{"id":450,"date":"2008-08-10T20:50:31","date_gmt":"2008-08-10T19:50:31","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe.s2000.ws\/?p=450"},"modified":"2021-04-15T19:01:52","modified_gmt":"2021-04-15T17:01:52","slug":"follow-the-yellow-brick-raute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2008\/08\/10\/follow-the-yellow-brick-raute\/","title":{"rendered":"Follow The Yellow Brick Raute"},"content":{"rendered":"<p>Ich war heute wandern und folgte dabei einem Pfad, der mit einer gelben Raute markiert war, daher das Wortspiel zu Lasten des Wizards von Oz. Jedenfalls ging die Wanderung von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Triberg\">Triberg<\/a> nach <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hornberg\">Hornberg<\/a> (das sind die mit dem Hornberger Schie\u00dfen) \u00fcber ungef\u00e4hr 16 km und deutlich \u00fcber 750 H\u00f6henmeter.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Eigentlich war die Wanderung bereits letzte Woche im Rahmen des Urlaubs angedacht, aber aufgrund der Wettervorhersage war dann doch nix draus geworden. Daf\u00fcr wurde das Vorhaben dann heute umgesetzt. Zun\u00e4chst mal ging es fr\u00fch morgens (bereits vor 9, ich bin ja per Geburt Ossi, und im Osten steht man eher auf, weil die Sonne ja eher aufgeht) per Bahn nach Triberg. Warum auch immer ich am Automaten keine BahnCard-Erm\u00e4\u00dfigung l\u00f6sen konnte erschlie\u00dft sich mir nicht ganz, spielt aber auch nicht die ganz gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p>Auf der Fahrt h\u00f6rte ich (wie immer) Musik, damit mir das Getratsche der sonstigen Zuginsassen nicht den letzten Nerv raubt. Eigentlich wollte ich die Beschallung ausschalten, sobald ich aus dem Zug stieg, daraus wurde nix, denn am Bahnhof stand eine Klasse von ca. 17-j\u00e4hrigen Jungs und M\u00e4dels und verursachte den dazugeh\u00f6rigen Krawall. Zum Gl\u00fcck marschierten die dann in Richtung Innenstadt, vermutlich waren die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Triberger_Wasserf%C3%A4lle\">Triberger Wasserf\u00e4lle<\/a> das Ziel.<\/p>\n<p>Ich bog in die andere Richtung ab, stellte die Beschallung mit Judas Priest ein und begann einen extrem heftigen Anstieg. In der Wegbeschreibung im Netz stand extra &#8222;lassen sie sich davon nicht schrecken&#8220;. Gut, erschreckt hab ich mich nicht, ich war danach nur fix und alle, einer Steigung von bis zu 45 Grad sei Dank. Teilweise war es nicht mal m\u00f6glich, den Fu\u00df komplett aufzusetzen, es h\u00e4tte nicht viel gefehlt und ich h\u00e4tte es wie im fr\u00fchen Neolithikum der Knirps in der Opel-Werbung gemacht und w\u00e4r auf allen Vieren hochgekraxelt. Der Weg stieg an der Bergflanke entlang auf rund einem Kilometer mal locker um weit \u00fcber 100m an. Zum Vergleich: Der Bahnhof Triberg liegt auf ca. 600m, der Dreibahnenblick, das erste Wanderziel, bei 723m, zwischendrin gehts aber schon wieder den Berg ein St\u00fcck runter. Wie auch immer, nachdem die H\u00f6he erstmal erreicht war ging es vergleichsweise gerade bis zum Aussichtspunkt Dreibahnenblick.<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarzwaldbahn_(Baden)\">Schwarzwaldbahn<\/a> ist ja eine der sch\u00f6nsten Bahnstrecken Deutschlands, und die Streckenabschnitte rund um Triberg herum geh\u00f6ren zu den herausragenden Ingenieursleistungen des 19. Jahrhunderts. Die Details dazu stehen ja auf der verlinkten Seite und auch sonstwo im WWW. Ich hatte am Aussichtspunkt auch noch Gl\u00fcck, nur drei Minuten nachdem ich ankam, fuhr auch schon ein Zug vorbei.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend ging es weiter relativ flach, aber immer leicht ansteigend, in Richtung Gro\u00dfvaterstuhl, dem Stuhl mit der wohl besten Aussicht im Schwarzwald. Danach musste ich eine Schleife laufen, da der Weg dem Verlauf der Bahnstrecke folgt und die dort gerade eine Kehre macht. Schlu\u00dfendlich kam ich in Gremmelsbach heraus. Dort begegneten mir auch die ersten anderen Wanderer, bis dahin hatte ich den ganzen Wald f\u00fcr mich &#8211; sehr ruhig, von gelegentlichem Vogelgezwitscher und dem Brummen der Autos im Tal mal abgesehen.<\/p>\n<p>Es folgte ein erneuter heftiger Anstieg um rund 200 H\u00f6henmeter in Richtung Hornberg. Es gibt zwischen Triberg und Hornberg auf der \u00f6stlichen Bergflanke zahlreiche Felsformationen, von denen aus man atemberaubende Aussichten hat. Und diese wollte ich mir angucken, wenn ich schon mal da war. Inzwischen war dann auch Mittag, ich futterte eine Bemme (aka Stulle aka K\u00e4sebrot) und war irgendwann auf \u00fcber 860m am Hauberg angekommen. Von hier an verlief ein \u00e4u\u00dferst schmaler und mit diversen Wurzeln und anderen Gefahren gespickter Weg ziemlich eben entlang der Bergflanke bis zum Rappenfelsen. In diesem Abschnitt wurde der Gegenverkehr durch mittelalterliche Wanderinnen (50+) gr\u00f6\u00dfer, alle mit Walking-St\u00f6cken und einer T\u00fcte Pfifferlingen bewaffnet&#8230;<\/p>\n<p>In gleicher Art und Weise ging es weiter zum Schlossfelsen, von dem aus man die meiner Meinung nach beeindruckendste Aussicht hat. Direkt unter dem Felsen geht es hinab in die Tiefe, vor sich sieht man das ganze Tal bis nach Triberg, und diverse kurze Streckenabschnitte der Bahnstrecke wie bei einer Modellbahn. Die Z\u00fcge tauchen an einer Stelle auf, verschwinden im Tunnel und tauchen mit ge\u00e4nderter Fahrtrichtung ganz woanders wieder auf &#8211; extrem beeindruckend.<\/p>\n<p>Ich wollte ja aber noch weiter nach Hornberg und folgte somit weiter dem Schild mit der gelben Raute auf dem sogenannten Feierabendweg zum Feierabendfelsen. Von diesem Felsen aus war erstmals Hornberg zu sehen. Es folgte ein steiler Abstieg zur Berthaquelle (gesch\u00e4tzte 680m). Anschlie\u00dfend ging es auf einem gut ausgebauten Kiesweg weiter stetig leicht bergab, sehr bequem zum Laufen und nach mittlerweile \u00fcber 10km Laufstrecke (und Temperaturen nahe 30 Grad) durchaus willkommen in dieser Form. Gegen 14:30 kam ich dann oberhalb von Hornberg heraus, musste noch ein kurzes Steilst\u00fcck hinab und stand 14:43 nach ungef\u00e4hr 16km Wanderstrecke am Bahnhof, bei deutlich gesunkenen Temperaturen und bedecktem Himmel. Es ist immer wieder erstaunlich, wie stark sich das Wetter zwischen den einzelnen T\u00e4lern \u00e4ndert.<\/p>\n<p>Ebenso unklar wie mir das Automatenticket in Villingen war, so unklar ist mir die Tatsache, dass an einem Sonntag in Hornberg (wo sich nun wirklich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen) jemand Fahrkarten verkauft. Und doppelt unklar ist, warum hier pl\u00f6tzlich meine BahnCard ne Rolle spielt und die Fahrt zur\u00fcck, obwohl l\u00e4nger, nen knappen Euro weniger kostet&#8230; Anyway, ich sa\u00df rund 45 Minuten am Bahnhof, h\u00f6rte inzwischen Mercyful Fate und Metallica, beobachtete ein Trupp wildgewordener Mountainbiker bei der Auswertung ihrer Tour und kam eine Bahnfahrt sp\u00e4ter gegen 16:15 wieder mit schmerzenden F\u00fc\u00dfen und Gelenken daheim an.<\/p>\n<p>Bei der Durchsicht der Fotos musste ich dann feststellen, dass meine vermaledeite Kamera die sch\u00f6nsten Fotos von den Aussichtspunkten komplett zerlegt hatte &#8211; mit einer neuen Knipse muss die Wanderung also wiederholt werden (zumal eine Kompaktknipse bei den Motiven eh an die Grenzen des technisch Machbaren st\u00f6\u00dft). Den anschlie\u00dfenden Abschlu\u00df bildeten zwei Bier und ein Rumpsteak in der Restauranz mit der geringsten Distanz von der Wohnung. Die Nacht werde ich definitiv gut schlafen, mal schauen ob ich morgen ebenso gut wieder aus dem Bett kommen werde&#8230;<\/p>\n<p>Fazit: Wandern ist toll, noch toller w\u00e4ren richtige Wanderschuhe (Stein im Schuh ist einfach nur doof) und eine funktionierende Fotoknipse. Ahja, die wenigen Fotos, die was geworden sind, gibt es in der passenden <a href=\"http:\/\/www.domaratius.de\/fotografiert\/events\/20080810triberg\/index.php?entries=4\">Galerie<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war heute wandern und folgte dabei einem Pfad, der mit einer gelben Raute markiert war, daher das Wortspiel zu Lasten des Wizards von Oz. Jedenfalls ging die Wanderung von Triberg nach Hornberg (das sind die mit dem Hornberger Schie\u00dfen) \u00fcber ungef\u00e4hr 16 km und deutlich \u00fcber 750 H\u00f6henmeter.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/450"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=450"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/450\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3733,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/450\/revisions\/3733"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=450"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=450"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=450"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}