{"id":4718,"date":"2024-04-04T18:48:59","date_gmt":"2024-04-04T16:48:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4718"},"modified":"2024-04-04T18:48:59","modified_gmt":"2024-04-04T16:48:59","slug":"album-der-woche-217","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/04\/04\/album-der-woche-217\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Letzte Woche war 25 Jahre alter Power Metal, diese Woche gibt es Nachschlag. Der ist ebenfalls 25 Jahre alt, und weil wir schon dabei sind, gibt es zus\u00e4tzlich noch einen 40 Jahre alten Nachschlag.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Kenner wird nun berechtigterweise fragen, wie das gehen kann, denn Power Metal als Begriff gibt es ja erst seit den sp\u00e4ten 80ern, und die waren ja quasi erst vorgestern, aber nicht vor 40 Jahren. Erstens stimmt das und zweitens ist die Band der Woche nicht so ganz gut einsortiert in der Power Metal-Schublade. Die fingen n\u00e4mlich ganz klassisch auf den Spuren von Accept an und waren auch nie so glatt produziert wie typische Helloween-Klone, zumal sie ja eh schon vor Helloween am Start waren. Nach so viel \u00fcberfl\u00fcssiger Einleitung k\u00f6nnen wir nun aber auch mal auf den Punkt kommen: Die Band der Woche ist <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grave_Digger\">Grave Digger<\/a>, und dementsprechend wird wieder zur Geschichtsstunde geladen.<\/p>\n<p>Vor 25 Jahren erschien das dritte Album der &#8222;Middle Ages&#8220;-Trilogie, bei der sie sich ja mit der Geschichte Schottlands und der Geschichte der Tempelritter besch\u00e4ftigten. Im dritten Album, amtlich betitelt &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Excalibur_(Grave_Digger_album)\">Excalibur<\/a>&#8220; geht es unter anderem darum, dass das Herausziehen von Schwertern aus irgendwelchen Steinen keine vern\u00fcnftige Grundlage f\u00fcr das Regieren ist. Es geht hierbei um die Geschichte von K\u00f6nig Artus und die Ritter der Tafelrunde, wo dann auch andere Gestalten wie Merlin und Morgane Le Fay auftauchen.<\/p>\n<p>Mir fehlt grade die Motivation, den Inhalt nachzuerz\u00e4hlen, auf jeden Fall wurde gewissenhaft recherchiert, soweit das bei solchen Sagengestalten eben m\u00f6glich ist. Wichtiger ist eh der Krach, der sich hinter dem wie \u00fcblich von Andreas Marschall gezeichneten Cover verbirgt. Und da gibt es ein Dutzend Songs, darunter ein Intro. Die Bandbreite reicht dabei vom klassischen Stampfer wie <em>The Round Table (Forever)<\/em>, der deutlich von Accept beeinflusst ist \u00fcber die typischen Hymnen (<em>Excalibur<\/em>) bis hin zu so etwas \u00e4hnlichem wie Halbballaden (<em>Avalon<\/em>). Typisch ist nat\u00fcrlich die aggressive Stimme von Chris Boltendahl, die der ganzen Sache einen ganz eigenen unverwechselbaren Stempel aufdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Das Album ist also ein typisches Qualit\u00e4tsprodukt aus dem Ruhrgebiet, kann man nicht viel falsch machen. Man muss sich nat\u00fcrlich inhaltlich schon ein bissl daf\u00fcr interessieren, ansonsten funktioniert die ganze Sache \u00fcberhaupt nicht, aber das war bei den anderen Alben vorher auch schon so. Und einzelne Songs ohne den Zusammenhang des Albums funktionieren auch nur eher mal mittelpr\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Ganz anders sieht die Sache beim versprochenen Nachschlag aus, denn Grave Digger sind ja schon deutlich l\u00e4nger am Schaufeln. Das Deb\u00fct &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Heavy_Metal_Breakdown\">Heavy Metal Breakdown<\/a>&#8220; erschien 1984 und muss deswegen hier auch erw\u00e4hnt werden. \u00dcber den fiesen Akzent von Chris Boltendahl muss man hier hinweg h\u00f6ren, dann hat man das beste Accept-Album, was Accept nie gemacht haben. Chris klingt mit seiner Reibeisenstimme noch gef\u00e4hrlicher als Udo Dirkschneider, und die gro\u00dfen Klassiker kommen hier gleich mehrfach vor. Tats\u00e4chlich gibt es mindestens zwei Songs von der Scheibe, die noch heute bei kaum einem Konzert fehlen d\u00fcrfen, n\u00e4mlich das amtlich betitelte <em>Headbanging Man<\/em> sowie das v\u00f6llig unkaputtbare <em>Heavy Metal Breakdown<\/em>. Die Produktion ist roh und simpel, um nicht zu sagen billig, die Band geht mit wenig Finesse und umso mehr Spielfreude und Elan zur Sache. So entstehen Klassiker, und das Album ist einer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche war 25 Jahre alter Power Metal, diese Woche gibt es Nachschlag. 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