{"id":4786,"date":"2024-08-15T19:36:50","date_gmt":"2024-08-15T17:36:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4786"},"modified":"2024-08-15T19:36:50","modified_gmt":"2024-08-15T17:36:50","slug":"album-der-woche-236","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/08\/15\/album-der-woche-236\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Es bleibt hei\u00df und h\u00f6llisch. In dieser Woche aber weniger plakativ satanisch, sondern eher indirekt. Das hei\u00dft eigentlich nicht einmal das, denn die Band hatte und hat nix mit Satan am Hut. Der einzige Bezug entstand eigentlich dadurch, dass die Band von ihren Gegnern zum Teufel gew\u00fcnscht wurde.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das alleine ist ja nun kein besonderes Alleinstellungsmerkmal, bei den Amis war ja Heavy Metal im Allgemeinen und Besonderen ein Angriff auf alles was heilig ist, ein Affront gegen Moral, Anstand und gute Sitten (oder was die Amis daf\u00fcr halten). Dementsprechend viel Staub wirbelte eine v\u00f6llig unbekannte Combo 1983 auf, als sie ohne gro\u00dfe Plattenfirma mit einer wilden B\u00fchnenshow (wilder noch als Kiss und Alice Cooper) von sich reden machte, Kunstblut und nackte Frauen inklusive. Songtitel wie die erste Single <em>Animal (Fuck Like A Beast)<\/em> taten ein \u00dcbriges dazu. Die verkaufte sich wie geschnitten Brot, dementsprechend gingen die Gegner auf die Barrikaden und die Band auf Tour f\u00fcr ihr Deb\u00fctalbum. Jepp, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W.A.S.P.\">W.A.S.P.<\/a> sind gemeint, und ihr <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/W.A.S.P._(album)\">gleichnamiges Album<\/a> von 1984. Die Single war \u00fcbrigens auf einem Independent-Label ver\u00f6ffentlicht worden, nachdem die eigentliche Plattenfirma den Song nicht auf dem Album haben wollte. Aber was wissen Plattenbosse schon&#8230;<\/p>\n<p>Anyway, das Album enth\u00e4lt trotzdem zehn St\u00fccke, die zugegebenerma\u00dfen allesamt ziemlich \u00e4hnlich klingen (Kritiker meinen ohnehin, W.A.S.P. h\u00e4tten nur einen schnellen, einen mittelschnellen und einen langsamen Song und w\u00fcrden das seit Jahrzehnten geringf\u00fcgig variieren &#8211; aber was machen dann AC\/DC?). Trotzdem sind darunter ein paar Klassiker des 80er-Metal, weswegen die Scheibe noch heute relevant ist.<\/p>\n<p>Tiefsch\u00fcrfende Texte darf man selbstredend nicht erwarten (wer das sucht sollte sich &#8222;The Crimson Idol&#8220; reinziehen), hier geht es um Party, mit allem was dazugeh\u00f6rt, explizite Lyrik inklusive. Trotz (oder wegen) dieser Infantilit\u00e4t sind Songs wie <em>Hellion<\/em> oder <em>L.O.V.E. Machine<\/em> zu Klassikern geworden, \u00e4hnliches gilt f\u00fcr <em>Sleeping (In The Fire)<\/em>.<\/p>\n<p>Einen Sch\u00f6nheitsfehler (neben dem fehlenden tierischen Aufregersong und der schwachbr\u00fcstigen Produktion) hat die Scheibe trotzdem: Wenn man mit dem \u00dcberhit <em>I Wanna Be Somebody<\/em> das Album er\u00f6ffnet hat, wie soll man das Niveau halten? Dagegen ist vieles auf dem Album dann eben doch eher so mittelpr\u00e4chtig, wohingegen dieser eine Song zum Signaturesong der Band wurde und eine der ganz gro\u00dfen Metalhymnen der 80er darstellt, vor allem in Nordamerika.<\/p>\n<p>Ende der 90er wurde das Album neu aufgelegt, diesmal mit der urspr\u00fcnglichen Tracklist, das hei\u00dft der tierische Skandalsong war nun doch kein so gro\u00dfer Skandal mehr. Daf\u00fcr hatte Bandchef Blackie Lawless jetzt seinen inneren Jesus gefunden und wollte den Song nicht mehr live darbieten. Irgendeinen Knacks haben die K\u00fcnstler eben doch alle am Wirsing&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es bleibt hei\u00df und h\u00f6llisch. In dieser Woche aber weniger plakativ satanisch, sondern eher indirekt. Das hei\u00dft eigentlich nicht einmal das, denn die Band hatte und hat nix mit Satan am Hut. 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