{"id":4708,"date":"2024-03-14T19:12:21","date_gmt":"2024-03-14T18:12:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4708"},"modified":"2024-03-14T19:12:21","modified_gmt":"2024-03-14T18:12:21","slug":"album-der-woche-214","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/03\/14\/album-der-woche-214\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Wer stark anf\u00e4ngt, kann stark nachlassen. Leuchtet ein. Manche schaffen es auch, schwach anzufangen und danach stark nachzulassen. Wieder andere haben gar nicht erst angefangen. Und weil mir jetzt der rote Faden ausgeht, h\u00f6r ich auch lieber gleich auf mit dieser schwachen Einleitung. Auf jeden Fall geht es heute um die Schwierigkeit, nach starkem Beginn eben nicht stark nachzulassen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Und in eben diesem Zusammenhang geht es heute um ein Album, welches vor 40 Jahren entstanden ist und auf ein Deb\u00fctalbum folgte, welches im Jahr zuvor in entsprechenden Kreisen hohe Wellen geschlagen hatte. Es geht dabei um die Band <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marillion\">Marillion<\/a> und deren Album &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Fugazi_(album)\">Fugazi<\/a>&#8222;. Die hatten ja 1983 &#8222;Script For A Jester&#8217;s Tear&#8220; vorgelegt, was hier schon besprochen wurde. Nun ging es drum, einen Nachfolger aufzunehmen, der die gestiegene Erwartungshaltung erf\u00fcllen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Im Vorfeld gab es personelle Ver\u00e4nderungen, am Schlagzeug wurde mehrfach umbesetzt, bis man kurz vor knapp Ian Mosley verpflichten konnte. Die Aufnahmen selbst versp\u00e4teten sich st\u00e4rker als die Deutsche Bahn, so dass das Album noch gar nicht fertig war, als die zugeh\u00f6rige Tour begann. Der Aufnahmeprozess verteilte sich \u00fcber mehrere Studios und gestaltete sich laut Zeitzeugen eher schwierig, so dass das Endergebnis irgendwie zusammengew\u00fcrfelt wirkt und au\u00dferdem unter einem recht d\u00fcnnen Sound leidet.<\/p>\n<p>Aber der Reihe nach: Sieben Songs landeten auf der Scheibe, der Gro\u00dfteil eher episch und \u00fcberlang angelegt mit etwa sieben bis acht Minuten Spielzeit. Der einzige Ausrei\u00dfer hierbei ist das kurze <em>Punch &amp; Judy<\/em>, dass als Single ausgekoppelt wurde. Er\u00f6ffnet wird das Album davor mit dem Siebenmin\u00fcter <em>Assassing<\/em>, was auch immer Chefdichter Fish mit dem Wort ausdr\u00fccken wollte, da Attent\u00e4ter ja nun mal assassin genannt werden. Danach geht es holprig weiter, <em>Emerald Lies<\/em> und <em>She Cameleon<\/em> hinterlassen keinen nachhaltigen Eindruck, wobei letzteres immerhin einen spannungsreichen Aufbau bietet. <em>Incubus<\/em> klingt wie der Versuch, die Stimmung der Vorg\u00e4ngeralbums heraufbeschw\u00f6ren zu wollen, und das abschlie\u00dfende Titelst\u00fcck ist aus mehreren Teilen zusammengestrickt, die nicht so richtig zusammenpassen wollen, wobei der abschlie\u00dfende Teil selbst aber ganz gro\u00dfes Tennis bietet: &#8222;Do you realize, this world is totally <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fugazi_(Vietnam)\">fugazi<\/a>?&#8220; (jo, und heute noch mehr als damals). Und die Leute, nach denen Fish damals Ausschau hielt, braucht es heute umso dringender: &#8222;Where are the prophets? Where are the visionaries? Where are the poets to breach the dawn of the sentimental mercenary?&#8220;<\/p>\n<p>Das Album hat also so seine Momente, allerdings teilweise hier und da ziemlich versteckt. Der einzige Song, auf dem sie die Sache meiner Meinung nach von vorn bis hinten hingekriegt haben, ist das emotionale <em>Jigsaw<\/em>, eine bittere Abrechnung \u00fcber eine gescheiterte Beziehung: &#8222;Stand straight, look me in the eye and say goodbye. Stand straight, we&#8217;ve drifted past the point of reasons why&#8230;&#8220; Da kriege ich noch jedes Mal G\u00e4nsehaut.<\/p>\n<p>Fazit: Das Deb\u00fctalbum w\u00fcrde ich jederzeit vorziehen, aber das Album ist wichtig im Kontext der Bandgeschichte, bildet es ja das Bindeglied zwischen dem Deb\u00fct und dem nachfolgenden Meisterwerk &#8222;Misplaced Childhood&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer stark anf\u00e4ngt, kann stark nachlassen. Leuchtet ein. Manche schaffen es auch, schwach anzufangen und danach stark nachzulassen. Wieder andere haben gar nicht erst angefangen. Und weil mir jetzt der rote Faden ausgeht, h\u00f6r ich auch lieber gleich auf mit dieser schwachen Einleitung. 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