{"id":4747,"date":"2024-05-30T16:00:42","date_gmt":"2024-05-30T14:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4747"},"modified":"2024-05-29T11:04:55","modified_gmt":"2024-05-29T09:04:55","slug":"album-der-woche-225","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/05\/30\/album-der-woche-225\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Wenn dieser Artikel erscheint bin ich hoffentlich &#8211; so die G\u00f6tter des schienengebundenen Transports es gut mir meinen &#8211; erfolgreich einmal l\u00e4ngs durch Deutschland gefahren, um in einer gro\u00dfen Hansestadt wild in der Gegend herumzurennen. Album der Woche gibt es trotzdem, ich hab da mal was vorbereitet&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wild herumrennen ist ein gutes Stichwort, denn genau das macht eine Kapelle aus dem von mir heimgesuchten Hamburg seit vielen Jahrzehnten. Richtig, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Running_Wild_(Band)\">Running Wild<\/a> sind gemeint. Dabei spielen sie seit quasi ewigen Zeiten ihren gleichen Stiefel runter &#8211; aber warum auch nicht, wenn er gut passt und zum wilden Herumrennen gut geeignet ist? Damit legen wir diesen \u00fcberstrapazierten Kalauer jetzt mal auf Eis und konzentrieren uns aufs Wesentliche: Eine Auswahl f\u00fcrs Album der Woche. Und wie schon letzte Woche kann ich mich nicht so richtig entscheiden, deswegen gibt es die dreifache Dosis.<\/p>\n<p>Beginnen wir im sch\u00f6nen Jahr 1984 mit &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Gates_to_Purgatory\">Gates Of Purgatory<\/a>&#8222;. Das war das Deb\u00fct der Band und ist als solches noch nicht ganz ausgegoren. Die Texte drehen sich noch ziemlich um Satanismus, das daf\u00fcr zust\u00e4ndige Bandmitglied stieg sp\u00e4ter aus und wurde Priester&#8230; Aufgrund ebendieser Texte wurden Running Wild damals als Black Metal einsortiert, dar\u00fcber kann man aus heutiger Sicht nat\u00fcrlich nur lachen. Musikalisch geht das alles schon in Richtung dessen, was man heute als europ\u00e4ischen Power Metal bezeichnet, und Running Wild gelten als einer der Urv\u00e4ter des Stils (neben Helloween, die ja auch aus Hamburg stammen &#8211; da scheint irgendwas im Elbwasser zu sein).<\/p>\n<p>Songtitel wie Black Demon oder Soldiers Of Hell sprechen f\u00fcr sich, die Band scheppert sich durch acht Songs, wobei in erster Linie <em>Adrian S.O.S. (Son Of Satan)<\/em> und <em>Prisoner Of Our Time<\/em> zu gewissen Klassikern wurden. Ein guter Beginn einer langen Karriere, aber kaum repr\u00e4sentativ f\u00fcr das Schaffen der Band.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter erschien &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Death_or_Glory_(album)\">Death Of Glory<\/a>&#8222;. Stilistisch hatte sich wenig ge\u00e4ndert, allerdings ging es inhaltlich nun nicht mehr um Satan, sondern um Piraten (<em>Tortuga Bay<\/em>), Freiheitsk\u00e4mpfer (<em>Highland Glory<\/em>), Individualisten und sonstige au\u00dferhalb der Gesellschaft stehende Individuen. Die Songs sind ausgefeilter und l\u00e4nger, <em>Riding The Storm<\/em> knackt die sechs Minuten, <em>The Battle Of Waterloo<\/em> kratzt an den acht Minuten. Daneben gibt es mit <em>Bad To The Bone<\/em> noch einen der ganz gro\u00dfen Klassiker der Bandgeschichte, der inhaltlich leider nach wie vor viel zu relevant ist. Rock&#8217;n&#8217;Rolf Kasparek hat sich in der Hinsicht ja selten gescheut, klare Aussagen zu gesellschaftlichen und politischen Themen abzugeben.<\/p>\n<p>Das Album kann als Beginn der besten Phase der Bandgeschichte gesehen werden, musikalisch hatte man sich gefunden, inhaltlich gr\u00f6\u00dftenteils ebenso, und dieses sowie folgenden Alben der fr\u00fchen 90er sind entsprechende Qualit\u00e4tsware, wenn auch ohne gro\u00dfartige stilistische Experimente.<\/p>\n<p>Damit sind wir beim dritten und letzten Album f\u00fcr diese Woche: &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Black_Hand_Inn\">Black Hand Inn<\/a>&#8220; erschien 1994. Auf 11 Songs mit insgesamt \u00fcber einer Stunde Laufzeit wird hier allerfeinster Power Metal geboten, insbesondere Schlagzeuger J\u00f6rg Michael (trommelte u.a. f\u00fcr Rage, Mekong Delta, Axel Rudi Pell, Grave Digger und Stratovarius) setzt hier Impulse und treibt den Rest der Band zu H\u00f6chstleistungen an. Die Scheibe ist ein Konzeptalbum mit einer eher wilden Geschichte \u00fcber hellseherisch begabte Piraten, das st\u00f6rt aber nicht weiter, die Songs sprechen f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>Fast alle Nummern sind ganz typisch f\u00fcr Running Wild, nur das abschlie\u00dfende <em>Genesis (The Making And Fall Of Mankind)<\/em> sprengt mit einer Viertelstunde Laufzeit den sonst \u00fcblichen Rahmen. Es ist dabei relativ egal ob man sich nun <em>The Privateer<\/em>, <em>Freewind Rider<\/em> oder <em>Soulless<\/em> reinzieht &#8211; steht Running Wild drauf, ist Running Wild drin. Auf diesem Album eben mit einer Schippe mehr Power.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn dieser Artikel erscheint bin ich hoffentlich &#8211; so die G\u00f6tter des schienengebundenen Transports es gut mir meinen &#8211; erfolgreich einmal l\u00e4ngs durch Deutschland gefahren, um in einer gro\u00dfen Hansestadt wild in der Gegend herumzurennen. 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