{"id":4566,"date":"2023-10-03T12:54:58","date_gmt":"2023-10-03T10:54:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4566"},"modified":"2023-10-03T12:54:58","modified_gmt":"2023-10-03T10:54:58","slug":"der-weg-ist-das-ziel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/10\/03\/der-weg-ist-das-ziel\/","title":{"rendered":"Der Weg ist das Ziel"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00dcberschrift war das passende Tagesmotto f\u00fcr diesen Urlaubstag. Es ging um den Wechsel des Standorts, nach zwei Tagen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninapass\">Berninapass<\/a> von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St._Moritz\">St. Moritz<\/a> aus waren nun noch zwei Tage <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zermatt\">Zermatt<\/a> geplant. Also muss man von A nach B bzw. von S nach Z fahren. Und aufgrund des Tagesmottos wurde da bei der Routenfindung nicht die schnellste Route, sondern die &#8222;scenic route&#8220; (wie das so sch\u00f6n neuhochdeutsch hei\u00dft) genommen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die schnellste Route f\u00fchrt von St. Moritz \u00fcber Chur nach Z\u00fcrich und von da weiter \u00fcber Bern, Thun, Spiez und den L\u00f6tschbergbasistunnel nach Visp, und von da dann weiter nach Zermatt. Also einmal Rundreise durch 9 Kantone (Graub\u00fcnden, St. Gallen, Glarus, Schwyz, Z\u00fcrich, Aargau, Solothurn, Bern, Wallis &#8211; schlimmer als die deutsche Kleinstaaterei vor 1871, ey&#8230;), 459 km in 6:30h bis 6:50h\u00a0 (also 67-70 km\/h, inklusive Umsteigezeiten usw.). Die &#8222;scenic route&#8220; ist deutlich k\u00fcrzer: man sieht nur drei Kantone (Graub\u00fcnden, Uri, Wallis) und f\u00e4hrt 290 km, daf\u00fcr aber in \u00fcber acht Stunden (also ein atemberaubendes Tempo von 36.25 km\/h). Da ich die schnelle Route bereits gesehen hatte, war nun selbstverst\u00e4ndlich die andere dran (die ich zwar auch schon gesehen hab, aber das war 2017 und nicht 2023). Und au\u00dferdem und \u00fcberhaupt f\u00e4hrt ja der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Glacier_Express\">Glacier Express<\/a> als Panoramaschnellzug auf der sch\u00f6n langsamen Strecke. Sonst k\u00f6nnten sie ja auch keine Werbung als &#8222;langsamster Schnellzug der Welt&#8220; machen.<\/p>\n<p>Genug der Vorrede, beginnen wir mal mit der eigentlichen Schwafelei zur Fahrt an sich. Der Tag begann erstmal mit gem\u00fctlichem Ausschlafen und Fr\u00fchst\u00fccken, die Fahrt ging ja erst kurz vor 10 Uhr los, da kann man sich Zeit lassen. Gut gest\u00e4rkt wurde dann aus dem Hotel ausgecheckt und der Koffer zum Bahnhof gezottelt. Da kam ich gegen 9:30 Uhr an, der Zug stand schon bereit, also nix wie rein in die gute Stube.<\/p>\n<p>Seit meiner letzten Fahrt wurden die Wagen offenbar renoviert und modernisiert, jetzt gibts stylisches Holzdekor, was ich so noch nicht kannte. Das sagte mir dann auch (neben den n\u00e4chsten Bahnh\u00f6fen und Uhrzeiten) auch die aktuelle Au\u00dfentemperatur mit an. Zum Gl\u00fcck funktionierte die Klimaanlage. Der Zug war gut besucht, in meinem Waggon waren bei der Abfahrt nur noch eine Handvoll Pl\u00e4tze frei (die ab Chur belegt wurden).<\/p>\n<p><strong>St. Moritz &#8211; Chur<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Abschnitt geht es \u00fcber die Albulabahn, die Beschreibung erspare ich mir, die hab ich schon x-fach hier notiert (z.B. <a href=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2011\/07\/27\/urlaubsruckblick-2\/\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2017\/09\/28\/von-einem-hoehepunkt-zum-naechsten\/\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2017\/09\/20\/heiliger-mauritius-mit-italienischem-altmetall\/\">da<\/a> <a href=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2013\/07\/05\/urlaubsruckblick-7\/\">auch<\/a> <a href=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/09\/21\/auf-umwegen-ans-ziel\/\">noch<\/a>). Im Panoramazug hat man nat\u00fcrlich die allerbeste Aussicht, nur Fotografieren kann man durch die Scheiben eher schlecht (br\u00e4uchte man spezielles Equipment).<\/p>\n<p>Die Fahrt verlief sch\u00f6n geruhsam, mir ging nur sehr schnell eine Reisegruppe aus dem Rheinland auf den Keks, die schr\u00e4g gegen\u00fcber sa\u00dfen und als erstes (nachdem sie 10 Minuten nach ihren Fahrkarten und Reservierungen gekramt hatten) Bier und Schampus bestellten und unn\u00f6tig viel dummes Zeugs laberten. Ich bestellte mir erstmal ein Rivella (und hielt mich an dem halben Liter f\u00fcr den Rest des Tages fest &#8211; naja, ich f\u00fcllte aus dem Rucksack nach&#8230;) Mir gegen\u00fcber sa\u00df \u00fcbrigens eine sehr nette junge Frau aus Hamburg, mit der ich mich w\u00e4hrend der Fahrt unterhalten habe (nein Bj\u00f6rn, ich hab mir nicht ihre Nummer geben lassen, was nutzt es mir, wenn ich eine Frau in Hamburg kenne?). Achja, und das Mittagessen wurde nat\u00fcrlich bestellt &#8211; einmal Tagesteller ohne Vorspeise.<\/p>\n<p>Und so ging es r\u00fcckw\u00e4rts (also ich sa\u00df entgegen der Fahrtrichtung) die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Albulabahn\">Albulalinie<\/a> runter, durch das Gekreisel zwischen Preda und Berg\u00fcn, \u00fcbers <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landwasserviadukt\">Landwasserviadukt<\/a>, den Soliser Viadukt und den Rhein bis nach Chur. Dort hat der Zug ja planm\u00e4\u00dfig eine Viertelstunde oder so Aufenthalt, die Fahrtrichtung wird gewechselt und deswegen herumrangiert. Au\u00dferdem stiegen weitere Fahrg\u00e4ste zu &#8211; eine Familie aus China soweit ich das mitbekommen habe.<\/p>\n<p><strong>Chur &#8211; Disentis\/Must\u00e9r<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Fahrtrichtungswechsel sa\u00df ich nun auf der optimalen Seite (in Fahrtrichtung links) in der richtigen Richtung (n\u00e4mlich vorw\u00e4rts). Letzteres ist eigentlich egal, Landschaft gibts dort ja vorw\u00e4rts und r\u00fcckw\u00e4rts, nur die Seite ist wichtig wegen der Hanglage und der Sitzplatzkonfiguration der Wagen. Nun wurde nochmal der Hinterrhein \u00fcberquert, gleich darauf der Vorderrhein, und schon gings durch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ruinaulta\">Rheinschlucht<\/a> &#8211; allgemeines &#8222;ooh&#8220; und &#8222;aaah&#8220; und &#8222;klickediklickklick&#8220; &#8211; nur der \u00e4ltere Typ aus der rheinl\u00e4ndischen Reisegruppe meinte &#8222;ich fotografiere nicht, das spiegelt doch eh alles&#8220;. Wo er recht hat&#8230;<\/p>\n<p>Die Bahnstrecke kurvt nun stetig ansteigend durch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Surselva\">Surselva<\/a>, immer am Rhein entlang. Links t\u00fcrmen sich die Berge um 2300-2500m auf, rechts hingegen hat man der Abwechslung halber Berge um 2700-3000m. In <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Disentis\/Must%C3%A9r\">Disentis\/Must\u00e9r<\/a> ist man dann schon auf \u00fcber 1100 H\u00f6henmetern angekommen, hier ist dann wieder Lokwechsel angesagt. Das ging in nicht mal f\u00fcnf Minuten \u00fcber die B\u00fchne. Ab hier wechselt die Bahn ja von der Rh\u00e4tischen Bahn in den Bereich der Matterhorn-Gotthard-Bahn. Der relevante Unterschied ist dabei, dass es bei letzterer Zahnstangenabschnitte gibt, die nur durch geeignete Lokomotiven befahren werden k\u00f6nnen. Auf der rh\u00e4tischen Bahn gibt es das nicht, deswegen muss die Lok gewechselt werden. Immerhin muss man ja allein schon bis zum folgenden <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oberalppass\">Oberalppass<\/a> nochmal 1000 H\u00f6henmeter \u00fcberwinden.<\/p>\n<p><strong>Disentis\/Must\u00e9r &#8211; Andermatt<\/strong><\/p>\n<p>Viel wichtiger als der nun folgende steile (und langsame &#8211; im Zahnstangenabschnitt ist das Tempo begrenzt) war f\u00fcr mich aber die Tatsache, dass es nun was zu Futtern gab. Reis, geplatztes Huhn mit heller So\u00dfe und Mohrr\u00fcben. Kann man futtern, vor allem weil man ja seit dem Fr\u00fchst\u00fcck nix mehr gegessen hatte und die ganze Zeit m\u00e4chtig angestrengt aus dem Fenster guckte. Somit ergab sich nun erstmal eine gefr\u00e4\u00dfige Stille im Wagen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen wurde die Baumgrenze \u00fcberschritten, das Tal verengt sich in Richtung Oberalppass zusehends, links hat man irgendwo die Rheinquelle, dann biegt man in einen l\u00e4nglichen Tunnel ein und kommt pl\u00f6tzlich in Rotterdam raus. Quatsch, man kommt am Oberalppass raus, und da steht eine Replika eines <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leuchtturm_Rheinquelle\">Leuchtturms<\/a>, der in Rotterdam, am anderen Ende des Rheins, zu finden ist. Klingt bekloppt, ist bekloppt, aber einen Leuchtturm in den Alpen hat eben auch nicht jeder Pass vorzuweisen, und man sucht ja immer das Alleinstellungsmerkmal bzw. den &#8222;unique selling point&#8220;.<\/p>\n<p>In N\u00e4tschen, oberhalb von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andermatt\">Andermatt<\/a>, wurde 10 Minuten Fotopause gemacht. Bl\u00f6derweise versteckt sich Andermatt da noch hinter der Bergkante, den tollen Modellbahnblick hat man erst ein paar Hundert Meter weiter nach der n\u00e4chsten Kehre. Daf\u00fcr konnte man weit ins Tal hinunter Richtung Realp und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Furkapass\">Furkapass<\/a> gucken.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend kurvt der Zug die Kehren nach Andermatt hinunter. Das hat sich seit meinem letzten Besuch 2017 ganz sch\u00f6n ver\u00e4ndert. Am n\u00f6rdlichen Ende, in Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sch%C3%B6llenen\">Sch\u00f6llenenschlucht<\/a>, wird ein gigantischer Hotelkomplex hochgezogen (1.5 Quadratkilometer, mehrere Hotels und Apartment-H\u00e4user, Eissporthalle, Hallenbad, Golfplatz und nat\u00fcrlich Skilifte). Kann man geteilter Meinung sein, ob das eine gute Idee ist.<\/p>\n<p>Viel relevanter f\u00fcr mich war der Schnaps, den ich jetzt runterkippte. Ich trink ja normalerweise (au\u00dfer beim Griechen) nix Hochprozentiges. Im Glacier Express wird aber &#8222;Schnapsakrobatik&#8220; betrieben, d.h. beim Eingie\u00dfen ins Schnapsglas wird die Flasche einen halben Meter \u00fcberm Glas gehalten &#8211; im fahrenden Zug. Und genau deswegen hatte ich mir einen bestellt, weil ich das mal live sehen und fotografisch festhalten wollte. Der Schnaps selbst &#8211; ein Grappa &#8211; war mir recht egal, tat nach dem Essen aber auch nicht weh.<\/p>\n<p><strong>Andermatt &#8211; Brig<\/strong><\/p>\n<p>Von Andermatt aus f\u00fchrt die Strecke nun nach Realp, wo die Dampfbahn Furka-Bergstrecke abzweigt. Leider war weit und breit keine Dampflok zu sehen. Daf\u00fcr konnte man sich nun eine Viertelstunde lang gepflegt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Furka-Basistunnel\">Tunnelw\u00e4nde<\/a> von innen angucken, bevor wir in Oberwald wieder ans Tageslicht kamen. Ab hier war die Fahrt f\u00fcr mich nun relativ \u00fcberraschungsfrei, ich war ja erst eine Woche vorher mehrfach hier unterwegs gewesen.<\/p>\n<p>Ich g\u00f6nnte mir trotzdem (oder grade deswegen?) ein St\u00fcck <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCndner_Nusstorte\">B\u00fcndner Nusstorte<\/a>. Die war echt nicht schlecht, kann man mal probiert haben. Die Temperaturen hatten drau\u00dfen inzwischen lange die 30-Grad-Marke geknackt, als der Zug gegen 16:30 Uhr in Brig stoppte, waren 37 Grad auf der Anzeige&#8230; Die meisten Fahrg\u00e4ste verpennten einen Teil der Fahrt durch das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bezirk_Goms\">Goms<\/a>, ist aber auch kein Wunder nach so vielen Eindr\u00fccken und dem Mittagessen. So richtig munter wurden die meisten erst wieder so irgendwo bei Fiesch, da wird ja auch die Landschaft wieder spektakul\u00e4rer (also noch spektakul\u00e4rer, als sie eh die ganze Zeit ist).<\/p>\n<p><strong>Brig &#8211; Zermatt<\/strong><\/p>\n<p>So richtig krass spektakul\u00e4r (ein inflation\u00e4r benutztes Wort wie ich finde&#8230;) wirds ja aber eh erst hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Visp\">Visp<\/a>, wenn man (der Zug f\u00e4hrt da \u00fcbrigens durch, fand ich auch spannend, dass da ein Taktknoten einfach mal ausgelassen wird im Schweizer Streckennetz) um 90 Grad nach S\u00fcden abdreht und dann das Mattertal hochf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St._Niklaus_VS\">St. Niklaus<\/a> ist ja dann auch die steilste Stelle der ganzen Fahrt, die Berge links und rechts \u00fcberschreiten die 4000m, und das Tal links unten ist \u00fcber 100m tiefer. Konnte mich jetzt nicht mehr wirklich \u00fcberraschen, da ich ja grad schon mal dort unterwegs gewesen war, aber mit Panoramafensterausblick ist das ja doch nochmal was anderes.<\/p>\n<p>Gut, nicht alle waren so begeistert wie ich &#8211; die rheinl\u00e4ndische Reisegruppe war glatt der Meinung, dass sie gelangweilt w\u00e4ren (&#8222;nach 3h Bergen ist es doch wenig Abwechslung&#8220;) und dass sie es sich spektakul\u00e4rer vorgestellt hatten. Wie jetzt? So mit extra f\u00fcr den Zug abgestimmten Lawinenabg\u00e4ngen? Oder soll der Zug lieber Loopings fahren wie in der Achterbahn? Was zur H\u00f6lle? Wieso muss eigentlich immer alles immer noch spektakul\u00e4rer sein? Kann man nicht einfach mal genie\u00dfen? Egal, warum \u00fcber die Bl\u00f6dheit von anderen aufregen?<\/p>\n<p>Wir gerieten kurz vor Zermatt noch in einen Stau &#8211; die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brig-Visp-Zermatt-Bahn\">Strecke<\/a> ist ja sp\u00e4testens ab <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Brig-Visp-Zermatt-Bahn#Bahnhof_T%C3%A4sch\">T\u00e4sch<\/a> sehr gut besucht, und da kann es dann schon mal sein, dass man Gegenz\u00fcge abwarten muss. Ob man da nun aber f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter in Zermatt ankommt ist ja nun grad egal, viel wichtiger ist, dass man kurz vorm Bahnhof tats\u00e4chlich das erste Mal das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Matterhorn\">Matterhorn<\/a> sehen kann &#8211; also wenn man wei\u00df wo man hingucken muss.<\/p>\n<p><strong>Zermatt und Matterhornblick<\/strong><\/p>\n<p>Mit nicht erw\u00e4hnenswerten (und trotzdem erw\u00e4hnten&#8230;) f\u00fcnf Minuten Versp\u00e4tung kam der Zug dann in Zermatt an, bis dann alle ihre Koffer aussortiert hatten, dauerte es nochmal f\u00fcnf Minuten, und dann konnte ich mich schlie\u00dflich auch auf den Weg zum Hotel machen. Das waren gem\u00fctliche 200 Meter, also grade so schaffbar.<\/p>\n<p>Dort angekommen folgte eine l\u00e4ngliche Erkl\u00e4rung und Begehung des Hotels, was sich auf zwei Geb\u00e4ude verteilte. Die Lobby und der Fr\u00fchst\u00fccksraum in Geb\u00e4ude 1, mein Zimmer mit Matterhornblick in Geb\u00e4ude 2, dazwischen im Keller der Zugang zum Pool. W\u00fcrde man ohne diese F\u00fchrung jetzt nicht unbedingt alles so finden, selbsterkl\u00e4rend ist anders. Auf jeden Fall hatte mein Zimmer einen schicken Balkon mit Panoramablick aufs Matterhorn, daf\u00fcr aber auch mit Panoramablick ins Bad.<\/p>\n<p>Das w\u00fcrde mich echt mal interessieren, weil mir das schon in mehreren Hotels aufgefallen ist: Da hat man das Bett, und direkt neben dem Bett ne Glasscheibe, und dahinter dann die Badewanne bzw. Waschbecken. Im besten Fall noch ohne Vorhang oder \u00e4hnliches. Ich mein, wenn ich allein unterwegs bin ist mir das Bockwurst, aber so ganz grunds\u00e4tzlich h\u00e4tte ich im Badezimmer doch gern meine Ruhe, ohne dass mir meine bessere H\u00e4lfte (oder mit wem auch immer ich ggfs das Zimmer teile) dabei zuguckt, wie ich mir die Z\u00e4hne putze. Und dass an das Klo eine richtige T\u00fcre geh\u00f6rt und man allgemein \u00fcber Schallschutz nachdenken sollte, hat sich bei Hotelzimmerdesignern glaube ich auch noch nicht herumgesprochen.<\/p>\n<p>Nachdem ich ja nun den ganzen Tag nur im Zug herumgesessen hatte, war noch ein kurzer Abendspaziergang angesagt. Zum Einen zwecks Herausfinden, wo man was zu Trinken kaufen kann, zum Anderen ob sich irgendwo eine Restauranz anbietet, und zum Dritten zur Kl\u00e4rung wo die Seilbahn f\u00fcr die Wanderung am n\u00e4chsten Morgen losf\u00e4hrt. Achja, und nat\u00fcrlich um noch viele Fotos der Sorte &#8222;Matterhorn hinter belanglosem Vordergrund&#8220; zu machen. Da kamen aber bestenfalls knapp zwei Kilometer zusammen. Und so endete ein Tag, an dem man eigentlich nix gemacht hatte, und am Ende trotzdem m\u00fcde war&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00dcberschrift war das passende Tagesmotto f\u00fcr diesen Urlaubstag. 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