{"id":4815,"date":"2024-09-19T19:53:06","date_gmt":"2024-09-19T17:53:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4815"},"modified":"2024-09-19T19:53:06","modified_gmt":"2024-09-19T17:53:06","slug":"album-der-woche-241","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/09\/19\/album-der-woche-241\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Wo zum Henker ist die Woche hin? Hier hat doch irgendwo einer am Datum gefummelt. Aber gut, die Todoliste sagt, dass jetzt Album der Woche dran ist (neben vielen anderen Dingen, die auch dran w\u00e4ren bzw. schon lange dran gewesen w\u00e4ren und einfach mal gepflegt ignoriert wurden&#8230;) und dann mache ich das jetzt mal &#8211; dann kann ich immerhin einen Punkt abhaken und so tun als sei das ein weltbewegend gro\u00dfer Erfolg.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Machen wirs kurz und auf den Punkt, ich konnte mich nicht auf ein Album der Woche festlegen, da <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Judas_Priest\">Judas Priest<\/a> &#8211; die Band der Woche quasi &#8211; einfach zu viel Material auf die Menschheit losgelassen haben, dass es unfair w\u00e4re da was unter den Tisch fallen zu lassen. Wobei ich das Deb\u00fct &#8222;Rocka Rolla&#8220; aus dem Jahr 1974 gleich mal mindestens so gekonnt ignoriere wie den Rest der Todoliste, denn das brauchen wirklich nur Komplettisten. In der Folge erschienen bis 1979 aber vier wegweisende Alben, ohne die die Geschichte des Heavy Metal anders geklungen und ausgesehen h\u00e4tte. Immerhin stammt von S\u00e4nger Rob Halford das Outfit mit Leder und Nieten, was von der Szene in den sp\u00e4ten 70ern aufgegriffen wurde.<\/p>\n<p>Zum Ende des Jahrzehnts war es also an der Zeit ein Livealbum zu ver\u00f6ffentlichen. Immerhin hatten es andere Bands in den 70ern ja vorgemacht, wie in dieser Reihe auch schon oft erw\u00e4hnt &#8211; Kiss (Alive!) oder UFO (Strangers In The Night) etwa. Judas Priest orientierten sich aber eher an den Scorpions (Tokyo Tapes), Cheap Trick (At Budokan) und Deep Purple (Made In Japan) und nahmen ihre Livescheibe ebenfalls in Japan auf.<\/p>\n<p>Heraus kam &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Unleashed_in_the_East\">Unleashed In The East<\/a>&#8222;, wobei man dazusagen muss, dass die Liveaufnahmen hinterher im Studio erheblich poliert wurden. So nahm Rob Halford die Gesangsspuren neu auf, weil sie bei den Aufnahmen einfach keine gute Qualit\u00e4t hatten. Das tut dem Spa\u00df an der Sache aber keinen Abbruch. Erster Blickfang ist das ikonische Coverartwork, was frappierend an das Cover von &#8222;Live Killers&#8220; von Queen erinnert. Enthalten sind 14 Songs, wobei neuere Releases noch umfangreiches Bonusmaterial enthalten, was ebenfalls damals aufgenommen worden ist.<\/p>\n<p>Wie bei Livealben \u00fcblich wird nat\u00fcrlich das beste pr\u00e4sentiert, was man bis dahin so gebastelt hat, und so folgt auch hier Hit auf Hit, egal ob das nun das er\u00f6ffnende <em>Exciter<\/em> ist oder das episch ausgewalzte <em>Sinner<\/em>. Die Band agiert auf den Punkt, das Gitarrenduo Tipton\/Downing war zu seinen besten Zeiten sowieso unangreifbar, und Rob Halford konnte mit seinen Stimmb\u00e4ndern Glas zerspringen lassen.<\/p>\n<p>Unter den Songs sind zwei der besten Coverversionen aller Zeiten, n\u00e4mlich <em>The Green Manalishi<\/em> (urspr\u00fcnglich von Fleetwood Mac) und <em>Diamonds And Rust<\/em> (von Joan Baez), daneben gibt es noch kurzes knackiges (<em>The Ripper<\/em>, <em>Running Wild<\/em>) und ausladend monumentales (<em>Victim Of Changes<\/em>, <em>Genocide<\/em>). Die ganz schweren Gesch\u00fctze waren beim originalen Release gar nicht dabei, die Version von <em>Starbreaker<\/em> haut zum Beispiel die Studiofassung in allen Belangen KO. Ebenfalls schmerzlich vermisst wird <em>Beyond The Realms Of Death<\/em>, welches nur auf einer seltenen EP verwurstet wurde.<\/p>\n<p>Fazit: Das Album geh\u00f6rt in die Liste der gr\u00f6\u00dften Livealben der 70er und ist gleichsam der passende Abschluss der 70er-Phase von Judas Priest, bevor sie im folgenden Jahr mit &#8222;British Steel&#8220; den ganz gro\u00dfen \u00dcberhit landeten und im Anschluss in erster Linie auf geradlinigen Heavy Metal setzten und damit den amerikanischen Kontinent eroberten.<\/p>\n<p>Womit wir beim Thema w\u00e4ren, denn 1984 erschien &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Defenders_of_the_Faith\">Defenders Of The Faith<\/a>&#8222;. Mit dem Vorg\u00e4nger &#8222;Screaming For Vengeance&#8220; hatte die Band 1982 die Balance gefunden, Eing\u00e4ngigkeit und Radiotauglichkeit mit einer grundlegenden Aggressivit\u00e4t so zu kombinieren, dass weder neue noch alte Fans abgeschreckt wurden (was vorher und hinterher mit &#8222;Point Of Entry&#8220; und &#8222;Turbo&#8220; alles andere als gelang). Entsprechend \u00e4hnlich zum Vorg\u00e4nger fiel das neue Album aus. Enthalten sind zehn Songs, wobei das Titelst\u00fcck nur ein kurzes Outro darstellt, was direkt an den Stampfer <em>Heavy Duty<\/em> angetackert ist.<\/p>\n<p>Bei den restlichen acht Songs geht es es immer sch\u00f6n geradlinig &#8211; um nicht b\u00f6sartig zu sagen formelhaft &#8211; in rund vier Minuten zum Ziel, mal etwas l\u00e4nger, mal etwas k\u00fcrzer. Gro\u00dfe Ausf\u00e4lle gibt es keine, wobei <em>Some Heads Are Gonna Roll<\/em> recht verzichtbar sind. Die A-Seite enth\u00e4lt quasi ausschlie\u00dflich Klassiker, angefangen bei <em>Freewheel Burning<\/em>, weiter mit <em>Jawbreaker<\/em> (Rob Halfords mit britischem Humor und Augenzwinkern getexteter Beitrag zum Thema Oralsex) und <em>Rock Hard Ride Free<\/em> und dem abschlie\u00dfenden <em>The Sentinel<\/em> &#8211; f\u00fcr mich der Hit der Platte \u00fcberhaupt<em>.<\/em><\/p>\n<p>Auf der B-Seite wirds etwas getragener, <em>Love Bites<\/em> oder <em>Night Comes Down<\/em> setzen mehr auf Atmosph\u00e4re denn auf Geschwindigkeit, bevor dann der schon erw\u00e4hnte Rausschmei\u00dfer <em>Heavy Duty\/Defenders Of The Faith<\/em> wie der Metalian auf dem Cover durch die Botanik stapft und alles plattwalzt.<\/p>\n<p>Das Album geh\u00f6rt definitiv zu den relevanten Priest-Alben, irgendwo unter den Top 10 mit Sicherheit, aber wo da ist am Ende eine Frage der Tagesform.<\/p>\n<p>So, Tagesordnungspunkt erledigt, ein Punkt der Todoliste abgehakt, der Tag war damit per Definition erfolgreich. Und morgen ist Freitag, es wird gro\u00dfartig. Und wenn es schei\u00dfe wird, wird es wenigstens so richtig gro\u00dfartig voll schei\u00dfe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo zum Henker ist die Woche hin? Hier hat doch irgendwo einer am Datum gefummelt. 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