{"id":4611,"date":"2023-11-02T18:26:17","date_gmt":"2023-11-02T17:26:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4611"},"modified":"2023-11-02T18:26:17","modified_gmt":"2023-11-02T17:26:17","slug":"album-der-woche-195","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/11\/02\/album-der-woche-195\/","title":{"rendered":"Album der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher war alles besser, vor allem die Zukunft. Diese Binsenweisheit gilt im kleinen (gestern sah die Saisonplanung des FC Bayern sicher noch anders aus, bevor sie im Pokal gegen Saarbr\u00fccken rausflogen, hrhr) wie im gro\u00dfen (vor 40 Jahren war der Klimawandel noch nicht so dr\u00e4ngend wie heute). Und auch im musikalischen Paralleluniversum hatten damals einige Bands noch glorreiche Zeiten vor sich, die inzwischen lange zur\u00fcckliegen, denn die Zukunft von gestern steht heute als gestern in der Zeitung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nichtsdestoabertrotz geht es zur\u00fcck in die glorreichen 80er Jahre, als Benzin noch verbleit und Heavy Metal bleischwer und gemeingef\u00e4hrlich war. Die damals ziemlich unumstrittenen K\u00f6nige des allertruesten Schwermetalls waren damals <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Manowar\">Manowar<\/a>, und um die geht es heute. Seit 20 Jahren sind Majon\u00e4sen-Joey (Joey de Maio) und Co eher Witzfiguren, vor nochmal 15 bis 20 Jahren waren sie aber ziemlich unanfechtbar, insbesondere durch das markersch\u00fctternde Organ von S\u00e4nger Eric Adams.<\/p>\n<p>Also schauen wir mal auf zwei Alben, die in diesem Jahr Jubil\u00e4um haben. Den Anfang mach &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Into_Glory_Ride\">Into Glory Ride<\/a>&#8220; von 1983. Das Cover ist schon mal sowas von true, dass man eigentlich nur noch dr\u00fcber lachen kann &#8211; die Band mit Schwertern und in Fell, als w\u00e4ren sie Wikinger oder so. Epic as fuck. Und damit ist die Musik eigentlich auch hinreichend umschrieben. Heavy Metal der allerschwersten G\u00fcteklasse wurde hier geh\u00e4mmert, mal mehr Richtung Doom, mal etwas flotter, aber immer episch, was sich in durchschnittlichen Songl\u00e4ngen von \u00fcber sechs Minuten manifestiert.<\/p>\n<p>Die Texte stammen nat\u00fcrlich aus dem Power-Metal Baukasten (&#8222;Steel&#8220;, &#8222;Fight&#8220;, &#8222;Death&#8220;, Valhalla&#8220;, &#8222;Metal&#8220;, &#8222;Hammer&#8220;, &#8222;Kill&#8220;, &#8222;Power&#8220; usw.), viele Songs kann man als Vertonung von Filmen wie Conan der Barbar ansehen. Mindestens zwei Songs (<em>Gates Of Valhalla<\/em> and <em>Revenge (By The Soldiers Of Death)<\/em>) geh\u00f6ren zu den ganz gro\u00dfen Klassikern, aber eigentlich ist die Scheibe als Gesamtwerk kultig und geh\u00f6rt wie der Rest der 80er-Jahre Manowar zum Pflichtprogramm, \u00e4hnlich wie man auch die Klassiker von Black Sabbath und Iron Maiden kennen muss, wenn man sich selbst als Metalhead bezeichnen will.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre und drei Alben sp\u00e4ter liefern Manowar das n\u00e4chste Album ab, was kurz besprochen werden soll. \u00dcber die Musik des 1988 erschienenen &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kings_of_Metal\">Kings Of Metal<\/a>&#8220; braucht man nicht viel sprechen, daf\u00fcr spricht das Coverartwork von Ken Kelly f\u00fcr sich (der ja den halben Katalog von Manowar veredelt hat und auch f\u00fcr Kiss und Rainbow t\u00e4tig war) &#8211; ich vermisse aber auf dem Cover irgendwie ne deutsche Flagge, daf\u00fcr dass Deutschland ein sehr wichtiger Markt f\u00fcr die Band war und ist.<\/p>\n<p>Anyway, die Scheibe umfasst 10 Songs, darunter ein Bass-Solo (<em>Sting Of The Bumblebee<\/em>, frei nach Rimsky-Korsakov) und das H\u00f6rspiel <em>The Warrior&#8217;s Prayer<\/em>, was die ziemlich l\u00e4ngliche und nervt\u00f6tende Einleitung zum epischen Abschluss <em>Blood Of The Kings<\/em> darstellt. In <em>The Crown and The Ring (Lament Of The Kings)<\/em> gibts einen fetten M\u00e4nnerchor (daf\u00fcr fehlen die normalen Instrumente). Die restlichen Songs sind dann aber wieder Heavy Metal in Reinkultur mit den \u00fcblichen Texten (<em>Kings Of Metal<\/em>, <em>Hail And Kill<\/em>). <em>Heart Of Steel<\/em> ist sowas wie eine Ballade, die als <em>Herz aus Stahl<\/em> auch auf deutsch erh\u00e4ltlich war &#8211; irgendwie war das mit der Bedeutung des deutschen Markts dann doch keine \u00dcbertreibung. Mit <em>Pleasure Slave<\/em> hat sich aber auch ein Totalausfall eingeschlichen, das geht textlich einfach mal gar nicht.<\/p>\n<p>Trotzdem gilt das Album als eins der besten im nicht gerade schwachen Katalog der Band und landete recht weit oben in den Charts, zu einer Zeit, als man dort Giganten wie Michael Jackson und Madonna antreffen konnte und richtig viele Einheiten verkaufen musste.<\/p>\n<p>Fazit: Zweimal schwerstes Schwermetall, bei den Texten muss man ein oder zwei Augen zudr\u00fccken, aber musikalisch ist das schon weitestgehend allererste Sahne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher war alles besser, vor allem die Zukunft. Diese Binsenweisheit gilt im kleinen (gestern sah die Saisonplanung des FC Bayern sicher noch anders aus, bevor sie im Pokal gegen Saarbr\u00fccken rausflogen, hrhr) wie im gro\u00dfen (vor 40 Jahren war der Klimawandel noch nicht so dr\u00e4ngend wie heute). 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