{"id":4690,"date":"2024-02-08T18:14:27","date_gmt":"2024-02-08T17:14:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4690"},"modified":"2024-02-08T18:14:27","modified_gmt":"2024-02-08T17:14:27","slug":"album-der-woche-209","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/02\/08\/album-der-woche-209\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>In dieser Woche geht es schon wieder mal um eine Ansammlung von mehreren Alben. Der zust\u00e4ndige Hauptsongwriter ist eben wahnsinnig produktiv, tanzt auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig und hat in den letzten 20 Jahren das eine oder andere Album zu verantworten, was man inzwischen mit Fug und Recht als Klassiker bezeichnen kann. Grund genug, da mal genauer hinzuschauen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der besagte Hauptsongwriter fiel anfangs durch ein loses Mundwerk und optische Scheu\u00dflichkeiten wie Hosen mit Kuhfellmuster auf. Inzwischen ist er einer der profiliertesten S\u00e4nger und Songschreiber im Power Metal und hat mit so ziemlich allen S\u00e4ngern und S\u00e4ngerinnen dieser Welt zusammengearbeitet &#8211; die Rede ist von Tobias Sammet, dem Frontvorturner von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Edguy\">Edguy<\/a> und Avantasia. Heute geht es um erstere, denn da begann der ganze Spa\u00df vor \u00fcber 25 Jahren &#8211; und irgendwie ist seit 10 Jahren Funkstille, was irgendwie schade ist.<\/p>\n<p>Anyway, fangen wir mal chronologisch ganz hinten an, da findet man &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Theater_of_Salvation\">Theater Of Salvation<\/a>&#8220; von 1999. Die Scheibe war der erste Charterfolg der Band, was damals ja noch wesentlich komplizierter war als heute. Geboten wird, man ahnt es, typisch europ\u00e4ischer Power Metal in den Fu\u00dfstapfen von Helloween, Gamma Ray und Blind Guardian. Tobias kreischt als h\u00e4tt&#8216; ihm einer zwischen die Beine getreten, die Gitarren zaubern Ohrwurmmelodien, der Schlagzeuger haut auf die Doublebass, und insgesamt verspr\u00fcht die Scheibe eine positive Energie, wie das in diesem Genre halt \u00fcblich ist. Produktionstechnisch ist das Album alledings noch nicht unbedingt in der Champions League angekommen, da ging sp\u00e4ter noch wesentlich mehr.<\/p>\n<p>Das Album enth\u00e4lt 10 Songs plus Intro, wobei sich die Songs in aller Regel im Bereich um vier bis sechs Minuten tummeln. Ausnahme ist das Titelst\u00fcck am Ende, welches mal eben 12 Minuten beansprucht. Unter den ganzen Power-Metal-Schoten ragt <em>Another Time<\/em> als Ballade heraus, ansonsten ist in vielen Songs wie <em>Falling Down<\/em> oder <em>Wake Up The King<\/em> die N\u00e4he zu den gro\u00dfen Vorbildern nicht zu leugnen. Meine pers\u00f6nlichen Favoriten sind <em>Babylon<\/em>, <em>The Headless Game<\/em> und <em>Land Of The Miracle<\/em>.<\/p>\n<p>Fazit: Gutes Genrealbum, aber nicht unbedingt ideal als Einstieg in die Bandgeschichte. Vieles klingt ambitioniert, aber noch nicht auf den Punkt gebracht.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter sah das nat\u00fcrlich schon ganz anders. Mit einem Deal bei Major Nuclear Blast im R\u00fccken wurde &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Hellfire_Club_(album)\">Hellfire Club<\/a>&#8220; in die L\u00e4den gewuchtet. Statt Streicherkl\u00e4ngen aus der Konserve gibt es das Filmorchester Babelsberg, und die Produktion dreht alle Regler auf 11. Die zehn Songs plus kurzes Zwischenspiel sind etwas k\u00fcrzer und kommen meistens in unter f\u00fcnf Minuten auf den Punkt, abgesehen vom schleppenden <em>The Piper Never Dies<\/em>, welches die Zehn-Minuten-Grenze knackt. Klassischen Power Metal gibt es nat\u00fcrlich auch hier, wie in <em>We Don&#8217;t Need A Hero<\/em> oder <em>Under The Moon<\/em> mit sich \u00fcberschlagenden Drums. Das sind aber nicht unbedingt die Highlights der Scheibe, da gibt es etwa <em>King Of Fools<\/em> mit seinem Ohrwurmrefrain, die Halbballade <em>Forever<\/em>, den Opener <em>Mysteria<\/em> (&#8222;Ladies and Gentlemen, welcome to the freak show!&#8220;) und &#8211; nicht zu vergessen &#8211; das textlich durchgeknallte <em>Lavatory Love Machine<\/em>, was auch als Single ausgekoppelt wurde. Was macht man im Fall eines drohenden Flugzeugabsturzes? Richtig, schnell noch auf der Bordtoilette die Stewardess vernaschen \ud83d\ude09 Man darf das nat\u00fcrlich alles nicht so tierisch ernstnehmen. Gr\u00f6\u00dfter Vorzug gegen\u00fcber &#8222;Theater Of Salvation&#8220; ist neben der Produktion auch einfach die Tatsache, dass nicht alles mit Doublebass zugeballert wird, sondern man den anderen Instrumenten auch Raum zur Entfaltung gibt.<\/p>\n<p>Fazit: Neben dem Vorg\u00e4nger &#8222;Mandrake&#8220; die wohl st\u00e4rkste Scheibe der Band und auch prima als Einstieg geeignet.<\/p>\n<p>Nochmal zehn Jahre sp\u00e4ter erschien das bislang letzte Album der Band, n\u00e4mlich &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Space_Police:_Defenders_of_the_Crown\">Space Police: Defenders Of The Crown<\/a>&#8222;. Ziemlich sperriger Titel, aber wenn man sich nicht auf einen Titel einigen kann, nimmt man halt zwei. Doppelt h\u00e4lt besser. Power-Metal gibt es hier nur noch sehr reduziert zu h\u00f6ren, die Band geht in vielen F\u00e4llen sehr Richtung bombastischer Stadionrock. Dummerweise ist das Album bei mir bis heute nicht so wirklich eingeschlagen. Einige Songs sind auf die typische Edguy Art augenzwinkernd cool, wie zum Beispiel das klischeetriefende <em>Love Tyger<\/em>, <em>The Realms Of Baba Yaga<\/em> als typisches Metalst\u00fcck oder der epische Rausschmei\u00dfer <em>The Eternal Wayfarer<\/em>. Mittendrin gibt es noch ein Falco-Cover, n\u00e4mlich <em>Rock Me Amadeus<\/em>.<\/p>\n<p>Fazit: Irgendwie nicht meine Scheibe, einie Highlights, aber der gute Tobi hat mit Avantasia so viel geiles Zeug gemacht, dass man da mit ganz anderen Erwartungen rangeht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser Woche geht es schon wieder mal um eine Ansammlung von mehreren Alben. Der zust\u00e4ndige Hauptsongwriter ist eben wahnsinnig produktiv, tanzt auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig und hat in den letzten 20 Jahren das eine oder andere Album zu verantworten, was man inzwischen mit Fug und Recht als Klassiker bezeichnen kann. 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