{"id":4807,"date":"2024-09-10T22:57:06","date_gmt":"2024-09-10T20:57:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4807"},"modified":"2024-09-10T22:57:06","modified_gmt":"2024-09-10T20:57:06","slug":"urlaub-tag-7-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/09\/10\/urlaub-tag-7-4\/","title":{"rendered":"Urlaub Tag 7"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich mir also mal so ganz grunds\u00e4tzlich ein paar Ecken in D\u00fcsseldorf angesehen und f\u00fcr &#8222;nicht mein Fall&#8220; befunden hatte, ging es einen Tag sp\u00e4ter direkt weiter in die Stadt mit der \u00fcbergro\u00dfen nimmerfertigen Kirche und dem vorgelagerten Freiluftmuseum f\u00fcr Vorh\u00e4ngeschl\u00f6sser. Richtig, K\u00f6ln.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dass der Tag mit einem wenig \u00fcberzeugenden Fr\u00fchst\u00fcck begann hatte ich erw\u00e4hnt, ich sa\u00df also kurz vorm Mittag am D\u00fcsseldorfer Bahnhof und guckte mir das gesch\u00e4ftige Gewusel an. Die Fahrt nach K\u00f6ln dauert je nach Verbindung zwischen einer knappen halben bis etwas \u00fcber eine Stunde, und allzu fr\u00fch am Nachmittag brauchte ich ja nicht in K\u00f6ln aufschlagen, denn Checkin im Hotel ist ja \u00fcblicherweise erst so ab 15 Uhr m\u00f6glich. Und mit Koffer im Schlepptau dusseldorflig in der Gegend rumlaufen hatte ich ja f\u00fcr diesen Tag schon hinter mir.<\/p>\n<p>Ganz normale Menschen fahren da also im ICE oder Regionalzug \u00fcber Leverkusen nach K\u00f6ln, normal bekloppte Menschen wie ich fahren mit der S-Bahn die komplette Strecke \u00fcber Neuss und Dormagen. Warum? Weil ich da noch nie lang gefahren bin und ich ja ohnehin Zeit hatte. Viel verpasst hat man unterwegs nicht, Dormagen Chemiepark sieht auf den ersten Blick halt auch nicht viel anders aus als Bitterfeld.<\/p>\n<p>Bei gl\u00fchender Hitze kam ich kurz nach 13 Uhr in K\u00f6ln an und trabte zun\u00e4chst dann doch mal ins Hotel mit der Absicht zumindest schon mal den Koffer abzustellen. V\u00f6llig \u00fcberraschend und f\u00fcr alle (=mich) unerwartet war das Zimmer aber schon bezugsfertig. Das war nat\u00fcrlich allerbestens, denn so konnte ich mich ein wenig abk\u00fchlen.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Weg f\u00fchrte mich nun zur\u00fcck zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6ln_Hauptbahnhof\">Bahnhof<\/a>, weiteren Getr\u00e4nkenachschub sichern. Das w\u00e4re auch schnell und einfach m\u00f6glich gewesen, wenn nicht vor mir an der Kasse irgendeiner zu wenig Geld und zu viel abgelaufene Gutscheine dabei gehabt h\u00e4tte und damit den ganzen Betrieb aufhielt. Eine Minute l\u00e4nger und ein paar Typen weiter hinten in der Schlange h\u00e4tten den vermutlich hochkant aus dem Laden bef\u00f6rdert, da lag eine latent aggressive Stimmung in der Luft, was ja bei der Hitze wenig verwunderlich war.<\/p>\n<p>Frisch ausgestattet mit nassen Mineralen wurde nun das Vorh\u00e4ngeschlossmuseum besucht. Das befindet sich direkt neben dem Bahnhof, kostet keinen Eintritt und bietet allerbesten Blick auf den Rhein, das Stadtpanorama und vorbeifahrende Z\u00fcge. Richtig, gemeint ist die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hohenzollernbr%C3%BCcke_(K%C3%B6ln)\">Hohenzollernbr\u00fccke<\/a>. Da h\u00e4ngen mehrere Zehntausend Vorh\u00e4ngeschl\u00f6sser dran, keine Ahnung warum, ich glaube nicht dass irgendwer die Br\u00fccke klauen w\u00fcrde und dass man die unbedingt anketten muss.<\/p>\n<p>Da die Sonne dort aber besonders gut brutzelte machte ich nach der gro\u00dfen Rheinquerung nur ein paar Alibifotos von der Szenerie und marschierte dann gleich wieder zur\u00fcck zur westrheinischen Seite, die Treppen runter zum Rhein und dort dann gem\u00fctlich durch ein paar schattige Gassen. Warum man dann ausgerechnet in K\u00f6ln vorm Biermuseum steht und dort dann Werbung f\u00fcr M\u00fcnchner Bier gemacht wird muss man ja nicht unbedingt nachvollziehen. Ansonsten l\u00e4uft man da in zig Brauh\u00e4usern vorbei, verhungern muss also keiner, und einladender als in D\u00fcsseldorf sieht es auch aus.<\/p>\n<p>Ich hatte mich im Vorfeld mit einer Bekannten verabredet, die mich vor gef\u00e4hrlichen Touristenfallen warnen und mir ein paar sehenswerte Ecken n\u00e4herbringen wollte. Das funktionierte auch ganz wunderpr\u00e4chtig, ich h\u00e4tte sonst kaum mitbekommen, dass eine der zahllosen Statuen am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rathaus_K%C3%B6ln\">Rathaus<\/a> seinen nackten Hintern in Richtung Dom streckt oder dass das Brauhaus am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heinzelm%C3%A4nnchen#Heinzelm%C3%A4nnchenbrunnen\">Heinzelm\u00e4nnchenbrunnen<\/a> nur f\u00fcr Touristen ist und man da besser einen Bogen drum macht.<\/p>\n<p>Einen Bogen machten wir auch, zun\u00e4chst durch den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6lner_Dom\">Dom<\/a> &#8211; wenn man schon mal da ist, kann man ja schon mal machen, immerhin sollen da gleich drei heilige K\u00f6nige ruhen, stilecht im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dreik%C3%B6nigenschrein\">goldenem Schrein<\/a>. Jaja, immer fest dran glauben. Ein gewisser Hang zum Gr\u00f6\u00dfenwahn ist nicht von der Hand zu weisen, aber immerhin zieht es die Touristen in Scharen an. Mein \u00fcblicher Ansatz bei solchen Kirchenbauten, n\u00e4mlich das Wundern ob der K\u00fcnste der beteiligten Statiker und Baumeister, trifft hier ja nun aber eher weniger zu, der Dom ist aufgrund der v\u00f6llig \u00fcberzogenen Bauzeit ja quasi noch taufrisch.<\/p>\n<p>Nach diesem Abstecher in touristische Gefilde ging es nun doch in Richtung Brauhaus, und zwar weit abseits der Touristenecken bis ins Severinsviertel, genauer gesagt bis zur <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Severinstorburg\">Severinstorburg<\/a>. Direkt daneben gibt es das Brauhaus &#8222;Em Veedel&#8220;, was soviel hei\u00dft wie &#8222;Im Viertel&#8220;, denn was dem Berliner sein Kiez ist dem K\u00f6lner sein Veedel, wie mir erkl\u00e4rt wurde. Typisch K\u00f6lsches Essen auf Blutwurstbasis musste ich mir nicht wirklich antun, ein Schnitzel tat es auch. Viel interessanter ist ja ohnehin die sehr spezielle <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6lsch_(Bier)\">Bierkultur<\/a>, die in erster Linie dazu f\u00fchrt, dass man garantiert nicht verdurstet. Die sehr kleinen K\u00f6lschgl\u00e4ser haben zugegebenerma\u00dfen auch den Vorteil, dass man st\u00e4ndig frisch gezapftes kaltes Bier in der Hand hat, w\u00e4hrend man bei einer Ma\u00df ziemlich schnell saufen muss, bevor das Bier schal wird, grad bei der akuten hochsommerlichen Hitze.<\/p>\n<p>Nach dem vierten Glas war der Unterhopfung erfolgreich Einhalt geboten, wir verquatschten uns noch eine Weile und dann war der Abend im Prinizip auch schon vorbei. Ich g\u00f6nnte mir ein Bad in der Wanne und genoss die gut funktionierende Klimaanlage. Am n\u00e4chsten Morgen stellte ich dann beim Check des Zeitplans fest dass ich ja einen Late Checkout um 11 Uhr hatte, was ideal zu meiner Reiseplanung passte, denn es sollte gegen 12 Uhr weitergehen Richtung M\u00fcnster.<\/p>\n<p>Also begann der Tag mit ausgiebigem Ausschlafen und einem sehr ausgedehnten Fr\u00fchst\u00fcck mit frisch gebratenem Spiegelei, mehreren Br\u00f6tchen und allem was man sonst so am sp\u00e4ten Vormittag futtern mag. Danach war Koffer packen und Checkout angesagt, und pl\u00f6tzlich stand ich schon wieder auf einem ziemlich \u00fcberf\u00fcllten Bahnsteig. Kurz vor knapp \u00e4nderte sich dann auch noch die Abfahrt meines Zuges von Gleis 4 auf Gleis 5 (oder so), zum Gl\u00fcck am gleichen Bahnsteig. Der Zug war trotzdem einigerma\u00dfen p\u00fcnktlich, und so gurkte ich dann in einem relativ leeren ICE von K\u00f6ln \u00fcber die Wupper (vorbei an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wuppertaler_Schwebebahn\">Schwebebahn<\/a> und Papstboutique) gen Dortmund und weiter nach M\u00fcnster. Aber das ist dann Inhalt des n\u00e4chsten Eintrags.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich mir also mal so ganz grunds\u00e4tzlich ein paar Ecken in D\u00fcsseldorf angesehen und f\u00fcr &#8222;nicht mein Fall&#8220; befunden hatte, ging es einen Tag sp\u00e4ter direkt weiter in die Stadt mit der \u00fcbergro\u00dfen nimmerfertigen Kirche und dem vorgelagerten Freiluftmuseum f\u00fcr Vorh\u00e4ngeschl\u00f6sser. 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