{"id":4694,"date":"2024-02-15T18:03:34","date_gmt":"2024-02-15T17:03:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4694"},"modified":"2024-02-15T18:03:34","modified_gmt":"2024-02-15T17:03:34","slug":"album-der-woche-210","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/02\/15\/album-der-woche-210\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Auch in dieser Woche konnte ich mich mal wieder nicht entscheiden, welches Album nun das eine Album der Woche sein soll, denn von der Band feiern gleich mehrere Alben runden (oder semirunden) Geburtstag. Und da zu viel niemals genug ist gibt es deswegen erneut eine Rundumvollbedienung mit mehreren Alben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Band der Woche kommt aus Hannover, ist seit \u00fcber 50 Jahren aktiv und denkt irgendwie noch immer nicht ans Aufh\u00f6ren. Bei der Beschreibung k\u00f6nnen logischerweise nur die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Scorpions\">Scorpions<\/a> gemeint sein, die hier schon mehrfach thematisiert wurden. Diesmal geht es um drei Alben aus sehr verschiedenen Epochen der Bandgeschichte.<\/p>\n<p>Beginnen wir im Jahr 1974 mit dem Album &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Fly_to_the_Rainbow\">Fly To The Rainbow<\/a>&#8222;, dem zweiten Album der Bandgeschichte. Im Vorfeld gab es gr\u00f6\u00dfere personale Umbesetzungen, nachdem Gitarren-Wunderkind Michael Schenker zur britischen Band UFO abgeworben wurde. Als Ersatz kam ein gewisser Uli Jon Roth hinzu, der dann auch Bassist Francis Buchholz mitbrachte. Zusammen mit S\u00e4nger Klaus Meine und Gitarrist Rudolf Schenker waren damit vier F\u00fcnftel der klassischen 70er Jahre Besetzung der Scorpions komplett, nur am Schlagzeug wurde sp\u00e4ter nochmal umbesetzt.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber dem noch recht im Krautrock verwurzelten Deb\u00fct ging es hier schon deutlich in Richtung geradlinigem Hardrock wie etwa im Opener <em>Speedy&#8217;s Coming<\/em>. Das nachfolgende <em>They Need A Million<\/em> beginnt mit einem ruhigen Anfangsteil, bevor dann ein treibender Rocksong mit interessanten Soli draus wird. <em>Drifting Sun<\/em> ist mit \u00fcber sieben Minuten Laufzeit ein Vehikel f\u00fcr viel Gitarrenarbeit \u00fcber einem schleppenden Rhythmus. Am coolsten auf der ersten Seite der Scheibe finde ich dann aber die abschlie\u00dfende Halbballade <em>Fly People Fly<\/em>, weil da nicht alles von Gitarrensoli vollgepflastert ist und das Riffing von Rudolf Schenker im Vordergrund steht. Auf der zweiten Seite finden sich drei weitere Songs, von denen der das Album abschlie\u00dfende Titeltrack den Rest des Albums in den Schatten stellt. Mit fast 10 Minuten Spielzeit ist <em>Fly To The Rainbow<\/em> der wohl beste Longtrack der Scorpions, eine Ansammlung von verschiedenen Ideen mit einem gro\u00dfen Finale (welches live noch viel gewaltiger zelebriert wurde).<\/p>\n<p>Fazit: Klare Steigerung gegen\u00fcber dem Deb\u00fct, einige gute Songs und ein Alltime-Klassiker der Bandgeschichte. Die wirklich ganz gro\u00dfen unverzichtbaren Alben kamen allerdings erst in den Folgejahren.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter gab es erneut personelle Z\u00e4suren. Uli Jon Roth war nach der Japan-Tour 1978 endg\u00fcltig aus der Band ausgestiegen. Ein neuer Gitarrist musste her, und das zog sich etwas. Kurzzeitig kehrte Michael Schenker zur\u00fcck, war aber quasi sofort wieder weg. Nach einigem Hin und Her wurde ein gewisser Matthias Jabs neuer Gitarrist, er formt mit Klaus Meine und Rudolf Schenker bis heute den Kern der Band.<\/p>\n<p>Das erste Album der neuen \u00c4ra hie\u00df &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Lovedrive\">Lovedrive<\/a>&#8222;, und hat ein dem Titel entsprechendes schr\u00e4ges Coverbild (wirklich nackte Tatsachen gibts dann auf der R\u00fcckseite). Damit steht es bei den Scorpions aber in guter Gesellschaft diverser anderer Coverabbildungen, die immer wieder Diskussionstoff boten. Wichtig ist aber der Inhalt, das gilt f\u00fcr Schallplattenh\u00fcllen ebenso wie f\u00fcr Kaffeetassen. Und da lieferte die Band ab, und zwar ziemlich voll und ganz. Die Songs wurden k\u00fcrzer und kamen besser auf den Punkt, die ausladenden Soli in Richtung Jimi Hendrix waren Geschichte, daf\u00fcr r\u00fcckte die Rhythmusgitarre mehr ins Zentrum.<\/p>\n<p>\u00dcber die Texte kann man hingegen streiten, es ging halt um Sex und Rock&#8217;n&#8217;Roll, sowas wie <em>Another Piece Of Meat<\/em> ist halt textlich eher&#8230; naja, es w\u00fcrde heute zurecht f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Emp\u00f6rung sorgen. Gro\u00dfe Klassiker der Bandgeschichte finden sich hier trotzdem im halben Dutzend, angefangen beim er\u00f6ffnenden <em>Loving You Sunday Morning<\/em>, den kurzen und knackigen Rocker <em>Can&#8217;t Get Enough<\/em>, die Balladen <em>Always Somewhere<\/em> und vor allem den \u00dcberklassiker <em>Holiday<\/em>. Auf mehreren Songs spielt Michael Schenker noch Sologitarre, sehr cool ist dabei das instrumentale <em>Coast To Coast<\/em>, was mich immer an eine vertonte Fahrt im Cabrio auf dem Pacific Coast Highway erinnert. Das Album war der erste gr\u00f6\u00dfere Erfolg der Band in Amerika, wo die Band in den Folgejahren den ganz gro\u00dfen Durchbruch schaffte, bevor man Mitte der 80er dann auch daheim in Deutschland merkte, welch gro\u00dfe Nummer die Scorpions eigentlich waren. Der Prophet im eigenen Lande und so&#8230; Aber das ist eine andere Geschichte und die spielt f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter und einen Absatz weiter unten.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre nach Lovedrive, n\u00e4mlich 1984, erschien ein Album namens &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Love_at_First_Sting\">Love At First Sting<\/a>&#8222;. Das Albumcover war vom renommierten Photografen Helmut Newton und illustriert den Titel des Albums in vieldeutiger Art und Weise, was die Amis wieder mal anst\u00f6\u00dfig fanden. Ist aber wurscht, die Scheibe verkaufte sich wie geschnitten Brot und wurde einer der gr\u00f6\u00dften Erfolge der Bandgeschichte. Musikalisch hatte die Band inzwischen eine Erfolgsformel gefunden, die nur noch wenig ver\u00e4ndert werden musste. Das kann man ebenso wie die glattere Produktion gegen\u00fcber dem schon sehr erfolgreichen Vorg\u00e4nger &#8222;Blackout&#8220; kritisieren, aber der Erfolg gibt der Band recht.<\/p>\n<p>So beginnt die Scheibe mit <em>Bad Boys Running Wild<\/em>, einem geradlinigen Rocker mit einpr\u00e4gsamem Refrain. In die gleiche Kerbe schl\u00e4gt das als Single ausgekoppelte <em>Rock You Like A Hurricane<\/em>, was einer der ganz gro\u00dfen Klassiker der Band darstellt und heute noch im Rockradio l\u00e4uft. Der Rest der ersten Seite schl\u00e4gt in eine sehr \u00e4hnliche Kerbe. Die zweite Seite enth\u00e4lt mit <em>Big City Nights<\/em> einen weiteren Bandklassiker, wohingegen <em>As Soon As The Good Times Roll<\/em> und <em>Crossfire<\/em> das schwindelerregend hohe Niveau meiner Meinung nach nicht ganz halten k\u00f6nnen. Andere Bands kriegen solche Songs aber in ihrer ganzen Karriere nur einmal hin, und f\u00fcr eine so wiedererkennbare Stimme wie die von Klaus Meine w\u00fcrden viele S\u00e4nger ihre Gro\u00dfmutter verkaufen.<\/p>\n<p>Das ganz ganz gro\u00dfe und f\u00fcr mich bis heute un\u00fcbertroffene Meisterst\u00fcck ist jedoch die abschlie\u00dfende Ballade <em>Still Loving You<\/em>. Das St\u00fcck ist meiner Meinung nach eine der sch\u00f6nsten Liebeserkl\u00e4rungen aller Zeiten und steigert sich vom ruhigen Beginn zum ganz gro\u00dfen Breitwandformat. In Frankfreich stand der Song als Single fast ganz oben in den Charts und angeblich wurde er mit einem Babyboom im Folgejahr in Verbindung gebracht. Muss man auch erstmal hinkriegen als Band sowas.<\/p>\n<p>Fazit: Einer von mehreren ganz gro\u00dfen Klassikern im Bandkatalog, den man kennen muss. Gleiches gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr &#8222;Lovedrive&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch in dieser Woche konnte ich mich mal wieder nicht entscheiden, welches Album nun das eine Album der Woche sein soll, denn von der Band feiern gleich mehrere Alben runden (oder semirunden) Geburtstag. 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