{"id":4812,"date":"2024-09-16T22:35:32","date_gmt":"2024-09-16T20:35:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4812"},"modified":"2024-09-16T22:35:32","modified_gmt":"2024-09-16T20:35:32","slug":"urlaub-tag-9-3-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/09\/16\/urlaub-tag-9-3-4\/","title":{"rendered":"Urlaub Tag 9 3\/4"},"content":{"rendered":"<p>Im letzten Eintrag hatte ich schon erw\u00e4hnt, wie ich mitten am Mittag in einen minimal versp\u00e4teten ICE gestiegen war, der kurzfristig von der linken Bahnsteigkante zur rechten Bahnsteigkante umgeleitet worden war, weil ein versp\u00e4teter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eurostar_(ex-Thalys)\">Eurostar<\/a> aus irgendwo in Benelux ungef\u00e4hr eine Stunde zu sp\u00e4t kam und im K\u00f6lner Hauptbahnhof dann einfach mal die Bahnsteige ausgingen. Die Fahrt \u00fcber die Stadt der Papstboutique und vorbei an der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wuppertaler_Schwebebahn\">Schwebebahn<\/a> und \u00fcber Dortmund weiter nach M\u00fcnster verlief ansonsten v\u00f6llig ereignislos. Und schon war ich in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%BCnster\">M\u00fcnster<\/a> (Akkusativ, nicht Dativ, der war erst am Folgetag dran) angekommen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dort empfing mich beim Aussteigen eine Wand von \u00fcberhitzter Luft, der Hochsommer war in Hochform. Ich schlenderte also gem\u00fctlichen Fu\u00dfes zun\u00e4chst mal in den n\u00e4chstbesten Bahnhofsshop zwecks Erwerbs in Plasteflaschen abgef\u00fcllter Erfrischungsfl\u00fcssigkeiten. Nachdem das erfolgreich (und diesmal ohne verpeilte Leute mit ohne Kleingeld vor mir hier) erledigt war, zuckelte ich nun mit meinem Koffer ins Hotel. Jenes befand sich direkt gegen\u00fcber vom Bahnhof auf der anderen Stra\u00dfenseite.<\/p>\n<p>Das Hotel br\u00fcstet sich mit 4 komma und Sternen, machte auch einen sch\u00f6n pl\u00fcschigen Eindruck, war aber eher was f\u00fcrs \u00e4ltere Publikum. Ich hatte ein Zimmer am Ende des Ganges (nicht <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ganges\">der in Indien<\/a>, der auf dem dritten Stock), die T\u00fcr hat keine moderne Chipkarte, sondern so ganz klassisch einen Schl\u00fcssel mit ganz schwerem Blechanh\u00e4ngsel dran. Nachteil des Gangendes: Das WLAN reichte nicht bis dahin, so dass ich in der Folge mal eben mein Monatsvolumen an Daten in zwei Tagen verballerte, weil mein Handy mir zwar sagte ich sei im WLAN, aber es schaltete dann aufgrund des schlechten Empfangs doch immer wieder um.<\/p>\n<p>Die Klimaanlage war in dem Moment aber sowieso viel wichtiger, so dass ich den Rest des Nachmittags damit verbrachte, anderen beim <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vuelta_a_Espa%C3%B1a_2024\">Pedalieren in Spanien<\/a> zuzuschauen und die ganzen Unterlagen zu studieren, die mir beim Check-In in die Hand gedr\u00fcckt worden waren. So geh\u00f6rte zu meinem Aufenthalt ein Gutschein f\u00fcr eine Stadtf\u00fchrung, eine Reservierung f\u00fcr ein Drei-G\u00e4nge-Men\u00fc im Hotelrestaurant (aber nicht etwa das Men\u00fc selbst) und eine Reservierung f\u00fcr ein Leihfahrrad. Das war mir bei der Buchung alles gar nicht aufgefallen, da gabs nur ein Sonderangebot &#8222;M\u00fcnster entdecken&#8220; f\u00fcr &#8222;kostet weniger als normale \u00dcbernachtungen gekostet h\u00e4tte&#8220;, und nur deswegen hatte ich da zugegriffen.<\/p>\n<h3>Ohne Mampf kein Kampf<\/h3>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen tappste ich dann also einigerma\u00dfen verstrahlt zum Fr\u00fchst\u00fcck und wurde dort dann prompt auch vorm ersten Kaffee richtig wach: Da stand n\u00e4mlich ein Schild von wegen &#8222;Bitte warten, sie werden platziert&#8220;. Da hatte ich sofort Flashbacks von einem Urlaub von 1986, wo es beim Mittagessen auch wahnsinnig hektisch wurde und man nicht mal in Ruhe aufessen konnte, als schon die n\u00e4chsten Leute dr\u00e4ngelten &#8211; so erz\u00e4hlen es meine Eltern jedenfalls, ich hab da nur noch grobe Erinnerungen dran mit so kleinen Abrei\u00dfzettelchen wie in der Schulspeisung. Die Dame da am Empfang wunderte sich denn auch warum ich grade dieses Schild fotografierte&#8230; Ich wurde also jedenfalls auf einem sch\u00f6nen kleinen Tisch f\u00fcr mich platziert, der gemeinerweise der Futtertheke diametral gegen\u00fcber lag und somit den Weg zur Kaffeemaschine unn\u00f6tig verl\u00e4ngerte.<\/p>\n<p>Ich machte dann also den Morgenmarsch vom Tisch zum Buffet und zur\u00fcck (Br\u00f6tchen und so), dann nochmal hin und zur\u00fcck (W\u00fcrstchen und R\u00fchrei) und nochmal (Kaffee und Orangensaft). Vor der einzigen vollautomatischen Kaffeemaschine staute es sich, zum Gl\u00fcck standen daneben ein paar fertige Kannen Filterkaffee, also tat ich das was jeder normal bekloppte Mensch tun w\u00fcrde und schnappte mir unter verwunderten Blicken umstehender Hotelg\u00e4ste die Kaffeekanne. Doof darf man sein, aber Ideen muss man haben. Und wer sich morgens zwischen mich und meinen Kaffee stellt lebt ohnehin gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Zwei Br\u00f6tchen und drei Tassen Kaffee sp\u00e4ter war ich dann bereit eine Expedition zum Ende des Ganges zu machen, denn es stand ja im Anschluss eine l\u00e4ngere Exkursion mitsamt Stadtf\u00fchrung an, und sowas muss ja gut vorbereitet werden, indem man zun\u00e4chst unn\u00f6tigen Ballast abwirft. Mit ausreichend nassen Mineralen im Rucksack und Sonnenbrille auf der Nase ging es nun also in die Stadt.<\/p>\n<p>M\u00fcnster ist Studentenstadt und Radfahrerstadt. Insofern f\u00fchlte ich mich ganz wie daheim, denn in Erlangen ist das ja auch nicht viel anders. Nur dass in M\u00fcnster die gesamte Innenstadt gef\u00fchlt aus Kopfsteinpflaster besteht. Daf\u00fcr sind die Geb\u00e4ude weniger quadriert aufgestellt, weil die Stadtgeschichte ja eine ganz andere ist als in Erlangen. Aber davon lernte ich dann in der Stadtf\u00fchrung jede Menge unwichtiges Zeug, wovon ich den gr\u00f6\u00dften Teil schon wieder vergessen hatte als die Stadtf\u00fchrung vorbei war.<\/p>\n<p>Aber der Reihe nach: Ich hatte bis zum Beginn der F\u00fchrung noch viel Zeit &#8211; so riesengro\u00df ist das Stadtzentrum von M\u00fcnster dann ja auch nicht, so hatte ich viel Zeit mir schon mal die bekannte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St._Lamberti_(M%C3%BCnster)\">Lambertikirche<\/a> mit den bekannten K\u00e4figen anzuschauen, ebenso das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rathaus_M%C3%BCnster\">Rathaus<\/a>, und die ganzen Bogeng\u00e4nge sowie abschlie\u00dfenderweise ein Spielwarenfachgesch\u00e4ft mit einer gro\u00dfen Auswahl an Klemmbausteinen einer bekannten d\u00e4nischen Marke mit schlechten Sets zu hohen Preisen &#8211; zwei oder drei nette Sets waren dabei, ich hatte aber keinen Platz im Koffer und Rabatt gegen\u00fcber Internet gabs auch keinen. Nebenbei bin ich noch durch die Abteilung mit Brettspielen und Kartenspielen und sowas, da gab es ein paar Sachen die m\u00f6glicherweise zuk\u00fcnftig mal f\u00fcr einen Spieleabend interessant sind &#8211; nur Munchkin gabs mal gar nicht&#8230; Sauerei sowas.<\/p>\n<h3>Gut gef\u00fchrte Stadtgeschichten<\/h3>\n<p>P\u00fcnktlich wie die Eisenbahn des 19. Jahrhunderts stand ich dann auf dem Platz des Westf\u00e4lischen Friedens hinterm Rathaus, denn da sollte die Stadtf\u00fchrung beginnen. Die begann dann auch entsprechend p\u00fcnktlich mit einer kleinen Gruppe von insgesamt sieben Leuten, allesamt kurz vor oder mitten im Rentenalter &#8211; und eben ich. Darunter waren zwei Ehepaare aus entweder dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Siegerland\">Siegerland<\/a> oder dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sauerland\">Sauerland<\/a>, so genau hab ich es mir nicht gemerkt, die Unterscheidung scheint aber \u00e4hnlich wichtig wie zwischen Bayern und Franken. Welche relevanten Unterschiede es dort gibt blieb im Dunkeln, ich biss mir lieber auf die Zunge als &#8222;die einen sind Sieger, die anderen sind sauer&#8220; zu sagen, das w\u00e4re m\u00f6glicherweise nicht gut angekommen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ging es aber erst einmal um Kunst am Bau unter dem Motto &#8222;was will uns der K\u00fcnstler mit diesen Blechb\u00e4nken sagen&#8220;? Danach wurde langatmig weitschweifend erkl\u00e4rt, warum der Platz <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Westf%C3%A4lischer_Friede\">so hei\u00dft wie er hei\u00dft<\/a>, und ob da nun anno <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zweiter_Prager_Fenstersturz\">1618 in Prag<\/a> gewisse Leute aufm Misthaufen landeten oder auch nicht, nachdem sie ausm Fenster gesto\u00dfen worden waren. Die Verhandlungen zur Beendigung des 30j\u00e4hrigen Krieges in M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck zogen sich \u00fcber mehrere Jahre hin, weil ja jeder seinen Teil vom Kuchen haben wollte &#8211; genutzt hat es nix wie wir wissen, 150 Jahre sp\u00e4ter kam so ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Napoleon_Bonaparte\">zu kurz geratener Franzmann<\/a> und marschierte Richtung Moskau.<\/p>\n<p>Interessanter waren nun die Erkl\u00e4rungen zur Stadtgeschichte, denn in M\u00fcnster steht in M\u00fcnster, was wiederum der Stadt den Namen gab, denn der Name kommt von monastere, was wie jeder olle Lateiner wei\u00df ja nix anderes hei\u00dft als M\u00fcnster. Es trug sich n\u00e4mlich im Jahre 793 (oder so in dem Dreh) zu, dass Karl der Gro\u00dfe (damals noch nicht Kaiser von dingensda) einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liudger\">Liudger<\/a> dorthin beorderte um da das Wort Gottes zu verk\u00fcndigen und zu seinen Ehren ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St.-Paulus-Dom_(M%C3%BCnster)\">gro\u00df Steingeb\u00e4ude<\/a> aufzubauen (oder so in der Art).<\/p>\n<p>Die kirchlichen Vertreter waren auch immer wieder im Streit mit den B\u00fcrgern, was die Stadtgeschichte nachhaltig pr\u00e4gte: Man sperrte sich gegenseitig ein und aus, man bombardierte und belagerte sich, das Rathaus zeigte dem Kirchenvertreter im Dom die lang Nase, und so weiter. Die ganzen Details kann man sicher bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geschichte_der_Stadt_M%C3%BCnster\">Tante Wiki nachlesen<\/a>. Weiter ging es unter Zeitdruck im Dom, denn da war um 12 Uhr mittags nicht nur High Noon und Messe, sondern auch gro\u00dfes Kino <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St.-Paulus-Dom_(M%C3%BCnster)#Astronomische_Uhr\">mit astronomischer Uhr<\/a>. Da kreisen dann n\u00e4mlich die in K\u00f6ln herumgeisternden drei unheiligen K\u00f6nige durch die T\u00fcr, verneigen sich vor Jungfrau Maria und verd\u00fcnnisieren sich dann wieder. Und dazu wird &#8222;In Dulci Jubilo&#8220; abgespielt. Die astronomische Uhr ist ansonsten durchaus ein gro\u00dfer Hingucker mit Sonne, Mond und Sternen. Wie in Prag, nur eben im Dom selbst und nicht von au\u00dfen sichtbar.<\/p>\n<p>Danach ging es weiter in Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/M%C3%BCnstersche_Aa\">Aa<\/a> (die haben da echt komische Namen f\u00fcr ihre Flie\u00dfgew\u00e4sser) und zur n\u00e4chsten Kirche. der sogenannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%9Cberwasserkirche\">\u00dcberwasserkirche<\/a>. Warum die so hei\u00dft hab ich schon wieder vergessen, interessanter war die Erz\u00e4hlung dass dies fr\u00fcher eine \u00fcbel beleumdete Gegend gewesen sei, wo die Leute ihre <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Masematte\">eigene Version von Rotwelsch<\/a> entwickelten, die heute noch den \u00f6rtlichen Dialekt pr\u00e4gt. Nun war auch Zeit zur Erz\u00e4hlung wie das nun mit den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/T%C3%A4uferreich_von_M%C3%BCnster\">Wiedert\u00e4ufern<\/a> war, die als Bilderst\u00fcrmer begannen und dann zu Tyrannen wurden, die der Vielweiberei nachgingen und schlie\u00dflich im K\u00e4fig am Kirchturm ihr Ende fanden &#8211; die Revolution fra\u00df schon ihre Kinder, lange bevor <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maximilien_de_Robespierre\">Robespierre<\/a> einen Kopf k\u00fcrzer gemacht wurde.<\/p>\n<p>An dieser Stelle war die Stadtf\u00fchrung beendet, den Rest des Nachmittags verbrachte ich nun im freien Stadtbummel. Der f\u00fchrte mich zun\u00e4chst zu einem aus dem Fernsehen bekannten Antiquariat, wo der Herr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilsberg_(Fernsehreihe)\">Wilsberg<\/a> ermittelt. Von dort aus lief ich nun weiter in westlicher Richtung bis zum Schlossplatz. Mein Ziel w\u00e4re das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schloss_M%C3%BCnster\">Schloss<\/a> gewesen, allerdings war da kein Durchkommen, denn auf dem Schlossplatz wurde f\u00fcr ein Springreitturnier aufgebaut &#8211; &#8222;Turnier der Sieger&#8220; &#8211; selten d\u00e4mlicher Name, denn am Ende kann es ja nur einen Sieger geben. Also ging es nun weiter in gem\u00fctlichem Tempo in s\u00fcdlicher Richtung in gro\u00dfem Bogen um die Innenstadt herum.<\/p>\n<p>Da kann man wunderbar unter den Linden promenieren, denn auf der ehemaligen Stadtbefestigung wurde dort eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Promenade_(M%C3%BCnster)\">Fahrradrennstrecke<\/a> angelegt, die links und rechts Fu\u00dfwege hat. Dort war auch ordentlich Betrieb, obwohl noch Semesterferien waren &#8211; die Eingeborenen fl\u00fcchten immer zum Beginn des Wintersemesters wenn 60.000 Studenten in die Stadt einfallen und die Ersties dann erst einmal Radfahren \u00fcben m\u00fcssen&#8230; Gegen 14 Uhr und somit viel zu fr\u00fch am Nachmittag war ich schon wieder am Bahnhof angekommen und \u00fcberlegte, was ich nun noch machen w\u00f6llte: Auf das Leihfahrrad hatte ich angesichts der h\u00f6llischen Temperaturen keinen Bock, da h\u00e4tte ich mir nur die Arme verbrannt. Das Dreigangmen\u00fc sprach mich auch nicht an, da sprachen gleich drei Gr\u00fcnde dagegen: Die Vorspeise, der Hauptgang und die Nachspeise, mal ganz zu schweigen vom Preis. Ich bin halt nicht der Typ f\u00fcr \u00fcbersichtlich bef\u00fcllte Teller mit hochtrabenden franzm\u00e4nnischen Bezeichnungen, ich halte es da eher mit Bud Spencer &#8211; herzhaft und davon viel, oder auch &#8222;ohne Knoblauch und nicht zu scharf&#8220;.<\/p>\n<p>In diesem Sinne stand mir jetzt der Sinn nach etwas, was ich tats\u00e4chlich nur im Urlaub mache, n\u00e4mlich ein Besuch im Restaurant zur goldenen M\u00f6we bzw. bei deren Konkurrenz vom Burgerk\u00f6nig. Und da gab es diesmal sogar eine Premiere, denn ich bestellte mein geplatztes Huhn und die frittierten Kartoffelstreifen nicht an der Theke, sondern an einem \u00fcberdimensionalen Patschscreen. Der spuckt dann einen Zettel mit einer Nummer aus &#8211; wie beim Amt &#8211; und dann wartet man drauf, dass man sein Futter entgegennehmen kann. Derart gest\u00e4rkt schleppte ich mich und meine m\u00fcden Knochen nun wieder zum Ende des Ganges (beim dritten Mal wird der Witz irgendwie auch nicht komischer) und fl\u00fcchtete somit ins klimatisierte Zimmer mit dem schlechten Internet.<\/p>\n<h3>R\u00fcckfahrt<\/h3>\n<p>Damit war der Urlaub dann auch vorbei. Am n\u00e4chsten Morgen war es glatt deutlich k\u00fchler, es hatte auch geregnet, so dass ich mir sogar die langen Hosenbeine umschnallte. Das Fr\u00fchst\u00fcck funktionierte wie am Vortag, allerdings mit k\u00fcrzerem Weg zur Kaffeemaschine und mit weniger Kaffee, da ich ja dann auf gro\u00dfe Fahrt gehen wollte.<\/p>\n<p>Den Reiseplan der DB hatte ich von vornherein ignoriert, denn mit 10 Minuten Umsteigezeit in Essen in den ICE nach N\u00fcrnberg war mir das alles zu unsicher. Prompt bekam ich beim Fr\u00fchst\u00fcck die Nachricht aufs Handy dass der Zug nach Essen (und weiter Richtung M\u00f6nchengladbach oder so) 10 Minuten Versp\u00e4tung haben sollte. Da h\u00e4tte ich also schon alt ausgesehen. Stattdessen fuhr ich eine Stunde eher ab, und w\u00e4hrend ich in einem quasi leeren Regionalzug Richtung Ruhrpott bummelte (durch so weltbewegend wichtige Orte wie Recklinghausen, Wanne-Eickel und Gelsenkirchen) und schlie\u00dflich in Essen ankam, kam eine Nachricht auf dem Handy an, dass der eigentlich geplante Zug mal eben ganz ausfiel. Tscha.<\/p>\n<p>Stattdessen stand ich nun eine reichliche halbe Stunde am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Essen_Hauptbahnhof\">Essener Hauptbahnhof<\/a> in der Gegend herum, um dann p\u00fcnktlich in den ICE Richtung M\u00fcnchen (\u00fcber D\u00fcsseldorf, K\u00f6ln-Deutz, Frankfurt, W\u00fcrzburg und N\u00fcrnberg) einzusteigen. An die Fahrt kann ich mich gar nicht mehr wirklich erinnern, ich glaub den gr\u00f6\u00dften Teil hab ich verpennt, immerhin kannte ich ja diese ganzen Strecken bereits, au\u00dferdem war der Zug gut besucht. Das k\u00fchle Wetter vom Morgen wich ab Frankfurt einer br\u00fctenden Sommerhitze, beim Aussteigen in N\u00fcrnberg lief man wieder mal gegen eine Wand aus hei\u00dfer Luft.<\/p>\n<p>Trotzdem musste ich flotten Fu\u00dfes umsteigen, weil der Zug von N\u00fcrnberg nach Erlangen 10 Minuten nach der Ankunft des ICE abfahren sollte &#8211; und das auch tat, und ich sa\u00df drin. Lacher des Tages war der Spruch der Frau mir gegen\u00fcber auf die Frage des Schaffners ob das ihre Kinder seien &#8222;Ja, das behaupten sie jedenfalls immer.&#8220; Und so war ich dann eine Busfahrt sp\u00e4ter am sp\u00e4ten Nachmittag wieder daheim angekommen. Da musste man dann auch gleich erstmal noch in den Supermarkt h\u00fcpfen weil wegen Wochenende und K\u00fchlschrank leer und so. Und dann war Wochenende &#8211; und am Montag begann wieder der m\u00e4\u00dfig spannende Alltag.<\/p>\n<p>Fotos entstanden in den Urlaubsreisen nat\u00fcrlich auch, die muss ich aber noch sichten und sortieren und machen und tun. Das kommt dann auch noch demn\u00e4chst in diesem Affentheater.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im letzten Eintrag hatte ich schon erw\u00e4hnt, wie ich mitten am Mittag in einen minimal versp\u00e4teten ICE gestiegen war, der kurzfristig von der linken Bahnsteigkante zur rechten Bahnsteigkante umgeleitet worden war, weil ein versp\u00e4teter Eurostar aus irgendwo in Benelux ungef\u00e4hr eine Stunde zu sp\u00e4t kam und im K\u00f6lner Hauptbahnhof dann einfach mal die Bahnsteige ausgingen. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4812"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4812"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4812\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4813,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4812\/revisions\/4813"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4812"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4812"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4812"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}