{"id":4796,"date":"2024-08-31T22:07:33","date_gmt":"2024-08-31T20:07:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4796"},"modified":"2024-08-31T22:07:33","modified_gmt":"2024-08-31T20:07:33","slug":"urlaub-tag-1-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/08\/31\/urlaub-tag-1-3\/","title":{"rendered":"Urlaub Tag 1"},"content":{"rendered":"<p>Der Titel t\u00e4uscht etwas, denn der Einfachheit halber fasse ich mal schnell zweieinhalb Tage zusammen, weil die meiste Zeit davon nix wirklich relevantes passiert ist &#8211; oder interessiert sich irgendwer daf\u00fcr, wie ich in Z\u00fcge ein- und wieder ausgestiegen bin? Eben. Und weil ich auf derartig sinnlose Details stehe schreibe ich sie trotzdem auf, ha.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Ich habe einen Plan (frei nach Egon Olsen)<\/h3>\n<p>Aber fangen wir mal ganz am Anfang an, denn da stand die ganz gro\u00dfe Planung. Aufgrund der unsicheren Gesamtsituation wegen jobbedingter Unsicherheitsfaktoren war lange \u00fcberhaupt nicht klar, wann, ob und wie ich \u00fcberhaupt Urlaub machen k\u00f6nnte. Eine gr\u00f6\u00dfere Fernreise ins au\u00dfereurop\u00e4ische Ausland (in das Land der p\u00fcnktlichen Eisenbahnen) war damit schnell vom Tisch, au\u00dferdem war ich erst letztes Jahr dort, und so schnell wachsen da nun auch keine neuen Berge in den Himmel, dass man da schon wieder vorbeischauen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Und so entstand dann recht kurzentschlossen der Plan einer St\u00e4dtereise, um mal ein paar Ecken zu besuchen, wo ich schon lange nicht mehr war, bzw. auch Ecken wo ich noch gar nicht war (und vielleicht auch nie wieder hin will). Da zun\u00e4chst noch Fu\u00dfball-EM und Olympia war, schob sich die ganze Sache terminlich auf Ende August, womit dann auch noch andere Sachzw\u00e4nge hinzukamen (wenn man zum Geburtstag Essen gehen will, muss man dann eben auch zu diesem Zeitpunkt am richtigen Ort sein).<\/p>\n<p>Nachdem ich festgelegt hatte, welche Gegenden ich unsicher machen wollte, musste nun noch die eigentliche Reiseroute zusammengepuzzelt werden, so von wegen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Problem_des_Handlungsreisenden\">Traveling Salesman<\/a> und so &#8211; von Erlangen nach K\u00f6ln und von da nach Berlin und dann nach D\u00fcsseldorf zu fahren ist jetzt weniger geschickt, es sei denn man will die Reisezeiten maximieren. Da das die Bahn aber auch ganz ohne mein Zutun hinkriegt und ohnehin \u00fcberall Baustellen und andere Unw\u00e4gbarkeiten auf den unerschrockenen Reisenden lauern und ich mir zwischen der ganzen Fahrerei ja auch die Beine vertreten wollte&#8230; egal, jetzt hab ich vergessen wohin ich mit dem Satz wollte. Also jedenfalls kam am Ende umfassender mehrmonatiger Planungsarbeiten (also mehrere Monate planen, dass man was planen m\u00fcsste und am Ende ein halber Tag Google Maps und Kalender durchklicken und die Kreditkartennummer in diverse Hotelbuchungsmasken eintippen) ein Plan raus, der nun nur noch abgearbeitet werden musste.<\/p>\n<h3>Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin (mit Umwegen)<\/h3>\n<p>Nach dieser unn\u00f6tig langen und komplizierten Einleitung kommen wir nun also endlich zum eigentlichen Thema. Erstes Reiseziel war, die \u00dcberschrift verr\u00e4t es, Berlin. Da wollte ich das erste Mal seit etwa 20 Jahren auf den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berliner_Fernsehturm\">Fernsehturm<\/a>, und mich nebenbei mit einem Arbeitskollegen treffen, den ich inzwischen fast ebenso lange kenne, wir haben n\u00e4mlich schon zusammen studiert. Und da er inzwischen seit einigen Jahren in Berlin wohnt, bietet sich sowas ja an.<\/p>\n<p>Die Fahrt nach Berlin ist ja von Erlangen aus ein Klacks, man steigt am Bahnhof ein und in Berlin wieder aus. Und mit rund dreieinhalb Stunden ist die Bahn sogar konkurrenzlos schnell. Gut, vor dem Einsteigen muss der Zug zun\u00e4chst mal am Bahnsteig halten, das tat er zun\u00e4chst mal mit 15 Minuten Versp\u00e4tung. Das gro\u00dfe Buch der zuf\u00e4lligen Versp\u00e4tungsbegr\u00fcndungen ergab dieses Mal Bauarbeiten im Gro\u00dfraum N\u00fcrnberg. Konnte mir aber egal sein, Viertelstunde hin oder her geht ja im Rauschen unter. Die Strecke kenne ich auch, also Augen zu und mp3 aufs Ohr und dann war <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schnellfahrstrecke_N%C3%BCrnberg%E2%80%93Erfurt\">Tiefflug<\/a> unterm Th\u00fcringer Wald angesagt.<\/p>\n<p>Besagter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Berlin%E2%80%93Halle\">Tiefflug<\/a> wurde dann au\u00dferplanm\u00e4\u00dfig unterbrochen, denn da standen wir pl\u00f6tzlich in Bitterfeld. Irgendein b\u00f6ser Funkenflug hatte eine B\u00f6schung in Brand gesetzt, und so gings nicht weiter Richtung Lutherstadt Wittenberg. Vllt hatte auch ein heiliger Blitz eingeschlagen, aber bei wolkenloser Hitze halte ich das f\u00fcr eher unwahrscheinlich &#8211; die Klimaanlage funktionierte allerdings hervorragend und so machte der ICE seinem Namen als K\u00fchlschrank alle Ehre.<\/p>\n<p>Die Transportleitung war tats\u00e4chlich auf Zack, es dauerte keine 10 Minuten und wir fuhren weiter, allerdings mit gro\u00dfr\u00e4umiger <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnstrecke_Berlin%E2%80%93Blankenheim\">Umleitung \u00fcber Dessau und Bad Belzig<\/a>. Somit w\u00fcrden wir in Berlin rund eine Stunde sp\u00e4ter ankommen als geplant. Mir war das nach wie vor Bockwurst (jaja, in Berlin futtert man Currywurst, die mag ich aber nunmal nicht so richtig). Die Strecke kannte ich ebenfalls, zwischen Dessau und Wannsee war ich vor einem Vierteljahrhundert zu meinen Wehrdienstzeiten \u00f6fter unterwegs. Insofern wars ganz interessant zu sehen, was sich in den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beelitz-Heilst%C3%A4tten\">Beelitzer Heilst\u00e4tten<\/a> so tat, und dann ging es auch schon auf den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berliner_Au%C3%9Fenring\">Berliner Au\u00dfenring<\/a>.<\/p>\n<p>Als eisenbahngeographisch ortskundiger Reisender war ich dann auch sehr \u00fcber die n\u00e4chste Durchsage verwundert, die eine Ankunft am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Berlin_S%C3%BCdkreuz\">Berliner S\u00fcdkreuz<\/a> f\u00fcr &#8222;in einer Viertelstunde&#8220; prognostizierte. Da rollten wir grad vom Au\u00dfenring runter und waren fast auf H\u00f6he Teltow, mithin also keine f\u00fcnf Minuten mehr vom Halt am Bahnsteig entfernt. V\u00f6llig \u00fcberraschend und f\u00fcr alle ortsunkundigen Reisenden (und das Bahnpersonal) unerwartet kam der Zug denn auch ganz pl\u00f6tzlich am Bahnsteig zu stehen. Gut, also Abz\u00fcge in der B-Note, f\u00fcr die Versp\u00e4tung konnte die Bahn jetzt nur bedingt etwas, und die Versp\u00e4tung war mir ohnehin egal (da kriegt man auch nix zur\u00fcck weil ein brennender Busch an der B\u00f6schung als h\u00f6here Gewalt gewertet wird).<\/p>\n<p>Also raus ausm ICE und rein in die S-Bahn bis <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Berlin_Friedrichstra%C3%9Fe\">Friedrichstra\u00dfe<\/a>, mittenmank inne Innenstadt. Die S-Bahn hat zwar keine Klimaanlage, aber klappbare Fenster, da ziehts dann durchaus erfrischend. Und so kam ich dann zwar reichlich eine Stunde sp\u00e4ter als geplant, aber v\u00f6llig ausreichend nachmittags im Hotel an.<\/p>\n<p>Erste Amtshandlung danach war ein ausgedehnter Fu\u00dfmarsch bis zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexanderplatz\">Alexanderplatz<\/a>, weil ich dort ja am n\u00e4chsten Morgen Fahrstuhl fahren wollte. Und wo ich schon mal da war, ging ich auch (wie ich das bei jeder Berlinreise seit 1999 mache) am Alex in den Saturn. Fr\u00fcher gabs da die gr\u00f6\u00dfte CD-Auswahl \u00fcberhaupt, inzwischen wurde das massiv zur\u00fcckgefahren, daf\u00fcr kann man sich Vinyl kaufen als w\u00e4r wieder 1976. Nur die Preise sind von 2024 &#8211; Triple-LP der Beatles f\u00fcr schlappe 90 EUR&#8230; Wer sowas kauft, der hat nicht nur den Schuss nicht geh\u00f6rt, der hat den ganzen Krieg verpasst.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt rennen in Berlin ja jede Menge verstrahlte Gestalten rum, Touristen aller Couleur, flaschensammelnde Obdachlose, und zwischendrin vielleicht auch das eine oder andere Berliner Original, einfach zu erkennen an der direkten Art: &#8222;Seh ick aus wie de Auskunft? Kiekste halt da hinten an&#8217;n Plan, da weeste Bescheid.&#8220; Ich komm sp\u00e4ter noch drauf zur\u00fcck. Mein Kollege war leider krank geworden, somit bestand das Abendprogramm aus gem\u00fctlichem Herumfleezen im klimatisierten Hotelzimmer.<\/p>\n<h3>Hoch hinaus<\/h3>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen f\u00fchrte der Weg mich dann zum Tags zuvor ausgekundschafteten Fernsehturm. Ja neee, Moment, das war so der ungef\u00e4hr f\u00fcnfte Punkt auf der Tagesordnung, vorher war nat\u00fcrlich hei\u00dfer Kampf am kalten B\u00fcffet dran, denn ohne Fr\u00fchst\u00fccksmampf kein Klassenkampf (wie jeder objektorientierte Programmierer wei\u00df). Der Fr\u00fchst\u00fccksraum lag taktisch ung\u00fcnstig am entgegengesetzten Ende des Hotels, daf\u00fcr war aber alles da, was man so braucht um zum Mensch zu werden &#8211; in erster Linie also Kaffee, Br\u00f6tchen (hei\u00dfen die in Berlin nun eigentlich Semmeln, Wecken, Schrippen oder noch anders?) und was man sonst so braucht. Und weil Askese K\u00e4se ist, g\u00f6nnte ich mir auch noch R\u00fchrei und W\u00fcrstchen.<\/p>\n<p>Derart gest\u00e4rkt ging es nun gegen 8:45 Uhr zum Bahnhof Friedrichstra\u00dfe, um ein Tagesticket zu erwerben, damit man flexibel in der Gegend herumgurken k\u00f6nnte. Das war komplizierter als gedacht, weil ich zun\u00e4chst mal einen funktionierenden Automaten finden musste &#8211; den fand ich schlie\u00dflich auf der untersten Ebene, wohingegen die S-Bahn zum Alex ja ganz oben abf\u00e4hrt. Aber ich wollte ja mehr Bewegung wagen und was f\u00fcr meine schlanke Linie tun&#8230;<\/p>\n<p>Kurz nach neun stand ich also am Alex vorm Fernsehturm. Vor mir eine Schlange von knapp 20 Mann. Man soll sich ja online ein Ticket reservieren, mit dem man dann ohne Wartezeit reinkommen soll. Da gabs nur einen Haken &#8211; das n\u00e4chste verf\u00fcgbare Ticket war erst ab 10:30 Uhr g\u00fcltig. Das war mir zu bl\u00f6d, also fragte ich dann den Typen am Einlass, ob man nicht auch einfach ganz klassisch ein Ticket kaufen kann. Siehe da, kann man, also rein in die Bude und ab zur &#8222;Abendkasse&#8220;. Vor mir f\u00fcnf Leute, und 9:10 Uhr stand ich auch schon oben auf etwa 200m H\u00f6he und konnte mir Berlin von oben angucken.<\/p>\n<p>So wahnsinnig spannend ist das am Ende eigentlich auch nicht, die \u00fcblichen Sehensw\u00fcrdigkeiten (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Siegess%C3%A4ule_(Berlin)\">Siegess\u00e4ule<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brandenburger_Tor\">Brandenburger Tor<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rotes_Rathaus\">Rotes Rathaus<\/a>, &#8230;) stehen ja nicht erst seit gestern da. Ich lie\u00df also meinem inneren Japaner freien Lauf und knipste die Aussicht (auf dass die Fotos von nun an auf irgendwelchen Festplatten herumoxidieren) in alle Richtungen. Nach rund einer Stunde war ich zweimal ringsrum gekommen und hatte quasi alle Erkl\u00e4rungstafeln mehr oder minder ausf\u00fchrlich \u00fcberflogen, also konnte man den Punkt auf der Tagesordnung abhaken.<\/p>\n<p>Ein letztes Schmankerl war dann das gro\u00dfe Klemmbaustein-Diorama in der Eingangshalle, da wurde Berlin-Mitte aus Klemmbausteinen (nicht aus Lego!) nachgebaut, auf so f\u00fcnf mal f\u00fcnf Meter, m\u00e4chtig gewaltig also. Gegen 10 Uhr war ich also wieder raus aus dem Telespargel (meine Kollegin w\u00fcrde jetzt wieder was von wegen phallischen Aussichtst\u00fcrmen herumwitzeln). Es war also quasi noch fr\u00fch am Morgen und ich machte mich nun auf den Weg in den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Botanischer_Garten_und_Botanisches_Museum_Berlin\">botanischen Garten<\/a>.<\/p>\n<h3>Mittenmank inne Botanik<\/h3>\n<p>Dieser liegt jwd (janz weit drau\u00dfen), quasi kurz vorm <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fer_Wannsee\">Wannsee<\/a>. Dazu fuhr ich also erst einmal zur\u00fcck zum Bahnhof Friedrichstra\u00dfe und von dort aus in Richtung Wannsee \u00fcber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berlin-Steglitz\">Steglitz<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berlin-Lichterfelde\">Lichterfelde<\/a>. Da ist man also weit (rund 10km) weg von allen gro\u00dfen touristischen Zielen, da ist die Westberliner Welt noch in Ordnung. Man f\u00fchrt seinen Hund spazieren, im Kiosk an der Ecke kooft man Kippen und Lottoscheine und auch sonst w\u00e4hnt man sich wie aufm Dorf &#8211; viel Gr\u00fcn, viel Weitl\u00e4ufigkeit, lediglich die Autokennzeichen und der Wegweiser zur S-Bahn l\u00e4sst erahnen, dass man in einem Millionendorf unterwegs ist.<\/p>\n<p>Der botanische Garten, bzw. dessen Seiteneingang liegt an einer gr\u00f6\u00dferen Stra\u00dfe mit dem selten d\u00e4mlichen Namen &#8222;Unter den Eichen&#8220;. Ich kanns mir lebhaft vorstellen&#8230; &#8222;Wo willste hin? Brandenburjer Tor? Nee, da haste dir v\u00f6llich valoofen, wa. Hier jibts nur Eichen, keene Linden. Musste uffpassen!&#8220;<\/p>\n<p>Egal ob Eichen oder Linden, im botanischen Garten gibt&#8217;s das alles und noch viel mehr. Das Areal ist weitl\u00e4ufig und bietet allerhand Gr\u00fcnzeug und Gestr\u00fcpp in allen Formen und Gr\u00f6\u00dfen (und wenn&#8217;s bl\u00fcht sogar in allen Farben). Da stehen dann mitteleurop\u00e4ische B\u00e4ume, asiatische B\u00e4ume, nordamerikanische B\u00e4ume, Zierstr\u00e4ucher und Gartengem\u00fcse, Blumen und duftende Gew\u00fcrze und alles was man sich halt so unter dem Stichwort Botanik vorstellen kann in einer gewissen Systematik irgendwie angeordnet in der Gegend herum und lassen sich beg\u00e4rtnern.<\/p>\n<p>F\u00fcr den unbedarften Besucher stehen dann auch \u00fcberall kluge Schilder mit wichtig klingenden Namen, damit man wei\u00df, welches Gr\u00fcnzeug man da grad stehen sieht. Und man kann nebenbei einen auf gebildeter Lateiner machen und damit angeben, dass Carum carvi eine sehr wichtige Zutat der heimischen K\u00fcche ist (wovon auf dem Schild nix steht, die erz\u00e4hlen da nur was von \u00e4therischen \u00d6len). Alles Bl\u00f6dsinn, Carum carvi (besser bekannt als K\u00fcmmel) geh\u00f6rt in erster Linie mal an Gehacktes (und wer was anderes behauptet hat keine Ahnung, so!).<\/p>\n<p>Da entdeckt man auch den einen oder anderen Wissensschnipsel f\u00fcr die n\u00e4chste Smalltalk-Runde. Mir war zumindest nicht bewusst, dass <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Makkaroni\">Makkaroni<\/a> m\u00f6glicherweise mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lorbeergew%C3%A4chse\">Lorbeergew\u00e4chsen<\/a> verwandt sind &#8211; zumindest stand da auf einem Schild was von makaronesischen Lorbeerw\u00e4ldern.\u00a0 Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Makaronesien\">makaronesischen Inseln<\/a> hei\u00dfen nun wiederum aber nicht wegen italienischen Teigwaren so, sondern weil irgendein Botaniker der Meinung war da einen Sammelbegriff einf\u00fchren zu m\u00fcssen, unter dem man diverse Inselgruppen im Ostatlantik zusammenfasst, n\u00e4mlich von den Azoren \u00fcber Madeira und die Kanaren bis hin zu Kapverden). Also merken wir uns einfach mal, dass es dort m\u00f6glicherweise Makkaronib\u00e4ume gab, die der Mensch aber lange ausgerottet hat &#8211; im \u00dcbrigen bevorzuge ich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fusilli\">schraubenf\u00f6rmige Nudeln<\/a> (gibt es da Unterschiede zwischen links- und rechtsdrehenden?), und Nudelformen sind ja auch eine Wissenschaft f\u00fcr sich, ob da nun lang und d\u00fcnn besser ist als kurz und geriffelt ist ja sicherlich zumindest Geschmackssache.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil f\u00fcr den geneigten Besucher des botanischen Gartens: Man hat seine Ruhe, weil kein durchschnittlicher Tourist so weit raus f\u00e4hrt und sich stattdessen alle am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Checkpoint_Charlie\">Checkpoint Charlie<\/a> stapeln. Und bei gro\u00dfer Hitze kann man einen auf Baumstamm machen und sich von den ganzen freidrehenden Sprinklern begie\u00dfen und abk\u00fchlen lassen. Immerhin wars inzwischen quasi beinah fast 12 Uhr mittags und die Temperaturen \u00e4hnelten denen tropischer Gew\u00e4chsh\u00e4user.<\/p>\n<p>Damit w\u00e4ren wir auch beim Stichwort, denn Gew\u00e4chsh\u00e4user hat es dort nat\u00fcrlich auch. Und nicht zu knapp. Der ganze Komplex umfasst ein halbes Dutzend thematisch differenzierter Gew\u00e4chsh\u00e4user (hei\u00df und nass wie tropischer Regenwald bis hei\u00df und trocken wie nordamerikanische Kaktusw\u00fcste), in denen man sich recht problemlos verlaufen kann. Witzigerweise war es stellenweise im Gew\u00e4chshaus k\u00fchler als drau\u00dfen&#8230;<\/p>\n<p>In diesen Gew\u00e4chsh\u00e4usern kann man also von tropischer Proto-Braunkohle in Farnform bis zu stacheligen Kakteen in allen Formen und Gr\u00f6\u00dfen so ziemlich alles bewundern, was man sich vorstellen kann. Mittenmank inne Botanik stehen da auch tropische Nutzpflanzen (diverse Palmen und Bananenpflanzen, und (ganz wichtig) Coffea arabica) und in einer Ecke haben dann auch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kannenpflanzen\">Nepenthes<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sonnentau\">Drosera<\/a> ihren Platz (dat sin Pflanzen, die Insekten fressen tun, klingt komisch, is aber so).<\/p>\n<p>Ich kam dann zwar durchgeschwitzt, aber lebendig, wieder aus dem Gew\u00e4chshauskomplex heraus. Mittlerweile war es gut nach Mittag, die Sonne brannte erbarmungslos und so langsam war mir nach so viel Gr\u00fcnzeug dann auch nach anderen Farben. Also schlenderte ich nun gem\u00fctlich in Richtung Ausgang, nicht ohne noch einige Fotos von diversen Rabatten und bunt bl\u00fchenden Blumen (allgemein anwendbare Alliteration und so) zu machen. Ich bin zwar botanisch nicht wirklich bewandert, aber Tulpen kann ich dann doch grade noch so von Rosen unterscheiden (au\u00dferdem stand da was von Rosaceae auf dem Schild, und Tulpen haben gemeinhin keine gestachelten Dornen).<\/p>\n<h3>Der Weg ist das Ziel<\/h3>\n<p>Da ich nun nicht auf dem gleichen Weg wieder in die Stadtmitte fahren wollte wie ich gekommen war (und ich ja extra ein Tagesticket f\u00fcr das Gro\u00dfstadtgebiet gel\u00f6st hatte) fuhr ich nun zun\u00e4chst mal weiter bis zum Ende der Tarifzone, mit anderen Worten bis nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnhof_Berlin-Wannsee\">Wannsee<\/a>. Bei dem sch\u00f6nen Wetter waren denn auch viele Berliner(innen) (nicht zu verwechseln mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krapfen_(Hefeteig)\">Berliner vom B\u00e4cker<\/a> und auch nicht mit Pfannkuchen, was ja etwas bezeichnet, was gemeinhin <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pfannkuchen\">Eierkuchen<\/a> hei\u00dfen m\u00fcsste, denn Eier sind da drin, im Gegensatz zu Pfannen &#8211; aber im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J%C3%A4gerschnitzel#\/media\/Datei:J%C3%A4gerschnitzel_DDR.jpg\">J\u00e4gerschnitzel<\/a> stecken ja auch keine J\u00e4ger drin&#8230;) auf dem Weg nach &#8211; nein, nicht nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Westerland_(Lied)\">Westerland<\/a>, auch nicht an den Wannsee, sondern zum Schlachtensee. Da gibt es Liegewiesen quasi direkt neben der S-Bahn-Station, man kann vom Zug aus schon draufgucken. Die waren ausgesprochen gut besucht, baden stand aber nicht auf meinem Plan, zumal das in Berlin ja wohl auch \u00f6fter mal ausartet mit dem Freibadbesuch.<\/p>\n<p>In Berlin-Wannsee angekommen konnte ich in aller Ruhe alte und neue Bahnhofsbeschilderung bewundern und wurde erneut mit der Berliner Schnauze konfrontiert, als mich eine Frau im typischen Berliner Dialekt fragte &#8222;Wie komm ick &#8217;n hier nu nach&#8217;m Hauptbahnhof? S7 is des, wa?&#8220; Ja, das ist die S7, aber die f\u00e4hrt auf dem anderen Bahnsteig grade ab&#8230; Oder man nimmt einen der vielen Regionalz\u00fcge, die quer durch Berlin und weiter nach Frankfurt oder Eisenh\u00fcttenstadt oder Cottbus fahren. Oder man nimmt die S1 und steigt dann um. Oder man macht &#8217;ne Rundreise mit Bus und U-Bahn. Man k\u00f6nnte nat\u00fcrlich auch mit der F\u00e4hre nach Kladow \u00fcbersetzen und von da mit dem Bus nach Spandau fahren. Oder man ruft &#8217;ne Taxe &#8211; da f\u00e4hrt man immerhin h\u00f6chstwahrscheinlich standesgem\u00e4\u00df Mercedes. Und wenn nicht Mercedes, dann eben per pedes, da sollte man aber vorher ein bissl trainiert haben, wobei so ein Spaziergang durch den Grunewald sicherlich auch &#8217;ne feine Sache ist.<\/p>\n<p>Nein, ich begab mich dann nicht auf das oben angerissene Niveau von wegen &#8222;Seh ick aus wie de Ooskunft?&#8220; sondern tat so, als ob ich Ahnung h\u00e4tte und deutete auf die grade abfahrende Bahn am benachbarten Bahnsteig. Ich selbst wollte ja auch grob in diese Richtung fahren, n\u00e4mlich bis zum Hackeschen Markt. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berliner_Stadtbahn\">Stadtbahn<\/a> zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof ist ja sowieso immer ein Erlebnis, allerdings war das wegen den Temperaturen und ausged\u00fcnnten Taktes (Bauarbeiten) dann doch eher anstrengend.<\/p>\n<h3>Es ist Sommer, es ist hei\u00df, da ess ich ein Zitroneneis<\/h3>\n<p>Am Hackeschen Markt angekommen guckte ich zun\u00e4chst mal im Museumsshop vom DDR-Museum, ob die noch irgendein lustiges kleines Andenken h\u00e4tten (leider nein), und dann stand mir der Sinn nach Eis. Es gab aber weder Zitroneneis, und leckere Erdbeere und Mocca auch nicht, Pistazie sowieso nicht. Schokoladeneis mag ich nicht so, also wurde es am Ende ein lecker Vanille-Softeis.<\/p>\n<p>Mit diesem in der Hand trabte ich nun gem\u00fctlich in Richtung Friedrichstra\u00dfe, vorbei am Bud-Spencer-Musem (nur echt mit einem roten Buggy mit gelb H\u00e4ubchen) und an diversen Souvenirshops (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ost-Ampelm%C3%A4nnchen\">Ampelm\u00e4nnchen<\/a>, Fernsehturm-Sticker, jede Menge anderer Tinnef) und dann in den Bahnhof Friedrichstra\u00dfe. Man muss sich ja mit Getr\u00e4nken versorgen. Und weil mein Kollege leider immer noch krank war g\u00f6nnte ich mir etwas, was ich auch nur alle paar Jubeljahre im Urlaub mache: Ich besuchte eine Filiale der systematisch schnellen Gastronomie, um paniertes geplatztes H\u00fchnchen und frittierte Streifenkartoffeln zu futtern und das ganze mit viel zu s\u00fc\u00dfem Brausewasser runterzusp\u00fclen.<\/p>\n<p>Nach diesem sehr ereignisreichen Tag (es war jetzt etwa 15 Uhr am Nachmittag) ging es nun ohne weitere Umwege ins klimatisierte Hotelzimmer zur\u00fcck, wo Zeitschrift lesen, Radsport gucken und sinnlos TV glotzen angesagt war. Am n\u00e4chsten Morgen ging es dann weiter zum n\u00e4chsten Reiseziel, aber das ist dann etwas f\u00fcr den n\u00e4chsten Eintrag hier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Titel t\u00e4uscht etwas, denn der Einfachheit halber fasse ich mal schnell zweieinhalb Tage zusammen, weil die meiste Zeit davon nix wirklich relevantes passiert ist &#8211; oder interessiert sich irgendwer daf\u00fcr, wie ich in Z\u00fcge ein- und wieder ausgestiegen bin? Eben. 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