{"id":4675,"date":"2024-01-10T19:10:38","date_gmt":"2024-01-10T18:10:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4675"},"modified":"2024-01-10T19:10:38","modified_gmt":"2024-01-10T18:10:38","slug":"album-der-woche-205","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/01\/10\/album-der-woche-205\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte es letzte Woche schon angek\u00fcndigt, diese Woche sind Led Zeppelin dran. Warum? Weil Jimmy Page 80 geworden ist. Und Bassist John Paul Jones hatte letzte Woche auch Geburtstag. Also schauen wir mal, welche Album der bleiernen Zeppeline dieses Jahr auch so irgendwie rund Geburtstag haben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Und da landet man dann sofort bei den ersten beiden Alben der Band, beide erschienen im Jahr 1969. Diese beiden Werke waren die ersten Paukenschl\u00e4ge f\u00fcr das Auftauchen dessen, was man heute als eine zweite Welle britischer Rockmusik bezeichnen kann (die erste Welle waren die Beatles, die Rolling Stones und The Who) und in dessen Zentrum um 1970 herum neben Led Zeppelin noch Deep Purple, Black Sabbath und mit Abstrichen Uriah Heep standen. Die machten wohlgemerkt aber alle h\u00f6chst unterschiedliche Musik mit v\u00f6llig anderen Ans\u00e4tzen. Allerdings stellte Ritchie Blackmore sp\u00e4ter fest, dass Deep Purple erst nach dem Deb\u00fct von Led Zeppelin wussten, in welche h\u00e4rtere Rockmusikrichtung sie zuk\u00fcnftig gehen wollten.<\/p>\n<p>Page und Jones selbst waren zum Zeitpunkt der Ver\u00f6ffentlichung bereits gestandene Profimusiker &#8211; Jimmy Page hatte schon auf Platten f\u00fcr The Who, die Rolling Stones oder Joe Cocker gespielt, John Paul Jones hatte auch mit den Stones gearbeitet, und beide waren zusammen (neben einem gewissen Jeff Beck) bei den Yardbirds aktiv, als diese sich im Sommer 1968 aufl\u00f6sten. Aus vertraglichen Gr\u00fcnden mussten noch Auftritte absolviert werden, um drei Ecken kam S\u00e4nger Robert Plant dazu, der wiederum Schlagzeuger John Bonham empfahl. Und so wurden aus den New Yardbirds ganz schnell Led Zeppelin. Im Januar 1969 erschien dann auch schon das Deb\u00fctalbum, der Einfachheit halber <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Led_Zeppelin_(album)\">Led Zeppelin I<\/a> genannt und mit einem sehr passenden Zeppelin-Artwork versehen.<\/p>\n<p>Viel \u00fcber das Album zu erz\u00e4hlen ist eigentlich \u00fcberfl\u00fcssig, es gilt als eines der wichtigsten Deb\u00fctalben aller Zeiten, als Meilenstein der Rockmusik sowieso, und \u00fcberhaupt verkaufte es sich wie geschnitten Brot. Nur die Presse lie\u00df kein gutes Haar an der Band, woran man wieder mal merkt, dass Musikjournalisten auch mal ganz grandios danebenliegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach so viel bla bla k\u00f6nnt ich jetzt eigentlich auch mal was zur Musik schreiben&#8230; Neun Songs, tief verwurzelt im Blues und in alten Yardbirds-Riffs, darunter auch Coverversionen von Bluesklassikern wie <em>You Shook Me<\/em> und <em>I Can&#8217;t Quit You Baby<\/em>. Den Auftakt liefert aber der Kracher <em>Good Times, Bad Times<\/em>. Und da haut John Bonham gleich mal heftiger auf die Bass-Drum als alle anderen Schlagzeuger vor ihm, inklusive Keith Moon. Und das kriegt man mit einer einzelnen Bassdrum gar nicht so ohne weiteres hin. Das folgende <em>Babe I&#8217;m Gonna Leave You<\/em> ist ein Folksong, der in den 60ern durch Joan Baez popul\u00e4r wurde, hier nat\u00fcrlich mit ordentlich verzerrter Gitarre. <em>Dazed And Confused<\/em> war ein Folksong, den schon die Yardbirds durch den Wolf gedreht hatten. Da spielt Jimmy Page live auch mit einem Geigenbogen auf der E-Gitarre und erzeugt damit ziemlich wilde Kl\u00e4nge, weil die Band ja live sowieso wild improvisierte. Seite zwei beginnt mit <em>Your Time Is Gonna Come<\/em>, einer wilden Mischung aus Folk mit heftigem Schlagzeug und unpassend fr\u00f6hlichem Refrain. Der gr\u00f6\u00dfte Vorschlaghammer folgt in der Mitte der zweiten Seite mit dem Zweieinhalbmin\u00fcter <em>Communication Breakdown<\/em>, bei dem Robert Plant im Endeffekt \u00fcber einem schnellen Gitarrenriff von Jimmy Page schreit. Den Abschluss bildet die l\u00e4ngste Nummer der Scheibe namens <em>How Many More Times<\/em> &#8211; ein Sammelsurium von Fragmenten, zusammengehalten vom durchgehenden Rhythmus am Bass.<\/p>\n<p>Und weil man damals im Gegensatz zu heute nicht monatelang im Studio herumgammelte, erschien schon im Herbst 1969 das Nachfolgealbum, logischerweise &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Led_Zeppelin_II\">Led Zeppelin II<\/a>&#8220; genannt. Am Stil \u00e4nderte sich nicht viel, Robert Plant wurde aber zum Haupttexter der Band, und die Einfl\u00fcsse der Coverversionen gingen zur\u00fcck, w\u00e4hrend noch h\u00e4rter rockende Eigenkompositionen diesen Platz einnahmen. Dass die Scheibe genau so ein Meilenstein ist wie der Vorg\u00e4nger ist eh klar, die H\u00e4lfte der Songs kann man noch heute im Rockradio h\u00f6ren, und eigentlich muss man die Platte sowieso kennen.<\/p>\n<p>Das geht schon beim er\u00f6ffnenden <em>Whole Lotta Love<\/em> los &#8211; einer der gr\u00f6\u00dften Songs der Bandgeschichte, eine f\u00fcnfeinhalbmin\u00fctige Tour de Force par excellence, basierend auf einem der pr\u00e4gnantesten Riffs, die sich Jimmy Page je aus dem Handgelenk sch\u00fcttelte. In der Mitte wirds ziemlich psychedelisch, bevor man wieder auf das Riff zur\u00fcckkehrt und das gro\u00dfe Finale einl\u00e4utet. Die n\u00e4chsten zwei St\u00fccke stehen ziemlich im Schatten dieser \u00dcbernummer, erst die Ballade <em>Thank You<\/em> setzt wieder ein Ausrufezeichen, mit weniger Krach von der Gitarre, daf\u00fcr mit Fokus auf dem Gesang von Robert Plant. Das glatte Gegenteil ist dann das folgende <em>Heartbreaker<\/em>, ein Riffrocker mit gro\u00dfem Gitarrensolo in der Mitte und entsprechend ein Hardrock-Meilenstein. Robert Plants Lieblingssong hingegen ist <em>Ramble On<\/em>, eine musikalische Mischung aus akustischer und elektrischer Gitarre gemischt mit mythischen Texten \u00fcber Gollum und Mordor (Jahrzehnte bevor es ins Kino kam). Die Vorzeigenummer f\u00fcr Schlagzeuger John Bonham ist hingegen <em>Moby Dick<\/em>, ein Instrumentalsong mit Schlagzeugsolo in der Mitte, dass live noch deutlich ausgedehnt wurde. Der Rausschmei\u00dfer <em>Bring It On Home<\/em> ist dann wieder eine Verbeugung vor den Blueswurzeln, komplett mit Mundharmonika.<\/p>\n<p>Fazit: Happy Birthday, Jimmy Page und John Paul Jones. Die beiden Werke haben den &#8222;test of time&#8220; definitiv bestanden und geh\u00f6ren in jede halbwegs gut sortierte Sammlung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte es letzte Woche schon angek\u00fcndigt, diese Woche sind Led Zeppelin dran. Warum? Weil Jimmy Page 80 geworden ist. Und Bassist John Paul Jones hatte letzte Woche auch Geburtstag. 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