{"id":4630,"date":"2023-11-23T19:28:15","date_gmt":"2023-11-23T18:28:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4630"},"modified":"2023-11-23T19:28:15","modified_gmt":"2023-11-23T18:28:15","slug":"album-der-woche-198","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/11\/23\/album-der-woche-198\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt h\u00e4tt ich doch beinah das Schreiben dieses Eintrags verpeilt, weil ich zu sehr mit Jubil\u00e4en besch\u00e4ftigt war. Heute vor 60 Jahren gabs schlie\u00dflich die erste Folge Doctor Who (und neue Folgen gibts in den n\u00e4chsten Tagen, woohoo :-)). Dass John F. Kennedy die Radieschen seit 60 Jahren und einem Tag von unten anguckt sei am Rande erw\u00e4hnt. Was das mit dem Album der Woche zu tun hat? Rein gar nichts. Und deswegen zitieren wir nun Monty Python: &#8222;And now for something completely different.&#8220;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Album der Woche stammt aus dem Jahr 1983 und wurde von einer Band aus dem Land des Legosteins zusammengepuzzelt. Und damit nicht genug, die haben einen waschechten K\u00f6nig in ihren Reihen. Naja, eigentlich steht da nur ein gewisser Kim Bendix Petersen am Mikro, aber das kann sich ja keiner merken, und ein cooler K\u00fcnstlername wie King Diamond verkauft sich doch gleich viel besser. Bevor er Ende der 80er Jahre mit Schauerm\u00e4rchen und Horrorgeschichten Solo-Geschichte schrieb, kreischte er als Frontteufel von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mercyful_Fate\">Mercyful Fate<\/a> mal eben zwei der besten Metal-Alben der fr\u00fchen 80er ein. Entsprechend geht es also heute um deren Deb\u00fctalbum &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Melissa_(Mercyful_Fate_album)\">Melissa<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p>Das Album gilt allgemein als eines der ersten &#8222;extremen&#8220; Metal-Alben, wobei das immer relativ zu sehen ist. Die Vocals des Kings mit seinem irrsinnigen Falsett sind sicher nicht jedermanns Sache, die Riffs sind anspruchsvoll, die Songs komplex und die Texte satanisch. Der l\u00e4ngste Song l\u00e4uft nach schlappen 11 Minuten ins Ziel, weil der Gitarrist einfach mit immer neuen Riffideen ankam. Kann man schon mal machen. Im \u00dcbrigen war der King auch einer der ersten (nach Alice Cooper, Kiss und Arthur Brown), der sich die Visage schwarzwei\u00df bemalte und sogenanntes Corpsepaint popul\u00e4r machte (und damit unbeabsichtigterweise eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Black_Metal#Die_%E2%80%9Ezweite_Welle%E2%80%9C\">Horde<\/a> norwegischer Pandab\u00e4ren inspirierte).<\/p>\n<p>Er\u00f6ffnet wird das d\u00e4monische Treiben stilecht mit dem Song <em>Evil<\/em>, was gleich mal die Marschrichtung vorgibt &#8211; d\u00fcster und vertrackt. Noch etwas vertrackter wirds im folgenden <em>Curse Of The Pharaohs<\/em>. Die dritte Nummer h\u00f6rt auf den Titel <em>Into The Coven<\/em>, es geht also weiter fies und okkult zu. Die erste Seite wird dann von <em>At The Sound Of The Demon Bell<\/em> beschlossen, der Name ist Programm.<\/p>\n<p>Auf Seite zwei finden sich nur drei Songs, beginnend mit dem knapp dreimin\u00fctigen Black Funeral. Herzst\u00fcck der ganzen Scheibe ist das bereits erw\u00e4hnte \u00fcberlange <em>Satan&#8217;s Fall<\/em>, was nach rund der H\u00e4lfte in wilde Prog-Frickel-Sph\u00e4ren abdriftet, komplett mit Tempowechseln und allen Extras. Das Titelst\u00fcck fungiert danach als Rausschmei\u00dfer und ist deutlich ruhiger und getragener als der ganze Rest des Albums.<\/p>\n<p>Die Scheibe war wegweisend und inspirierte so gro\u00dfe Acts wie Metallica (die auf einem in K\u00fcrze zu besprechenden Album mal eben die H\u00e4lfte dieses Albums in ein Medley verwursteten).<\/p>\n<p>Zehn Jahre sp\u00e4ter reformierte sich die Band \u00fcbrigens f\u00fcr die Scheibe &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/In_the_Shadows_(album)\">In The Shadows<\/a>&#8222;, auf der sich bezugnehmend auf das Deb\u00fct der Weltklassesong <em>Is That You, Melissa<\/em> befindet.<\/p>\n<p>Fazit: Ein wichtiges Puzzleteil der Metalgeschichte der 80er Jahre, aber aufgrund des gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftigen Gesangs sicherlich nicht f\u00fcr jedermann geeignet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt h\u00e4tt ich doch beinah das Schreiben dieses Eintrags verpeilt, weil ich zu sehr mit Jubil\u00e4en besch\u00e4ftigt war. 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