{"id":4545,"date":"2023-09-25T18:53:08","date_gmt":"2023-09-25T16:53:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4545"},"modified":"2023-10-13T18:53:56","modified_gmt":"2023-10-13T16:53:56","slug":"ein-steiler-kreisel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/09\/25\/ein-steiler-kreisel\/","title":{"rendered":"Ein steiler Kreisel"},"content":{"rendered":"<p>Die erste Wanderung in Graub\u00fcnden begann mit einem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fcck. Der Weg zum Buffet war allerdings steinig &#8211; knapp 100 Stufen allerfeinster Marmorstufen musste man runterstolpern, bevor man mit Blick auf den See fr\u00fchst\u00fccken konnte. Die Auswahl war gewaltig gro\u00df, man h\u00e4tte sich auch noch frisches R\u00fchrei und \u00e4hnliches Zeugs braten lassen k\u00f6nnen, mir reichten Br\u00f6tchen, Kaffee und O-Saft. Eile war nicht vonn\u00f6ten, der Zug sollte erst kurz vor 9 abfahren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die gestern noch defekte Rolltreppe funktionierte jetzt wieder, was mir nur nix nutzte, denn diesmal wollte ich ja abw\u00e4rts Richtung Bahnhof. Dabei wurde auch ein Aussichtspunkt am Seeufer mit abgeklappert, so wahnsinnig viel Aussicht war nicht wegen Bodennebel. Der Boden ist ja in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St._Moritz\">St. Moritz<\/a> recht weit oben, und so hatten sich ein paar Wolken zwischen den Bergen verklemmt. Ich hatte aber schon Webcams von weiter s\u00fcdlich gepr\u00fcft, da war dann nix mehr mit Wolken, das konnte also nur eine sehr lokale Situation sein.<\/p>\n<p>Viertel vor neun hatte ich mir also einen sch\u00f6nen Sitzplatz gesucht und konnte nun p\u00fcnktlich auf der spektakul\u00e4rsten &#8222;normalen&#8220; Bahnstrecke der Schweiz fahren (noch spektakul\u00e4rer sind diverse Bergbahnen, die aber nur mit extra Fahrschein befahrbar sind und au\u00dferdem keine zwei Stunden Fahrzeit anbieten).<\/p>\n<p><strong>St. Moritz &#8211; Le Prese (48.0 km, \u2197884m*, \u21981542m)<\/strong><\/p>\n<p>* Der Wert erscheint mir deutlich zu hoch, die Passh\u00f6he liegt bei etwa 2250m, St. Moritz liegt auf 1175m, da war wohl irgendwo unterwegs der Empfang eher schlecht.<\/p>\n<p>Das heutige Wanderziel war der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lago_di_Poschiavo\">Lago di Poschiavo<\/a> und der\/das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kreisviadukt_von_Brusio\">Kreisviadukt von Brusio<\/a>. Beides liegt im Puschlav, auf der S\u00fcdseite des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninapass\">Berninapasses<\/a>, kurz vor Italien. Da muss der Zug also erstmal \u00fcber die Passh\u00f6he fahren und dann etliche hundert H\u00f6henmeter duch zahllose Kehren ins Tal hinunter. Bis zum Pass ungef\u00e4hr 400m hoch, dann Richtung Italien rund 1800m runter. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berninabahn\">Berninastrecke<\/a> ist allein damit schon superspektakul\u00e4r, hinzu kommt die wahnwitzige Trassierung, teilweise als Stra\u00dfenbahn und nat\u00fcrlich der unvergleichliche Landschaftswechsel &#8211; am Pass oben kann Schnee liegen, eine Stunde sp\u00e4ter f\u00e4hrt man an Palmen vorbei. Mit Schnee war nat\u00fcrlich nicht zu rechnen, der Wetterbericht hatte wieder rund 30 Grad angesagt, je nach H\u00f6he.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230818\/s-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Schon hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pontresina\">Pontresina<\/a> war der Zug aus der Nebelsuppe emporgestiegen und sp\u00e4testens hinter der Montebello-Panoramakurve konnte man von oben auf die wabernden Wolken \u00fcber St. Moritz gucken. Und weil das da eh alles schon 11 von 10 Punkten auf der Skala der tollsten Aussichten hat, war f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag eine Wanderung an dieser Ecke vorgesehen. Jetzt sollte es aber \u00fcber den Berninapass und durch die Panoramakurve von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alp_Gr%C3%BCm\">Alp Gr\u00fcm<\/a> hinuntergehen. Ich genoss also die Fahrt in einem relativ leeren Zug, lediglich eine Gruppe \u00e4lterer Reisender sa\u00df mit im Waggon und unterhielt sich \u00fcber Abenteuer, die sie vor vielen Jahren in der Gegend mal erlebt hatten.<\/p>\n<p>Der urspr\u00fcngliche Plan hatte eine Wanderung ab <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Poschiavo\">Poschiavo<\/a> vorgesehen, aufgrund der Wettervorhersage gings noch zwei Halte weiter bis nach Le Prese, eine Haltestelle direkt am Lago di Poschiavo. Dort hatte der Zug \u00fcberraschenderweise ein paar Minuten Versp\u00e4tung. Wie sich sp\u00e4ter herausstellte ist das auf der Berninabahn gar nicht mal so ungew\u00f6hnlich, die Fahrplanstabilit\u00e4t auf dieser Strecke ist wohl deutlich unter dem normalen Schweizer Standard. Mir wars egal, ob ich nun vier Minuten fr\u00fcher oder sp\u00e4ter anfange mit wandern ist ja nun doch ziemlich egal.<\/p>\n<p><strong>Vom Seeufer zum Kreisviadukt (9.7 km, \u2197250m*, \u2198420m)<\/strong><\/p>\n<p>* Der Wert kommt mir auch zu hoch vor, es gab nur einen Anstieg kurz hinter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Miralago\">Miralago<\/a>, und der war eher im Bereich von 100 H\u00f6henmetern. Aber da ging es auch durch den Wald, das &#8211; und die hohen Bergflanken &#8211; haben vermutlich den Empfang versaut.<\/p>\n<p>Die erste Amtshandlung nach dem Aussteigen war das umfangreiche Einschmieren mit Lichtschutzfaktor und das Nachziehen der Schn\u00fcrsenkel. Und schon konnte es flotten Fu\u00dfes losgehen. Der Weg verlief direkt am Seeufer und war dementsprechend topfeben und hervorragend zu laufen. Die Berge boten hier noch ganz gut Schatten, stellenweise l\u00e4uft man da sogar durch kurze Tunnel, die direkt in die Felswand am Ufer gegraben wurden. Zwischendrin kommen dann auch ein paar Schilder von wegen Steinschlaggefahr, aber irgendwas ist ja immer.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230818\/s-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Die Aussicht auf den See und die sich ringsherum aufbauenden Berge war jedenfalls grandios, insbesondere da sich alles im See spiegelte und man so echt sch\u00f6ne Fotos machen konnte. Trotz diverser Zwischenhalte f\u00fcr Fotoknipserei war dieser erste Teil der Wanderung aber schnell vorbei, so riesengro\u00df ist der See ja dann auch wieder nicht und in der Ebene marschiert es sich mit so langen Stelzen wie meinen ja doch ziemlich flott.<\/p>\n<p>Ab Miralago \u00e4nderte sich das nun grunds\u00e4tzlich. Zun\u00e4chst mal ging es ein paar Dutzend Meter nach oben und auf die andere Seite des Tals, bevor es auf wilden verschlungenen Pfaden abseits von Stra\u00dfe und Bahnstrecke in Richtung S\u00fcden ging. Dabei war man gr\u00f6\u00dftenteils im Wald unterwegs und somit sch\u00f6n vor der Sonne gesch\u00fctzt, aber schwei\u00dftreibend warm wars trotzdem.<\/p>\n<p>Wesentlich \u00e4rgerlicher war hier die Wegqualit\u00e4t. Nachdem es anfangs noch diverse landwirtschaftliche Wege waren, war man hier nun auf Wanderpfaden unterwegs, die teilweise auch \u00fcber Ger\u00f6llhalden f\u00fchrten. Da musste man dann schon sehr genau schauen wo man hintritt, teilweise boten die Steine auch nicht wirklich festen Halt, man kam dort also nur relativ langsam voran, wesentlich langsamer als ich eigentlich geplant hatte. Immerhin hatte ich ja eigentlich das Ziel, am Kreisviadukt auch einen Zug zu fotografieren und hatte mir extra Fahrzeiten aufgeschrieben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230818\/s-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr einen Kilometer vorm Ziel konnte ich diesen Plan schlie\u00dflich endg\u00fcltig begraben, in dem Augenblick wo ich den Kreisviadukt das erste Mal sah, fuhr auch schon der Zug dr\u00fcber. Nuja, was solls. Daf\u00fcr wurde nun der Weg wieder besser, man kam aus dem Wald raus und die letzten paar Hundert Meter f\u00fchrten wieder \u00fcber landwirtschaftliche Wege. Am Kreisviadukt angekommen wurde dann eine ausf\u00fchrliche Pause eingelegt und der Fahrplan studiert.<\/p>\n<p>Es gab nun zwei Optionen, n\u00e4mlich den n\u00e4chsten Zug nach Italien abpassen, dort noch ein Eis essen und dann zur\u00fcck nach St. Moritz, oder direkt zur\u00fcck nach St. Moritz. W\u00e4hrend ich da noch die Optionen pr\u00fcfte, quietschte es von oben her &#8211; ein Zug war auf dem Weg hinunter ins Kreisviadukt. Ich suchte mir also fix einen passenden Standort f\u00fcr Fotos und konnte so das Ziel des Tages doch erreichen &#8211; Fotos vom Zug auf dem bzw im Kreisviadukt. Das hatte jetzt nur einen Sch\u00f6nheitsfehler &#8211; der Zug fuhr Richtung Italien, und ich h\u00e4tte drin sitzen sollen, wenn ich mir auch italienisches Eis schmecken lassen wollte.<\/p>\n<p>Na gut, dann eben ohne Eis. Ich schnappte mir also meinen Rucksack und stapfte nun in Richtung Bahnhof zur\u00fcck. Das waren zwar nicht wirklich viele H\u00f6henmeter, war aber doch gleich wieder ordentlich anstrengend. Gegen viertel vor zwei sa\u00df ich dann also am Bahnhof Brusio auf einer Bank im Schatten und guckte irritiert auf den Fahrplan. Da erst fiel mir auf, dass ich w\u00e4hrend der Vorbereitung und Planung zu bl\u00f6d war zum richtigen Lesen &#8211; da fuhr noch ein weiterer Zug nach Italien, und zwar schon in einer Viertelstunde. Gleichzeitig kreuzte er dort einen Zug Richtung St. Moritz. Ich hatte den Zug im Fahrplan nicht gesehen, weil er nicht von St. Moritz fuhr, sondern von Pontresina &#8211; d\u00e4mlicher Anf\u00e4ngerfehler. Aber nichts ist so konstant wie die Lage\u00e4nderung, und gute Pl\u00e4ne m\u00fcssen sich den ge\u00e4nderten Lagen eben anpassen. Na gut, dann eben doch mit Eis.<\/p>\n<p><strong>Brusio &#8211; Tirano (6.7km, \u219751m*, \u2198396m) und italienisches Eis<\/strong><\/p>\n<p>* Hier gings eigentlich nur bergab, das ist also alles nur akkumulierter Messfehler.<\/p>\n<p>Vor den Eisbecher hatte die Planung nun aber erstmal eine kurze Zugfahrt gesetzt. Und vor diese Zugfahrt das Warten auf den Zug. Zun\u00e4chst mal kam der Gegenzug von S\u00fcden her in den Bahnhof eingefahren. Dummerweise hatte der f\u00fcr mich relevante Zug mal eben schlappe acht Minuten Versp\u00e4tung &#8211; die Berninastrecke und die P\u00fcnktlichkeit scheinen sich gegenseitig nicht unbedingt zu m\u00f6gen. Mir konnte es zum Gl\u00fcck egal sein, ob ich nun 14:23 Uhr oder 14:31 Uhr vor einem vollbesetzten Eiscaf\u00e9 anstehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230818\/t-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Der Zug kam dann irgendwann doch noch und so ging es nun hinunter nach Bella Italia. Ich musste im Rucksack erstmal nach dem richtigen Portemonnaie kramen, denn ich reiste ja quasi aus dem au\u00dfereurop\u00e4ischen Ausland ein, wo man komisch bunte Geldscheine verwendet. In <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tirano\">Tirano<\/a> angekommen ging es einmal quer durchs Bahnhofsgeb\u00e4ude, anschlie\u00dfend schr\u00e4g links \u00fcber den Bahnhofsvorplatz und dort direkt auf den erstbesten Sitzplatz im Schatten. Die Temperatur wurde mit 33\u00b0C angezeigt, da war jeder Schritt in der Sonne einer zu viel.<\/p>\n<p>Ich legte mich schnell auf einen Eisbecher mit N\u00fcssen und Schokoso\u00dfe fest und widmete mich dann ganz entspannt der innerlichen Abk\u00fchlung. Der t\u00e4gliche Massenansturm war zu dem Zeitpunkt schon durch &#8211; morgens f\u00e4hrt ja ein Bernina Express Panoramazug nach Tirano und kurz nach dem Mittag zur\u00fcck, da kriegt man dort rund um den Bahnhof so schnell keinen Sitzplatz. Vielleicht waren aber auch aufgrund des Wetters gar nicht so viele Leute unterwegs, wer wei\u00df das schon. Das Eis war jedenfalls ausgezeichnet, wenn auch nach nur knapp 10km Wanderung eigentlich unverdient. Aber daf\u00fcr ist es ja Urlaub. Vor der R\u00fcckfahrt lief ich noch eine Runde um den Block, aufgrund der starken Hitze suchte ich aber doch sehr schnell einen schattigen und gut gel\u00fcfteten Sitzplatz auf dem Bahnsteig auf.<\/p>\n<p><strong>Tirano &#8211; St. Moritz (60.7km, \u21971989m*, \u2198843m)<\/strong><\/p>\n<p>* Auch hier ist eine Abweichung von 150m anzunehmen, analog beim Wert f\u00fcr die andere Richtung.<\/p>\n<p>Der Zug wurde bereitgestellt, ich suchte mir einen schicken Sitzplatz, diesmal auf der anderen Seite als am Morgen, damit man nun die andere Seite der Strecke ausf\u00fchrlich begutachten konnte. Witzigerweise traf ich hier nun wieder auf die Reisegruppe von der Hinfahrt, die aber nicht in diesem Waggon sitzen wollte und sich lieber nach vorn in den klimatisierten Triebwagen verzog. So hatte ich den Waggon fast f\u00fcr mich alleine, lediglich eine andere Frau sa\u00df noch mit hier &#8211; d.h. w\u00e4hrend der Fahrt stand sie dann quasi ausschlie\u00dflich am ge\u00f6ffneten Fenster und lie\u00df die Landschaft auf sich wirken.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230818\/t-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Und Landschaft hat es ja dort auch reichlich, wie weiter oben schon beschrieben. Inzwischen war ja die Sonne auch rumgekommen, so dass der Lago di Poschiavo, der morgens noch im Schatten lag, in verschiedensten Blaut\u00f6nen glitzerte. N\u00f6rdlich von Poschiavo ging es dann die sechs oder sieben Kehren hinauf \u00fcber Cavaglia bis zur Alp Gr\u00fcm mit dem Blick auf den Pal\u00fcgletscher. Da muss man dann schon beim Rausgucken \u00f6fter mal die Seite wechseln, weil je nach Kehre das Tal mal links und mal rechts ist. Au\u00dferdem ist Vorsicht geboten beim offenen Fenster, falls \u00fcberraschend ein Tunnel um die Ecke kommt gibt das nicht nur kleine Beulen am Kopf.<\/p>\n<p>Vorbei am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lago_Bianco\">Lago Bianco<\/a> und weiterem Gletscher war dann auch schon wieder die Passh\u00f6he erreicht, bevor es auf der anderen Seite weniger steil hinunter geht. Der gro\u00dfe Fotopunkt hier ist ja dann die Montebellokurve mit Blick auf den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Morteratschgletscher\">Morteratschgletscher<\/a> &#8211; hatte ich schon 2017 und 2019 gemacht, ist aber immer wieder spektakul\u00e4r. Und nach rund zwei Stunden Fahrt war der Zug dann schon wieder in St. Moritz. Diese Fahrt ist immer wieder ein Erlebnis.<\/p>\n<p><strong>Abendessen<\/strong><\/p>\n<p>Vom Bahnhof aus ging es nun \u00fcber die wieder funktionierende Rolltreppe &#8211; auf Treppen hatte ich nach der Wanderung irgendwie wenig Motivation &#8211; nach oben in den Ort. Erster Stopp war der \u00f6rtliche Supermarkt zwecks Getr\u00e4nkeversorgung, danach ins Hotel &#8211; so ein Fahrstuhl ist schon eine praktische Erfindung, wenn man keine paarundneunzig Stufen laufen will &#8211; und danach zum Abendessen ins gleiche Restaurant wie am Vortag. Warum auch was anderes suchen, wenns gestern gut geschmeckt hatte?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230818\/t-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Erlebnis vom Vortag &#8211; und weil die Kalbsbratwurst irgendwie zu wenig war &#8211; fragte ich also nach, ob ich nicht als Vorspeise eine Portion Chicken Nuggets mit Pommes kriegen k\u00f6nnte. Steht zwar auf der Kinderkarte, aber meine Mutter wird eidesstattlich bezeugen k\u00f6nnen, dass ich ein Kind bin. Und \u00fcberhaupt gilt ja &#8222;Growing old is mandatory, growing old is optional.&#8220; Als Hauptgang gabs H\u00fchnchenbrust mit Pommes und gebratenem Gem\u00fcse, nachgesp\u00fclt wurde\u00a0 &#8211; der Wein von gestern l\u00f6scht ja nicht den Durst von heute &#8211; erneut mit diesem regionalen Wei\u00dfwein, dessen Namen ich mir ja bl\u00f6derweise nicht notiert habe.<\/p>\n<p>Der Laden war gut besucht, heute konnte man im Gegensatz zum Vortag auch drau\u00dfen sitzen. \u00c4rgerlich war das laut schreiende Kleinkind am anderen Ende, dass sich partout nicht beruhigen lie\u00df. Muss man denn mit einem Krabbelkind auch unbedingt ins Restaurant gehen? Mein Essen schmeckte mir trotzdem, und danach hie\u00df es nur noch gem\u00fctlich und mit kleinen Umwegen zur\u00fcck ins Hotel schlendern und die Abendsonne \u00fcberm See genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Fazit: Die Wanderung war eher kurz und zumindest im ersten Abschnitt anspruchslos, danach musste man an den steinigen Ecken schon recht genau gucken wo man hintritt. Daf\u00fcr gabs italienischen Eisbecher, allerfeinstes Kaiserwetter und Bahnfahren auf einer der sch\u00f6nsten Bahnstrecken der Welt &#8211; man kann seine Urlaubstage auch schlechter verbringen. Und weil es so sch\u00f6n war, sollte es am n\u00e4chsten Tag gleich nochmal in diese Richtung gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste Wanderung in Graub\u00fcnden begann mit einem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fcck. Der Weg zum Buffet war allerdings steinig &#8211; knapp 100 Stufen allerfeinster Marmorstufen musste man runterstolpern, bevor man mit Blick auf den See fr\u00fchst\u00fccken konnte. Die Auswahl war gewaltig gro\u00df, man h\u00e4tte sich auch noch frisches R\u00fchrei und \u00e4hnliches Zeugs braten lassen k\u00f6nnen, mir reichten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4545"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4545"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4545\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4594,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4545\/revisions\/4594"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4545"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4545"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4545"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}