{"id":4559,"date":"2023-10-01T00:27:34","date_gmt":"2023-09-30T22:27:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4559"},"modified":"2023-10-01T00:27:34","modified_gmt":"2023-09-30T22:27:34","slug":"wasserfaelle-und-gletscherblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/10\/01\/wasserfaelle-und-gletscherblick\/","title":{"rendered":"Wasserf\u00e4lle und Gletscherblick"},"content":{"rendered":"<p>Die zweite Wanderung in St. Moritz f\u00fchrte wieder zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninapass\">Berninapass<\/a>. Anno 2017 war ich von dort schon Richtung Alp Gr\u00fcm und Cavaglia (also Richtung S\u00fcden) rumgestiefelt, diesmal war die andere Seite dran. Da verl\u00e4uft der Pass sehr flach bis nach Pontresina, das l\u00e4sst sich auch f\u00fcr weniger ge\u00fcbte Wanderer (oder f\u00fcr ge\u00fcbte Wanderer mit verh\u00e4rteten Muskeln) vern\u00fcnftig laufen. Also zumindest wenn nicht grad h\u00f6chstsommerliche Temperaturen herrschen. Aber der Reihe nach&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>St. Moritz &#8211; Ospizio Bernina (22.7 km, \u2197613m, \u2198200m*)<\/strong><\/p>\n<p>* So ganz trau ich dem Braten nicht, es geht zwar von St. Moritz bis nach Pontresina noch ein St\u00fcck runter, aber keine 200m. Da ist vermutlich ordentlich Ungenauigkeit, weil man im Zug ja nicht notwendigerweise guten Empfang hat.<\/p>\n<p>Der Blick aus dem Fenster war morgens genau null vernebelt, stattdessen gabs allerblauesten Himmel und eine Wettervorhersage in Richtung 30 Grad, selbst auf den H\u00f6hen der Alpen. Der erste Weg f\u00fchrte mich dann trotzdem zum Fr\u00fchst\u00fccksbuffet, denn ohne Mampf kein Kampf und so. Die geplante Wanderung geh\u00f6rte zu einer der l\u00e4ngeren Sorte (im Maximalfall \u00fcber 20km, aber ich konnte unterwegs an einer der Bahnhaltestellen abk\u00fcrzen, falls das Wetter oder die Beine oder beides oder was ganz anderes es erforderlich machen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230819\/s-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Den Haken da rechts im Diagramm muss man ignorieren, da stimmt irgendwas im nachgebauten Kurs nicht &#8211; die Zacke sollte weniger steil nach unten gehen &#8211; aber sowas kommt eben raus, wenn man mit unzureichender Datenlage operieren muss. Mir f\u00e4llt auch grad auf, dass der letzte Abschnitt von Pontresina nach St. Moritz fehlt, aber den kann man sich aus dem Beitrag zur vorherigen Wanderung extrapolieren &#8211; das sind 10 min Bahnfahrt, da passierte nun wirklich nix relevantes mehr.<\/p>\n<p>So, zur\u00fcck zum eigentlichen Text: Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck ging es wieder zum Bahnhof und mit dem gleichen Zug zur gleichen Zeit wieder los Richtung Berninapass. \u00dcber die Sch\u00f6nheiten der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninabahn\">Strecke<\/a> brauch ich hier jetzt nich zu schreiben, die wurden ja sp\u00e4ter noch zu Fu\u00df erkundet, au\u00dferdem war ich ja erst am Vortag hier langgefahren und hab das bereits in epischer Breite beschrieben. Wichtig war nur, dass das Wetter einer sch\u00f6nen Aussicht genau gar nix in den Weg gestellt hatte.<\/p>\n<p><strong>Ospizio Bernina &#8211; Cascada di Bernina (9.7 km, \u219769m, \u2198322m)<\/strong><\/p>\n<p>Die Wanderbeschreibung muss ich hier nun etwas bl\u00f6d aufteilen, weil mittendrin mein GPS-Tracker nix mehr tracken wollte. Ob nun der Akku leer war oder ich ihn versehentlich beim Rumwurschteln im Rucksack ausgeschaltet hab, als ich was zu Trinken rausgekramt habe, l\u00e4sst sich nicht mehr nachvollziehen. Bis zu den Wasserf\u00e4llen oberhalb von Morteratsch gibt es eine Aufzeichnung, danach habe ich den Weg anhand der Fotos und der Landkarten und viel Google Earth versucht grob nachzuplotten.<\/p>\n<p>An der Passh\u00f6he angekommen war ich nicht der einzige arme Irre, der bei diesem Kaiserwetter wandern wollte. Vor dem Damenklo gabs auch prompt einen Stau, der mich zum Gl\u00fcck nicht tangierte, ich hatte meinen Kaffee in weiser Voraussicht noch vor der Abfahrt weggetragen. Stattdessen wurde also fett Sonnencreme aufgetragen, diesmal auch auf die Unterschenkel, denn erstmals war die kurze Hose umgeschnallt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230819\/s-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Und dann gings auch schon los. Man beginnt also auf etwa 2250 H\u00f6henmetern erstmal ziemlich topfeben entlang des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lago_Bianco\">Lago Bianco<\/a>. Erstes Ziel war die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wasserscheiden_in_den_Alpen\">Kontinentalwasserscheide<\/a> zwischen dem Lago Bianco und dem Lej Nair (was so viel hei\u00dft wie wei\u00dfer See und schwarzer See und sich auf die Farbe des Wassers bezieht). Der Lago Bianco wird direkt aus einem oberhalb befindlichen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cambrenagletscher\">Gletscher<\/a> gespeist, in den Lej Nair flie\u00dft das Wasser nur \u00fcber Umwege. Gleichzeitig flie\u00dft der Lago Bianco auch in Richtung Italien und dann \u00fcber den Po in die Adria, w\u00e4hrend der Lej Nair in Richtung St. Moritz entw\u00e4ssert und dann \u00fcber den Inn in die Donau und damit ins Schwarze Meer entw\u00e4ssert. Hinter St. Moritz ist dann gleich die n\u00e4chste Wasserscheide, ab dem Albulapass gehts dann in den Rhein und somit in die Nordsee. Auf jeden Fall steht da ein gro\u00dfes gelbes Schild, was auf diese relevante geographische Besonderheit hinweist.<\/p>\n<p>Der Weg f\u00fchrt von da nun gem\u00e4chlich bergab und l\u00e4sst sich bestens laufen &#8211; man muss sich nur dr\u00fcber klar sein, dass es auf der H\u00f6he au\u00dfer Gr\u00e4sern und Moosen nix mehr gibt und man entsprechend keinen Schatten finden wird. Daf\u00fcr hat man allerbesten Blick auf die umliegenden Berge mitsamt Gletschern und zwischendrin kurvt ja auch noch die Berninabahn herum. Der Wanderweg war da auch ziemlich gut gef\u00fcllt, wozu auch die zahlreichen Wanderparkpl\u00e4tze rund um die Seilbahnen von Bernina <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Diavolezza\">Diavolezza<\/a> und Bernina <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Piz_Lagalb\">Lagalb<\/a> beitragen.<\/p>\n<p>Hier hatte ich jetzt auch das erste Mal in diesem Urlaub n\u00e4here Bekanntschaft mit Vierbeinern. \u00dcberraschenderweise waren das aber keine K\u00fche, sondern Pferde (gut, die K\u00fche waren 300m weiter, aber trotzdem, die Pferde standen mir zuerst im Weg herum &#8211; steht ein Pferd auf der Flur und so). Damit war dann aber auch schon die Baumgrenze erreicht, was freilich noch nicht viel Schatten gab, da der Weg noch relativ offen im Gel\u00e4nde verl\u00e4uft. Allerdings kommt man da dann auch man da dann auch pl\u00f6tzlich mal an Ecken wo man denkt, man hat sich ins tiefste Kanada oder Alaska gebeamt. Bis zum Horizont nix zu sehen von menschlichen Eingriffen in die Natur, ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninabach\">wilder Bach<\/a> pl\u00e4tschert vor einem, im Hintergrund ein paar hohe Berge &#8211; fehlten nur noch die Lachse und Grizzlys.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230819\/s-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Das erste Zwischenziel der Wanderung waren schlie\u00dflich die Wasserf\u00e4lle &#8222;Cascada da Bernina&#8220;. Da geht es pl\u00f6tzlich relativ steil nach unten, w\u00e4hrend der Weg bis dahin vergleichsweise flach war (reichlich 200 H\u00f6henmeter auf rund neun km, danach dann nochmal 200 H\u00f6henmeter auf ungef\u00e4hr einem Kilometer). Der Wanderweg an den Wasserf\u00e4llen ist dabei f\u00fcr Radfahrer zum Gl\u00fcck gesperrt, stattdessen gibt es mehrere Aussichtsplattformen. Bevor ich mir das anschaute war Pause angesagt, und irgendwo da ist dann auch der GPS-Track zuende&#8230; Tscha&#8230;<\/p>\n<p><strong>Cascada di Bernina &#8211; Pontresina (9.7 km, \u219760m, \u2198189m *)<\/strong><\/p>\n<p>* Ab hier sind die Werte auf Basis von bekannten H\u00f6henwerten (Wegweiser, Kartendaten, usw.) und Foto-Zeitstempel interpoliert, da der GPS-Tracker ja wie gesagt nicht tracken wollte. Die realen H\u00f6henmeter sind vermutlich erheblich mehr gewesen, es ging ja allein vom Wasserfall nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Morteratsch_(Pontresina)\">Morteratsch<\/a> schon \u00fcber 100m runter, und dann auf der anderen Seite Richtung Montebellokurve wieder hoch.<\/p>\n<p>Eine Pause sp\u00e4ter war nun also Wasserfall gucken angesagt. Das ist durchaus beeindruckend, was das Flie\u00dfgew\u00e4sser da f\u00fcr Formen in den Stein geschliffen hat. \u00dcber diverse Treppenstufen ging es nun steil hinunter in Richtung Morteratsch. Das ist eigentlich nur wegen seiner Bahnstation und einem Campingplatz relevant, da man von hier aus zahlreiche Wandertouren starten kann. Entsprechend viel Betrieb war hier. F\u00fcr hochgezogene Augenbrauen meinerseits sorgten zwei Typen, die nicht etwa ein Mountainbike den Berg hochschoben, sondern ein gel\u00e4ndeg\u00e4ngiges Einrad. Ich komme sp\u00e4ter drauf zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Abstieg endete kurzfristig an der Berninabahn, n\u00e4mlich ziemlich genau zwischen der Station Morteratsch und der Montebello-Panoramakurve, die das n\u00e4chste Ziel war. Da f\u00fchrte der Weg dann ein paar Meter entlang der Bahn und erlaubte nochmal einen sch\u00f6nen Blick auf eine Br\u00fccke samt wildromantischem Flie\u00dfgew\u00e4sser. Und mitten in dem Flie\u00dfgew\u00e4sser hockte eine junge Dame im Bikini, die dort die beste Kameraposition f\u00fcr ein Selfie suchte. Das war optisch jetzt nicht so wirklich schlecht anzusehen, aber muss das denn wirklich sein? Mal abgesehen davon, dass das Wasser ausm Gletscher ja ziemlich eiskalt ist&#8230;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230819\/t-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Jedenfalls gings nun nochmal ein paar Meter nach unten bis zur Stra\u00dfe und zum gut gef\u00fcllten Gro\u00dfparkplatz. Hundertpaarundfuffzich Meter weiter gings dann aber schon gleich wieder den Berg hoch in Richtung Montebellokurve. Da ging es also sch\u00f6n steil nach oben, 150 H\u00f6henmeter auf etwa einem Kilometer. Da ist man dann schon erstmal gem\u00fctlich unterwegs, zumal man ja auch aufpassen muss mit Gegenverkehr und so &#8211; wilde Mountainbiker springen ja gerne mal aus dem Geb\u00fcsch. In diesem Fall kamen mir aber keine Mountainbiker entgegen, sondern gleich ein ganzer Schwung Einradfahrer &#8211; in einem Affenzahn, und dann nur auf einem Rad den Berg runterbrettern, die hatten also definitiv ein Rad ab, und zwar nicht nur an ihrem Untersatz. Ich hab zumindest <a href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/fotografiert\/events\/20230809urlaub\/20230819_bernina\/.tmp\/20230819_131838.jpg.php\">ein Foto<\/a> davon machen k\u00f6nnen, das glaubt einem ja sonst keiner, dass einem das passiert ist.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Ziel war nun also die Panoramakurve. Hier macht die Berninabahn eine 180-Grad Kurve mit heftiger Steigung, in diesem Kreisbogen ist ein Bahn\u00fcbergang, und neben dem Bahn\u00fcbergang ist ein Parkplatz, denn von hier hat man \u00fcber die Baumwipfel hinweg den besten Blick auf den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Morteratschgletscher\">Morteratschgletscher<\/a>. Vom Zug aus kann man da durch den engen Kurvenradius sogar von hinten im Zug den eigenen Zug in der Kurve vorm Gletscher fotografieren. Entsprechend gut besucht war der Parkplatz mit so lahmarsch-Touris, die aus einer dicken klimatisierten Blechkalesche rausfallen, zwei Fotos machen und wieder weiterfahren. Motorradfahrer waren auch jede Menge unterwegs, und dann halt so ein komischer Kauz wie ich.<\/p>\n<p>Nach dem anstrengenden Aufstieg war hier nun also Verschnaufen angesagt, weil ich nat\u00fcrlich das Fotomotiv &#8222;Zug vorm Gletscher&#8220; umsetzen wollte. Ich brauchte auch keine f\u00fcnf Minuten warten, da kam schon ein Zug vom Pass heruntergefahren. Das ist allerdings nicht optimal von der Bildgestaltung her, auch wenn die Fahrg\u00e4ste in den zwei offenen Plattformwagen die Fahrt an der frischen Luft sichtlich genossen. Unten im Tal wartete aber schon der Gegenzug, und so hatte ich nochmal f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter das Fotomotiv im Kasten bzw. aufs Smartphone gespeichert.<\/p>\n<p>Nun hatte ich die Wahl: Wieder runter nach Morteratsch und dann mit der Bahn zur\u00fcck? Oder doch lieber in Richtung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pontresina\">Pontresina<\/a> wandern, was aber nochmal reichlich f\u00fcnf Kilometer waren. Ich entschied mich f\u00fcr letzeres, da der Weg laut Wanderbeschrieb sehr gleichm\u00e4\u00dfig den Berg runterf\u00fchren sollte, und ich noch viel Zeit hatte. Au\u00dferdem f\u00fchrte der Weg durch den Wald und damit nicht die ganze Zeit durch die pralle Sonne.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230819\/t-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Das war insgesamt eine gute Idee, der Weg war wirklich sch\u00f6n zu wandern, und auch lange nicht so \u00fcberlaufen wie die Wege weiter oben am Pass. Erst ab Ortseingang Pontresina wurde es dann z\u00e4h, der Ort zieht sich ziemlich, und da l\u00e4uft man dann an der Stra\u00dfe lang, der Asphalt reflektiert die Nachmittagshitze, das war dann eher m\u00e4\u00dfig. Die Ausschilderung f\u00fchrte mich dann an der Station Surovas vorbei, da h\u00e4tte ich aber fast 45min in der prallen Sonne auf den n\u00e4chsten Zug warten m\u00fcssen, da konnte ich die letzten anderthalb Kilometer bis Pontresina dann auch noch laufen. Hier gabs nochmal einen fiesen steilen Abstieg, aber gegen 15:30 Uhr herum war ich am Bahnhof angekommen. Der Maximalweg h\u00e4tte nun von hier aus noch nach St. Moritz weitergef\u00fchrt (nochmal rund f\u00fcnf Kilometer), aber in Anbetracht der Hitze und des Zustands meiner Beine war es ok, die Wanderung dort zu beenden.<\/p>\n<p>Der Zug fuhr dann gegen 16 Uhr ab und brachte mich p\u00fcnktlich (muss man das eigentlich erw\u00e4hnen?) nach St. Moritz. Einen Umweg zum Supermarkt sp\u00e4ter war damit die Wanderung f\u00fcr heute beendet.<\/p>\n<p><strong>It&#8217;s pizza o&#8217;clock<\/strong><\/p>\n<p>Das Abendessen gab es schlie\u00dflich diesmal in einer Pizzeria, so richtig rustikal, mit karierten Tischdecken und allem was man sich so klischeem\u00e4\u00dfig vorstellt. Ich war sehr p\u00fcnktlich dran, sp\u00e4ter wurde der Laden dann richtig gut voll. Das \u00dcberraschendste dabei war das Tempo, in dem die Pizza serviert wurde &#8211; ich hatte noch nichtmal meine erste Runde Getr\u00e4nk kaltgemacht, da gabs schon was zu Futtern. Lecker wars auch, ich war danach gut satt. Kann ich also empfehlen, La Stalla hei\u00dft der Laden.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zur\u00fcck ins Hotel kam ich dann noch (neben einem Pelzladen, diversen Model\u00e4den, einem Chocolatier und anderen Schaufenstern f\u00fcr die oberen Zehntausend) auch an einem Juwelier vorbei. Da gabs neben allerhand diamant\u00f6sen Griffelklunkern auch Armbanduhren im Schaufenster zu bestaunen. Und damit meine ich jetzt nicht ne schn\u00f6de Rolex, sondern Zeiteisen f\u00fcr vier- und f\u00fcnfstellige Summen. Ich steh also vor diesem Schaufenster, guck diese lack-gesoffen-teuren Teile an, gucke meine 20 EUR-Casio an meinem Handgelenk an, gucke nochmal ins Schaufenster &#8211; und stell mir schlie\u00dflich die Frage: &#8222;Wie dekadent muss man eigentlich sein, um eine f\u00fcnfstellige Summe auszugeben f\u00fcr eine Uhr, die nichtmal das kann, was ich von einer Uhr erwarte &#8211; n\u00e4mlich einigerma\u00dfen genau die Uhrzeit anzuzeigen?&#8220; Jede einzelne der Uhren in dem Schaufenster zeigte irgendeine Zeit an, die aber mal gar nix mit der aktuellen Uhrzeit zu tun hatte. Da bleib ich also lieber bei meinem ollen Billigchronographen, den ich vor knapp 20 Jahren gekauft hab &#8211; Retro ist ja eh angesagt, und meine geht inzwischen sogar als Vintage durch&#8230;)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230819\/t-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Damit war der Tag dann auch geschafft, ich stellte dann nur noch fest, dass meine Unterschenkel mir die rote Karte zeigten &#8211; da hatte es sich ger\u00e4cht, dass der Wanderweg immer in die ziemlich gleiche Richtung gef\u00fchrt hatte, die Sonne hatte ganze Arbeit geleistet. War aber auch egal, am n\u00e4chsten Tag war Bahnfahren angesagt, da konnte sich alles etwas beruhigen. Ich gehe auch davon aus, dass ich nicht zum letzten Mal in der Ecke war, die Wanderung kann man auch von Morteratsch aus machen und dann variieren, man muss ja nicht oben am Pass anfangen mit marschieren. Und dann wird der GPS-Tracker genauer \u00fcberwacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zweite Wanderung in St. Moritz f\u00fchrte wieder zum Berninapass. Anno 2017 war ich von dort schon Richtung Alp Gr\u00fcm und Cavaglia (also Richtung S\u00fcden) rumgestiefelt, diesmal war die andere Seite dran. 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