nummer kommt etwas d\u00fcsterer daher, rifft aber heftig und kommt auch in Airplay-tauglichen dreieinhalb Minuten auf den Punkt, vorstellen kann ich mir das auf jeden Fall. Danach folgen mit <em>Mad House<\/em> und <em>Take A Turn<\/em> zwei eing\u00e4ngige Nummern, die im Kontext des Albums aber eher untergehen. Den Abschluss der ersten LP-Seite macht dann <em>Seducer<\/em>, wo insbesondere der Refrain und ein d\u00fcster klingender Soloteil in der Mitte aufhorchen lassen.<\/p>\n<p>Auf der zweiten LP-Seite finden sich dann weitere hochklassige Songs, die bei anderen Bands zu ganz gro\u00dfen Metal-Klassikern geworden w\u00e4ren, so aber &#8222;nur&#8220; zu Hits im Untergrund wurden und von Fans abgefeiert werden. Darunter sind Hymnen wie <em>Mutiny On The World<\/em> oder <em>False Alarm<\/em>, aber eigentlich ist es wurscht welchen Song man anspielt, qualitativ abfallende F\u00fcllsongs gibt es hier nicht. Man muss nat\u00fcrlich Fan der Musikrichtung sein, aber das sollte eh klar sein.<\/p>\n<p>Der Songtitel<em> Stricken By Fate<\/em> fasst leider sch\u00f6n zusammen, was die Karriere der Band immer wieder behinderte: Das Label vermarktete die Band trotz hervorragender Alben in den 80ern nicht gut genug, Gitarrist Dave Prichard starb 1990 an Leuk\u00e4mie, und kurz darauf \u00fcberrollte die Grungewelle ohnehin alle und die Band l\u00f6ste sich auf &#8211; um dann zur Jahrtausendwende wieder zusammenzukommen und seitdem in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden weiteren Edelstahl zu ver\u00f6ffentlichen, ohne noch irgendwelche kommerziellen Kompromisse eingehen zu m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Woche ist fast schon rum, und vermutlich hat sich h\u00f6chstens eine Nase gefragt, ob ich hier noch was vergessen hab&#8230; N\u00f6, bin nur noch nicht dazu gekommen. 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