{"id":4479,"date":"2023-09-02T19:51:56","date_gmt":"2023-09-02T17:51:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/?p=4479"},"modified":"2023-09-02T19:51:56","modified_gmt":"2023-09-02T17:51:56","slug":"am-gletscher-verwandert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/2023\/09\/02\/am-gletscher-verwandert\/","title":{"rendered":"Am Gletscher verwandert"},"content":{"rendered":"<p>Die zweite Wanderung des Urlaubs f\u00fchrte mich erneut nach Oberwald. Das hei\u00dft, eigentlich an Oberwald vorbei und weiter den Berg hinauf. Ziel war urspr\u00fcnglich eine Wanderung entlang der Strecke der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dampfbahn_Furka-Bergstrecke\">Dampfbahn Furka-Bergstrecke<\/a>, vom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Furka-Scheiteltunnel\">Scheiteltunnel<\/a> unterhalb des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Furkapass\">Furkapasses<\/a> bis hinunter nach Oberwald. Dieser Plan \u00fcberlebte jedoch (wie jeder gute Plan) den Aufprall auf die Realit\u00e4t nicht, so dass erst umgeplant und am Ende improvisiert werden musste.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wenn ich schon da oben am Furkapass herumwandern w\u00fcrde, wollte ich auch einen Blick auf den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rhonegletscher\">Rhonegletscher<\/a> werfen. Der hat sich, Klimawandel sei Dank, jedoch inzwischen von Gletsch aus weit nach oben, bis hinter das ehemalige Hotel Belvedere zur\u00fcckgezogen. Noch vor 60 Jahren, als man dort Szenen f\u00fcr den James Bond-Klassiker <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/James_Bond_007_%E2%80%93_Goldfinger\">Goldfinger<\/a> drehte, war der Gletscher von Gletsch aus tats\u00e4chlich zu sehen (dreimal darf man raten warum der Ort so hei\u00dft). Das war im sp\u00e4ten 19. Jahrhundert bis in die Zwischenkriegszeit hinein ein Reiseziel, dass man besucht haben musste &#8211; nirgendwo sonst in den Alpen kam man so bequem so nah an einen Gletscher heran. Au\u00dferdem gab er auch dem &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Glacier_Express\">Glacier Express<\/a>&#8220; ab 1930 den Namen, denn auch vom Zug aus konnte man ihn bei der Fahrt sehen. Seit 1982 fahren die Z\u00fcge ja sowieso durch den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Furka-Basistunnel\">Furka-Basistunnel<\/a>, die Bergstrecke war ja wegen meterhohen Schneeverwehungen nur wenige Monate im Jahr befahrbar. Dass da heute Museumsz\u00fcge mit Dampfloks unterwegs sind, war damals nicht abzusehen.<\/p>\n<p>Wie auch immer, zwischen dem Rhonegletscherzugang am Hotel Belvedere und der Bahnstation am Scheiteltunnel gibt es keinen Wanderweg. An der Stra\u00dfe entlang wandern ist eine reichlich bl\u00f6de Idee, und so wurde der Plan dahingehend erweitert, dass man oben am Gletscher startet &#8211; da f\u00e4hrt der Postbus hin &#8211; und dann mit einem Umweg \u00fcber den Furkapass zum Bahnhof absteigt und ab dort dann an der Bahnstrecke entlangwandert.<\/p>\n<p><strong>Brig &#8211; Oberwald &#8211; Furka Belvedere (55.1km, 1:43h, \u21971379m*, \u219860m*)<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>* Einschub: Die Genauigkeit der GPS-Daten war bei der Wanderung voll f\u00fcrn Arsch, die Tracks mussten massiv nachbearbeitet werden. Ich hab trotzdem mal die Zahlen aus den Tracks eingetragen, aber da kann man getrost ein paar Dutzend Meter Ungenauigkeit annehmen. Ich war jedenfalls immer ebenerdig unterwegs und bin nicht etwas geflogen oder habe mir meinen eigenen Tunnel gegraben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230811\/s-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Der Tag begann also genau wie der Vortag mit einem p\u00fcnktlichen Sturm aufs Fr\u00fchst\u00fccksbuffet, dieses Mal hatte ich den Fr\u00fchst\u00fccksraum quasi f\u00fcr mich alleine. Anschlie\u00dfend war wieder Einkauf von Getr\u00e4nken angesagt und danach wiederholte sich das Spiel vom Vortag, denn ich fuhr mit genau dem gleichen Zug nach Oberwald wie schon 24h zuvor. Einziger Unterschied: Ich machte unterwegs ein paar Fotoversuche an Stellen, die ich mir am Vortag ausgesucht hatte.<\/p>\n<p>In Oberwald angekommen ging es flinken Fu\u00dfes zur Bushaltestelle, allein die latente Hektik war v\u00f6llig unn\u00f6tig, denn da war noch gar kein Bus. Dann kam erstmal einer, der nicht dahin fuhr wo ich (und quasi alle anderen dort wartenden Personen) wollte. Der Bus kam dann schlie\u00dflich eine Minute sp\u00e4ter, was ja aber v\u00f6llig piepschnurz ist.<\/p>\n<p>Die Fahrt selbst war dann ein Erlebnis. Die Passstra\u00dfe kurvt ja in zahlreichen Serpentinen den Berg hinauf und ist dabei ziemlich schmal &#8211; an vielen Stellen kommen selbst zwei Autos kaum aneinander vorbei, geschweige denn das Platz f\u00fcr einen Bus oder gar Lastwagen w\u00e4re. Stellenweise hat die Stra\u00dfe noch das Pflaster aus <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Napoleon_Bonaparte\">Napoleons<\/a> Zeiten und sieht noch ziemlich genauso aus wie man es bei James Bond sehen konnte. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Postauto\">Postbusse<\/a> in der Schweiz haben daf\u00fcr eine spezielle Mehrton-Fanfare, die vor Serpentinen ausgiebig eingesetzt wird, um entgegenkommende Fahrzeuge zu warnen, dass die Serpentine gleich durch einen ausholenden Bus komplett blockiert wird. Da braucht man als Fahrgast schon ein gewisses Vertrauen in die K\u00fcnste des Mannes vorn am Lenkrad, denn auf einer Seite ist der Berg, auf der anderen ein steiler Abhang. Der Bus war dabei gut gef\u00fcllt, in Gletsch wurde es dann etwas leerer, aber die meisten Leute (so auch ich) wollten mindestens bis zum Hotel Belvedere oder eher noch bis zur Passh\u00f6he und von da aus wandern gehen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230811\/s-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Kurz nach 10 Uhr war ich dann am Hotel Belvedere angekommen, von wo es nun zu Fu\u00df weiterging.<\/p>\n<p><strong>Furka Belvedere &#8211; Furkapass (9,8km, 4:24h, \u2197156m, \u2198623m)*<\/strong><\/p>\n<p>* Die Zahlen beziehen sich auf die gesamte Wanderung bis nach Gletsch, bis zum Pass ging es 2:24h bergan (inklusive Verlaufen), danach bergab.<\/p>\n<p>Der erste Weg f\u00fchrte mich quer \u00fcber den Parkplatz hin zum Besucherzentrum. Auf dem Parkplatz tummelte sich alles, was zwei oder vier R\u00e4der hat, darunter auch eine Sammlung italienischer Sportwagen (Ferrari und Lamborghini), aber auch ganz normale Alltagsautos, Campingvans sowie nicht wenige Radfahrer. Im Besucherzentrum kann man alle Arten von kitschigen Andenken k\u00e4uflich erwerben, ich beschr\u00e4nkte mich auf Ansichtskarten. Den Zutritt zur Eisgrotte (ein in den Gletscher geschlagenen Stollen) muss man ebenso bezahlen, ist meiner Meinung nach das Geld aber nicht wert, das gibts anderswo in spektakul\u00e4rer. Wenn man nat\u00fcrlich nicht wie ich wandern gehen will und nur mit dem Auto am Parkplatz steht hat man nicht viel Auswahl, da man so auch den einfachsten Blick auf den Gletscher hat.<\/p>\n<p>Ich hingegen stapfte gegen\u00fcber dem Hotel Belvedere einen schmalen Pfad mit vielen steinernen Stufen empor, der mich Richtung Furkapass f\u00fchren sollte &#8211; mit einem Schlenker \u00fcber die Bergflanke, von wo man einen exzellenten Blick auf den Gletscher hat. Den Blick hatte ich dann auch und knipste zahlreiche Fotos. Bl\u00f6derweise war der Weg dort dann nicht so wirklich gut markiert, es wurde reichlich unwegsam mit kraxeln \u00fcber gro\u00dfe Felsbrocken. Ein Schweizer war auch dort unterwegs und wunderte sich ebenso wie ich, dass das ja irgendwie nicht so richtig sein k\u00f6nnte so als Wanderweg. Nach einer Weile und einem ausf\u00fchrlichen Studium der Karte sowie der Nutzung des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Global_Positioning_System\">GPS<\/a> war ich mir ziemlich sicher, dass der Weg in die falsche Richtung f\u00fchrte und ich (bzw. auch der Schweizer Wanderfreund) einen Abzweig verpasst haben musste. Also alles wieder zur\u00fcck und dann neu orientieren. Das kostete mich also eine knappe Stunde Wanderzeit und einen halben Liter Erfrischungsgetr\u00e4nk, ohne dass ich meinem eigentlichen Ziel n\u00e4her gekommen w\u00e4re. Aber so ist das halt mit Navigation und Karte und der Realit\u00e4t &#8211; &#8222;wenn sie einen Unterschied zwischen der Karte und der Landschaft bemerken, halten sie sich an die Landschaft&#8220;.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230811\/s-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Danach war ich zwar wieder auf dem richtigen Weg, daf\u00fcr bog jetzt mein GPS komplett falsch ab (das merkte ich aber erst als ich nach dem Urlaub die Aufzeichnungen pr\u00fcfte): Mehrere Stunden L\u00fccken, dann ein paar Punkte irgendwo bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Realp\">Realp<\/a> (wo ich nicht war) und insgesamt nix brauchbares mehr aufgezeichnet. Die Karte und die Diagramme habe ich mir dann also kompliziert zusammengest\u00f6pselt: Ich hab die Fotos hergenommen und \u00fcber die Zeitstempel dann per Karte (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/OpenStreetMap\">OSM<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Google_Earth\">Google Earth<\/a>) meine Standorte nachverfolgt. Daraus habe ich einen Satz Wegpunkte gebastelt, die ich dann per Programm auf den OSM-Wanderweg gemappt habe, den ich gelaufen bin. Das Ergebnis ist halt wild interpoliert, aber zumindest einigerma\u00dfen nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der ungenauen Karte setzte ich nun einigerma\u00dfen bequem einen Fu\u00df vor den anderen, vorbei an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Braunvieh\">vierbeinigen Milchlieferanten<\/a> und hatte schlie\u00dflich gegen Mittag die Passh\u00f6he in Sicht (und zwar von oben, weil der Wanderweg runde 20m h\u00f6her herauskommt und man am Ende noch ein paar Stufen nach unten steigt, wo dann ein gro\u00dfes Schild an der Stra\u00dfe steht).<\/p>\n<p>An diesem Schild war viel Betrieb, denn jeder Radfahrer, Mopedfahrer und nat\u00fcrlich auch Wanderer will dort nat\u00fcrlich ein Erinnerungsfoto haben. Also alle in einer Reihe anstellen und jeder nur ein Foto (oder so \u00e4hnlich). Da oben auf rund 2400m H\u00f6he pfiff dann trotz des Sonnenscheins ein ungem\u00fctlicher Wind, also wurde die Jacke angezogen und dem an der Passh\u00f6he auf dem Parkplatz stehenden Imbisswagen ein Besuch abgestattet. Die Preise da waren selbstverst\u00e4ndlich so hoch wie die umgebenden Berge, neun Franken f\u00fcr eine Bratwurst mit Brot ist auch f\u00fcr Schweizer Verh\u00e4ltnisse ganz ordentlich. Aber immerhin kann ich jetzt von mir behaupten am Furkapass eine Bratwurst gegessen zu haben &#8211; denn &#8222;wer anderen eine Bratwurst br\u00e4t, der hat ein Bratwurstbratger\u00e4t&#8220; (und kann diese dann an hungrige Radfahrer und Wanderer verh\u00f6kern).<\/p>\n<p><strong>Furkapass &#8211; Gletsch<\/strong><\/p>\n<p>Der h\u00f6chste Punkt des Tages war damit erreicht, und somit war klar: Ab jetzt geht es bergab. Und zwar nicht nur so ein bissl, sondern b\u00f6rsenkrachm\u00e4\u00dfig steil. Tats\u00e4chlich ging es also direkt 300 H\u00f6henmeter runter, und zwar so dass man da Treppenstufen gebraucht h\u00e4tte. Nur zum Vergleich, das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chrysler_Building\">Chrysler Building<\/a> in New York ist auch \u00fcber 300 Meter hoch und hat 77 Etagen. Man muss sich also vorstellen, dass man diese Etagen zu Fu\u00df die Treppe runterstapft, nur dass der Weg keine Treppenstufen hatte. Das kann man definitiv nur bei trockenem Wetter laufen, ansonsten wird das eine sehr lange und potentiell lebensgef\u00e4hrliche Rutschpartie.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230811\/t-h.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Unten &#8211; das hei\u00dft auf H\u00f6he der Bahnstation &#8211; angekommen wurde die Jacke wieder ausgezogen, da tropfte inzwischen der Schwei\u00df aus dem \u00c4rmel. Ich war auch nicht der einzige arme Irre, der da bei diesem Wetter herumlief, mir kam sogar eine Wandergruppe entgegen, die mit schweren Rucks\u00e4cken bepackt nach oben(!) unterwegs war. Der Abstieg ist in der Form nat\u00fcrlich auch alles andere als gut f\u00fcr die Knie, aber wer dampfende Eisenbahnen sehen will muss halt auch ein bissl was investieren.<\/p>\n<p>Ich hatte mir im Vorfeld die Fahrpl\u00e4ne angeschaut und gesehen, dass am Nachmittag in kurzer Zeit zwei Z\u00fcge in Gletsch halten, einer je Richtung. Bl\u00f6derweise hatte ich mich am Vormittag ja verlaufen, die Zeit fehlte mir jetzt. Ich machte mich trotzdem auf den Weg in Richtung Gletsch weiter abzusteigen. Das war nun alles nicht mehr so wahnsinnig steil und lie\u00df sich gut laufen. Der Weg f\u00fchrt da nun immer so in 10-20m Abstand zur Bahnlinie entlang, bl\u00f6derweise mit Str\u00e4uchern dazwischen, man hat also nur stellenweise einen guten Blick ins Tal bzw. zur gegen\u00fcberliegenden Felswand, wo fr\u00fcher mal der Gletscher war.<\/p>\n<p>Kurz vor Gletsch (so 600m vorm Ort) gibt es dann einen unbeschrankten Bahn\u00fcbergang, da kreuzt der Wanderweg die Bahnstrecke. Und wie ich so 20m davor um die Ecke komme sehe ich es aus Richtung Gletsch qualmen. Ich gucke auf die Uhr &#8211; das muss dann wohl der bergw\u00e4rts fahrende Zug sein. Ich postierte mich also passend am Bahn\u00fcbergang und da kam auch schon der Zug herangeschlichen. Das musste nat\u00fcrlich f\u00fcr Fotos herhalten, und damit war mein Ziel erreicht &#8211; Dampfbahn sehen und erleben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230811\/t-v.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Die restlichen paar hundert Meter ging es nun ganz gem\u00fctlich, in Gletsch waren auch hochsommerliche Temperaturen und nach der Erfahrung des Vortages wollte ich da kein Risiko eingehen. Der weitere Abstieg nach Oberwald h\u00e4tte nochmal mehrere Stunden gedauert, das musste bei diesem Wetter dann wirklich nicht sein. In Gletsch sollte dann auch 10 min sp\u00e4ter ein Bus vom <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grimselpass\">Grimselpass<\/a> herunter in Richtung Oberwald fahren, also setzte ich mich an den Stra\u00dfenrand und harrte der Dinge die da kommen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Da kamen also: ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Porsche_911_(1963)#G-Modell_1973%E2%80%931989\">Porsche 911<\/a> targa aus den 70er oder 80er Jahren, unz\u00e4hlige dicke Motorr\u00e4der, ein Nachbau eines <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lotus_Seven\">Lotus 7<\/a> (also vermutlich ein Caterham), einige Radfahrer und ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Citro%C3%ABn_DS#Cabriolets\">Citro\u00ebn DS<\/a> Cabrio. Danach k\u00fcndigte die bereits erw\u00e4hnte Mehrton-Fanfare den Postbus an, der die Serpentinen des Grimselpasses hinabrollte. Besagter Bus war voll, der Fahrer musterte meinen Travel Pass kurz und kritisch, war aber begeistert und ich fand dann einen Platz auf dem Notsitz wo man sonst Platz f\u00fcr Rollstuhlfahrer lassen soll.<\/p>\n<p><strong>Gletsch &#8211; Oberwald &#8211; Brig (47.3km, 1:43h, \u219759m, \u21981105m)<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Die R\u00fcckfahrt hinunter nach Oberwald war ereignislos, aufgrund meines Platzes konnte ich quasi nix sehen und war hautps\u00e4chlich damit besch\u00e4ftigt, mich festzuhalten um nicht in der Kurve vom Sitz zu rutschen. Zwischendrin gabs noch eine Durchsage \u00fcber den Kehrtunnel der Bahnstrecke und die H\u00f6henunterschiede, und dann waren wir nach eine Viertelstunde auch schon in Oberwald angekommen. Meine Knie waren nicht unbedingt davon begeistert, dass ich jetzt wieder aufstehen wollte, aber irgendwie muss man ja vom Bus zum Bahnsteig kommen.<\/p>\n<p>Hier zeigten sich nun wieder die Vorteile des integrierten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Taktfahrplan#Schweiz\">Taktfahrplans der Schweiz<\/a>: Nicht mal 10 Minuten sp\u00e4ter kam der Zug in Richtung Brig. Im Gegensatz zum Vortag konnte ich die Fahrt dieses Mal genie\u00dfen, obgleich die Temperaturen unten im Rhonetal alles andere als angenehm waren &#8211; in den Nachrichten hie\u00df es sp\u00e4ter, im Wallis bzw. im Rhonetal seien die h\u00f6chsten Temperaturen des Tages gemessen worden, irgendwas um die 35\u00b0 Celsius.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium aligncenter\" src=\"https:\/\/www.domaratius.de\/blog\/img\/20230811\/t-deltah.png\" width=\"570\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Ich kam also wieder gegen halb f\u00fcnf Uhr nachmittags in Brig an, organisierte mir im lokalen Supermarkt neuen Getr\u00e4nkenachschub und verzog mich dann gem\u00fctlich ins Hotelzimmer &#8211; nicht ohne zum Abschluss nochmal die 82 Treppenstufen hinaufzukraxeln. Immerhin hatte eine Kollegin mal behauptet, Treppensteigen w\u00e4re gut als Training f\u00fcr einen knackigen Arsch und dass Frauen auf sowas stehen w\u00fcrden. Tscha.<\/p>\n<p>Damit war der Freitag geschafft, die Wettervorhersage verhie\u00df weiterhin tropische Temperaturen, aber auch massives Gewitterrisiko ab dem sp\u00e4ten Nachmittag. Also lautet der Beschluss, dass man morgens wandern muss. Und das wurde in den n\u00e4chsten Tagen auch gemacht, aber das ist dann wieder was f\u00fcr die n\u00e4chsten Eintr\u00e4ge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zweite Wanderung des Urlaubs f\u00fchrte mich erneut nach Oberwald. Das hei\u00dft, eigentlich an Oberwald vorbei und weiter den Berg hinauf. Ziel war urspr\u00fcnglich eine Wanderung entlang der Strecke der Dampfbahn Furka-Bergstrecke, vom Scheiteltunnel unterhalb des Furkapasses bis hinunter nach Oberwald. 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