{"id":4782,"date":"2024-08-08T19:07:56","date_gmt":"2024-08-08T17:07:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4782"},"modified":"2024-08-08T19:07:56","modified_gmt":"2024-08-08T17:07:56","slug":"album-der-woche-235","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/08\/08\/album-der-woche-235\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Irgendwie ist es nach wie vor h\u00f6llisch hei\u00df &#8211; man k\u00f6nnts f\u00fcr Sommer halten &#8211; und somit wird regelm\u00e4\u00dfig gepr\u00fcft, ob sich der Zustand meines Hirns proportional zur Temperatur verh\u00e4lt. Man k\u00f6nnte auch sagen, mein Hirn f\u00fchlt sich gerade ziemlich nach Grie\u00dfbrei an, was diese Sache mit den klaren Gedanken nicht unbedingt vereinfacht. Andererseits passt das zum Album der Woche &#8211; also nicht der Grie\u00dfbrei, aber das h\u00f6llische Grundthema. Und damit kommen wir direkt zum Thema.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich konnte mich mal wieder nicht entscheiden, und weil mehr immer besser ist (au\u00dfer bei Strafzetteln, Schulden und anderen unn\u00f6tigen Dingen) gibt es diese Woche gleich zwei Alben der Woche. Beide stammen von einer Band, die vor gut 40 Jahren auf der Bildfl\u00e4che auftauchte, den zwiefach Geh\u00f6rnten in den Mittelpunkt stellte und damit Legionen von Bands beeinflusste, sei es thematisch oder vom Songwriting her. Und wenn man von Metallica gecovert und als gro\u00dfer Einfluss genannt wird hat man ja nicht so wahnsinnig viel falsch gemacht. Die Rede ist von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mercyful_Fate\">Mercyful Fate<\/a>.<\/p>\n<p>Das Deb\u00fctalbum von 1983 hatte bereits m\u00e4chtig Staub aufgewirbelt, nur ein Jahr sp\u00e4ter erschien der Nachfolger namens &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Don%27t_Break_the_Oath\">Don&#8217;t Break The Oath<\/a>&#8222;. Die musikalische Rezeptur wurde wenig abge\u00e4ndert, klassischer Heavy Metal der komplexeren Sorte mit vielen Tempowechseln und doppelten Gitarren &#8211; quasi die technisch anspruchsvollen Longtracks der fr\u00fchen Iron Maiden gekreuzt mit der D\u00fcsternis von Black Sabbath und garniert mit dem einzigartigen Gesang von King Diamond. Textlich geht es nat\u00fcrlich gemeingef\u00e4hrlich zu, wie schon die Songtitel erahnen lassen.<\/p>\n<p>Die neun Songs des Album sind zur H\u00e4lfte episch lang und ausladend, kurz auf den Punkt kommt eigentlich nur <em>Gypsy<\/em> sowie das Instrumentalst\u00fcck <em>To One Far Away<\/em>. Die Highlights sind andere &#8211; <em>Nightmare<\/em> beschreibt einen ziemlich fiesen Alptraum von King Diamond, <em>The Oath<\/em> ist eine Treueeid auf Satan, Luzifer, Beelzebub, Belial oder wie auch immer man den Knilch nennen mag. Der ganz gro\u00dfe Hit kommt ganz am Ende, bei <em>Come To The Sabbath<\/em> ist der Name Programm, es geht um schwarze Messen, Hexen und alles was da so dazugeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Das Album ist nix f\u00fcr Leute, die den Gesang von King Diamond nicht abk\u00f6nnen, die Texte k\u00f6nnten auch die eine oder andere zartbesaitete Seele verst\u00f6ren, f\u00fcr alle anderen ist die Scheibe einer der wegweisenden Metal-Klassiker der 80er Jahre. S\u00e4mtliche skandinavischen Pandab\u00e4ren beziehen sich inhaltlich auf diese Scheibe, und selbst Gr\u00f6\u00dfen wie Metallica haben sich hier so einiges in Sachen Songwriting abgeschaut.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter war der h\u00f6llische Ofen aus, Kind Diamond wandelte auf Solopfaden. Es dauerte bis in die fr\u00fchen 90er bevor es eine Reunion gab. Im Jahre 1999 erschien das bislang letzte Album unter dem Banner Mercyful Fate, gleichzeitig auch das mit dem k\u00fcrzesten Titel, da die Scheibe einfach &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/9_(Mercyful_Fate_album)\">9<\/a>&#8220; hei\u00dft, wei\u00df der Henker warum &#8211; immerhin ist es das siebente und nicht das neunte Album der Bandgeschichte&#8230;<\/p>\n<p>Egal, stilistisch haut es in die gleiche Kerbe, ist allerdings deutlich zug\u00e4nglicher und weniger komplex und damit eigentlich ideal f\u00fcr Einsteiger in Sachen Mercyful Fate \/ King Diamond. Geboten wird alles von schwerf\u00e4llig schleppendem Doom bis hin zu wilder Raserei, und inhaltlich gibt es auch wenig \u00dcberraschungen: Titel wie <em>Sold My Soul<\/em> oder <em>Buried Alive<\/em> oder <em>Burn In Hell<\/em> oder <em>Kiss The Demon<\/em> sprechen f\u00fcr sich. Aber auch <em>Last Rites<\/em> oder <em>Church Of Saint Anne<\/em> klingen eher nicht nach lustiger Gutenachtmusik, und selbst bei einem Song namens <em>House On The Hill<\/em> ahnt man, dass es da eher schaurig-d\u00fcster zugehen wird. Und das Cover ist nat\u00fcrlich eine Hommage ans Deb\u00fctwerk von 1983 und bringt das Thema H\u00f6lle und Satan nochmal wundersch\u00f6n plakativ auf den Punkt. Mit dem Bild auf dem T-Shirt kann man sicherlich noch so einige Leute verschrecken.<\/p>\n<p>An die kultigen Klassiker der ersten Bandphase in den fr\u00fchen 80ern kommt das Album je nach Sichtweise wohl nicht ran (zumindest was den Coolnessfaktor und den musikhistorischen Einfluss angeht), aber es braucht sich auch nicht hinter diesen zu verstecken. Nun muss man mal abwarten, ob und wann sie mit einem weiteren Album um die Ecke kommen&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwie ist es nach wie vor h\u00f6llisch hei\u00df &#8211; man k\u00f6nnts f\u00fcr Sommer halten &#8211; und somit wird regelm\u00e4\u00dfig gepr\u00fcft, ob sich der Zustand meines Hirns proportional zur Temperatur verh\u00e4lt. Man k\u00f6nnte auch sagen, mein Hirn f\u00fchlt sich gerade ziemlich nach Grie\u00dfbrei an, was diese Sache mit den klaren Gedanken nicht unbedingt vereinfacht. 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