{"id":4682,"date":"2024-01-25T19:40:00","date_gmt":"2024-01-25T18:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4682"},"modified":"2024-01-25T19:40:25","modified_gmt":"2024-01-25T18:40:25","slug":"album-der-woche-207","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/01\/25\/album-der-woche-207\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>In Zeiten gro\u00dfer Unstetigkeit ist es doch sch\u00f6n, wenn man sich auf ein paar Konstanten verlassen kann. So ver\u00f6ffentlichen Saxon dieser Tage wieder mal eine neue Scheibe, die (ich hab sie noch nicht geh\u00f6rt, gehe aber einfach mal von Erfahrungswerten aus) ungef\u00e4hr so klingt wie die davor, die wiederum ziemlich genau so klang wie die, die davor erschienen war. Mit anderen Worten: Man wei\u00df, was einen erwartet. Weil aber selbst das bei den Angelsachsen nicht immer der Fall war, gibt es heute einen R\u00fcckblick \u00fcber einige Scheiben, die in diesem Jahr mehr oder minder rund jubilieren (jaja, ich wei\u00df, ist kein richtiges Deutsch, heult woanders weiter).<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der R\u00fcckblick beginnt im Jahr 1979 mit einem Album namens &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Saxon_(album)\">Saxon<\/a>&#8222;, welches gleichzeitig das Deb\u00fct der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Saxon_(Band)\">Band<\/a> darstellt. Damit waren sie ein Jahr fr\u00fcher dran als die gro\u00dfen Konkurrenten Iron Maiden, die allerdings kommerziell sehr bald gr\u00f6\u00dfere Br\u00f6tchen in den Ofen schoben (da kommen wir dann nochmal drauf zu sprechen). Musikalisch war hier noch nicht so richtig klar, wohin die Reise gehen soll. Das Er\u00f6ffnungsdoppel <em>Rainbow Theme\/Frozen Rainbow<\/em> geht in Richtung Prog, das danach folgende <em>Big Teaser<\/em> hat zwar einen fetten Refrain, klingt aber schwer nach Glam Rock der fr\u00fchen 70er. Die acht Songs sind also irgendwie nur eher mal so mittelpr\u00e4chtig und kein Vergleich zu den vier wegweisenden Werken, die sie im Anschluss bis inklusive 1983 auf die Menschheit losgelassen haben.<\/p>\n<p>Womit wir direkt ins Jahr 1984 springen: Saxon hatten mit Alben wie &#8222;Wheels Of Steel&#8220; und &#8222;Strong Arm Of The Law&#8220; die New Wave Of British Heavy Metal mit definiert, waren aber bis dato &#8211; im Gegensatz zu Iron Maiden &#8211; noch nicht auf dem riesigen und entsprechend lukrativen amerikanischen Markt angekommen. Das wollten sie nun mit einer stilistischen Kurskorrektor hinbekommen. Rausgekommen ist dabei &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Crusader_(Saxon_album)\">Crusader<\/a>&#8222;, und das stellte sich als sehr zwiesp\u00e4ltige Angelegenheit heraus. Den Fans daheim wars zu soft, die Fans in Amerika lie\u00dfen sich irgendwie auch nicht so recht davon \u00fcberzeugen, und am Ende begann f\u00fcr die Band ein Schlingerkurs zwischen Kommerz und harter Kante, der sie bis in die 90er Jahre hinein irgendwo im musikalischen Niemandsland versacken lie\u00df. Einziges Highlight auf dem Album ist bezeichnenderweise das Titelst\u00fcck, dass heute noch gern live ausgepackt wird.<\/p>\n<p>Erst 1991 waren Saxon mit &#8222;Solid Ball Of Rock&#8220; (in dieser Reihe schon behandelt) wieder klar auf Kurs, und seitdem gab es davon auch keine gr\u00f6\u00dferen Abweichungen mehr. Alle seither ver\u00f6ffentlichten Alben folgten der oben beschriebenen Formel und sind grunds\u00e4tzlich guter Stoff, wenn auch selten so herausragend wie die benannten Fr\u00fchwerke. Aber auch AC\/DC haben nur einmal &#8222;Back In Black&#8220; ver\u00f6ffentlicht, und die Stones spielen schon seit 50 Jahren immer die gleichen alten Sachen, weil sich keiner f\u00fcr das neue Zeug interessiert. So falsch kann es also nicht sein.<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr diese Qualit\u00e4t ist das amtlich betitelte &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Metalhead_(album)\">Metalhead<\/a>&#8220; von 1999. Da hat man mit dem Titelst\u00fcck, <em>Conquistador<\/em> (nee, nix Crusader Part 2) oder <em>All Guns Blazing<\/em> (kein Judas Priest Cover) diverse amtliche Abrissbirnen am Start. Ich h\u00e4tte genauso auch <em>Are We Travellers In Time<\/em> oder <em>What Goes Around<\/em> nennen k\u00f6nnen, das nimmt sich nicht viel. Klingt alles nach klassischem Heavy Metal.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter hie\u00df die aktuelle Scheibe &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Lionheart_(Saxon_album)\">Lionheart<\/a>&#8222;. Viel hat sich nicht ver\u00e4ndert &#8211; warum auch, funktionierte ja. Die Songempfehlungen hei\u00dfen hier <em>To Live By The Sword<\/em> und <em>Searching For Atlantis<\/em>, wobei die anderen Songs nicht schlechter sind. Springen wir nochmal f\u00fcnf Jahre vorw\u00e4rts. Anfang 2009 erschien &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Into_the_Labyrinth_(Saxon_album)\">Into The Labyrinth<\/a>&#8222;. Die Formel hat sich wie beschrieben kaum ver\u00e4ndert, es gibt hymnischen Heavy Metal (<em>Battalions Of Steel<\/em>), getrageneres Werke wie <em>Valley Of The Kings<\/em> und schnelle Rocker (<em>Hellcat<\/em>). Der Rest verteilt sich irgendwie irgendwo zwischen diesen Eckpfeilern. Neue Fans gewinnt man damit eher keine mehr, aber die real existierende Fanbasis wird bestens bedient.<\/p>\n<p>Fazit: Biff Byford ist ja nun auch schon \u00fcber 70, wer wei\u00df wie lange es die Band noch gibt (grade vor kurzem ist ja auch Tony Clarkin, der Gitarrist von Magnum, verstorben, wenige Tage bevor ihr aktuelles Album herauskam). Von den genannten Alben w\u00fcrde ich am ehesten &#8222;Metalhead&#8220; empfehlen, nicht nur wegen des Titels. Die anderen Alben kann man sich danach zulegen, wobei man &#8222;Crusader&#8220; ziemlich lange ignorieren kann.<\/p>\n<p>Und ich sollte echt \u00fcberlegen, ob dieser Querabriss \u00fcber mehrere Alben noch in das Schema unter dem Titel &#8222;Album der Woche&#8220; passt. Wenn ich in den Plan gucke, geht das in den n\u00e4chsten Wochen auch so weiter&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Zeiten gro\u00dfer Unstetigkeit ist es doch sch\u00f6n, wenn man sich auf ein paar Konstanten verlassen kann. 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