{"id":4671,"date":"2024-01-04T10:27:46","date_gmt":"2024-01-04T09:27:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4671"},"modified":"2024-01-04T10:27:46","modified_gmt":"2024-01-04T09:27:46","slug":"album-der-woche-204","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2024\/01\/04\/album-der-woche-204\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Neues Jahr, neues Gl\u00fcck. Oder auch nicht. Auf jeden Fall ist es nun das letzte Jahr in der Serie. Das macht aber nix, eine Nachfolgeserie ist schon in Planung. Und daher ohne weitere Umschweife zum Album der Woche: Eigentlich hatte ich Led Zeppelin vorgesehen, die sind aber aus gegebenem Anlass n\u00e4chste Woche dran, darum diese Woche andere Giganten. Und damit sind wir auch schon mittendrin.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Band der Woche ist Rush. Der Anlass ist wie immer im Januar seit vier Jahren ein trauriger, Schlagzeuggott Neil Peart verstarb ja Anfang 2020. Seine Texte pr\u00e4gten die Musik ebenso wie sein Schlagzeugspiel, und da ist das Album &#8222;Grace Under Pressure&#8220; keine Ausnahme. Selbiges erschien 1984, was erschreckenderweise auch schon wieder 40 Jahre her ist. Die Band hatte Anfang der 80er Jahre den kommerziellen Zenit erreicht und den Sound vom harten Rock der 70er mehr hin in eine Synthesizer-dominierte Richtung weiterentwickelt. Das \u00e4ndert aber nix an der Qualit\u00e4t der Scheibe, obgleich man ein Meisterwerk wie &#8222;Moving Pictures&#8220; wohl nur einmal in der Karriere hinbekommt.<\/p>\n<p>Anyway, auf dem Album finden sich acht Songs, alle irgendwas um die f\u00fcnf Minuten lang und bis zum Bersten voll mit technischen Kabinettst\u00fcckchen, die aber &#8211; und das ist die gro\u00dfe Kunst &#8211; beim H\u00f6ren gar nicht gleich auffallen. Beim oberfl\u00e4chlichen H\u00f6ren ist das recht eing\u00e4ngiger, beinahe gef\u00e4lliger gradliniger Rock, der problemlos im Rockradio laufen kann.<\/p>\n<p>Die Scheibe wird von <em>Distant Early Warning<\/em> er\u00f6ffnet. Da fallen sofort die Keyboards auf, die sich die Rhythmik mit der Gitarre teilen. Inhaltlich geht es um &#8211; damals ein hei\u00dfes Thema &#8211; den Nuklearkrieg: Bei einem atomaren Erstschlag w\u00e4ren russische Raketen \u00fcber Kanada in Richtung USA geflogen, die &#8222;Distant Early Warning&#8220; Line war ein System zur Luftraum\u00fcberwachung. Das folgende <em>Afterimage<\/em> kommt rockiger daher, ist aber ein trauriger Nachruf auf einen Studiomitarbeiter, der bei einem Autounfall ums Leben gekommen war.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich das Highlight, insbesondere aus textlicher Sicht, ist das nun folgende <em>Red Sector A<\/em>. Es beschreibt &#8211; ohne in konkrete Details zu gehen &#8211; den Alltag in einem apokalyptischen futuristischen Gef\u00e4ngnis. Allerdings passt es auch auf die Konzentrationslager aus der Nazizeit. Das kommt nicht von ungef\u00e4hr, die Eltern von Geddy Lee waren polnische Juden und \u00dcberlebende des Holocaust, die nach dem Krieg nach Kanada auswanderten.<\/p>\n<p>Die erste Seite wird von <em>The Enemy Within<\/em> abgeschlossen, dass mit Ska-Rhythmik \u00fcberrascht. Da dr\u00e4ngen sich Vergleiche zu Bands wie The Police auf. Die zweite Seite des Albums ist dann nicht ganz so hochkar\u00e4tig, wobei andere Bands sicher ihre Gro\u00dfm\u00fctter verscherbelt h\u00e4tten, wenn sie daf\u00fcr Songs wie <em>The Body Electric<\/em> geschrieben h\u00e4tten. Bei Rush sind die Ma\u00dfst\u00e4be halt etwas anders.<\/p>\n<p>Zu ganz gro\u00dfer Form l\u00e4uft das Trio nochmal zum Ende hin auf: <em>Between The Wheels<\/em> beginnt mit einer pr\u00e4gnanten Keyboardlinie, bevor sich eine relativ simple (f\u00fcr Rush-Verh\u00e4ltnisse) Komposition entfaltet. Inhaltlich dreht sich hier alles um das Thema &#8222;Druck&#8220; &#8211; das erinnert mich an Teile von Dark Side Of The Moon. Neal Peart holte sich (nicht nur hier) Inspiration bei Ernest Hemingway.<\/p>\n<p>Fazit: drei bis vier gro\u00dfe Klassiker, viel Fokus auf Keyboards, aber f\u00fcr Neueinsteiger bei Rush vermutlich nicht unbedingt das ideale Album.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neues Jahr, neues Gl\u00fcck. Oder auch nicht. Auf jeden Fall ist es nun das letzte Jahr in der Serie. Das macht aber nix, eine Nachfolgeserie ist schon in Planung. Und daher ohne weitere Umschweife zum Album der Woche: Eigentlich hatte ich Led Zeppelin vorgesehen, die sind aber aus gegebenem Anlass n\u00e4chste Woche dran, darum diese [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4671"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4671"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4671\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4672,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4671\/revisions\/4672"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}