{"id":464,"date":"2008-08-28T16:29:30","date_gmt":"2008-08-28T15:29:30","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.ws\/?p=464"},"modified":"2008-08-28T16:29:30","modified_gmt":"2008-08-28T15:29:30","slug":"urlaubsblogging-teil-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2008\/08\/28\/urlaubsblogging-teil-5\/","title":{"rendered":"Urlaubsblogging (Teil 5)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Donnerstag<\/strong><\/p>\n<p>Heute ging es nach Peenem\u00fcnde. Zumindest f\u00fcr mich, denn mein Bruder zog es vor, seinen Muskelkater von der gestrigen Radtour auf dem Sofa zu pflegen. Ich hatte bis auf einen l\u00e4dierten Allerwertesten keine Beschwerden und wollte mir daher die ehemalige Heeresversuchsanstalt und Wiege der Raketentechnik mal aus der N\u00e4he angucken. Und weil es Beschwerden wegen zu wenigen Zwischen\u00fcberschriften gab, habe ich diesmal extra jeden Satz mit einer zusammenfassenden \u00dcberschrift versehen&#8230;<!--more--><\/p>\n<p><strong>Anreise<\/strong><\/p>\n<p>Vor der Abfahrt fotografierte ich noch fix das kaputte Pedal von gestern, dann stieg ich in Ahlbeck ein, in Zinnowitz um und in Peenem\u00fcnde aus, v\u00f6llig problemlos trotz zwischenzeitlicher Versp\u00e4tung aufgrund von zahlreichen Radwanderern, die sich nicht vom mittelm\u00e4\u00dfigen Wetter, welches zwischen Regen und bedecktem Himmel pendelte, abschrecken lie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>&#8222;The Road To Hell<\/strong><\/p>\n<p>&#8230;is paved with good intentions&#8220; hei\u00dft es ja, und gerade in der ehemaligen Heeresversuchsanstalt wird das so offensichtlich wie sonst nirgends, wurden doch hier Pionierleistungen in der Raketenforschung erbracht, die sp\u00e4ter zu Sputnik und Mondmissionen f\u00fchrten, aber auch in Form der V1 und V2 Wunderwaffen entwickelt und im Krieg eingesetzt &#8211; man sieht also, wie ambivalent wissenschaftlicher Fortschritt oftmals ist, vor allem wenn die Forschung direkt und sehr generalstabsm\u00e4\u00dfig durch das Milit\u00e4r forciert wird, was sich in der schieren Gr\u00f6\u00dfe des Komplexes mit eigenem Kriegsgefangenenlager, Kraftwerk und elektrifizierter S-Bahn, \u00fcbrigens die dritte deutschlandweit nach Berlin und Hamburg, erkennen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p><strong>&#8222;After the war, left feeling no one has won&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Peenem\u00fcnde wurde im Krieg bombardiert, nach dem Krieg wurde alles auch nur halbwegs verwertbare von den Alliierten eingesackt, damit die eigene Forschung auf die F\u00fc\u00dfe kam, die Anlagen selbst\u00a0 wurden bzw. blieben Sperrgebiet und wurden zum Hafen und Flugplatz von Volksmarine und NVA, womit die gesamte Geschichte des Areals bis 1990 gekl\u00e4rt w\u00e4re, was dann auch die verschiedenen Exponate erkl\u00e4rt, die das Gel\u00e4nde s\u00e4umen und zu denen neben Ausstellungen zur Entwicklung der V1\/V2 und den zur Besichtigung ge\u00f6ffneten Kraftwerksanlagen auch eine Sammlung von D\u00fcsenfliegern und ein auch f\u00fcr Besucher begehbares Schnellboot russischer Produktion geh\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Wenn kleine Kinder spielen&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>&#8230;sind sie gesund, wenn sich gro\u00dfe Kinder die Spielsachen angucken, mit denen sie als kleine Kinder gespielt haben, dann sind sie in einem Spielzeugmuseum, was den Nagel auf den Kopf trifft, denn da war ich dann auch, nachdem mich der Eingangsbereich der Ph\u00e4nomenta nicht wirklich \u00fcberzeugt hatte, Eintrittsgeld loszueisen, was mir beim Anblick von jeder Menge altem Kinderkram und den damit verbundenen Erinnerungen nat\u00fcrgem\u00e4\u00df deutlich leichter fiel, zumal die Ausstellung nicht gerade klein war und so einige seltene Sachen enthielt, z.B. wollte ein anderer Besucher schon die Glasscheibe eintreten, um den superraren beigen einfarbigen Wartburg 353 mit Fernsteuerung in seine eigene Sammlung einzuverleiben &#8211; zum Gl\u00fcck hatten wir so einen nur als Polizeifahrzeug, daf\u00fcr gabs auch genug anderes Spielzeug, mit dem ich selbst gespielt hatte oder welches es im Kindergarten gab, sowie viele Sachen, die man im R\u00fcckblick wunderbar als Propagandaspielzeuge einordnen kann, wodurch ein netter Vergleich zwischen Spielzeug im dritten Reich und in der DDR dargestellt wurde &#8211; im wesentlichen unterschieden sich die Panzer nur durch die aufgemalte Lackierung&#8230;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Way down below the ocean&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Jo, im dunklen Ozean tauchen U-Boote vor sich hin, und eines ist jetzt im Peenem\u00fcnder Hafen als begehbares Museumsexponat ausgestellt, was nat\u00fcrlich auch prompt von mir besichtigt wurde, allerdings mit dem festen Vorsatz, mir nicht irgendwo den Kopf anzuhauen, was auch beim gr\u00f6\u00dften konventionellen U-Boot der Welt (so die Info) mehr als einfach ist, denn U-Boote sind per Definition nur f\u00fcr Zwerge konstruiert, und ich bin ja nun alles andere als ein solcher, daf\u00fcr aber offenbar noch gelenkig genug, mich durch die einzelnen Schotts zu zw\u00e4ngen, Fotos zu machen und festzustellen, dass mir das selbst f\u00fcr 10 Minuten zu eng, zu laut und zu stickig w\u00e4re.<\/p>\n<p><strong>At the end of the day<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem ich wieder aus dem Boot herausgeklettert war machte ich noch einige Fotos vom Hafen, spazierte noch ein wenig durch den Ort, der grunds\u00e4tzlich wie ein verlassener und zum Teil verfallener Milit\u00e4rsp\u00fctzpunkt wirkt, was ja der Historie durchaus entspricht, wobei andererseits Reste z.B. der immens gro\u00dfen Sauerstofffabrik (die schrieb sich auch schon vor der R\u00e4chtschreibdeform mit drei f) immer noch zu beeindrucken wissen, was f\u00fcr die halb verfallenen und mit eingeschlagenen Scheiben verzierten Unterk\u00fcnfte eher nicht gilt, wogegen die Stadt aber nix tun kann, weil sie Eigentum eines privaten Investors sind, der aber anscheinend nix investiert, im Gegensatz zur Usedomer B\u00e4derbahn, die ihr Netz grundlegend saniert hat und mit der ich nun wieder in Richtung Ahlbeck zur\u00fcckfuhr und nach einem abschlie\u00dfenden Schlenker zur Post wieder wohlbehalten ankam, um ein wenig Kraft zu tanken, bevor es nachher noch hoffentlich gut essen geht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag Heute ging es nach Peenem\u00fcnde. 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