{"id":4789,"date":"2024-08-22T19:24:34","date_gmt":"2024-08-22T17:24:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4789"},"modified":"2024-08-22T19:24:34","modified_gmt":"2024-08-22T17:24:34","slug":"album-der-woche-237","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/08\/22\/album-der-woche-237\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Ich hab zwar Urlaub, aber das hei\u00dft nicht, dass deswegen hier das Album der Woche fehlen darf. Und nachdem wir uns die letzten Woche viel mit der H\u00f6lle besch\u00e4ftigt haben ist jetzt mal ein neues Thema drin. N\u00e4mlich die Liebe. L&#8217;amour toujours. Und wie \u00e4u\u00dfert sich das? Genau, mit Knutschen, hei\u00df und innig. Und mit Zunge. Damit sind wir dann auch um drei Ecken beim Thema und ich kann mir f\u00fcr die abstruse \u00dcberleitung auf die Schulter klopfen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Oberknutscher von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kiss_(Band)\">Kiss<\/a> sind n\u00e4mlich diese Woche dran, was schlicht und ergreifend daran liegt, dass Chefschlabberzunge Gene Simmons am kommenden Sonntag 75 Jahre alt wird. Grund genug f\u00fcr eine gewisse Werkschau, die sich allerdings auf das absolute Fr\u00fchwerk beschr\u00e4nken wird, weil Kiss schon seit Ende der 70er nur noch sehr beschr\u00e4nkt relevante Musik gemacht haben und eigentlich seit Mitte der 90er auf Abschiedstournee waren.<\/p>\n<p>Beginnen wir die Geschichte also mal beim Urknall, dem <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kiss_(Kiss_album)\">selbstbetitelten Deb\u00fctalbum<\/a> von 1974. Eigentlich muss man dazu gar nicht viel schreiben, weil es sowieso unverzichtbar ist. In der einzig wahren Besetzung mit Gene Simmons, Paul Stanley, Ace Frehley und Peter Criss (andere Besetzungen m\u00f6gen technisch mehr draufgehabt haben, aber bei Kiss ging es nie um technische Kabinettst\u00fcckchen, sondern um Rock and Roll und die fetteste Show der Welt) wurden hier zehn Songs auf zwei Schallplattenseiten gepresst, von denen nicht wenige auf s\u00e4mtlichen Best Of und Greatest Hits vertreten sind und live unverzichtbar waren.<\/p>\n<p>Den Auftakt macht <em>Strutter<\/em>, was direkt in die gerade genannte Liste geh\u00f6rt. N\u00e4chstes Highlight ist <em>Firehouse<\/em>, auf Jahrzehnte live unverzichtbar weil Gene Simmons hier Feuer spuckt. Gr\u00f6\u00dfter Hit auf der ersten Albumseite ist nat\u00fcrlich <em>Cold Gin<\/em>, einer der gr\u00f6\u00dften Klassiker im Bandkatalog. In der zweiten Albumh\u00e4lfte gibt es das verzichtbare Instrumentalst\u00fcck <em>Love Theme From Kiss<\/em>, daneben aber auch ganz gro\u00dfes Kino in Form von <em>Deuce<\/em> und <em>Black Diamond<\/em>.<\/p>\n<p>Das Album verkaufte sich initial nicht besonders, aber die B\u00fchnenshows der Band mit Blut spucken, Feuerschlucken, Pyros und allem was kracht, leuchtet und spektakul\u00e4r ist sorgten im Lauf des Folgejahres f\u00fcr den Durchbruch. So findet sich auch quasi das gesamte Album auf &#8222;Alive!&#8220; wieder, was in dieser Serie schon vor Jahren besprochen wurde. Das Kunstst\u00fcck an diesem Deb\u00fct ist, dass die Songs eben auch ohne diesen ganzen Firlefanz funktionieren und einfach guter Rock&#8217;n&#8217;Roll bzw. Hardrock sind.<\/p>\n<p>Fazit: Ein ganz hervorragender Einstieg in die Welt von Kiss und rockmusikhistorisch unheimlich bedeutsam.<\/p>\n<p>Weiter geht es mit &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Hotter_than_Hell_(album)\">Hotter Than Hell<\/a>&#8222;, ebenfalls 1974 erschienen. Damals konnten Bands noch zwei Alben pro Jahr herausbringen, heutzutage brauchen sie daf\u00fcr eher zwei Jahre und kommen dann nur mit einem Alibigrund um die Ecke, wieder auf Tour gehen zu k\u00f6nnen, weil sowieso kein Schwein mehr Platten kauft. Wundert mich aber auch nicht, ich war die Tage in einem Laden zum Gucken, da gibt es nagelneu gepresstes Vinyl f\u00fcr \u00fcber 40 EUR&#8230; Die haben den Lack nicht nur gesoffen, sondern drin gebadet und die Badewanne inhaliert.<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zum Thema: &#8222;Hotter Than Hell&#8220; wird heute eher zwiesp\u00e4ltig gesehen und ist auch klar schlechter als das Deb\u00fct. Einiges davon h\u00e4ngt mit den Umst\u00e4nden der Aufnahmen zusammen, die in Kalifornien stattfanden, w\u00e4hrend die Band ja aus New York stammt. Insbesondere die Produktion zog Kritik auf sich. Die ganz gro\u00dfen All-time Klassiker findet man hier auch eher weniger, und die Plattenfirma tat auch nicht wirklich viel f\u00fcr die Vermarktung, n\u00e4mlich deutlich weniger als beim Deb\u00fct.<\/p>\n<p>Das Album enth\u00e4lt zehn Songs, von denen sich einige durchaus auch l\u00e4nger in der Live-Setlist halten konnten, bis dann nach den Umbesetzungen um 1980 auch die Setlisten umgekrempelt wurden. Zu diesen Songs z\u00e4hlen das ruhige <em>Goin&#8216; Blind<\/em> oder <em>Let Me Go, Rock&#8217;n&#8217;Roll<\/em> sowie <em>Parasite<\/em> und <em>Watchin&#8216; You<\/em>.<\/p>\n<p>Fazit: F\u00fcr Kiss-Einsteiger nicht unbedingt relevant, f\u00fcr Ober-Kissologen nat\u00fcrlich trotzdem unverzichtbar. Da man heute eh alles streamt kann (nope, bei mir is nix Stream, ich kauf weiterhin physische Kopien, denn was man in der Hand h\u00e4lt kann man getrost nach Hause tragen, frei nach Johann Wolfgang von und zu). Ob man das Album nun haben muss, wird wohl jeder f\u00fcr sich entscheiden m\u00fcssen, ich w\u00fcrde eher &#8222;Alive!&#8220;, &#8222;Destroyer&#8220; oder &#8222;Love Gun&#8220; den Vorzug geben.<\/p>\n<p>Und damit sind wir quasi auch schon am Ende der Retrospektive angekommen. Das umstrittene &#8222;Dynasty&#8220; von 1979 sei erw\u00e4hnt, weil es den gr\u00f6\u00dften Band-Hit <em>I Was Made For Loving You<\/em> (oder wie Casanova sagen w\u00fcrde &#8222;I Was Made For Loving, But Whom?&#8220;) enth\u00e4lt, der aber viel zu sehr nach Disco klingt. Die diversen Machenschaften der maskenlosen 80er sind nur f\u00fcr Allessammler relevant, und &#8222;Sonic Boom&#8220; von 2009 ist ein solides Sp\u00e4twerk, aber weit von der musikhistorischen Relevanz der 70er-Jahre Kiss entfernt.<\/p>\n<p>Weil aber bei Kiss viel \u00fcber die Show ging d\u00fcrfen ein paar Videoschnipsel nicht fehlen: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZhIsAZO5gl0&amp;pp=ygUea2lzcyBpIHdhcyBtYWRlIGZvciBsb3ZpbmcgeW91\">I Was Made For Lovin&#8216; You<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=cSw-MmIZbSU\">Firehouse<\/a> (TV-Auftritt von 1974), <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=yy4opYZW1cQ\">Black Diamond<\/a> (TV-Auftritt von 1975) &#8211; es kursieren dazu un\u00fcberschaubare Mengen von Videos auf der entsprechenden Plattform, da kann man sich wochenlang durch die Rockgeschichte w\u00fchlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hab zwar Urlaub, aber das hei\u00dft nicht, dass deswegen hier das Album der Woche fehlen darf. 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